[Grandhotel Schwarzenberg] Rückkehr nach Bad Reichenhall - Sopie Oliver

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag : Lübbe; 2. Aufl. 2020 Edition (30. Oktober 2020)
    • ISBN-10 : 3404180976
    • ISBN-13 : 978-3404180974
    • Genre: Familiensaga,
    • Reihe: ja - Band 2 der Grandhotel Schwarzenberg Saga


Lübbe Kurzbeschreibung:
Bad Reichenhall, 1911. Michael Schwarzenberg kehrt als reicher Mann nach Bad Reichenhall zurück. Mit Entsetzen muss er feststellen, dass seine große Liebe Anna inzwischen verheiratet und Mutter ist. Doch er spürt, dass auch sie ihn immer noch liebt und beschließt, um sie zu kämpfen. Anna steht vor einer schwierigen Entscheidung: Geht sie zu Michael zurück, könnte sie ihren Sohn Karl verlieren. Aber ist sie bereit, eine Lüge zu leben, obwohl sie die Liebe ihres Lebens täglich sieht? Der Kampf der Anna Gmeiner geht also weiter: um den Mann, den sie wirklich liebt, um ihren Sohn und um ihre Zukunft - denn schon bald droht ein Krieg auszubrechen ... 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man sollte hier Band 1 auf jeden Fall zuerst lesen!

Meine Meinung:
Was hat mich der erste Teil dieser Trilogie geflasht. Einmal etwas ganz anderes hinter den Buchdeckeln, als ich erwartet hatte. Mit Teil 2 befinden wir uns wieder in Bad Reichenhall und schließen direkt an das Ende von "Der Weg des Schicksals" an.

1911. Das große Ereignis - die Eröffnung des Grandhotels Schwarzenberg - steht an. Anna ist noch immer fassunglos, dass Michael als reicher Geschäftsmann aus Amerika nach Bad Reichenhall zurückgekehrt ist. Anna, die von Michael nach seiner Abreise nur zwei Briefe erhalten hat, ist mittlerweile die Frau des Bürgermeisters und Mutter des vierjährigen Karli. Sein Auftauchen bringt sie jedoch in einen großen Konflikt, denn sie empfindet noch immer sehr viel für ihre Jugendliebe. Anna fragt sich vorallem, worum er sich nicht mehr gemeldet hat. ...und Michael fragt sich ähnliches...

Der mitreißende und eingängige Schreibstil hat mich sofort wieder in die Geschichte versinken lassen. Diesmal hat es aber die Autorin nicht ganz geschafft, mich vollkommen zu überzeugen, wie im ersten Teil. Die Zeitspanne von sechzehn Jahren ergibt kleine Zeitsprünge, die aber trotz der nur 304 Seiten viel Inhalt wiedergeben. Eigentlich ist es unfassbar, wie viel auf diesen wenigen Seiten passiert.
Die Figuren entwickeln sich alle weiter, wobei auch neue Charaktere der Geschichte Schwung verleihen. Michaels Gefühle, sein Schmerz und sein Ärger, konnte ich richtig spüren. Karlis späteres Verhältnis zu seiner Mutter stellt die Autorin sehr lebendig dar. Aber auch die Familie von Feil kommt nicht zu kurz und spielt weiterhin eine große Rolle. Leonhard Achleitner zeigt jedoch neue Seiten von sich. Manchmal hatte ich das Gefühl eine ganz andere Person vor mir zu haben, als im ersten Teil. Die Richtung, die er einschlägt, fand ich nicht ganz stimmig zu seiner Person in der Vergangenheit, auch wenn einige unrühmliche Seiten von damals aufgedeckt wurden. Das ist einer der Kritikpunkte an diesem zweiten Teil. Ebenso konnte ich manche Entscheidungen von Anna nicht richtig nachvollziehen. Im Großen und Ganzen ist es aber Kritik auf höchstem Niveau.

Die historischen Fakten, wie der Beginn des Ersten Weltkrieges und der Zerfall des Kaiserreiches, werden perfekt in die fiktive Handlung eingeflochten. Der Krieg spielt zwar eine Rolle, aber wir Leser bleiben in Bad Reichenhall und erleben keine Kampfhandlungen. In dieser schweren Zeit verändert sich auch das Stadtbild des Kurortes. Der Tourismus und das Kurleben erleben einen Stillstand, in der Saline gibt es kaum mehr Männer, die der Arbeit nachgehen können. Dieses Zeitgefühl hat Sophie Oliver perfekt getroffen. Der bildhafte und flüssige Schreibstil ließ mich zusätzlich wieder durch die Geschichte fliegen. Ich freue mich schon auf den Abschlussband Ende Mai.

Fazit:
Der zweite Band der Reihe kann meiner Meinung nach nicht ganz mit dem ersten mithalten, jedoch reihen sich wieder auf wenigen Seiten sehr viele spannende Ereignisse, bei denen sich das Mitfiebern lohnt. Ich freue mich schon auf den Abschlussband dieser wunderbaren Trilogie.


Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensioensexemplar!


Die Schweigende - Ellen Sandberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 544 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (26. Oktober 2020)
    • ISBN-10 : 3328104852
    • ISBN-13 : 978-3328104858
    • Genre: Familiendrama, 



Penguin Kurzbeschreibung:
München, 2019. Im Garten der Familie Remy verdorren langsam die Rosenbüsche, die zur Geburt der drei Töchter gepflanzt wurden. Imke, Angelika und Anne sind längst erwachsen und gehen ihrer Wege – bis zu dem Tag, an dem ihr Vater beigesetzt wird. Denn auf dem Sterbebett nimmt er Imke ein Versprechen ab, das schnell eine zerstörerische Kraft entfaltet – und das sie alles hinterfragen lässt, was sie über ihre Mutter zu wissen glaubt.
1956. Im Nachkriegsdeutschland wächst eine neue Generation heran. Die lebenslustige Karin spart für ihre erste Jeans, träumt von Elvis Presley und davon, später Ärztin zu werden. Sie ahnt nicht, dass die Schatten der Vergangenheit lang und mächtig sind – und welch verheerenden Folgen eine spontane Entscheidung haben wird. Nicht nur für sie. 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bisher habe ich alle drei Spannungsromane von Ellen Sandberg aka Inge Löhnig gelesen. Am Besten hat mir ihr erstes Buch "Die Vergessenen" gefallen, aber "Die Schweigende" kommt gleich danach und hat mich begeistert. Die Geschichte war für mich ein Pageturner und eine richtig tolle Lektüre.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Im Gegenwartsstrang befinden wir uns in München im Jahre 2019. Der Tod von Jens Remy, liebender Ehemann und Vater, wirft seine Frau Karin und die drei Töchter, aus der Bahn. Während Karin für ihre Töchter Imke, Angelika und Anne immer die unnahbare und gefühlskalte Mutter geblieben ist, liebten die Mädchen den Vater sehr. Durch seinen Tod scheint die Familie langsam auseinanderzudriften und Karin lässt sich mehr und mehr gehen. Der geliebte Garten wirkt ungepflegt, genauso wie sie selbst. Von den drei erwachsenen Töchtern macht sich nur Imke Sorgen um ihre Mutter. Die mittlere Tochter ist die einzige Empathische der dreien Frauen. Sie ist zuverlässig und pflichtbewusst. Ihr Vater hat ihr zudem kurz vor seinem Tod eine Bitte mit auf den Weg gegeben: Sie soll Peter suchen und finden. Doch wer ist Peter? Weder Imke, noch Anne oder Angelika kennen einen Peter und Karin will nach Imkes Nachfrage keinen Peter kennen. Doch Imke erkennt sehr schnell, dass ihre Mutter nicht die Wahrheit spricht und beginnt zu recherchieren.

Im Vergangenheitsstrang erleben wir als Leser Karins Jugendzeit in den späten 50iger Jahren. Das junge Mädchen ist ein aufgeweckter und lebenslustiger Teenager, liebt Elvis und möchte gerne Ärztin werden. Ihre alleinerziehende Mutter arbeitet schwer, um ihr diesen Traum zu erfüllen. Doch sie rechnet nicht mit der Gehäßigkeit ihrer Mitmenschen. Karins Zukunft und die ihrer Familie wird mutwillig zerstört...

Während Imke sich immer mehr mit Karins Vergangenheit auseinandersetzt und herausfindet, dass ihre Mutter einige Zeit in einem Heim verbracht hat, sind ihre beiden Schwestern Angelika und Anne nicht daran interessiert. Vorallem die sehr selbstsüchtige Anne sieht nur sich selbst im Mittelpunkt und verachtet ihre "erfolglose" Schwester Imke und alle Menschen um sich herum, die es nicht zu Wohlstand und Ansehen gebracht haben. Als sie selbst ihren Job verliert, sind alle anderen daran Schuld und Anne ist blind vor Wut. Rücksichtslos verfolgt sie ihre Pläne. Auch Angelika lässt sich nach dem Tod ihres reichen Mannes von einer Affäre zur nächsten treiben und interessiert sich nicht für ihre Mutter und deren Verlust. Beide Frauen leben in ihrem eigenen Kokon, während Imke immer mehr furchtbare Wahrheiten wie körperliche Misshandlung, Gewalt und Missbrauch "zum Wohle des Kindes" aufdeckt, die ihre Mutter im Kinderheim durchleben musste.

Die Figuren sind zwar etwas schwarz-weiß gemalt, aber trotzdem vielschichtig.Man entdeckt immer wieder neue Facetten bei jedem der Charaktere. Die Autorin bleibt jedoch ihrem Schema treu, wobei sie immer eine sehr gutmütige, empathische Frau in den Mittelpunkt stellt und ihr gegenüber die intrigante und rücksichtlose Gegenspielerin. 
Der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft. Man fiebert mit den Figuren mit und vorallem im Vergangenheitsstrang hat man oftmals Angst weiterzulesen. Die Ereignisse schockieren dermaßen, dass man fassunglos vor der Geschichte sitzt.

Ellen Sandberg hat im Nachwort erzählt, dass sie "Die Nickel Boys" von Colson Whitehead gelesen und die Lektüre sie furchtbar mitgenommen hat. Sie dachte in Deutschland gäbe es keine derartigen Missstände, wie damals in den USA....doch sie hatte sich getäuscht. Sandberg begann mehr und mehr zu recherchieren und stieß auf Unglaubliches.
Die Autorin schreibt: "Ich wollte - stellvertretend für unzählige andere - das Schicksal eines Heimkindes lebendig werden lassen. Vor allem wollte ich zeigen, welche Auswirkungen diese Art von "Pädagogik" bis in die nächste und übernächste Generation haben kann, und ich hoffe, dass mir das gelungen ist."

Da ich bereits einige Romane zu diesem Thema gelesen habe, kenne ich schon diverse Erzählungen zum Thema Kinderheim oder auch Heime für schwangere Mädchen, wo es ähnlich brutal zuging. Besonders die Heime, die von Nonnen geführt wurden, waren ide Furchtbarsten. Und trotzdem bin ich immer wieder aufs Neue schockiert, wie Menschen mit anderen Menschen und vorallem mit Kindern umgehen und sie für ihr weiteres Leben unfähig machen zu lieben.

Fazit:
Eine sehr berührende und erschütternde Geschichte, die unter die Haut geht und fesselnd erzählt wird.  Ein packendes Familiendrama, das ich gerne weiter empfehle!


Gewinn Knaur Challenge

 Hallo liebe Bücherwürmer!

Heute möchte ich euch auch auf meinem Blog meinen Gewinn von der Knaur Challenge bei Dörte books & family zeigen, der letzte Woche bei mir eingetrudelt ist. Die erste Buchpost 2021 überhaupt....ja, ich bin im Moment fleißig am NICHT Bücher kaufen...wer weiß, wie lange das noch anhält.

Der Verlag hat mir diese drei 

Schönheiten zugeschickt.
Einmal ein tolles Postkartenbuch, das ich als postcrosser www.postcrossing.com
gut verwenden kann.

Dann die Geschichte des Verlages und das Einschreibbuch "Mama, erzähl mal!" Das Buch kenne ich, da es meine Nichte vor Jahren meiner Mutter geschenkt hat und diese auch fleißig eingeschrieben hat, bevor die Demenz zu sehr ihre Leben beeinflusst hat.
Da ich im Moment niemanden habe, der dieses Buch verwenden könnte (Eltern und Schwiegereltern sind bereits gestorben) werde ich es aufheben. Vielleicht schreibe ich mal ein oder verschenke es...





Falke & Adler - Johanna Marie Jakob

     

    • Taschenbuch: 532 Seiten
    • Verlag: ISBN-Agentur Deutschland; 1. Edition (6. Oktober 2020)
    • ISBN-10 : 3000667962
    • ISBN-13 : 978-3000667961
    • Genre: Historischer Roman, historische Biografie



Kurzbeschreibung:
Palermo, Anfang des 13. Jahrhunderts: Luna, Ärztin und Vertraute des sizilianischen Kindkönigs Federico, sieht ihren Schützling erwachsen werden und mit großer Willensstärke seinen eigenen Weg gehen. Unter den königlichen Beratern scheint sie allein noch Einfluss auf ihn zu haben. Ihr Gemahl, der Schwertmeister des Königs, beobachtet voller Argwohn Federicos unverminderte Zuneigung zu Luna. Als der junge König von deutschen Fürsten zum Kaiser gewählt wird, treten sie eine abenteuerliche Reise von Palermo nach Mainz an, um die Krone in Empfang zu nehmen. Doch Luna sehnt sich nach einem eigenen Leben. Kann sie dem Klammergriff des Königs zu entkommen? Ein farbenprächtiges Porträt des jungen Friedrich II., der als Waisenkind in Palermo aufwuchs und zu dem Stauferkaiser wurde, der als „Verwandler der Welt“ die Nachwelt wohl am stärksten prägte.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich vor kurzem über das Leben von Richard Löwenherz gelesen habe (Der englische Löwe von Mac P. Lorne), schließe ich mit "Falke & Adler" zeitlich direkt nach Richards Tod an, der 1199 gestorben ist.

Federico, unser Hauptprotagonist und spätere Kaiser Friedrich II., wird 1194 in Sizilien geboren. Schon früh verlor er seine Eltern und musste sich gegen seine Gegner behaupten, die ihm Rang und Namen streitig machen wollten. Schwertmeister Florent, sowie die Heilerin Luna nehmen sich seiner an und versuchen Einfluss auf ihn auszuüben. Florent wird sein Freund und Berater. Er versucht ihm mehr Ehrfurcht für das Leben zu vermitteln, denn Federico experimentiert sehr gerne mit Lebewesen, was mir ziemlich nahe ging und wo ich knapp vor einem Abbruch des Buches war. Gott sei Dank hat sich die Autorin danach doch mehr anderen Themen zugewandt, auch wenn das Thema bis zum Ende hin immer wieder aufgegriffen wird. Seine Liebe zur Falknerei wurde hingegen von Johanna Marie Jakob sehr lebendig aufgegriffen und immer wieder in sehr bildhaften Szenen beschrieben.
Mit vierzehn Jahren wird Federico mit Konstanze verheiratet, die um einiges älter und bereits Witwe ist. Doch die Ehe läuft gut, wenn man die damals üblichen Mätressen außer Acht lässt....denn treu sein kann er nicht. 

Federicos Widersacher ist Otto IV, der Welfenkönig, der im Reich nördlich der Alpen herrschte und sich auf in den Süden machte, um Italien und Sizilien zu erobern. Er missachtete jedoch die Lehenshoheit des Papstes und wurde exkommuniziert. Daraufhin schlossen sich die Fürsten zusammen und wählten Federico, einen Staufer, als neuen König. So kam es zwischenzeitlich zu einem Doppel-Königtum und einer großen Fehde zwischen den beiden Regenten. Friedrich wollte die Nachfolge seiner Vorfahren im Reich nördlich der Alpen antreten. Mit kleinem Gefolge und päpstlicher Unterstützung, aber ohne eigenes Heer, machte er sich auf, wobei wir ihn als Leser begleiten dürfen. Dabei erleben wir Federicos Unbeherrschtheit, aber auch seine hervorragenden Taktiken, mit denen er Otto besiegte, hautnah mit. Soweit zum geschichtlichen Teil.

Johanna Marie Jakob erzählt die Geschichte des Jungen Federico bis hin zu seiner Krönung. Die fiktiven Figuren Luna und Florent sind dabei nur Nebenfiguren. Leider kam ich nur schwer in die Geschichte, die Federicos Leben erzählt und von der Autorin mit fiktiven Figuren interessanter gestaltet hätte werden sollen. Ich hatte jedoch immer wieder das Bedürfnis das Buch zur Seite und eine Pause einzulegen. Tatsächlich habe ich, bis ich den Roman beendet hatte, drei andere Romane dazwischen gelesen. Wenn ich allerdings dabei blieb, kam ich ganz gut voran. Entweder war es nicht der richtige Zeitpunkt oder nicht das richtige Buch für mich.

Nach Richard Plantagenet habe ich nun auch mehr über Friedrich II. gelernt. Beide historischen Biografien waren mir etwas zu sachlich und einseitig. Vorallem fand ich bei Falke & Adler den Erzählstil sehr nüchtern und emotionslos. Zusätzlich stolperte ich immer wieder über Fehler, die das Lektorrat übersehen hat. Für mich leider kein Buch, das ich gerne gelesen habe.

Fazit:
Mein Buch war es leider nicht, aber die sehr positiven Bewertungen und begeisterten Rezensionen der anderen Mitleser erzählen eine andere Geschichte. Deswegen macht euch bitte selbst ein Bild!

Ich bedanke mich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar und der Leserunde bei Lovelybooks


Das perfekte Leben meiner Schwester - Sophie Edenberg


     

    • Taschenbuch: 396 Seiten
    • Verlag: Bookmundo Direct; 1. Edition (18. September 2020)
    • ISBN-10 : 9403609524
    • ISBN-13 : 978-9403609522
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Drama


Bookmundo Kurzbeschreibung:
Als die neunzehnjährige Emma herausfindet, dass sie adoptiert wurde und in Wahrheit die uneheliche Tochter des vermögenden Wieners Ferdinand Lauderthal ist, regen sich Hoffnung und Zuversicht in ihr. Endlich sieht sie einen Ausweg aus ihrem unglücklichen Leben. Doch ihre Erwartungen werden enttäuscht. Während ihre gleichaltrige Halbschwester Céline das Leben ihrer Träume führt, will ihr Vater nichts von ihr wissen. Voller Eifersucht beschließt Emma, die beiden büßen zu lassen. Als vermeintliche Studienkollegin von Céline dringt sie in deren Leben ein und stellt dieses gehörig auf den Kopf. Doch schon bald muss Emma feststellen, dass nichts ist, wie es zunächst den Anschein hatte und sie sich in ihrer Halbschwester getäuscht hat. Hin und hergerissen zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Céline und ihren Rachefantasien wird sie in einen Strudel aus Familienintrigen verstrickt, die ihr Verständnis von Gerechtigkeit auf eine harte Probe stellen. Denn alles im Leben hat seinen Preis …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich von Sophie Edenbergs Roman "Fly Baby, fly" wirklich begeistert war, hat mir die Autorin auch ihr neues Buch "Das perfekte Leben meiner Schwester" als Rezensionsexemplar angeboten. Ich habe sehr gerne zugesagt. Auch der neue Roman steckt wieder voller Spannung und bringt mit einer sehr vielschichtigen Protagonistin Schwung in die Geschichte.

Als sich die neunzehnjährige Emma für die Führerescheinprüfung anmelden will, findet sie in den Unterlagen eine Abstammungsurkunde. Der Name der Mutter ist ein anderer, als auf ihrer Geburtsurkunde. Die Bestätigung, dass sie adoptiert wurde, bekommt sie von ihren vermeintlichen Eltern. Emma findet heraus, dass ihr leiblicher Vater als vermögender Unternehmer in Wien lebt. Ihr Leben war bisher gekenntzeichnet von Ablehnung und Missbrauch und so macht sie sich auf den Weg nach Wien. Mit einer List gelingt sie bis zu ihrem Vater, Ferdinand Lauderthal, vor. Doch ihre Hoffnungen werden enttäuscht. Der reiche Immobilenmakler will nichts von ihr wissen. Gleichzeitig scheint ihre gleichaltrige Halbschwester Céline all das zu bekommen, was auch ihr zustehen würde. Emma ist voller Neid und beginnt die Lauderthals auszuspionieren und sich in ihr Leben einzuschleichen. Sie möchte sich an ihnen rächen und freundet sich mit Céline an....

Emma hat in ihren neunzehn Jahren sehr viel Leid erfahren. Die sehr lieblose Behandlung ihrer Adoptiveltern gipfelt darin, dass ihre Stiefmutter doch noch schwanger wird und ihren leiblichen Sohn Emma immer vorzieht. Zusätzlich wird sie später noch vom Onkel sexuell missbraucht. Als sie die Bestätigung bekommt, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist und diese sie mit ihrer Volljährlichkeit sowieso rausschmeißen, versucht sie verzweifelt ihre wahren Eltern kennenzulernen und reist nach Wien. Als ihr leiblicher Vater sie ebenso ablehnt, kann ich Emmas Verzweiflung und ihre Rachegedanken verstehen. Sie versucht seit ihrer Kindheit Liebe und Geborgenheit zu finden und erfährt nur Ablehnung. Irgendwann ist dann genug, doch Emma gerät in einen wahren Strudel und beginnt Grenzen zu überschreiten.

Céline ist hingegen in einem Kokon aufgewachsen. Ihre Mutter und die Haushälterin, zu der sie ein besonders enges Verhältnis hat, umsorgen sie liebevoll. Ihr Vater stellt ihr finanziell alles zur Verfügung, was sie möchte. Ihr Bruder Camillo ist ihr bester Freund. Die reichen Freundinnen, mit denen sie sich umgibt, sind genauso oberflächlich, wie sie. Doch hinter dieser Maske verbirgt sich ein verletztliches Mädchen, zu dem Emma vordringen kann. Bald erfährt sie auch von dunklen Familiengeheimnissen, die Emma für sich nutzt...

Die Handlung wird abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Dadurch wird die Geschichte zum Pageturner, denn der Leser ist den Figuren meistens ein kleines Stück voraus. Trotzdem gelingt es der Autorin genug überraschende Wendungen einzubauen, die mich vor Entsetzten aufkeuchen ließen oder wo ich nur kummervoll den Kopf schütteln konnte. Die Story ist rasant und der Schreibstil sehr dialoglastig.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und sind auch der einzige Kritikpunkt am Spannungsroman. Es passiert in zu kurzer Zeit so einiges, was für mich letztendlich zu überspitzt und unwahrscheinlich rüberkommt. Der Rest ist aber gelungen!

Fazit:
Ein Pageturner, der aber nicht an das Debüt der Autorin herankommt. Ich mag die vielschichtigen Figuren, die Sophie Edenberg kreiert und die immer für Überraschungen gut sind. Ich hatte spannende Lesestunden und freue mich schon auf das nächste Werk der Autorin.

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Hannos Reise - Kai Bischof

     

    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Independently published (3. Dezember 2020)
    • ASIN : B08PJWKPRB
    • ISBN-13 : 979-8664437829
    • Genre: Jugendbuch, Roadtrip, Abenteuerroman



Kurzbeschreibung:

Der siebzehnjährige Hanno Vollmer ist kein Junge vieler Worte. Eine Eigenschaft, die ihn unter seinen Mitschülern nicht gerade beliebt gemacht hat. Und während die hübsche Melina ihn überhaupt nicht beachtet, hat es ausgerechnet Großmaul Rayk auf ihn abgesehen. Zu allem Überfluss schickt ihn sein Vater über die Sommerferien auch noch auf Europareise, wo er doch eigentlich mit seinem einzigen Freund, dem Onlinegamer Silentfox14, virtuelle Welten auf der Playstation erobern wollte. Als er im Zug nach Freiburg auf die selbstbewusste Studentin Sarah trifft und sich an ihre Fersen heftet, ist die hübsche, drei Jahre ältere Amerikanerin zunächst genervt von ihm. Doch weil Hanno ihr in München aus der Patsche hilft, bietet sie ihm an, die Reise gemeinsam fortzusetzen. Die beiden kommen sich näher, bis Sarah ihm eröffnet, dass sie nicht die Person ist, als die sie sich ausgibt …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Meine Meinung:
Dies ist mein zweiter Roman des Autors und wie auch "Für dich bricht meine Welt zusammen" fand ich die Geschichte glaubwürdig und wunderbar erzählt.
"Hannos Reise" wird unter Young Adult gelistet, ist es aber meiner Meinung nach nicht. Es ist viel mehr ein Road-Trip und ein Selbstfindungsroman. Es gibt hier keinen Bad Boy und auch keine ausgiebigen Sexszenen, sondern einen ganz normalen siebzehnjährigen Jungen, der auf der Suche nach sich selbst ist.
Hanno ist schüchtern und wird in der Schule gemobbt. Er ist keiner der großen Macker, sondern ein introvertierter Junge mit wenig Selbstbewusstsein. Am liebsten spielt er Onlinegames, wo er in Silentfox14 eine verwandte Seele gefunden hat. Doch am Ende des Schuljahres schickt ihn sein Vater auf eine Interrail-Tour, um endlich etwas mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. Hanno ist entsetzt. Doch schon am ersten Tag bekommt er Hilfe von der hübschen, drei Jahre älteren Sarah, als er im Zug blöd angemacht wird. Hanno klebt fortan an ihrer Seite, was Sarah gar nicht recht ist. Doch dann hilft ihr Hanno in München aus der Patsche und Sarah und er beschließen nun doch gemeinsam weiterzureisen. Sarah hütet jedoch ein Geheimnis...sie ist nicht diejenige, als die sie sich ausgibt....

Was für ein toller Jugendroman und gleichzeitig ein Roadtrip quer durch Europa. Kai Bischof/Kai Everstein hat es wieder geschafft, mich völlig in seiner Geschichte abtauchen zu lassen.
Die Protaginisten sind authentisch und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Hanno ist ein sehr sympathischer Junge. Ich konnte viele seiner Unsicherheiten und Selbstzweifel verstehen - auch mir ging es in seinem Alter sehr ähnlich. Er ist ein feinfühliger und empathischer junger Mann, der jedoch durch die ständige Mobberei durch seine Klassenkameraden immer weniger Selbstvertrauen aufbringt. Nur in seiner Spielewelt fühlt er sich wohl.
Sarah spielt bei Hannos Selbstfindung eine große Rolle. Die ältere und selbstbewusste junge Frau, die früh auf eigenen Beinen stehen musste, nimmt Hanno so, wie er ist. Sarah lernt Hanno in einem anderen Umfeld kennen und erkennt sehr schnell, welche Herzenswärme er besitzt. Sie versucht ihm zu vermitteln, dass er liebenswert ist. Das dauert jedoch eine Weile, was sehr authentisch dargestellt wird. Sarah hat ihre eigenen Probleme und erfährt durch Hanno etwas Normalität in ihrem Leben.
Zwar dreht sich die Geschichte auch um Liebe, aber es gibt keine aufgesetzte Romanze, sondern es geht um Freundschaft, Empathie und Hilfsbereitschaft.

Zusätzlich haben mir die Reisen in die Schweiz, nach Spanien, Italien und Schweden sehr gut gefallen. Die Landschaftsbeschreibungen sind lebendig und bildhaft. Außerdem war ich selbst vor 2 Jahren in Andalusien und freute mich buchtechnisch nochmals in diese Gegend reisen zu können.

Die Geschichte ist wunderbar authentisch. Kai Bischof erklärt ohne erhobenen Daumen, wie wichtig Individualität ist und man sich nicht dem Gruppenzwang beugen soll. Nur ganz am Ende fand ich zwei Dinge ein bisschen zu viel gewollt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Kai Bischof ist einfühlsam, aber auch locker mit einer Prise Humor. Der Autor lässt tief in die Gefühlswelt seines Protagonisten blicken.

Fazit:
Ein wundervoller Roman für jung und alt mit einem sehr sympathischen Protagonisten. Eine Geschichte, die jungen Menschen aufzeigt nicht der oberflächlichen Masse nachzueifern, sondern sich selbst und seine eigenen Stärken zu finden. Den älteren Semestern - wie ich - erlaubt es einen Blick zurück in ihre Jugend und erinnert an die Selbstzweifel, die man damals hatte. Wie schon Kai Bischofs letzter Jugendroman sticht auch "Hannos Reise" aus dem Einerlei dieses Genres heraus. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar!


Das Haus der Verlassenen - Emily Gunnis

     
    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Gebundene Ausgabe : 416 Seiten 
    • Verlag: Heyne Verlag (18. März 2019)
    • Übersetzer: Carola Fischer
    • ISBN-10 : 3453423194
    • ISBN-13 : 978-3453423190
    • Originaltitel : The Girl in the Letter
    • Genre: Roman



Heyne Kurzbeschreibung:
Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, muss sie ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren Klosterbau nie mehr verlassen ... Sechzig Jahre später findet die Journalistin Sam einen flehentlichen Brief Ivys. Sie beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret's zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Emily Gunnis und ein Thema, das mich in letzter Zeit nun schon öfters begleitet hat: Heime und körperliche Züchtigung. Es ist unfassbar, was ledige Frauen oder Kinder oftmals bis in die späten 1960iger Jahren mitmachen mussten, oftmals unter dem Decknamen der Kirche. Menschenverachtender geht es oftmals nicht.....

Schon der Prolog, der im Jahre 1959 spielt, hat es in sich. Ivy verhilft einer jungen Frau zur Flucht aus dem St. Margret's und übergibt ihr einen Brief. Kurz darauf begeht sie Selbstmord...

Die junge Ivy kommt 1956 in eines der gefürchteten Magdalenenheime, als sie ungewollt schwanger wird. Der gestrenge Stiefvater lässt das junge Mädchen ins St. Margareth's Heim bringen, denn der Ruf der Familie ist ihm wichtiger, als seine Stieftochter. Bereits in Rebecca Michéles Buch "Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit" habe ich über diese Einrichtungen gelesen und war schockiert! Die Frauen werden misshandelt und kaum verköstigt. Die Kinder, die die gefallenen Mädchen zur Welt bringen, werden zur Adoption freigegeben und den Müttern erzählt, sie wären verstorben. Ivy schreibt verzweifelte Briefe an ihre große Liebe, den Vater des Kindes, doch der nimmt ihre Erzählungen nicht ernst. Zusätzlich war sie für ihn nur ein kleiner Flirt...

Rund sechzig Jahre später findet die Journalistin Sam die verzweifelten Briefe von Ivy in den Unterlagen ihres verstorbenen Großvaters. Sie wittert eine interessante Geschichte, die ihr Karriere pushen soll und beginnt zu recherchieren. Doch sie muss sich beeilen, denn das Gebäude soll bald abgerissen werden. Bald schon entdeckt sie grausame Wahrheiten und möchte nur mehr die damaligen Zustände aufdecken. Außerdem stolpert sie über das Verschwinden des ehemaligen Priesters des Heimes im Jahr 2000 und dem Fund seiner Leiche 2016 ...

Im selben Zeitstrang lernen wir Kitty, die berühmte Moderatorin einer Talkshow kennen, die sich nach zwanzig Jahren im Rampenlicht zurückzieht. Samantha entdeckt, dass sie irgendwie eine Verbindung zum St. Margret's haben muss...

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Abwechselnd erfahren wir wie Sam bei ihren Nachforschungen vorgeht und Geheimnisse aufdeckt und wie Ivy ins Heim kommt und was sie dort erlebt. Stück für Stück kommt Sam der Wahrheit näher und ist schockiert über die Vorkommnisse in St. Margarets. Die beiden weiblichen Protagonisten sind sehr lebendig gezeichnet, trotzdem fieberte ich im Vergangenheitstsrang mit Ivy mehr mit, als mit Sam. Ihre Geschichte machte mich fassunglos und den Grausamkeiten, denen die jungen Frauen in St. Margrets - nur eines der vielen Magdalenenheime in Irland und Großbritannien - ausgesetzt waren, sind oftmals unbegreiflich.
Samantha Geschichte in der Gegenwart war mir etwas zu konstruiert und manchmal auch unlogisch. Zusätzlich konnte ich ich einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Dazu kommen noch einige Mysteryelemente, die nicht vollständig erklärt werden.

Da ich bereits einiges über die katholischen Heime für ledige Mütter in "Auf den zerbrochenen Flügeln der Freigheit" gelesen habe, überraschte mich kaum, was die jungen Frauen damals erleiden mussten. Trotzdem war ich auch diesmal wieder nur schockiert und entsetzt.
Vorallem kann man kaum glauben, dass diese Methoden noch vor 60 Jahren angewendet wurden.

Schreibstil:
Emily Gunnis schreibt sehr lebendig, fesselnd und hat in ihrer fiktiven Geschichte um Ivy und Sam einige überraschende Wendungen eingebaut. Leider verlaufen aber auch einige Stränge im Sand.
Im Nachwort erklärt die Autorin ausführlich über ihre Recherchen zu den Magdalenenheimen.

Cover:

von links nach rechts:
die Cover aus England, Rumänien, der Niederlande, Schweden, Italien und Spanien

Fazit:
Ein bedrückendes Thema, das die Autorin in ihrem Roman auf zwei Zeitebenen aufgreift. Es ist immer wieder unglaublich, wozu Menschen fähig sind. Spannend geschrieben, aber noch nicht ganz ausgereift.


  • Über Kinderheime, in denen es ähnlich zuging, schreibt Mechthild Borrman in "Grenzgänger" und Ellen Sandberg in ihrem neuen Roman "Die Schweigende". Hier folgt meine Rezension noch.....Das Buch ist aber ebenfalls sehr zu empfehlen!
 

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