- Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
- Verlag: Hanser Berlin; 2. Edition (13. Mai 2024)
- ISBN-10 : 3446279644
- ISBN-13 : 978-3446279643
- Genre: Sachbuch
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Hanser Kurzbeschreibung:
Alle wollen alt werden, niemand will alt sein. Der Widerspruch ist absurd, das Leiden daran real. Wie lernen wir, so gut wie möglich damit zurechtzukommen? Geht das, alt werden und ein erfülltes Leben führen? Elke Heidenreich hat sich mit dem Altwerden beschäftigt. Herausgekommen ist dabei ein Buch, wie nur sie es schreiben kann. Persönlich, ehrlich, doch nie gnadenlos, mit einem Wort: lebensklug. Sie denkt über ihr eigenes Leben nach, und das heißt vor allem, über ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles, was man getan hat. Aber mit ihm kommt auch Gelassenheit, und man begreift: "Das meiste ist vollkommen unwichtig. Man sollte einfach atmen und dankbar sein."
Meine Bewertung: * * *
Meine
Meinung:
Ich habe bisher noch kein Buch von Elke Heidenreich gelesen, aber schon sehr oft von ihr gehört. Ich kenne sie auch nicht vom Fernsehen, denn ich habe mittlerweile auch keinen TV mehr. Also bin ich ganz unvoreingenommen an den Inhalt dieses schmalen Büchleins herangetreten. Auf Instagram habe ich nämlich einen kurzen Einblick - von der Autorin selbst - in ihr Werk bekommen und so wurde ich neugierig auf ihre Gedanken zum Älter werden. Da ich selbst nicht mehr zu den Jüngsten gehöre, ist das Thema natürlich auch eines, mit dem ich mich seit einiger Zeit befasse, denn alt sein möchte niemand, aber alt werden doch.
Gefallen hat mir der Einstieg, in dem Elke Heidenreich einen Rückblick auf ihr Leben gibt. Einer davon ist negativ, einer positiv. Und genauso kann man auch das Älter werden sehen; es kommt nur auf die Perspektive an.
"Seit wann bist du alt? Seit morgen" ist ein Satz aus Elke Heidenreichs
Buch, den ich mir notiert habe und vielleicht auch die Einstellung
vieler widerspiegelt. Denn oftmals fühlt man sich selbst noch gar nicht so alt, vorallem, wenn man auch noch voll im Berufsleben steht und nur manchmal irgendwo etwas zwickt oder zwackt. Stören nur kleine Wehwechen, dann kann man positiv in seine letzten Jahrzehnte starten. Elke Heidenreich vermittelt mit Humor und vielen Zitaten eine sehr positive Lebenseinstellung zum Altern. Ihre Gedanken dazu sind eingängig geschrieben und trotzdem hat mir das Büchlein nicht das Gegeben, was ich erwartet habe.
Denn es gibt auch die andere Seite, nämlich diejenige, bei der man noch arbeiten muss, aber kaum mehr kann oder wenn man in die Armutsfalle tappt. Besonders Frauen sind dafür gefährdet, denn oftmals steckt man zurück und nimmt einen Halbtagsjob an, damit man auch Zeit für seine Kinder hat. Dass oftmals noch neben Beruf und Haushalt für Frauen noch die Care Arbeit für die alten Eltern dazukommt oder man in anderen Dingen einfach eingespannt wird, bleibt dabei oftmals vergessen, bis man in Rente geht und kaum genug zum Leben hat. Die Miete ist oft nicht viel weniger, als die monatliche Rente oder wenn man ein eigenes Häuschen sein eigen nennt, fallen immer wieder Reparaturen an, die man mit einem kleinen Einkommen nicht stemmen kann.
Elke Heidenreich braucht sich darüber keine Gedanken zu machen, denn sie gehört zu den wenigen Prozent weiblicher Rentnerinnen, die es sich leisten können. Und so lebt sie ihr Leben, wie schon als junger Mensch, nimmt kein Blatt vor den Mund, bleibt wach, pflegt Freundschaften und steht mitten im Leben und das auch über Achzig. Wunderbar, wenn man so altern kann! Aber der Großteil der Frauen sind nicht wohlhabend und gut situiert.
Auf den wenigen Seiten (und einen deutlich überhöhten Preis für diese Ausgabe), erhält man einige persönliche Einblicke der Autorin und positive Gedanken zum Altern mit einen kleinen Schuss Beweihräucherung. Was mich aber am meisten gestört hat, waren die vielen Zitate anderer Dichhter:innen oder Autor:innen, die sie massenweise einsetzt. Es gibt keine Seite ohne Zitate! Ich empfand diese eher als Lückenbüßer, um die mickrigen 112 Seiten voll zu bekommen. Sorry!
Fazit:
Ein Buch, von dem ich mir weit mehr erwartet habe. Kurzweilige Leküre einer priviligierten Autorin, die eine sehr positive Lebenseinstellung zum Altern hat (was mir gefallen hat), die sich jedoch nicht mit dem Großteil der Frauen ab Rentenalter wirklich identifizieren kann, welche oftmals versuchen müssen mit ihrer Mini-Rente zu überleben. Zusätzlich fand ich die Flut an Zitaten anderer Dichter und Denker in diesem dünnen und viel zu teuren Büchlein einfach zu viel des Guten!















Hallo Martina,
AntwortenLöschenich kann deine Rezension sehr gut verstehen. Sie blickt auch als Rentnerin ohne Sorge in die Zukunft und vielleicht stammt auch daher ihr positiver Zugang zum Altern. Andere Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, haben so viel Mühe über die Runden zu kommen, da kann man nachvollziehen, dass sie nicht ganz so positiv denken.
Ich habe von Elke Heidenreich "Hier geht's lang! Mit Büchern von Frauen durchs Leben." gelesen, welches mir sehr gut gefallen hat. In diesem Buch reflektiert sie die Bücher ihrer Kindheit, Jugend und des jungen Erwachsenenseins bis heute. Was sie gelesen hat, freiwillig und aufgefordert und wie das Frauenbild darin ihr eigenes Leben beeinflusst hat. Das Buch gibt es mittlerweile auch als Taschenbuch.
Liebe Grüße,
Sandra
Liebe Sandra,
Löschenich finde es ja schön, dass sie so einen positiven Zugang zum Altern hat. Das sollte uns doch alle motivieren. Trotzdem war ich mit einigen Dingen nicht konform und sie halt hat leicht reden, als priviligierte Frau.
Ich werde mir "Hier gehts lang" mal genauer anscheuen und vielleicht ist es sogar in meiner Bücherei zu haben.
Liebe Grüße
Martina
Eine tolle Autorin, aber wie in allen Romanen oder gar bei Krimis ist es nicht Realität für alle. Mein Lieblingsbuch von ihr "Alte Liebe" da kann sich natürlich auch nicht jeder damit identifizieren.
AntwortenLöschenDein Buch kenne ich noch nicht und will es auf alle Fällen lesen.
LG aus Wien