Graceland - Kristen Mei Chase

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    • Broschiert: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Auflage, Deutsche Erstausgabe (25. Juni 2024)
    • Übersetzer : ‎ Sabine Schilasky
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365005889
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365005880
    • Originaltitel: ‎ A Thousand Miles to Graceland
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur 

     

HarperCollins Kurzbeschreibung:
Tausend Meilen sind es bis Graceland. Und es ist Loralynns großer Traum, einmal im Leben das Elvis-Anwesen zu besuchen. Deshalb hat Grace sich überreden lassen, ihrer Mutter Loralynn den Wunsch zu erfüllen. Der Zeitpunkt ist günstig, sie kann Ablenkung gerade gut gebrauchen. Auf dem Weg von El Paso nach Memphis ziehen sie eine Spur aus Pailletten, falschen Wimpern und schwierigen Erinnerungen. Doch zwischen spontanen Zwischenstopps bei Hellsehern, bei alten Freunden, in Karaokebars, zwischen Perückenpannen und vertrauten passiv-aggressiven Sprüchen beginnen beide Frauen, einander besser zu verstehen. Als sich neue Chancen für sie auftun, scheint der King auf mysteriöse Weise auf sie beide zu wirken. Nach all den Jahren ist es für Grace und ihre Mutter möglich, die Verletzungen der Vergangenheit zu heilen und mit Humor im Jetzt zu sein.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummeler Challenge

Meine Meinung:
Die Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter Loralynn ist nicht die Beste und doch wünscht sich Loralynn zu ihrem 70. Geburtstag nichts sehnlicher, als eine Reise nach Graceland zum Anwesen von Elvis - gemeinsam mit Grace. Am liebsten würde diese sofort absagen, denn der minimale Kontakt zu ihrer Mutter ist ihr mehr als genug. Loralynn fällt seit jeher durch ihre schrillen Outfits und diverse Perücken auf, sammelt mit Leidenschaft Elvis Figuren und Memorabilia ihres Idols. Grace war dies immer peinlich. Nicht umsonst hat sie gleich nach dem letzten Schuljahr ihr Elternhaus verlassen, um den alkoholkranken und gewalttätigen Vater und der exzentrischen Mutter zu entkommen.
Als Grace jedoch von ihrem Ehemann Jeff verlassen wird, überdenkt sie den Vorschlag ihrer Mutter nochmals. Zur Zeit kann sie nicht weit genug von ihrem Noch-Ehemann entfernt sein. Da bieten sich die tausend Meilen von Boston nach Memphis, Tennesse, geradezu an. In einem schrillen lilafarbenen Cadillac machen sich Grace und Loralynn auf den Weg, der zu einem Roadtrip in die Vergangenheit wird....

Zu Beginn tat ich mir ein bisschen schwer in die Geschichte hineinzufinden, die doch sehr amerikanisch ist. Es wird von Marken, Shops oder anderen Dingen oder Orten gesprochen, die ich nicht kenne. Das macht es mir etwas schwerer sich hineinzufühlen. Doch mit der Zeit treten andere Themen in den Vordergrund und mit jeder Meile, die Grace und Loralynn zurücklegen, umso interessanter und fesselnder wird die Geschichte.
Es werden Gespräche geführt, die schon vor Jahren wichtig gewesen wären, wir erfahren mehr über das Familienleben und den Verletzungen aus der Vergangenheit.
Während ihres Roadtrips lernen sie viele verschiedene Menschen kennen, erleben schöne und traurige Momente und besuchen auch alte Freunde. Es ist bewegend, wie sich beide immer mehr öffnen und mehr Verständnis füreinander aufbringen.
Manche Passagen regen zum Nachdenken an, andere wiederum brachten mich zum Lachen. Die Charaktere der beiden Frauen sind sehr unterschiedlich.
Der Schreibstil ist eher einfach, flüssig und teilweise auch etwas herb bei den Dialogen. Trotzdem gelingt es Kristen Mei Chase schwierige und emotionale Themen mit leichter und humorvoller Unterhaltung zu verbinden und diese genau auf den Punkt zu bringen.

Die Autorin ist ebenfalls asiatischer Herkunft und spricht neben den Themen des Romans auch Vorurteile und Rassismus an, die viele in den USA (und auch anderswo) erfahren müssen.

Cover:

Das amerikanische Cover gefällt mir auch, aber es passt nicht wirklich zum Inhalt, denn es suggeriert eher einen lustigen Roadtrip mit einer spritzigen Story. Es blitzt zwar auch immer wieder Humor in der Geschichte durch, aber es geht eher um Vergangenheitsbewältigung, Krankheit, häusliche Gewalt und Trennung. Alles nicht so "lustige" Themen, wie das Cover hier versucht zu vermitteln.
Das deutsche Cover gefällt mir da hingegen viel besser und passender, auch wenn die Frau am Steuer nicht wirklich asiatisch wirkt.

Fazit:
Der Roman vermittelt den Grundgedanken, dass es nie zu spät ist, alte Wunden zu heilen und neue Wege zu gehen, zu verzeihen und sich zu öffnen. Nicht unbedingt ein Feel-Good-Roadtrip, aber trotzdem mit einer Prise Humor und viel Elvis im Gepäck.

Vielen Dank an das HarperCollins Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


2 Kommentare:

  1. Hallo liebe Martina,
    schon nach den ersten Zeilen deiner Rezension dachte ich mir: Das ist aber eine recht düstere Geschichte. Im Leben der Protagonistin scheint einiges schief gegangen zu sein. Ständig ist sie in Kontakt mit Menschen geraten, die ihr Leben erschwert haben.

    Als ich gelesen habe, dass sich der Einstieg für dich schwer gestaltet hat, dachte ich erst, es hätte an dieser Düsternis gelegen, die ich zwischen den Seiten vermute.

    Nun hast du erwähnt, dass es sich hier um einen Roadtriproman handelt und damit bekommt man mich in 99% der Fälle. Ich würde mir über das Mutter-Tochter-Verhältnis und das "näher Kennenlernen" doch noch einiges mehr erhoffen. Du hast erwähnt, dass mehrere Figuren in die Geschichte eingebunden werden, daher gehe ich davon aus, dass hier auch das Abenteuer, das ein Roadtrip mit sich bringt, zum Zuge kommt (?)

    Ich empfinde das neue Cover übrigens auch als wesentlich ansprechender, als das Original.

    Vielen Dank für diese wirklich interessante Buchvorstellung.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Liebe Tanja,
      der Roadtrip nach Memphis und die verschiedenen Abenteuer, die die beiden Frauen erleben sind amüsant. Der HIntergrund und die Vergangenheit aber eher düster und auch in der Gegenwart gibt es einen Teil, bei dem es um Krankheit geht.
      Das Buch hat sehr gute Kritiken und ich empfand es als nicht schlecht, aber ich habe manchmal Schwierigkeiten bei zu amerikanischen Büchern...frag mich nciht warum. Das Elvis-Thema mochte ich sehr, ist aber nur der rote Faden der Geschichte. Es geht vorallem um Vergangenheitsbewältigung, Familientragödien und der zerrütteten Mutter-Tochter Beziehung, die sich im Laufe des Roadtrips ändert, weil beide endlich kommunizieren und sich verstehen lernen.

      Liebe Grüße
      Martina

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