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Die Bildrechte liegen beim Verlag
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- Broschierte Ausgabe: 344 Seiten
- Verlag:
Benevento; 1. Edition (19. Oktober 2021)
- Übersetzer:
Nina Hoyer
- ISBN-10
:
371090112X
- ISBN-13
:
978-3710901126
- Originaltitel:
Storebjorn
- Genre: Thriller
Benevento Kurzbeschreibung;
Martin Moltzau kennt die Arktis wie seine Westentasche – ein Paradies für Abenteurer aus Eis, Schnee und weißer Weite. Spitzbergen ist die Heimat von Eisbären und Polarfüchsen. Das ehemals florierende Bergbaugebiet ist heute entmilitarisierte Zone. Auf der Insel im arktischen Ozean bietet Moltzau Schneemobiltouren für Touristen an.
Bei den neuen Gästen beschleicht ihn jedoch ein ungutes Gefühl. Die amerikanische Familie will unbedingt eine verfallene, russische Bergbausiedlung besuchen, obwohl die Route extrem gefährlich ist. Als das Wetter umschlägt, gerät die Situation außer Kontrolle: Die Tochter verschwindet im Nebel und ein schwer bewaffneter russischer Spezialtrupp heftet sich an Moltzaus Fersen. Der Abenteurer gerät zwischen machtpolitische Fronten. Verfolgt von den Russen, beginnt eine wilde Jagd durchs Eis. Kann Moltzau der weißen Hölle entkommen?
Meine Bewertung: * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Diesen Thriller der in der Arktis, nämlich in Spitzbergen spielt, habe ich über den Benevento Verlag erhalten. Mir hat nicht nur der Klappentext, sondern natürlich auch das außergewöhnliche Setting sofort zugesagt. Spitzbergen, eine Inselgruppe, die zu Norwegen gehört, aber durch den sogenannte Spitzbergen-Vertrag anderen Staaten unbegrenzte
Abbaurechte an den Bodenschätzen gewährt. Besonders die Russen nutzen diese Rechte intensiv. Sie förderten Kohle und
errichteten zwei Bergbausiedlungen, von denen eine seit 1998
aufgegeben wurde. Sie heißt Pyramiden und ist heute ein Lost-Place und eine Touristenattraktion.
Extremsportler und bekannter Tour-Guide der Insel, Martin Moltzau, bietet für Touristen Schneemobiltouren an. Seine neue Gruppe ist eine Familie aus den USA, die
für viel Geld ein paar Tage Extremurlaub gebucht hat. Börsenmakler James Parker, seiner Frau Sarah und ihre
30-jährige eigenwillige Tocher Cindy, möchten neben der gebuchten Tour unbedingt auch nach Pyramiden, der verlassenen Bergbaustadt. Moltzau nerven die Amis von Beginn an, die sich als äußerst kompliziert herausstellen. Sein ungutes Gefühl bestätigt sich sehr schnell, als gleich zu Beginn der Tour die Probleme beginnen. Doch das ist erst der Anfang, denn es spielt nicht nur das Wetter verrückt, sondern es häufen sich die kleinen und großen Katastrophen und die Tour wird zum Wettlauf auf Leben und Tod. Den in der Arktis lauert nicht nur die Kälte, sondern auch hungrige Eisbären.
Als Cindy in Pyramiden dann auch noch verschwindet und die Gruppe nach dem Verlassen der Bergstadt von einer schwerbewaffneten Gruppe Russen verfolgt wird, wird es meiner Meinung nach immer unglaubwürdiger. Neben Martin Moltzau erbleicht sogar James Bond. Moltzau flüchtet vor seinen Verfolgern mit einem verletzten Bein, in nassen Kleidern, ohne Schuhe und versucht sich mit actionsgeladenen Stunts auf seinem Schneemobil in Sicherheit zu bringen. Hier reißt die Story nur mehr die wunderschönen Landschafts- und Umgebungsbeschreibungen heraus. Die gewünschte Spannung kommt zu Beginn auch noch nicht wirklich auf, steigt aber ab der Verfolgungsjagd rasant an.
Zusätzlich gibt es noch eine kleine Nebenhandlung - eine Schiffsreise, auf der sich einige weitere böse Menschen versammelt haben und Spitzbergen anzielen. Diesen Handlungsstrang hätte es nicht wirklich gebraucht, auch wenn er am Ende Sinn ergibt.
Die Charaktere sind furchtbar klischeehaft und sehr einfach gestrickt. Die Amis sind ziemlich dümmlich dargestellt, die Russen sind die bösen Killer, die sich alleine mit Wodka am Leben erhalten. Die Figuren haben weder Ecken noch Kanten und der Held der Geschichte ist der Norweger, der alle von ihnen austrickst.
Mich verwundert, dass der Autor, der selbst Extremsportler ist und Schneemobiltouren in Spitzbergen anbietet, seinen Protagonisten solche unglaubwürdige Szenen auf den Leib geschrieben hat.
Cover:Das norwegische Cover finde ich auch nicht schlecht, vorallem wirkt es "aufregend" und passender für einen Thriller. Man sieht auch die Schneemobile und der Eisbär schaut auf jeden Fall gefährlicher aus, als auf dem deutschen Cover ;)
Fazit:
Mich konnte dieser Thriller leider nicht überzeugen, vorallem wegen seinen sehr übertriebenen Actioneinlagen und den klischeehaften Figuren. Gelernt habe ich allerdings einiges über Spitzbergen und der nördlichsten Geisterstadt Pyramiden.
Vielen Dank an Benevento für das Rezensionsexemplar!
Hallo Martina,
AntwortenLöschenau weh, das war ja ein absoluter Fehlgriff!!! Das tut mir total leid für dich. Ich hatte schon etwas in die Richtung geahnt und das Buch daher auf die Merkliste gesetzt. Aber dass es gar so schlimm wird, das hätte ich auch nicht gedacht.
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
Löschenes war nicht langweilig, aber es war eben total überzogen und so klischeehaft. gerade von einem Autor, der selbst als Extremsportler und Tourguide unterwegs ist, hatte ich das noch weniger erwartet. Es war sein erster Thriller...da muss er wohl noch dazulernen, dass es besser ist realitätsnah zu erzählen ;) und nicht wie in den USA Actionfilmen, wo ein Held die Welt rettet.
LG Martina
Hallo MArtina,
AntwortenLöschenach wie schade, das klingt ja ziemlich ernüchternd. Dabei war ich beim Lesen der Inhaltsangabe richtig geflasht und neugierig geworden. Aber werde mich dank deiner Kritikpunkte zurückhalten. Und auf diese "schwerbewaffnete Gruppe Russen" kann ich zur Zeit erst recht nicht. Die sind zur Zeit mein größter Alptraum mit ihrem aggressiven Verhalten. Wer will denn heute noch Krieg? Mich nimmt das zur Zeit ziemlich mit.
Liebe Grüße
Barbara
Liebe Barbara,
Löschenauch ich habe im Moment Alpträume von einem neuerlichen Krieg und verurteile aber nicht nur die Russen, sondern auch die Medien und alle anderen, die hetzen oder immer wieder von kruewg in Eruopa sprechen und sicher auf einen anderen Kontinent sitzen...wie damals.
Liebe Grüße
Martina