Im Schatten der Vanille - Cornelia Engel

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    • Taschenbuch: 333 Seiten
    • Verlag: ‎ Tinte & Feder (14. Dezember 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496709137
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496709131
    • Genre: historischer Roman, Landscape Roman



Amazon Kurzbeschreibung:
Sansibar, 1880: Voller Hoffnung, ihr altes Leben für immer hinter sich zu lassen, verlässt Elisabeth den Überseedampfer, der sie aus Lübeck hierhergebracht hat. Die Gewürzinsel, ein quirliger Marktplatz für den Handel mit Nelken, Zimt, Orangen, Elfenbein und Vanille, scheint ihr wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Aber die Realität auf der Insel ist hart. Zwar erregt die junge Frau Aufsehen bei den Männern, aber in der Handelswelt ist sie nicht willkommen. Und nicht jeder, der ihr Avancen macht, meint es ehrlich mit ihr. Wenn sie in die Augen des Pflanzers Jacob blickt, schlägt ihr Herz schneller, doch darf sie ihren Gefühlen trauen, wenn sie selbstbestimmt ihren Weg gehen will?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es ist schon etwas länger her, dass ich einen Landscape Roman gelesen habe. Sie wurden in den letzten Jahren ziemlich stiefmütterlich behandelt, was ich schade finde. Umso mehr freute ich mich, dass ich bei der Leserunde von Lovelybooks bei "Im Schatten der Vanille" dabei sein durfte. Der exotische Schauplatzt war für mich ein weiterer Pluspunkt. Cornelia Engel alias Isabel Morland lässt uns auf die wunderschöne Insel Sansibar reisen, die zu Tansania gehört.
Wir befinden uns im Jahre 1880. Elisabeth flieht von ihrem gewalttätigen Ehemann von Lübeck nach Sansibar, wo ihr Onkel einen Kontor besitzt. Doch schon bei der Ankunft wird sie überfallen, gerät in den Harem des Sultans und erfährt, dass ihr Onkel vor kurzem ermordet wurde. Ihre Zukunft ist ungewiss und als alleinstehende Frau alles andere als leicht. Zusätzlich soll sie für ihren Bruder, der ihr die Überfahrt bezahlt hat, einen Händler für Vanille ausfindig machen.

Wenn man diese Beschreibung liest, hat man das Gefühl von zu viel Drama "erschlagen" zu werden. Ganz so ist es nicht, denn den Anfang der Geschichte fand ich noch ganz gut gelungen. Nach Elisabeths Ankunft erfährt man als Leser viel über die exotische Gewürzinsel und über das Leben im Harem. Man wandert durch die Altstadt "Stone Town", die aus Korallenstein errichtetet wurde und mit geschnitzten Holzportalen einen ganz besonderen Charme versprüht.
Der Duft verschiedener Gewürze hängt in der Luft und die Gefahren des Dschungels werden ebenso beschrieben, genauso wie die Sklaverei. Cornelia Engel hat mit ihren bildhaften Beschreibungen sofort mein Kopfkino ins Rattern gebracht. Das Setting alleine bietet enorm viel Handlungsspielraum, der meiner Meinung nach viel zu wenig genutzt wurde. Vieles wird angerissen, aber nicht weiter ausgeführt. Sicherlich handelt es sich hier um einen ersten Band, trotzdem vermisste ich den einen oder anderen tiefergehenden Einblick un dauch einige kleine Auflösungen.

Die Charaktere waren größtenteils nicht sympathisch oder wurden viel zu oberflächlich dargestellt. In mein Herz schlich sich nur Imani, die schwaze Bedienstete der Prinzessin, die Elisabeth später "zugeteilt" wurde. Natürlich darf auch die Liebesgeschichte nicht fehlen. Diese ging mir allerdings zu schnell von statten - nämlich auf den letzten Seiten des Buches.
Die Autorin spielt mit vielen Klischees. Elisabeth ist eine Frau, die sich zu dieser Zeit bereits für das Recht der Frauen einsetzt. Auf der ostafrikanischen Insel ist dies jedoch genauso unvorstellbar, wie in Lübeck, wenn nicht sogar schlimmer.
Dazwischen plätschert die Geschichte oftmals vor sich hin. Immer wieder musste ich den Kopf darüber schütteln, dass sich Elisabeth gefühlt auf jeder zweiten Seiten auf die Lippen biss. Ich war schon versucht jede dieser Stellen mit einem "post it" zu markieren. Ich hätte mir mehr Spannung und etwas mehr Tiefgang gewünscht.
Auch die Vanille fehlte mir. Sie wird zwar angesprochen (wie so vieles anderes), weil Elisabeth einen Händler für ihren Bruder ausfindig machen soll, doch das war auch schon alles.

Was aber den Ausschlag für meine geringe Punktezahl ist, sind die offenen Handlungsstränge am Ende. Es wird nichts aufgelöst. Auch wenn es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, sind ein oder zwei offene Stränge in Ordnung, aber so gar keine Auflösung...nein, dass verstehe ich nicht. Ich bin zwar neugierig, wie es weiter gehen wird, befürchte aber, dass ich auch nach dem zweiten Band mit genauso offenen Fragen hier sitzen werde.
Deswegen wird es für mich keine Fortsetzung geben....sehr schade! Das Setting wäre so wundervoll gewesen.
In der Leserunde waren viele begeistert von der Geschichte. Deshalb macht euch bitte selbst ein Bild, wenn ihr Interesse an einer Reise nach Sansibar habt.

Fazit:
Ein exotisches Setting und ein guter Plot ergeben leider noch keine großartige Geschichte. Viele angerissene Handlungsstränge, die am Ende alle offen bleiben, sowie Drama und Kitsch vom Feinsten, findet man in diesem Landscape Roman. Ich wollte ihn so gerne mögen. Das völlig offene Ende hat meine Bewertung allerdings noch weiter sinken lassen.

Vielen Dank an Tinte und Feder und an die Autorin für das Rezensionsexemplar

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