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Broschiert: 384 Seiten
- Verlag: Knaur HC; 1. Edition (1. Oktober 2021)
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Übersetzer:
Veronika Dünninger
- ISBN-10 : 3426227134
- ISBN-13 : 978-3426227138
- Originaltitel: The Book of Lost Names
- Genre: Historischer Roman
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Knaur Kurzbeschreibung:
Nur knapp entkommt die Studentin Eva Abrams 1942 aus Paris, nachdem ihr Vater, ein polnischer Jude, verhaftet wurde. Eva findet Zuflucht im kleinen Bergdorf Aurignon in der unbesetzten Zone, wo sie auch den jungen Widerstandskämpfer Rémy kennenlernt.
Bald beginnt Eva, im Auftrag der Résistance Ausweispapiere für jüdische Kinder zu fälschen – doch deren wahre Identität möchte sie für eine Zeit nach dem Krieg bewahren. Zusammen mit Rémy fertigt sie verschlüsselte Aufzeichnungen an: das Buch der verschollenen Namen. Als jedoch ihre Widerstandszelle verraten wird und Rémy plötzlich verschwindet, bedeutet das Buch für sie beide tödliche Gefahr …
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Der neue Roman von Kristin Harmel wird mit Kristin Hannahs
"Die Nachtigall" verglichen, was meine Neugier geweckt hat. "Die Nachtigall" war für mich ein ganz besonderes Highlight und gehört zu meinen Lieblingsbüchern.
"Das Buch der verschollenen Namen" reicht jedoch nicht daran heran. Die
Gemeinsamkeiten beschränken sich auf Frankreich und die Résistance,
aber nicht mehr.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, wobei jedoch die Gegenwart nur einen kleinen Teil einnimmt. Größtenteils befinden wir uns in der Vergangenheit im Jahre 1942. Die Deutschen haben Paris und den nord-westlichen Teil von Frankreich eingenommen, während der Süden unter das Vichy Regime gestellt wurde. Die Judenverfolgung wird jedoch von den Franzosen genauso unterstützt und in der französischen Hauptstadt schreiten die Deportationen fleißig voran.
Die Jüdin Eva Traube wird von einem Kommilitonen gewarnt, dass eine große Verhaftungswelle ansteht. Trotzdem spielt nur ein glücklicher Zufall mit, dass sie und ihre Mutter der SS nicht in die Hände fallen. Evas Vater wird allerdings verhaftet und deportiert. Er hat seiner Tochter jedoch genau mitgeteilt, an wen sie sich wenden soll, falls er verhaftet wird. Den beiden Frauen gelingt die Flucht in den noch unbesetzten Süden. Im kleinen Dorf Aurignon finden sie Unterstützung durch den Dorfpfarrer. Evas gefälschte Dokumente fallen auf und mit ihren künstlerischen Fähigkeiten schließt sie sich einer Gruppe von Menschen an, die jüdischen Kindern mit gefälschten Pässen zur Flucht verhelfen. Für Eva ist es jedoch wichtig, deren wahre Identität für die Zeit nach dem Krieg festzuhalten. Gemeinsam mit Rémy, einem jungen Widerstandskämpfer, fertigt sie verschlüsselte Aufzeichnungen in einem Buch der Kirchenbibliothek an. Doch eines Tages wird die Widerstandszelle verraten....
Der Roman beginnt mit der bereits über 80jährigen Eva, die auf einen Zeitungsbericht aufmerksam wird, in dem der Besitzer des "Buches der verschollenen Namen" gesucht wird. Es ist jenes Buch, das Eva und Rémy mit den Namen der jüdischen Kinder, denen sie zur Flucht verholfen haben, gefüttert wurde. Eva macht sich, trotz des Widerstandes ihres Sohnes, auf nach Deutschland, um ihr Buch "abzuholen".
Der Plot um die Fälschungen ist spannend und sehr interessant. Die Untergrundbewegung und der Zusammenhalt dieser einzelnen Menschen gegen die Besatzer ist bewundernswert. Das Netzwerk ist großartig aufgebaut und funktionierte fast lückenlos. Die Spannung ist vorallem im zweiten Teil des Romans hoch und lässt einem das Buch kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und liest sich leicht. Die Charaktere ihrer Protagonisten hat Kristin Harmel sehr lebendig eingefangen. Man fiebert mit Eva und Rémy mit. Gleichzeitig habe ich mich über Evas Mutter geärgert, die sie nicht unterstützt, sondern ihr in allen Belangen die Schuld an der Deportation des Vaters gibt. Sie sieht weder die reale Gefahr, noch den Ernst der Lage und macht Eva fortwährend nur Vorwürfe. Oftmals habe ich mich über diese sture Frau geägert, die Eva noch mehr Kummer bereitet, als sie sowieso schon hat.
Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist das Ende. Es ist zu glatt und wirkt mit einer etwas rührseligen Geschichte ein bisschen unglaubwürdig. Zusätzlich wirkt es einfach zu überstürzt. Vermisst habe ich auch nähere Details zu Evas Flucht in die Schweiz und weitere Anhaltspunkte zu ihrem Leben in der Gegenwart. Hier gibt es nur ein paar Andeutungen, die nicht aufgelöst werden. Generell fand ich die kurzen Abschnitte aus der Gegenwart etwas lieblos und unzureichend. Dafür kann der Teil in der Vergangenheit wirklich fesseln. Was mir allerdings auch negativ aufgefallen ist, ist der Name der Hauptprotagonistin im Klappentext: Eva Abrams. Im Buch selbst heißt Eva jedoch Eva Traube. Hat der Verlag etwa vergessen diese Änderung noch nachzubessern?
Der Roman ist inspiriert von einer wahren Geschichte. Leider ist jedoch nicht bekannt, wie viel davon Wahrheit und Fiktion ist.
Cover:
von links nach rechts:
das englische, das italienische, das niederländische, das romänische und noch ein englisches Cover.
Das deutsche Cover wurde fast identisch vom englischen Original übernommen und gefällt mir auch sehr gut. Das Romänische finde ich aber auch ausgesprochen hübsch.
Fazit:
Ein sehr berührende Geschichte, die mich im Vergangenheitsstrang überzeugen konnte, auch wenn ich gerne noch ein paar weitere Details dazu gehabt hätte. Der eher lieblose Gegenwartsstrang hat mir nicht wirklich gefallen und wertet leider das Buch etwas ab. Trotz dieser kleinen Schwächen ist es eine sehr interessante Geschichte, die einen weiteren Einblick in die Arbeit der Résistance bringt. Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn es nicht mit der Nachtigall zu vergleichen ist.
















Hallo liebe Martina,
AntwortenLöschendas Buch hatte mich inhaltlich und vom Cover her auch schon angelacht. Nach deiner aussagekräftigen Rezi klingt es ja recht interessant, aber ich werde es wohl nicht mehr lesen.
Jetzt gibt es wieder einige Titel, die auf meiner Wunschliste stehen und alles zu lesen schafft man ja nie.
Liebe Grüße
Barbara
Liebe Martina
AntwortenLöschen"Die Nachtigall" möchte ich auch schon lange einmal lesen und nun hast du mich gleich auch auf ein weiteres Buch aufmerksam gemacht. Schade, dass das Ende nicht komplett überzeugt, aber ansonsten klingt das sehr spannend und berührend.
Alles Liebe
Livia
Liebe Livia,
Löschen"Die Nachtigall" ist ein wunderbares Buch! Das MUSST du einfach lesen!
Liebe Grüße
Martina
Hallo Martina, ich habe das Buch gerade erst gestern ausgelesen. Von daher war es kein Problem, deine Rezi zu lesen. Das Buch "Die Nachtigall" liegt hier immer noch. Irgendwie habe ich es noch nicht geschafft. Daher kann ich keinen Vergleich anstellen. Deine Kritikpunkte kann ich nachvollziehen. Ich habe ja schon einige Bücher von Kristin Harmel gelesen. ☺ Von daher ist dieses gleichwertig wie die anderen. Liebe Grüße Hannelore
AntwortenLöschenHallo Martina,
AntwortenLöschenmich hatte das Buch zuerst durch sein Cover und die Geschichte auch interessiert. Nun tendiere ich eher dagegen, denn ich glaube, mir würde es mit dem Ende ähnlich gehen und auch was du über die Teile aus der Gegenwart schreibst, klingt unbefriedigend.
Bei den Covern gefällt mir auch das englische bzw. deutsche am besten! Immerhin haben sie es nicht verschlimmbessert. :D
Einen schönen Sonntag,
Sandra
Liebe Martina,
AntwortenLöschenda haben wir ähnliche Kritikpunkte - vor allem das Ende fand ich auch zu rührseligund kitschig. Und auch die Flucht in die Schweiz hätte näher erzählt werden können. Trotzdem hatte ich meinen Spaß beim Lesen und fand ide zweite Hälfte sehr spannend.
LG Sabine
Genau diese Punkte waren meine Kritik. Aber auch mir hat das Buch gut gefallen.
LöschenLiebe Grüße
Martina
Liebe Martina,
AntwortenLöschenmich hat das Buch auch sehr gefesselt und ich versuche gerade meine Rezi zu schreiben.
Zu dem Namen: Abrams ist Evas Name nach der Hochzeit in den USA. So heißt sie also in der Gegenwart, Traube war demnach ihr Mädchenname. Insofern steht im Klappentext der falsche Nachname, da hat der Verlag sich vertan :-)
Liebe Grüße
Conny