Finsterdorf - Peter Glanninger

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    • Taschenbuch: 440 Seiten
    • Verlag Gmeiner-Verlag; 2021. Edition (10. März 2021)
    • ISBN-10 : 3839228239
    • ISBN-13 : 978-3839228234
    • Genre: Krimi, Thriller




Gmeiner Kurzbeschreibung:
In einem kleinen Dorf in Niederösterreich verschwindet eine junge Frau. Als sie nach einigen Tagen völlig verwirrt wieder auftaucht, soll sich der junge Kriminalbeamte Thomas Radek um den Fall kümmern. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine Mauer des Schweigens und einige zwielichtige Gestalten. Wovor haben die Leute Angst? Verbindet sie alle ein dunkles Geheimnis? Der dörflichen Idylle entwächst eine finstere Bedrohung. Als Radek selbst in Gefahr gerät und ein Zeuge ermordet wird, überschlagen sich die Ereignisse …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, dass ich einen neuen Autor kennen lernen darf, der noch dazu nicht weit weg von mir wohnt. Zusätzlich spielt die Geschichte im Krimi ebenso in meiner Umgebung...zwar schon etwas "weiter" weg, aber der Bezirk Scheibbs, in dem hier das (fiktive) schaurige Dorf Schandau liegt, ist nur 15 km entfernt....

Peter Glanninger hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Es geht richtig spannend und gruselig los, wobei ich nach dem Beenden das Wort Thriller statt Krimi passender finden würde. In "Finsterdorf" spielt zwar auch Polizeiarbeit eine große Rolle, die den Krimis vorbehalten wird, aber an Grusel und auch einigen Brutalitäten wird nicht gespart.
Thomas Radek vom Landeskriminalamt St. Pölten wird in den kleinen niederösterreichischen Ort Schandau im Bezirk Scheibbs geschickt. Er soll sich das mysteriöse Verschwinden und Wiederauftauchen einer jungen Frau vor Ort näher ansehen. Zusätzlich wird im Polizeibericht auch von Satanismus gesprochen. Seinen Kollegen ist diese merkwüdige Geschichte nur einen Lacher wert, die die zuständige Polizistin von der Polizeiinspektion Gresten an das LKA weitergeleitet hat. Thomas Radek ist aber froh endlich von der Schreibtischarbeit loszukommen und macht sich auf den Weg.
Radek stößt in Schandau jedoch auf eine Mauer des Schweigens. Die Vorkommnisse im Ort kommen ihm jedoch seltsam vor, denn die Menschen sind ängstlich und die Atmosphäre wirkt bedrohlich. Alle Einwohner wirken verstört und niemand wagt es offen mit ihm zu sprechen. Umso neugierer wird Radek und er hört schließlich doch noch von einigen merkwürdigen Vorgängen. Unter den Dorfbewohnern häufen sich die Verletzungen, wie Knochenbrüche. Außerdem war bereits eine weitere junge Frau einmal eine Woche verschwunden und sitzt seit ihrer Rückkehr in der Psychatrie.
Über dem Ort im Tal thront "der Baron", der größte Arbeitgeber der Region, der noch im letzten Jahrhundert stecken geblieben zu sein scheint. Er sieht die Einwohner "seines" Ortes als seine Untergebenen an. Auch Radek spürt bald seine korrupten Machenschachten und sein Netz bis in die höchsten Kreise....auch in Polizeikreise. Doch steckt hinter dem Verschwinden von Bernadette wirklich der Baron oder gibt es eine Gruppe von Menschen vor Ort, die sich einer satanischen Sekte angeschlossen haben?

Der Einstieg ins Buch ist heftig! Eine junge Frau aus dem Ort, Bernadette, wird entführt und in einem Kellerverließ gefoltert und festgehalten. Nach einer Woche kommt sie wieder frei und ist schwer traumatisiert. Danach flacht die Spannung etwas ab, denn Landeskriminalbeamter Thomas Radek sondiert erst einnmal die Lage in Schandau. Gemeinsam mit ihm rätseln wir was in dem Ort eigentlich vorgeht. Wovor haben die Menschen so große Angst, dass sie sogar Misshandlungen und Erpressung über sich ergehen lassen?
Zu Beginn ist man als Leser genauso ratlos, wie Radek. Erst nach und nach scheinen sich mehr und mehr Puzzlesteine zusammenzufügen. Das Gefüge der Dorfgemeinschaft ist nicht zu unterschätzen, denn viele sind voneiander abhängig. Überraschende Wendungen und die Spannung, die sich auf hohem Niveau hält, lassen den Leser trotz einiger kleinen überspitzten Figuren an der Geschichte kleben.

Geschickt und mit einem gewissen Gruselfaktor treibt Peter Glanninger die Aufklärung voran und erlaubt es dem Leser immer einen Schritt voraus zu sein. Obwohl mir doch relativ bald klar war, wer hinter all den Machenschaften steckt, ebbt der Spannungsbogen nicht ab und erst zum Ende hin erfährt man, ob man wirklich richtig vermutet hat. Dieses enthält ebenfalls noch eine kleine Überraschung bereit.

Peter Glanninger, der selbst Polizeibeamter war, hat mich mit seinen Krimi tatsächlich umgehauen. Man merkt, dass er weiß wovon er in seinem Buch schreibt und versteht die mysteriöse Atmosphäre im Dorf perfekt darzustellen. Man spürt richtig die Angst der Einwohner und bekommt leichte Gänsehaut, wenn man gemeinsam mit Thomas Radek durch Schandau spaziert.
Die Figuren sind authentisch und gut gezeichnet. Den Ermittler Thomas Radek habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Sehr gerne würde ich noch mehr Fälle mit ihm lesen und empfehle diesen Krimi/Thriller sehr gerne weiter!

Fazit:
Finsterdorf ist ein sehr atmosphärischer Krimi mit Gruselfaktor, der in meiner Gegend spielt. Nicht nur einige bekannte Locations, sondern auch die düstere Stimmung, hat mich richtig gefesselt. Ein spannender Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie die Begleitung des Autors bei der Leserunde

6 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    wow, du klingst extrem begeistert. Du hast mir den Tipp mit dem Buch ja schon gegeben. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es dermaßen umwerfend ist! Gut schon, aber jetzt nicht so beeindruckend. Ich habe das Buch schon auf der Wunschliste und es wird hier definitiv einziehen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      ich hoffe nur es gefällt dir genauso gut und dass du jetzt nicht zu viel davon erwartest. Du kannst dir ja auch noch die anderen Meinungen dazu ansehen, aber ich fand es wirklich gut. (Natürlich hat es auch einen Bonus wegen des Heimvorteils ;))
      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Hallo Martina,

      dass man sich besser einfühlen kann, wenn man die Gegend kennt, ist mir schon klar. Ich glaube trotzdem, dass es mir gefallen wird. Ich hätte schon wegen des eBooks geschaut, aber das ist leider eine pdf und das mag ich nicht. Daher wird's wohl warten müssen, bis ich es mal wieder in eine (offene) Buchhandlung schaffe.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hi Martina!

    Das ist ja mal ein schöner Tipp! Von dem Buch hatte ich noch nichts gehört, aber was du beschreibst, macht mich defintiv neugierig! Wandert auch bei mir direkt auf die Wunschliste :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  3. Ein Hinweis sei erlaubt:
    Finsterdorf ist nicht Peters Debüt, sondern es gibt bereits zwei Vorgänger:
    1. Verdacht auf Fremdverschulden aus 2012 und
    2. Die rechte Ordnung aus 2014
    Liebe Grüße aus Traiskirchen

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    1. Oh, vielen Dank! Das werde ich dann gleich ändern! Sorry!

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