- Taschenbuch: 410 Seiten
- Verlag: Pro-Talk (15. März 2017)
- ISBN-10: 3939990345
- ISBN-13: 978-3939990345
- Genre: Historischer Krimi
Pro Talk Kurzbeschreibung:
1877: Die Pinkerton Detektivin Celeste Summersteen reist mit der jungen Dorothea Ellingsford von Chicago nach London. Vordergründig soll sie das Mädchen zu ihrer Familie zurückbringen, doch ihr wirklicher Auftrag ist heikler: Eine von Dorotheas Freundinnen wurde ermordet und die Detektivin soll nun den Mörder finden, da Dorothea selbst in Gefahr sein könnte.
Allerdings gestalten sich die Ermittlungen schwierig: Das Mädchen schweigt beharrlich und die einzigen Hinweise auf den Mörder sind ein Stück Stoff und eine Haarlocke, die im Mund der Toten gefunden wurden. Dann findet man die Leiche der Opiumkönigin des East End in der Themse.
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zu Hufis großer Stall Challenge
Meine Meinung:
Historische Krimis lese ich hin und wieder wirklich gerne und ganz besonders, wenn diese im nebeligen London spielen. Unwillkürlich hat man zuallererst die Geschichte um den bekanntesten Frauenmörder Londons, Jack - the Ripper, im Kopf, doch "Das Geheimnis der Madame Yin" spielt etwas früher, nämlich im Jahr 1877. Aber auch in diesem Krimi geht es um Frauenmorde, bei denen Scotland Yard im Dunkeln tappt. Umso weniger erfreut ist Inspektor Robert Edwards, als er die Detektivin Celeste Summersteen zur Seite gestellt bekommt: Eine Frau und noch dazu Amerikanerin! So stellt sich die Zusammenarbeit auch alles andere als einfach dar.....
Celeste arbeitet bei einer Detektei in Chicago und hat den Auftrag bekommen, ihren Schützling Dorothea Ellingsford, die einige Zeit bei ihrer Tante in den Staaten verbracht hat, wohlbehalten nach London zurückzubringen. Dorothea stammt aus adligen Haus und wurde von ihren Eltern nach Amerika geschickt, weil sie Opium geraucht hatte. Doch der eigentliche Auftrag ist, den Mörder von Dorotheas Freundin Estelle zu finden und abzuklären, ob auch ihr Schützling in Gefahr schwebt, denn Dorothea hat große Angst vor ihrer Rückkehr. Trotzdem schweigt sie beharrlich und so gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Kurze Zeit später wird die Leiche von Madame Yin, der führenden Opiumkönigin des East End's gefunden. Welche Gemeinsamkeiten hat der Mord an einem jungen adeligen Mädchen und einer führenden Unterweltgröße? Das fragen sich auch Edwards und Celeste.....
Der Krimi aus dem viktorianischem Zeitalter ist einerseits düster wie das Cover des Buches, hat aber auch viele humorvolle Dialoge, die sich hauptsächlich aus der nicht wirklich gelungenen Zusammenarbeit der beiden Ermittler ergibt. Edwars ist ein Mann seiner Zeit und akzeptiert eine weibliche Detektivin nicht wirklich. Noch dazu ist Celeste starrköpfig, gewitzt und nutzt auch ihren weiblichen Charme. Sie würde eher in unsere Zeit passen, als ins staubige 19. Jahrhundert. Und so ermitteln sowohl Robert, als auch Celeste viel auf eigene Faust, was sie des Öfteren in äußerst brenzlige Situationen bringt. Denn im viktorianischen London läuft nicht nur ein Frauenmörder herum, sondern es geht ebenso um Machtkämpfe zwischen Verbrecherbanden, die vor Nichts zurückschrecken.
Autor Jürgen Bärbig, der hier unter dem Pseudomyn Nathan Winters schreibt, hat einen eher ruhigen Krimi erschaffen, der trotzallem eine unterschwellige Spannung aufweist. Das viktorianische London wird sehr bildhaft beschrieben. Man wandelt durch dunkle und dreckige Gassen und durch Viertel, die ich auch nicht bei Tageslicht durchqueren möchte. An den typischen Klischees, die man aus dieser historischen Zeit kennt, wird nicht gespart. Durch die parallelen Ermittlungen gibt es zwei Handlungsstränge, bei denen wir einmal Edwars und einmal Celeste folgen. Zum Ende hin führen die beiden Stränge zu einem Ganzen zusammen und halten ein logisches Ende bereit. Bevor es aber zum finalen Countdown kommt, bei dem die Spannungskurve rasant ansteigt, hatte ich leider den Mörder bereits identifiziert.
Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors ist lebendig und dialoglastig. Die bildhaften Beschreibungen des viktorianischen Londons haben mir gut gefallen und auch der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an. Gestört hat mich allerdings, dass der Schreibstil nicht der damaligen Zeit angepasst wurde. Da ich sehr viele historische Romane lese, war mir der Schreibstil viel zu modern für diese Zeitepoche. Mit einer sehr emanzipierten Frau, die eher ins 21. Jahrhundert passen würde, kann ich noch leben, denn diese finden wir sehr oft in historischen Romanen. Doch die Erzählung des Autors hinterließ bei mir immer wieder das Gefühl, als würde ich einen Krimi aus der heutigen Zeit lesen, wären da nicht die typischen historischen Hintergründe und die zur Zeit gebräuchlichen Fortbewegungsmittel gewesen.
Fazit:
Ein historischer Krimi aus dem viktorianischen London mit zwei sehr unterschiedlichen Ermittlern, die ein ungewöhnliches Paar abgeben. Spannend geschrieben, jedoch fand ich den Schreibstil nicht passend für die Zeitepoche.
Vielen Dank an den Pro-Talk Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!
















Liebe Martina,
AntwortenLöschenKrimis aus dem viktorianischen London habe ich auch eine Zeitlang viel gelesen, z. B. von Anne Perry oder Victoria Thompson. Kennst du die Autoren auch?
Die Geschichte hier klingt auch ganz spannend, trotz des nicht passenden Schreibstils. Werde ich mal im Auge behalten. Danke für die interessante Rezi!
Liebe Grüße von Conny :)
Ich hab mich jetzt gar nicht so an dem Schreibstil gestört, weil ich fand, dass er mich gut durch die Geschichte begleitet hat. Ich habe da aber auch gar nicht so genau drauf geachtet, sondern das Geschehen einfach genossen. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, mal wieder ein Buch vom Autor zu lesen. (aber bitte nicht die Fortsetzung..)
AntwortenLöschenHallo Martina,
AntwortenLöschendeinen Kritikpunkt finde ich sehr interessant, kann ihn auch nachvollziehen, obwohl er mich zu dem Zeitpunkt nicht so gestört hat.
Gruß, Daniela