Strandfliederblüten - Gabriella Engelmann




    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (3. April 2017)
    • ISBN-10: 3426520710
    • ISBN-13: 978-3426520710
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur


Knaur Kurzbeschreibung: (gekürzt)
In Julianes Leben überstürzen sich gerade die Ereignisse. Neben einer großen Enttäuschung in Sachen Liebe und dem Verlust ihres Jobs erhält sie überraschend die Nachricht, dass ihre Großmutter Ada, mit der sie nie Kontakt hatte, ihr ein Haus samt zugehörigem Leuchtturm auf der Hallig Fliederoog hinterlassen hat. Einmal dort angekommen, ist Juliane wie verzaubert – von Adas liebevoll eingerichtetem Zuhause, das das ihre werden könnte, von den besonderen Menschen auf der Hallig, von der unvergleichlichen Natur der Nordsee-Küste und von den Ausblicken und Einsichten, die man nur auf einem Leuchtturm erleben kann und von denen Juliane schon als Kind träumte.
Vor allem aber ist sie fasziniert von ihrer Großmutter selbst, die in Briefen, Büchern und in den Erinnerungen ihrer Freunde und Bekannten lebendig wird. Und die für eine Art zu leben stand, die Juliane zunächst ein wenig fremd ist, sie dann aber immer mehr begeistert und dazu animiert, ein achtsames Leben im Einklang mit sich und der Natur zu führen

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Das neue Buch von Gabriele Engelmann entführt den Leser wieder in den hohen Norden Deutschlands...meine Liebelingsgegend für sommerliche Wohlfühlromane.

Leider muss ich sagen, dass für mich "Strandfliederblüten" der bisher schwächste Roman der Autorin ist. Dabei beginnt die Geschichte rund um Juliane sehr spannend, jedoch mit eher negativen Ereignissen. Julianes große Liebe Oliver entpuppt sich als bereits verheiratet, was er ihr tunlichst verschwiegen hat und das Livestyle Magazin, bei dem sie als Ressortleiterin arbeitet, steht kurz vor dem Aus. Da erhält sie die Nachricht, dass ihre Großmutter Ada, die sie zu Lebzeiten nie kennengelernt hat, verstorben ist und Juliane ihr Haus, den dazugehörigen Leuchtturm und ein Bauernhaus auf der Hallig Fliederoog hinterlassen hat. Gespannt macht sie sich auf den Weg, um sich ihr Erbe anzusehen und zu überlegen, ob sie die Erbschaft annehmen soll. Als sie auf der Hallig ankommt, ist sie begeistert von der Atmosphäre und den Menschen, die dort leben. Sie möchte mehr über ihre Großmutter Ada erfahren und wie diese gelebt hat. Außerdem möchtse Juliane wissen, warum ihre Mutter ihr Ada verheimlichte. Juliane richtet sich für kurze Zeit im gemütlichen Häuschen ihrer Großmutter ein und kommt sehr schnell zum Entschluss, dass sie das Erbe annehmen möchte. Auch ihrem Halbbruder Felix gefällt die Idee, nur ihre Mutter Hanne ist alles andere als erfreut. Sie blockt total ab und geht sogar so weit, dass sie Juliane verbietet das Erbe anzunehmen, was in einem großen Streit endet.....

Wie gewohnt entführt uns Gabriella Engelmann wieder in den hohen Norden. Sie hat diesmal für ihren Roman eine fiktiven Hallig, die sie Fliederoog nennt und die in der unmittelbaren Nähe von Föhr und Langeness liegt, als Fixpunkt gewählt. Ausgangspunkt ist aber Hamburg, wo Juliane wohnt. Ihr Halbbruder Felix ist ein richtiger Filou, aber sehr sympathisch, der ihr immer zur Seite steht. Das Verhalten von Hanne, Julianes Mutter, konnte ich nicht ganz nachvollziehen und verstehen. Die Figuren auf Fliederoog sind teilweise sehr liebenswert, aber auch eigenbrötlerisch und brummig. Dass ihre Großmutter Ada eine sehr beliebte Frau auf der Hallig gewesen muss, die sich für andere Menschen eingesetzt hat, findet Juliane sehr schnell heraus. Deswegen ist es ihr unverständlich, warum ihre Mutter Ada damals den Kontakt zu ihrer Enkeltochter untersagt hat. Als Juliane Briefe von ihrer Großmutter findet, die an sie gerichtet sind und geheimnisvolle Ringe mit eingravierten Buchstaben, die ein Geheimnis verbergen, fängt Juliane an nachzuforschen. Nach und nach stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten und auf Menschen, die ihr jegliche Auskunft verweigern...

Die wunderbaren und bildhaften Beschreibungen der Landschaft und dem Leben auf Fliederoog geben dem Roman das gewisse Etwas. Der Schwerpunkt des Romans liegt aber beim Thema Achtsamkeit, der Entschleunigung des Lebens und Selbstfindung. Gabriella Engelmann hat bereits in ihren letzten beiden Romanen eine Prise Esoterik hinzugefügt, die ich erfrischend fand. Hier ist es mir allerdings ein bisschen zu viel geworden.

Wer träumt nicht davon aus seinem stressigen Leben auszubrechen und innezuhalten? Nur leider geht das nicht so einfach, wie es uns in diversen Romann geschildert wird. Das nötige Kapital für solche Träume hat nicht jeder und der Chef wohl selten die Geduld auf den Mitarbeiten monatelang zu warten.  
Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass eine erfolgreiche, auch wenn sie den Job verloren hat, Ressortleiterin eines Magazines, die durch und durch eine Stadtpflanze und ein Workshaolic ist, so plötzlich von 100 auf 0 herunterschaltet und sich auf einer Hallig niederlässt, wo die Bevölkerungsanzahl niedriger ist, als in ihrer Abteilung.Ich lebe selbst in einem kleinen Dorf und könnte mir nicht vorstellen auf einer Hallig zu wohnen. Das romantische Ambiente würde sehr schnell verschwunden sein, wenn man dringend einen Arzt benötigt oder Stunden zum einkaufen braucht, wenn man nicht nur die Grundnahrungsmittel kaufen möchte. Ich stelle mir das ähnlich vor wie auf einem Bergbauernhof hier in Österreich, wo man im Winter schnell mal für Wochen vom Leben abgeschnitten ist. Sicherlich täte etwas Entschleunigung uns allen gut, aber dann bitte peu a peu....

Das soll jedoch nicht der Grund sein, warum ich dreieinhalb Sterne gegeben habe, denn viele Romane zielen auf Entschleunigung und auf Selbstfindung, was ich auch gut finde. Besonders um diese Jahreszeit suche ich selbst nach Bücher, die mir dieses Feeling geben. Jedoch hatte die Geschichte für mich besonders im Mittelteil einige Längen und die eingebaute kleine Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Wer sich aber auf das Thema einlässt, hat hier sicher einen atmosphärischen Roman, der gut unterhält. Vorallem die Bilder im Kopf, die man bei den grandiosen Landschaftsbeschreibungen bekommt, sind einzigartig!

Fazit:
Ein atmosphärischer Roman, der mir ein bisschen zu blauäugig daherkommt. Wer hier ein Auge zudrücken kann, den erwartet jedoch ein liebenswerte Geschichte mit grandiosen Landschaftsbeschreibungen und einen Hauch Esoterik.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Apfelkuchen am Meer - Anne Barns




    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (8. Mai 2017)
    • ISBN-10: 3956497104
    • ISBN-13: 978-3956497100
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur


Mira Kurzbeschreibung:
Der süße Duft des warmen Kuchens, der sich mit dem salzigen des Meeres vermischt, das ist für Merle das Aroma der Ferien ihrer Kindheit – das Aroma der Apfelrosentorte. Seit Generationen wird das geheime Rezept in Merles Familie weitergereicht. Als eine Freundin ihr erzählt, dass sie genau diese Torte in einem Café auf Juist gegessen hat, macht Merle sich spontan auf die Suche nach der Bäckerin. Unweigerlich führt ihr Weg sie zurück auf die Insel, wo noch mehr Geheimnisse verborgen liegen als nur ein Familienrezept.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Hufis großen Stall Challenge

Meine Meinung:
Anne Barns alias Anne Töpfer bzw. Andrea Russo hat hier einen absoluten Wohlfühlroman geschrieben, der uns auf die Insel Juist entführt. Diese wird von der Autorin so bildgewaltig beschrieben, dass ich selbst als Österreicherin, die noch nie in dieser Gegend war, das Gefühl hatte am Strand zu stehen, den Wind in den Haaren zu spüren, während meine Zehen im Sand buddeln. Was wünscht man sich mehr? Genau deswegen lese ich auch soo gerne Sommerromane, die im Norden Deutschlands spielen...
Ebenso bildhaft ist die Beschreibung der Kuchen und Torten, die Merle, unsere Hauptprotagonistin im Café bäckt. Deshalb warne ich schon mal vor, bevor ihr den Roman aufschlägt.....deckt euch gründlich ein und/oder liest nicht mit Hunger im Bauch! Es ist auch ohne eine große Herausforderungen für Menschen wie ich, die Süßes lieben!

Aber nun zum Inhalt: Unsere Hauptprotagonistin Merle ist gelernte Konditorin und steht nun kurz vor ihrem BWL-Abschluss, den sie für die Übernahme der Bäckerei ihres Vaters zusätzlich benötigt. Neben dem Studium gibt sie noch Tortendekorationskurse. Doch die Expansion der Bäckerei  verschlingt zu viel Geld und Merles Vaters geht pleite und ihr Zukunftstraum zerplatzt wie eine Seifenblase. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Frederik scheint eher den Bach runterzugehen...
Als ihr eine Freundin aus dem Tortenkurs von einer ganz besonderen Kreation, einer Apfelrosentorte, erzählt, die sie auf Juist in einem Café gegessen hat, wird Merle hellhörig. Diese Torte ist nämlich ein altes und geheimes Familienrezept und nur innerhalb ihrer Familie bekannt. Beim online recherchieren entdeckt Merle eine freie Praxisstelle als Kellnerin in genau diesem Café und bewirbt sich. Nachdem sie sich endgültig von ihrem Freund Frederik getrennt hat, beschließt sie nach der Zusage den Job in Juist anzunehmen. Anstatt wie geplant als Bedienung zu arbeiten, hilft sie Laura, der Besitzerin des Cafés, in der Konditorei, als dieser der Koch ausfällt und sie Merles Backkünste erkennt. Ihre Tortenkreationen kommen toll an und Merle ist glücklich und fühlt sich wie zuhause. Als Kind war sie mit ihren Eltern öfters aus Juist zu Besuch bei ihrer Oma, die aber später nach Amerika ausgewandert ist, als ihr Mann und ihre ältere Tochter Undine im Meer ertranken. Dieser Vorfall ist auf der Insel noch immer präsent und Merle hofft mehr über ihre Tante Undine zu erfahren. Außerdem ist ihre Großmutter wieder auf die Insel zurückgekehrt. Merle, will sie unbedingt öfters besuchen und dem Geheimnis der Apfelrosentorte auf die Spur zu kommen.....

Die Charaktere sind toll gezeichnet und sympathisch. Vorallem die quirlige Conny, Merles Freundin aus München und auch Agata, die polnische Kollegin im Café, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ebenso liebenswert sind Lara, Merles Chefin und ihre Großmutter Enna. Die Frauen der Insel bilden eine kleine Gemeinschaft und unterstützen sich gegenseitig, wobei man das familiäre Flair durch die Zeilen spürt und man sich einfach wohlfühlen muss. Trotzdem hat die Autorin auch einige ernste Themen in den Wohlfühlroman miteinbezogen, die nachdenklich machen.
Spannend umgesetzt ist vorallem Merles Wunsch mehr über das Unglück zu erfahren, bei dem ihr Großvater und ihre Tante Undine gestorben sind. Die vielen Andeutungen der Inselbewohner lassen Merle keine Ruhe und sie versucht hinter das Geheimnis zu kommen, das die Inselbewohnern anscheinend verschweigen. Bald bekommt man eine Ahnung, dass irgendetwas an den Erzählungen der Gegenwart nicht so ganz stimmen kann. Merles Spurensuche rund um ihre Tante Undine und ihrem Großvater wird spannend erzählt und die Autorin überrascht hier mit einem Thema, das ich nicht erwartet hätte.

Die eingebaute Liebesgeschichte fand ich zu Beginn etwas zu übereilt und klischeehaft, doch fügt sie sich mit der Zeit perfekt in den Roman ein.
 Zum Abschluss und als besonderes Highlight gibt es am Ende des Buches die Rezepte für Apfelbutter und der geheimnisumwobenen Apfelrosentorte.

Schreibstil:
Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo, die auch unter Anne Töpfer schreibt. Ihr Schreibstil ist locker und lässt sich ganz wunderbar lesen. Die Dialoge sind teilweise sehr humorvoll und bei einem Abschnitt, bei dem es um eine Wette geht, hätte ich fast meinen Kaffee ausgespuckt vor lauter Lachen. Man fliegt durch die Seiten und hat das Gefühl selbst Teil der Familie auf Juist zu sein. Die bildhaften Beschreibungen der Insel sorgen für Lokalkolorit und für Fernweh...

Fazit:
Ein zauberhafter Wohlfühlroman, der das besondere Flair der Insel Juist einfängt und den Leser in die Geschichte eintauchen und entspannen lässt. Wer nach einer wundervollen Urlaubslektüre sucht, den kann ich "Apfelkuchen am Meer" empfehlen. Eine Fortsetzung könnte ich mir ebenfalls gut vorstellen....

Vielen Dank an Anne Barns für das Rezensionsexemplar und die tollen Zugaben, sowie den netten Austausch bei der Leserunde bei Lovelybooks


Frisch eingezogen im Mai #2

Hallo meine Bücherwürmer!

Bevor der Mai sich dem Ende neigt, zeige ich euch noch meine
zweite Neuzugängepost 📚 aus diesem Monat. 
Es sind noch immer mehr leichtere und dem Frühling/Sommer angepasste Bücher
bei mir eingezogen, aber demnächst werden auch wieder verstärkt Thriller ankommen.

Hier ein kleiner Überblick:

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Katy Colins
Nächster Halt: Thailand
Lonely Hearts Travel Club
Roman, Liebesroman
Band 1

Georgia Green hat zwar keinen Verlobten mehr, dafür aber einen triftigen Grund, um nun ihrem Fernweh nachzugeben. Nachdem ihre Hochzeit geplatzt ist, verkauft sie ihr Haus, kündigt ihren Job und schnallt sich zum ersten Mal im Leben einen Rucksack um. In Thailand findet sie allerdings statt der erhofften Erkenntnis zunächst nur Mehrbettzimmer, Ungeziefer und extrascharfes Essen – aber auch ein paar unwiderstehliche Reisebegleiter. Und vor allem lernt Georgia, auf wie vielen Wegen das Glück zu erreichen ist.

Das Buch habe ich bei Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen. Locker, leichte Geschichte...aber Thailand! Ich bin schon gespannt und freue mich auf eine Reise in die Ferne
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Matteo Corradini
Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge
Jugendbuch

Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte. 

Den Jugendroman habe ich mir gekauft, da ich ja gerne Literatur dieser Art lese und ich bin schon gespannt, wie der Autor dies in einem Jugendbuch umgesetzt hat.
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Mina Baites
Die silberene Spieldose
Historischer Roman

»Für Paul, in Liebe«, so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Paul und seine Kinder zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun?

Dieses Buch ist mir bei Amazon schon eine Weile aufgefallen und nachdem ich eigentlich nur gute Rezensionen dazu gelesen habe, habe ich es mir gekauft.
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Kathryn Huges
Wünsche, die uns tragen
Roman

Als Beths Sohn Jake dringend eine Spenderniere braucht, bleibt als einziger möglicher Kandidat Beths unbekannter Vater. Die Suche führt in den englischen Küstenort Blackpool: An einem Wochenende im Sommer 1973 wurde durch einen tragischen Unfall ein unbeschreibliches Geheimnis verschleiert. Bis Beth im Nachlass ihrer Mutter auf einen wichtigen Hinweis stößt. All ihre Wünsche und Hoffnungen werden auf die Probe gestellt und das größte Rätsel um ihre Familie ändert ihr Leben für immer – kann Jake am Ende gerettet werden?

Auch dieses Buch hatte ich schon seit geraumer Zeit auf meiner Wunschliste und ist mit in den Warenkorb gehüpft, als ich eingekauft habe
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Anja Goerz
Wenn ich dich hole
Thriller

Wegen eines Unwetters sitzt Bendix Steensen in Heathrow fest. In immer kürzeren Abständen erhält er Anrufe seines neunjährigen Sohnes Lewe, die allmählich panisch klingen: Seit Stunden sind Mama und Oma nun schon fort, am Handy meldet sich niemand, er hat Angst, in dem abgelegenen Haus in Niebüll nicht mehr allein zu sein. Bendix alarmiert die örtliche Polizei. Doch obwohl diese nichts Verdächtiges feststellt, versucht er alles, um auf schnellstem Weg nach Nordfriesland zu kommen. Eine schier endlose Reise, zusätzlich erschwert durch Schnee und Sturm. Derweil haben seine Frau und Mutter einen ganz anderen Kampf zu kämpfen. Und Lewe ist tatsächlich nicht mehr allein..

Diesen Thriller habe beim dtv Verlag angefragt und bekommen.  Irgendwie hatte ich den vorher gar nicht auf den Schirm...
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Ralf Günther
Die Badende von Moritzburg
Novelle

1910. Die junge Clara Schimmelpfenninck wird wegen hysterischer Atemnot ins Dresdner Lahmann-Sanatorium auf dem "Weißen Hirschen" geschickt. Nach sechs Wochen ist sie symptomfrei, aber zu Tode gelangweilt. Da wird sie zu einem Ausflug ins nahe Moritzburg eingeladen.
Im Sommerkleid streift sie durch die herrliche Schilflandschaft. Prompt wird sie von einem Mann mit fein geschnittenem Gesicht und energischer Stimme angesprochen. Ob sie sich nicht zu ihm, Kirchner, und seinen Freunden gesellen möge. Die Männer und Frauen picknicken dort, trinken Wein und arbeiten an ihren Staffeleien – in einer Art und Weise, wie Clara es noch nie erlebt hat. Und so verbringt sie einen unvergesslichen Sommertag in der Künstlerkolonie "Die Brücke".

Dieses kleine Büchlein habe ich ungefragt vom Rowohlt Verlag zugeschickt bekommen. Ehrlich gesagt hatte ich es nicht auf dem Schirm, aber da es in den kommenden Tagen eine Leserunde bei LB dazu gibt, werde ich mich da gleich anhängen
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Stefanie Gerstenberger
Pininesommer
Roman
Band 2

Stella und Nicola fühlen sich seit Kindertagen zueinander hingezogen. Obwohl ihre Familien alles getan haben, um ihre Liebe zu zerstören, ist diese über die Jahre nur noch stärker geworden. Während Stella unbedingt Architektin werden möchte, ist Nicola leidenschaftlicher Apnoetaucher. Tag für Tag steigt er in die gefährlichen Tiefen des blauen Meeres hinab und genießt die Musik der Stille. Die beiden Liebenden träumen von einem selbstbestimmten Leben. Doch dann schlägt das Schicksal völlig unerwartet zu ...

Hier habe ich eine nette Mail vom Diana Verlag bekommen, ob ich das Buch gerne lesen möchte. Ich wollte... Leider habe ich erst danach mitbekommen, dass es sich um den 2. Band zu "Das Sternenboot" handelt.
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Und ganz zum Schluss noch ein Buch, auf das ich sehr lange warten musste!
Die liebe Anne Barns hat mir im Paket zum Buch "Apfelkuchen am Meer" noch Apfelbutter und einige Becher Schmand beigepackt, da es diesen in Österreich nicht gibt. Wir dachten schon, dass jemand anderer die beigepackten Leckerein gut gebrauchen hat können, aber dann kam mein Paket doch noch an.


So, das sind meine letzten Neuzugänge aus dem Mai. Kennt ihr bereits etwas davon? Hat ein Buch eure Neugierde geweckt?


Schwesterherz - Kristina Ohlsson




    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: Limes Verlag (10. April 2017)
    • ISBN-10: 3809026638
    • ISBN-13: 978-3809026631
    • Originaltitel: Lotus Blues
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 1 der Martin Benner Dilogie


Limes Kurzbeschreibung: 
Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …

Meine Bewertung: * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Hufies großen Stall Challenge

Meine Meinung:
Ich bin ein Fan von Kristina Ohlsson's Fredrika Bergmann Reihe. Besonders die letzten beiden Thriller der Autorin "Himmelschlüssel" und "Papierjunge" konnten mich wirklich begeistern. Deshalb freute ich mich schon sehr auf die neue zweiteilige Reihe um Anwalt Martin Benner.

Schon nach den ersten Seiten war ich über den eher simplen, teils groben und vulgären Schreibstil verwundert, den ich eher männlichen Autoren zugestehen würde. Ich kann keine Ähnlichkeit zu ihren anderen Romanen erkennen und fand unheimlich schwer in die Geschichte, die eigentlich einen sehr interessanten Plot zu bieten hat.
Mit dem Besuch von Bobby Tell, dem Bruder der fünffachen Möderin Sara Tell, genannt Sara Texas, ändert sich das Leben von Anwalt Martin Benner schlagartig. Er soll die Unschuld von Sara beweisen und sie posthum freisprechen. Der Clou: Die Angeklagte wurde bereits verurteilt und ist tot. Bobby hat jedoch Beweise, dass sie einen der Morde unmöglich begangen haben kann. Somit ist die unterbewusste Neugier von Benner geweckt und er beginnt nachzuforschen. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Lucy, mit der er trotz Trennung noch immer regelmäßig Sex hat (das muss ich hier erwähnen, da dies im Thriller nicht nur einmal angesprochen wurde....), versucht er zuerst die Morde in Texas nochmals aufzurollen...

Nachdem ich mich fast bis zur Hälfte durchgequält habe, wird die Geschichte ab den Zeitpunkt, wo Martin und Lucy in Texas ankommen, interessanter. Hier gibt es ein paar überraschende Wendungen, die den Fall von einer ganz anderen Seite beleuchten. So blieb ich weiterhin an der Stange, obwohl mich der Thriller  trotzdem nicht wirklich überzeugen konnte.
Martin Benner war Polizist, bevor er in Stockholm Anwalt wurde. Er kümmert sich nach dem Tod seiner Schwester um seine Nichte Belle, konnte aber trotzdem nur wenige Sympathiepunkte bei mir gewinnen. Er vögelt sich durch sämtliche Betten und kommt sich dabei noch unheimlich gut vor. Irgendwie scheint er bei der Damenwelt erfolgreich zu sein udn auch als Anwalt...nur komisch, dass er nur einen einzigen Fall zu bearbeiten hat...

Die Geschichte ist in sechs Teile geteilt. Zu Beginn jedes Teiles steht ein Dialog von Martin Benner mit einem Journalisten. Hier werden die folgenden Ereignisse kurz angesprochen, aber nicht verraten. So soll der Spannungslevel angehoben werden.
Nicht von Vorteil ist, dass der Thriller nicht abgeschlossen ist, sondern man zwangsweise "Bruderlüge" lesen muss, um eine komplette Auflösung zu bekommen. Ich werde Teil 2 nicht mehr lesen, da mir weder der hier praktizierte Schreibstil gefällt, noch die Geschichte mich wirklich überzeugt. Die Autorin werde ich aber trotzdem weiter im Auge behalten, denn ihre andere Reihe finde ich wirklich klasse.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir hier überhaupt nicht. Er ist simpel, teilweise vulgär und konnte mich nicht wirklich fesseln. Er hat nicht wirklich viel Ähnlichkeit mit ihrer anderen Reihe. Ich dachte zuerst, dass es an der Übersetzung liegen könnte, doch auch dieses Buch wurde, wie die Reihe rund um Fredrika Bergman, von Susanne Dahmann übersetzt.

Cover:


Bei Thriller gefällt mir fast immer das deutsche Cover im Vergleich zu anderssprachige Bücher besser, wie auch hier. Die Frau auf der Brücke, passt auch zum Inhalt von Schwesterherz......mehr will aich dazu aber nicht verraten.

Fazit:
Leider konnte mich "Schwesterherz" nicht überzeugen. Der Schreibstil der Autorin, die ich sonst sehr gerne lese, wirkt hier gänzlich anders als in ihrer Fredrika Bergman Reihe. Ich fand erst nach der Hälfte in die Geschichte und werde "Bruderlüge" nicht mehr lesen, obwohl die eigentliche Auflösung des Falles erst im zweiten Band  offengelegt wird - was ich auch nicht gerade positiv finde!

Vielen Dank an den Limes Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Seit du bei mir bist - Nicholas Sparks




    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (27. März 2017)
    • ISBN-10: 3453268776
    • ISBN-13: 978-3453268777
    • Originaltitel: Two by Two
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



Heyne Kurzbeschreibung:
Mit 34 glaubt Russell auf der absoluten Glücksseite des Lebens zu stehen: Er hat eine umwerfende Frau und eine süße kleine Tochter, ein wunderschönes großes Haus und beruflichen Erfolg. Doch dann zerbricht sein Traum binnen kürzester Zeit: In der Ehe zeigen sich deutliche Risse, und eine berufliche Neuorientierung erweist sich als gefährliche Sackgasse. Vollkommen unvermittelt steht er mit einem Mal da, verlassen und arbeitslos, und soll sich allein um die fünfjährige Tochter London kümmern. Zunächst fühlt er sich komplett überfordert, nur langsam schafft er es, sich aus der Krise herauszukämpfen. Dabei hilft ihm auch eine Frau, die er für immer verloren glaubte. Doch dann schlägt das Schicksal erneut zu …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Als großer Nicholas Sparks Fan habe ich mir bei meinen Kurz-Trip nach Manchester letzten Oktober den neuen Roman auf Englisch gekauft - mit dem festen Vorsatz das Buch vor der deutschen Erstveröffentlichung zu lesen. Tja.....wie ist es das so mit den Vorsätzen? Sie sind dazu da, um gebrochen zu werden...ähm! Ich habe es nicht geschafft - shame in me! - und habe mir nun den Roman aus meiner Bücherei mitgenommen, obwohl die englische Ausgabe wirklich nicht schwer zu lesen ist (ich habe parallel dazu reingeschnuppert).

Unüblich für einen Sparks Roman ist der sehr langsame Einstieg, der leider der Geschichte anfangs ziemlich die Spannung nimmt. Jedoch weiß man am Ende, dass die Vorstellung der Charaktere und das Begleiten von Russel durch seinen Alltag einfach dazu gehören muss. Vielleicht hätte der Autor dies etwas abkürzen können....

Das Verfolgen von Russels Alltag und wie seine Ehe langsam auseinander bricht, ist manchmal für den Leser etwas langatmig. Es geht darum, dass Russels Frau Vivian nach ihrer gewollten Elternzeit wieder zu arbeiten beginnt, als Russel sich gerade selbstständig gemacht hat. Nicht gerade ein günstiger Zeitpunkt. Russel hat nun für die fünfjährige London zu sorgen, wobei es anfangs ziemlich chaotisch zugeht. Jede Mutter weiß, wie einfach sich ihre Ehemänner oft den Alltag mit einem Kind vorstellen und total überfordert sind, wenn sie plötzlich diese Aufgabe übernehmen müssen. Genauso ergeht es Russel. Noch dazu ist er gerade im Begriff seine Firma aufzubauen, die eher schlecht als recht anläuft. Das gibt ihm allerdings mehr Zeit für London und zwischen den Beiden entsteht ein tiefes Band, während sich Vivian immer weiter von ihrer Familie entfernt.

Vivian ist eine sehr Ich-bezogene und unsympathische Frau. Nicht weil sie wieder arbeiten gehen möchte, sondern sie behandelt Russel einfach wie einen Abstreifer. Noch dazu hat sie sich längst von ihm entfernt. Sie ändert täglich ihre Meinung, ist intrigant und hinterhältig.
Russel ist ein netter Mann, romantisch und weich...zu weich. Im Umgang mit seiner Tochter ist er liebevoll und geduldig. Er liebt die Harmonie und will jedem alles recht machen. Er denkt viel, doch handelt nicht. Mit der Zeit beginnt man sich zu fragen, ob Russel jemals aufwacht. Als er beginnt sich Gedanken zu machen und Dinge zu hinterfragen, ist es fast zu spät, denn Vivian hat bereits die Scheidung eingereicht und will das Sorgerecht für London.

In diesem Roman begleiten wir eine normale Familie durch ihren Alltag. Hier geht es einfach ums Leben und dass man zwar Pläne machen kann, aber das Leben sich nicht an diese Pläne hält. Wie sagte John Lennon so passend....."Life is what happens, while you are busy making other plans"

Natürlich wird hier auch nicht mit Klischee gespart. Ich mag es nicht sonderlich, wenn Männer, die Kinderbetreuung und Haushalt machen, als Übermänner bezeichnet werden, während Hausfrauen und Mütter für dieselbe Arbeit oft nur belächelt werden. Auch ist eine arbeitende Frau keine Rabenmutter! In Sparks Roman fällt es aber unheimlich schwer Vivian auch nur ein bisschen sympathisch zu finden.
Die Familie wird in diesem Roman großgeschrieben. Der Leser lernt Russels Eltern und seine Schwester Marge kennen, mit der ihm ein ganz besonders Band verbindet. Marge ist unheimlich sympathisch und hat viel, was Russel fehlt: Durchsetzungsvermögen und Spontanität. Die Beiden haben seit ihrer Kindheit eine sehr enge Beziehung. Gut gefunden habe ich, dass der Autor hier das Thema Frauenliebe aufgegriffen hat, denn Marge ist lesbisch. Ihre Lebensgefährtin Liz ist Psychologin und ebenfalls ein wunderbarer Charakter.

Als Sparks Leser hat man das Gefühl, dass die erste Hälfte des Romans eher untypisch für den Autor ist. In einer Rezension habe ich gelesen, dass die Leserin meinte, er hätte hier wohl seine eigene Scheidung verarbeiten müssen. Dem kann ich bedingt zustimmen. Doch die zweite Hälfte hat dann wieder ganz die Handschrift von Nicholas Sparks und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Mit einem Kloß im Hals habe ich den Roman zugeklappt und warte nun sehnsüchtig auf das nächste Buch des Autors.

Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es einen kurzen Rückblick in Russels Vergangenheit. Die Geschichte wird aus seiner Sicht erzählt.

Cover:
Ich LIEBE das englische Cover!!!! Es bezieht sich total auf den Inhalt, denn genau dieses Bild von der kleinen London mit ihren umgeschnallten Engelsflügeln und dem Tanz mit dem Papa wird öfters im Roman erwähnt.....einfach zauberhaft!
Und ich bin froh, dass ich genau dieses Buch in meinem Regal stehen habe.

Fazit:
"Seit du bei mir bist" gehört nicht unbedingt zu Nicholas Sparks besten Büchern und die erste Hälfte gestaltet sich ein bisschen zäh. Doch ab der zweiten Hälfte läuft der Autor wieder zur Höchstform auf und liefert genau das ab, was wir Fans uns von ihm wünschen. Achtung: Taschentücher bereit halten!

Seelendunkel - Rebecca Drake




    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (20. März 2017)
    • ISBN-10: 3442483026
    • ISBN-13: 978-3442483020
    • Originaltitel: Only ever you
    • Genre: Thriller


Goldmann Kurbeschreibung: 
Jill Lassiter ist mit ihrer Tochter Sophia auf dem Spielplatz. Es ist ein heißer Sommernachmittag, Jill ist kurz abgelenkt – und die Dreijährige ist wie vom Erdboden verschluckt. Panik. 40 Minuten lang. Dann ist Sophia plötzlich wieder da. Doch die Szene auf dem Spielplatz war nur die Generalprobe des perfiden Racheplans einer Frau, die nichts mehr zu verlieren hat, weil ihr das Wertvollste in ihrem Leben bereits genommen wurde: ihre Tochter. Nun gibt es für sie nur noch ein Ziel: Die Schuldigen sollen leiden, wie sie gelitten hat. Und als Sophia das nächste Mal verschwindet, taucht sie nicht wieder auf ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Klappentext zu diesem Psychothriller hat mich wahrlich angesprochen und deshalb freute ich mich umso mehr, als ich dieses Buch in meiner Bücherei entdeckt habe. Die Autorin ist mir noch unbekannt und so ging ich gänzlich unvoreingenommen an den Roman heran.

Die Geschichte startet rasant mit dem Verschwinden der 3-jährigen Sophie. Jill Lassiter, die Mutter des Mädchens, hat sie nur kurz aus den Augen gelassen, um einer anderen Frau zu helfen. Nachdem die Polizei gerufen wird, taucht Sophie jedoch wieder auf. Alle sind froh und glücklich, dass das kleine Mädchen wieder gesund und munter zurückgekommen ist, nur ihre Mutter bleibt wachsam. Und trotzdem geschehen in den darauffolgenden Wochen einige ungewöhnliche Dinge im Lassiterhaus: umgeschmissene Blumentöpfe, offene Fenster oder durchwühlte Schränke - Dinge, die man bemerkt, aber eher abtut und an sich selbst zweifelt. Doch es gibt eine Person, die auf Rache sinnt und diese hat bereits eine Möglichkeit gefunden, sich Zutritt zum Haus zu verschaffen....und sie ist geduldig. Drei Monate nach dem ersten Verschwinden liegt die kleine Sophie plötzlich nicht in ihrem Bettchen, als sie ihre Mutter frühmorgens aufwecken möchte. Das ist der Beginn eines Alptraumes.....

Nach diesem dramatischen Einstieg lässt die Spannung allerdings ziemlich nach, jedoch benötigt der Leser diesen Abschnitt, um die Personen näher kennenzulernen. Die Autorin geht dabei besonders auf die Gefühle und Emotionen der Eltern ein und auf die darauffolgenden Spannungen und Schuldzuweisungen. Die sehr einseitige Ermittlung der Polizei, die sich eindeutig auf das Elternpaar fokusiert und die nicht besonders geglückte Pressekonferenz tun das Übrige. Die Lassiters werden auf Schritt und tritt von den Medien verfolgt und von den Menschen in ihrem Umfeld verurteilt. Der Fokus beginnt sich mit der Zeit immer mehr auf Jill zu richten, die durch ihre eher kühl wirkende Art nicht die Herzen der Zuschauer und der Ermittler gewinnt.
Die Emotionen und Gefühle, die vorallem die Mutter durchmachen muss, sind hervorragend und sehr bewegend geschildert. Ehrliche Gefdanken über Erziehung und Ehe, sowie den Schmerz des Verlustes und des Verrates werden so real und intensiv beschrieben, dass mich der Thriller in seinen Bann hielt.
Generell lebt die Geschichte von den unterschwelligen Gefühlen, Vorwürfen, Geheimnissen und Vorurteilen. Die Autorin zeigt auf, wie schnell wir mit einer vorgefertigten Meinung bei der Hand sind und Menschen verurteilen, die wir kaum kennen. Viel zu selten hinterfragen wir Dinge und nehmen sie als gegeben hin.

Obwohl man schon sehr früh weiß, wer hinter der Entführung steckt, (was doch einige Leser sehr gestört hat, wie ich aus einigen Rezensionen herauslesen konnte) erfährt man erst nach und nach die Hintergründe dazu. Und man lernt auch diese Person und ihre Art zu denken besser kennen. Hier hat der Leser den Vorteil, denn die Polizei und die Eltern tappen völlig im Dunkeln.
Ab der Hälfte des Buches beginnt der Spannungsbogen wieder kontinuierlich anzusteigen. Die Autorin hat einige überraschende Wendungen eingebaut, die mich an den Seiten kleben ließen. Mit einem runden Abschluss undeinem schlüssigen Ende klappte ich das Buch zufrieden zu.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, der sich besonders durch die grandios beschrieben Emotionen der Charaktere hervorhebt. In abwechselnden Handlungssträngen, die tief in das Seelenleben der drei Hauptprotagonisten blicken lassen, erleben wir ein Auf und Ab an Gefühlen.

Cover:
Die englischsprachigen Cover sagen mehr über den Inhalt aus, als das deutsche, trotzdem spricht es mich mehr an.
Von den beiden Originalcover (links Taschenbuch, rechts Hardcover) gefällt mir eindeutig das linke Cover besser als das rechte, da es auch für ein anderes Genre passend wäre. Das linke Bild, das durch das Abwenden und "weggehen" von Mutter und Tochter eher mit dem Inhalt zu identifizieren ist, spricht mich hier eindeutig mehr an.

Fazit:
Mir hat dieser Thriller, obwohl man den Täter sehr früh weiß, was auch beabsichtigt ist, sehr gut gefallen. Denn hier spielen vorallen die Emotionen und Geheimnisse, die alle Beteiligten haben, eine große Rolle und lassen die Spannung ansteigen. Einige überraschende Wendungen und ein schlüssiges Ende runden diesen Thriller perfekt ab.


Der Dornengarten - Eva Wahrburg




    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: edition a; Auflage: 1 (1. Oktober 2016)
    • ISBN-10: 3990011804
    • ISBN-13: 978-3990011805
    • Genre: historischer Roman



edition a Kurzbeschreibung:
1824, ein verarmtes Gut im Wald, eine Zeit, in der die Menschen noch an die Vererbung von Schuld und Verdammnis glauben. Eine scheue Frau, die sich für verflucht hält, und ein Mann, der Schwäche verachtet. Ein Kontertanz aus Angst und Anziehung. Die Erbin eines verarmten Gutes muss den von der Kirche entsandten Restaurator Herwegh bei sich aufnehmen. Maria von Eschweih, die von einem Priester sinnesfeindlich und asketisch erzogen wurde, hat gelernt, Männer zu fürchten. Mit Herwegh wird ein Albtraum für sie wahr, denn er stellt sich als zynischer, wollüstiger Gewaltmensch dar. Ein Unfall des Restaurators enthüllt überraschende Seiten seines Wesens, die ihr einen Spiegel ihrer eigenen Irrtümer vorhalten. Doch eine neue Entdeckung stößt sie und Herwegh wieder in die alten Rollen, denn der Griff der Vergangenheit ist allgegenwärtig und nicht alles, das man zu sehen glaubt, existiert auch wirklich.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass mir eine Rezension zu diesem Buch sehr schwer fällt. Die richtigen Worte zu finden und die Aussage dieses Romans wiederzugeben, ist hier wirklich nicht einfach. Ich hatte mir etwas ganz anderes vorgestellt...eine Geschichte, ähnlich den historischen Romanen, die ich bis jetzt gelesen habe und wurde absolut überrascht.

Leider hatte ich zu Beginn einige Schwierigkeiten in das Buch zu finden. Der Schreibstil der Autorin ist besonders, die Geschichte so gänzlich anders, als alles was ich bisher gelesen habe. Doch nach den ersten hundert Seiten bekam ich das Gefühl für die Sprache und die Atmosphäre und habe den Rest in einem Rutsch durchgelesen. Und das ist gar nicht einfach, denn für dieses Buch benötigt man Zeit und Muße!
Für einen Vielleser, wie mich, nicht so einfach ;) Doch für manche Schätze muss man sich diese Zeit nehmen.
Obwohl ich bereits einige christliche Bücher gelesen habe, überraschte mich der religiöse Hintergrund des Romans. Dieser findet sich aber vorallem zu Beginn der Erzählung. Unsere Protagionistin Maria von Eschweih lebt total zurückgezogen auf einem heruntergekommen Gutshof. Als uneheliches Kind wurde sie von den Menschen im Dorf ausgestoßen und nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem strenggläubigen Onkel aufgezogen. Der weltfremde Priester lehrte Maria zwar das Lesen, Schreiben und fremde Sprachen, aber vorallem lebte er ihr seine religiöse Lehre vor, die alles Schöne und Weltliche verbannt. Sie wächst in emotionaler Kälte und Isolation auf. Im Haus regierte alleinig der Gott des Zornes und der Askese und nicht der Gott der Liebe, der vergibt. Als Marias Onkel stirbt ist sie jedoch bereits gefangen in einer Welt, in der es nur Schuld, Sühne und Verdammnis gibt....

Die Anzahl der Figuren ist beschränkt. Die Autorin konzentriert sich auf Maria und später auch auf Herwigh. Durch die Ich-Perspektive der Hauptprotaginistin, erleben wir ihre Gefühle und Gedanken hautnah mit. Diese waren nicht immer für mich verständlich, denn Maria ist in einer düsteren Welt gefangen, in der sie unfreiwilig aufgewachsen ist. Sie hat dieses vorgegebene Weltbild nie in Frage gestellt und sich immer als Sünderin und Verdammte gesehen. Männer sind für sie raue Gesellen, die Frauen nur schänden wollen.
Durch den Restaurator Herwegh kommt erstmals ein nicht gottesfürchtiger Mann auf den Gutshof, dem noch dazu kein guter Ruf voraus eilt. Er soll ein Fresko in der Kapelle restaurieren, das den Fortbestand von Marias Erbe sichern soll. Für vierzig Tage lebt er auf dem Gutshof, gerade so lange bis das Bild wiederhergestellt ist. Maria erstarrt in Furcht vor dem Mann.

Mit Marias Gedanken und Handlungen tat ich mir schwer. Ich konnte vieles nicht nachvollziehen, doch mit der Zeit erfährt man, warum sie sich mit diesen Überlegungen auseindersetzt. Man hofft, dass sie sich aus dieser Welt, die sie gefangen hält, endlich befreien kann. Herwegh macht sie mit den Lehren des Philosophen David Hume bekannt und lernt durch ihn ein völlig neues Weltbild kennen. Doch jahrzehntelange "Gehirnwäsche" lässt sich nicht so schnell verbannen...
Die Atmosphäre ist bedrückend und trostlos. Die Einsamkeit, die von Maria ausgeht, ist spürbar. Nur langsam beginnt sie sich der Außenwelt zu öffnen und ihr Denken zu ändern. Aber auch Herwegh ist ein verschlossener Mann mit Vergangenheit. Hinter seinen rauhen Schale versteckt sich ein guter Mensch, der jedoch die christliche Lehre ablehnt und sich mehr der philosphischen Gedankenwelt eines David Hume zuwendet. Zu dieser Zeit sind jedoch Religion und Wissenschaft nicht wirklich vereinbar.

Die christlichen Werte und die philosophischen Ansichten eines David Hume sind die Eckpfeiler der Geschichte. Die Fragen nach dem "Wer bin ich?" und "Wohin gehe ich?", wie auch der Aspekt, ob sich der Mensch wirklich ändern kann, sind allgegenwärtig. Auch die Vergangenheit spielt eine große Rolle und ebenso Vorurteile gegenüber anderen Menschen. Einordnen lässt sich dieser vielschichtige Roman schwer, da er genreübergreifend ist, aber der Kern ist eindeutig historisch.
Wer hier Romantik sucht, wird sie nicht finden. Wer aber etwas ganz Besonderes lesen will, der ist mit "Der Dornengarten" gut beraten.
Warum trotzdem keine fünf Sterne? Die anfänglichen Startschwierigkeiten waren doch massiv und Marias Gedanken konnte ich nur schwer nachvollziehen. Erst wenn man sich auf die Geschichte einlässt, fühlt man das Besondere dara.


Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig. Er ist der Zeit angepasst, jedoch sprachgewaltig und voller Emotionen. Man spürt Marias Zweifel, ihre Einsamkeit und die Unsicherheit. In sehr poetischen Worten und gänzlich anders, als ich es kenne, erzählt Eva Wahrburg hier eine Geschichte, die noch lange nachhallt. Man muss sich darauf einlassen und falls man, wie ich, anfangs Schwierigkeiten damit hat, nicht zu schnell aufgeben.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Roman, der mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten, gefangen genommen hat. Die Geschichte ist vielschichtig, poetisch und düster. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen können und sich Zeit für den Roman nehmen.



Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und den netten Mailkontakt.

Wer gerne mehr über das Buch erfahren möchte kann das Interview der Autorin bei der histo-Couch nachlesen: https://www.histo-couch.de/interview-mit-eva-wahrburg.html

Neuheiten im Juni

Hallo meine Bücherwürmer!

Der Juni bringt wieder meinen Geldbörse zum glühen und meine Wunschliste zum erzittern.
Es erscheinen einige Fortsetzungen, als auch Romane von Autoren, die ich letztes Jahr neu entdeckt habe. Aber es gibt ebenfalls neue Romane von Autoren, bei denen ich schon auf die nächste Neuerscheinung warte und kein neues Buch auslasse.

Es ist zum Haare raufen, denn eigentlich warten auch noch jede Menge SuB-Bücher auf mich.
Hier zeige ich euch mal eine kleine Übersicht der Bücher, die im Juni erscheinen werden und mir ins Auge gefallen sind:


Ihr seht, der Juni lockt wieder mit einigen Neuerscheinungen.......

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Meine MUST-HAVES für den Juni sind:

Ich liebe Hexengeschichten und deswegen ist mir das Buch von Brunonia (was für ein Vorname!) Barry "Die Frauen von Salem" schon vor einiger Zeit aufgefallen und sofort auf meinen Wunschzettel gelandet. Und ich habe sogar schon das okay vom Bloggerportal und dem btb Verlag bekommen, dass ich den Roman lesen darf......jipee!

Nachdem mich letztes Jahr das Buch von Linda Winterberg "Das Haus der verlorenen Kinder" sehr beeindruckt hat, muss ich auch ihr neuestes Buch "Solange die Hoffnung uns gehört" lesen. Außerdem versteckt sich hinter dem Pseudonym Nicole Speyer, die hier gleich nochmals auftaucht.

Ja, denn auch unter ihrem Namen, den alle Leser von historischen Romanen kennen, kommt im Juni ein neues Buch auf den Markt und zwar "Der Gaukler und die Tänzerin" und das steht ebenfalls auf meiner Must-Have Liste.

Und Jutta Maria Herrmann hat auch wieder einen neuen Thriller "Amnesia" geschrieben. Nach "Hotline" und "Schuld bist Du" muss ich natürlich auch "Amnesia" lesen und habe es auch schon bei Lovelybooks gewonnen. Das Buch ist allerdings noch unterwegs...

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Und dann gibt es noch meine MIGHT HAVES.....



Der neue Roman von Lucy Clarke "Die Bucht, die im Mondlicht versank" steht ebenso auf meiner Möcht-ich-gerne-lesen-Liste, wie der zweite Band der kleinen Bäckerei.

"Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg" von Jenny Colgan ist der Folgeband zu "Die kleine Bäckerei am Strandweg", das eines meiner liebsten Sommerlektüren letztes Jahr war.

Natürlich ist mir auch "Die Stunde unserer Mütter" von Katja Maybach ins Auge gefallen, da es um Frauen im Zweiten Weltkrieg geht und mich das Cover sehr an meine eigene Mutter erinnert.

"Sag kein Wort" von Raphael Montes ist dagegen einfach wegen der Inhaltsangabe auf meinen Wunschzettel gelandet. Ein Stalker, der seine Angebetete entführt...klingt einfach spannend!
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Aaah.....wann soll ich das nur alles lesen????
 Was steht auf eurer Wunschliste für den Juni? Haben wir Gemeinsamkeiten?

 

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