Knaur Kurzbeschreibung: (gekürzt)
In Julianes Leben überstürzen sich gerade die Ereignisse. Neben einer großen Enttäuschung in Sachen Liebe und dem Verlust ihres Jobs erhält sie überraschend die Nachricht, dass ihre Großmutter Ada, mit der sie nie Kontakt hatte, ihr ein Haus samt zugehörigem Leuchtturm auf der Hallig Fliederoog hinterlassen hat. Einmal dort angekommen, ist Juliane wie verzaubert – von Adas liebevoll eingerichtetem Zuhause, das das ihre werden könnte, von den besonderen Menschen auf der Hallig, von der unvergleichlichen Natur der Nordsee-Küste und von den Ausblicken und Einsichten, die man nur auf einem Leuchtturm erleben kann und von denen Juliane schon als Kind träumte.
Vor allem aber ist sie fasziniert von ihrer Großmutter selbst, die in Briefen, Büchern und in den Erinnerungen ihrer Freunde und Bekannten lebendig wird. Und die für eine Art zu leben stand, die Juliane zunächst ein wenig fremd ist, sie dann aber immer mehr begeistert und dazu animiert, ein achtsames Leben im Einklang mit sich und der Natur zu führen
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Knaur Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Das neue Buch von Gabriele Engelmann entführt den Leser wieder in den hohen Norden Deutschlands...meine Liebelingsgegend für sommerliche Wohlfühlromane.
Leider muss ich sagen, dass für mich "Strandfliederblüten" der bisher schwächste Roman der Autorin ist. Dabei beginnt die Geschichte rund um Juliane sehr spannend, jedoch mit eher negativen Ereignissen. Julianes große Liebe Oliver entpuppt sich als bereits verheiratet, was er ihr tunlichst verschwiegen hat und das Livestyle Magazin, bei dem sie als Ressortleiterin arbeitet, steht kurz vor dem Aus. Da erhält sie die Nachricht, dass ihre Großmutter Ada, die sie zu Lebzeiten nie kennengelernt hat, verstorben ist und Juliane ihr Haus, den dazugehörigen Leuchtturm und ein Bauernhaus auf der Hallig Fliederoog hinterlassen hat. Gespannt macht sie sich auf den Weg, um sich ihr Erbe anzusehen und zu überlegen, ob sie die Erbschaft annehmen soll. Als sie auf der Hallig ankommt, ist sie begeistert von der Atmosphäre und den Menschen, die dort leben. Sie möchte mehr über ihre Großmutter Ada erfahren und wie diese gelebt hat. Außerdem möchtse Juliane wissen, warum ihre Mutter ihr Ada verheimlichte. Juliane richtet sich für kurze Zeit im gemütlichen Häuschen ihrer Großmutter ein und kommt sehr schnell zum Entschluss, dass sie das Erbe annehmen möchte. Auch ihrem Halbbruder Felix gefällt die Idee, nur ihre Mutter Hanne ist alles andere als erfreut. Sie blockt total ab und geht sogar so weit, dass sie Juliane verbietet das Erbe anzunehmen, was in einem großen Streit endet.....
Wie gewohnt entführt uns Gabriella Engelmann wieder in den hohen Norden. Sie hat diesmal für ihren Roman eine fiktiven Hallig, die sie Fliederoog nennt und die in der unmittelbaren Nähe von Föhr und Langeness liegt, als Fixpunkt gewählt. Ausgangspunkt ist aber Hamburg, wo Juliane wohnt. Ihr Halbbruder Felix ist ein richtiger Filou, aber sehr sympathisch, der ihr immer zur Seite steht. Das Verhalten von Hanne, Julianes Mutter, konnte ich nicht ganz nachvollziehen und verstehen. Die Figuren auf Fliederoog sind teilweise sehr liebenswert, aber auch eigenbrötlerisch und brummig. Dass ihre Großmutter Ada eine sehr beliebte Frau auf der Hallig gewesen muss, die sich für andere Menschen eingesetzt hat, findet Juliane sehr schnell heraus. Deswegen ist es ihr unverständlich, warum ihre Mutter Ada damals den Kontakt zu ihrer Enkeltochter untersagt hat. Als Juliane Briefe von ihrer Großmutter findet, die an sie gerichtet sind und geheimnisvolle Ringe mit eingravierten Buchstaben, die ein Geheimnis verbergen, fängt Juliane an nachzuforschen. Nach und nach stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten und auf Menschen, die ihr jegliche Auskunft verweigern...
Die wunderbaren und bildhaften Beschreibungen der Landschaft und dem Leben auf Fliederoog geben dem Roman das gewisse Etwas. Der Schwerpunkt des Romans liegt aber beim Thema Achtsamkeit, der Entschleunigung des Lebens und Selbstfindung. Gabriella Engelmann hat bereits in ihren letzten beiden Romanen eine Prise Esoterik hinzugefügt, die ich erfrischend fand. Hier ist es mir allerdings ein bisschen zu viel geworden.
Wer träumt nicht davon aus seinem stressigen Leben auszubrechen und innezuhalten? Nur leider geht das nicht so einfach, wie es uns in diversen Romann geschildert wird. Das nötige Kapital für solche Träume hat nicht jeder und der Chef wohl selten die Geduld auf den Mitarbeiten monatelang zu warten.
Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass eine erfolgreiche, auch wenn sie den Job verloren hat, Ressortleiterin eines Magazines, die durch und durch eine Stadtpflanze und ein Workshaolic ist, so plötzlich von 100 auf 0 herunterschaltet und sich auf einer Hallig niederlässt, wo die Bevölkerungsanzahl niedriger ist, als in ihrer Abteilung.Ich lebe selbst in einem kleinen Dorf und könnte mir nicht vorstellen auf einer Hallig zu wohnen. Das romantische Ambiente würde sehr schnell verschwunden sein, wenn man dringend einen Arzt benötigt oder Stunden zum einkaufen braucht, wenn man nicht nur die Grundnahrungsmittel kaufen möchte. Ich stelle mir das ähnlich vor wie auf einem Bergbauernhof hier in Österreich, wo man im Winter schnell mal für Wochen vom Leben abgeschnitten ist. Sicherlich täte etwas Entschleunigung uns allen gut, aber dann bitte peu a peu....
Das soll jedoch nicht der Grund sein, warum ich dreieinhalb Sterne gegeben habe, denn viele Romane zielen auf Entschleunigung und auf Selbstfindung, was ich auch gut finde. Besonders um diese Jahreszeit suche ich selbst nach Bücher, die mir dieses Feeling geben. Jedoch hatte die Geschichte für mich besonders im Mittelteil einige Längen und die eingebaute kleine Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Wer sich aber auf das Thema einlässt, hat hier sicher einen atmosphärischen Roman, der gut unterhält. Vorallem die Bilder im Kopf, die man bei den grandiosen Landschaftsbeschreibungen bekommt, sind einzigartig!
Fazit:
Ein atmosphärischer Roman, der mir ein bisschen zu blauäugig daherkommt. Wer hier ein Auge zudrücken kann, den erwartet jedoch ein liebenswerte Geschichte mit grandiosen Landschaftsbeschreibungen und einen Hauch Esoterik.
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!
































































