Sommer, Glück und Ringelblumen - Ally Zetterberg

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    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage (20. Februar 2026)
    • Übersetzer: ‎ Vanessa Lamatsch
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499013169
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499013164
    • Originaltitel : ‎ The Second Chance Bus Stop
    • Genre: Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf …
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte – aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Vom Rowohlt Verlag habe ich den neuen Roman von Ally Zetterberg erhalten. Das Setting Schweden hat mich sofort angesprochen. Für mich ist es das erste Buch der Autorin.

Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman etwas zu viel Problematik hineingepackt. Es hat auch etwas gedauert, bis ich in die Geschichte fand.

Edith ist 64 Jahre alt und leidet unter starker Demenz. Jeden Tag macht sie sich auf zur Bushaltestelle Hornton Street in London. Die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, kennen Edith und denken, sie wäre eine Obdachlose. Doch Edith wartet seit 27 Jahren auf ihre große Liebe Sven. Der Schwede ist damals nicht zum vereinten Treffpunkt gekommen und Edith hat ihn bis heute nicht vergessen.
Ihr Sohn Blade betreut seine Mutter seit drei Jahren rund um die Uhr und hat keine Kraft mehr. Trotzdem möchte er Edith nicht in ein Heim geben. Eines Tages macht sie ihm jedoch den Vorschlag ihn zu entlasten, wenn er nach Schweden fahren und Sven suchen würde. Danach würde sie in ein Heim gehen und Blade könnte seinen alten Job wieder aufnehmen. Nach kurzer Recherche und einigen Zweifeln macht sich Blade auf, um Sven zu suchen und seiner Mutter ihren vielleicht letzten Wunsch zu erfüllen....

Sophia hat gemeinsam mit ihren Brüdern den Blumenladen ihres Onkel geerbt. Sie hat fünf Jahre Zeit ihn erfolgreich zu führen, damit sie ihre Brüder auszahlen kann oder sie muss ihn nach dieser Frist verkaufen. Sophia liebt ihre Blumen, kennt alle bei ihren lateinischen Namen und war die Einzige der Familie, die auch darin ihre Zukunft sieht. Die autistische junge Frau hasst Veränderungen und trotzdem muss sie versuchen mit Großaufträgen ihre Erträge zu steigern, um den Blumenladen halten zu können. Deshalb nimmt sie den Auftrag, bei einer Blumenmesse in verschiedenen schwedischen Städten auszustellen, an. Als ihr Auto schon auf dem Weg zur ersten Messe-Location liegen bleibt, sieht sie ihr Vorhaben als gescheitert an. Doch dann hält ein junger Mann mit seinem Wohnmobil neben ihr und bietet ihr eine Lösung an....

Blade hat statt dem gebuchten Fiat 500 einen Camper bei der Autovermietung bekommen, was sich bald als Glücksgriff ergibt. Er trifft auf Sophie, der er zuvor schon in ihrem Laden über den Weg gelaufen ist.
Der einfühlsame junge Mann nimmt Sophia genauso an, wie sie ist. Durch den gemeinsamen Roadtrip lernen sie sich besser kennen und werden Freunde. 
Blade erkennt, dass er die letzten Jahre kein eigenes Leben mehr geführt hat. Er kann Edith zwar beistehen, darf sich selbst aber nicht aufzugeben.
Sophia bekam von ihren Eltern und Brüdern nie Bestätigung - im Gegenteil: Sie wurde immer wieder ausgegrenzt und fühlte sich unverstanden. Die Therapeutin, die ihre Eltern für sie besorgten, damit sie "normal" wird, hat sie zusätzlich traumatisiert. Dabei ist Sophie eine wahnsinnig starke junge Frau, die über sich hinaus wächst.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet. Neben Blade, Sophia und Edith sind Zara, Line und Eliza spannende Nebenfiguren, die mich überzeugen konnten. 
Ally Zetterbergs Roman erzählt von Ängsten und Sorgen, aber auch von Selbstfindung, Familie und den Mut, für sich selbst zu sprechen. Für Sophia ist ihr Blumenladen ihr Safe Space, genauso wie für Edith die Bushaltestelle an der Horton Street.
Für Blade und Sophia ist der Roadtrip quer durch Schweden eine Reise zu sich selbst, die ihr weiteres Leben verändern wird.

Das Thema Demenz wurde sehr feinfühlig behandelt, ebenso Sophias Autismus. Für mich hätte jedoch eine der beiden Krankheiten als Schwerpunkt der Geschichte genügt. Trotzdem ist die Atmosphäre immer hoffnungsvoll und angenehm.  

Fazit:
Ein sehr feinfühliger und ruhiger Roman, von dem ich einen leichten Inhalt erwartet hatte, der aber mit ernsten Themen aufwartet. 


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Liebe Martina

    Das Buch habe ich mir auch schon angesehen, mit Blumenläden und Roadtrips kann man mich nämlich meistens sehr schnell überzeugen ;-) Deine Kritik kann ich nachvollziehen, aber ich werde das Buch weiterhin auf der Wunschliste behalten. Vielleicht begegnet es mir ja mal in einem Bücherschrank oder so.

    Alles Liebe
    Livia

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