Kalte Havel - Tim Pieper



    • Taschenbuch: 240 Seiten
    • Verlag: Emons Verlag (19. Oktober 2016)
    • ISBN-10: 3740800011
    • ISBN-13: 978-3740800017
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Toni Sanftleben


Emons Kurzbeschreibung:
Am Ufer der Havel wird ein junger Mann erschossen, sein bester Freund verschwindet spurlos. Es ist der Sohn einer Potsdamer Staatsanwältin, die viele Feinde hat. Für Hauptkommissar Toni Sanftleben beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Entschlossen ermittelt er in den Beelitzer Heilstätten und an anderen gespenstischen Orten, die dem Verfall preisgegeben sind. Doch die Ruinen sind bewohnt und werden mit allen Mitteln verteidigt …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur  Durch die Jahreszeiten Challenge

Meine Meinung:
"Kalte Havel" ist der zweite Roman rund um Hauptkommissar Toni Sanftleben. Nachdem am Ende des ersten Teils seine Frau Sofie nach sechzehn Jahren gefunden wurde, ließ sich Toni beurlauben. Eine lange Auszeit vom Polizeidienst und ein darauffolgender gemeinsamer Urlaub auf La Gomea sollte die Beziehung wieder aufleben lassen. Doch nun bittet ihn die befreundete Staatsanwältin Caren Winter wieder in den Kriminaldienst einzusteigen und einen Fall zu übernehmen. Ihr Sohn Alexander ist verschwunden, sein linksradikaler Freund Hendrik wurde erschossen aufgefunden. Gemeinsam hatten sie sich zu den Beelitzer Heilstätten aufgemacht, wo sich die Aktivisten regelmäßig treffen.

Auch für Nichtkenner des ersten Bandes lässt sich "Kalte Havel" ohne Probleme lesen, denn der private Hintergrund des Ermittlers steht diemal eher im Hintergrund.

Im Prolog lesen wir, wie Hendrik und Alexander mitten in der Nacht aufbrechen, um jemanden zu treffen. Man erhält bereits einen tiefen Einblick in die Seele von Hendrik, der sich seiner Aufgabe total verschrieben hat. Seine Vorbilder sind tote Aktivisten, die sich gegen die Gesellschaft auflehnen. Er rebelliert gegen Alles und Jeden und hat in Alexander einen jungen Freund und Bewunderer gefunden. Beide kommen aus einem reichen Elternhaus, haben allerdings kaum Unterstützung und Liebe erfahren.

Toni kann sich der Bitte von Staatsanwältin Winter nicht entziehen und kehrt zurück zu seinem Team:  Vorallem Phong, der endlich wieder am Computer recherchieren darf und Gesa, Tonis rechte Hand, freuen sich darüber. Nur sein Chef Kriminalrat Schmitz scheint noch immer eher gegen ihn zu arbeiten. Dieser möchte auch diesen Fall unbedingt lösen und agiert nicht immer sehr hilfreich. Es gibt einige Verdächtige, doch die meiste Zeit tappt Toni im Dunkeln. Es gibt viele Spuren und immer wieder neue überraschende Wendungen. Die Zusammenhänger ahnt man erst spät, der Plot ist gut aufgebaut und die Geschichte rund.

Obwohl das Privatleben von Toni Sanftleben diesmal mehr im Hintergrund steht, dürfen wir trotzdem intensiv an seinen Gedanken und seiner Gefühlswelt teilhaben. Die Beziehung zu Sofie läuft nicht ganz so, wie er sich das vorgestellt hat und auch Sohn Aaaron ist flügge geworden. Er fühlt sich einsam und als trockener Alkoholiker steht er auch immer wieder vor Versuchungen.
Auch während der Ermittlerarbeit schauen wir Toni die meiste Zeit über die Schulter und rätseln mit ihm mit. Während ich einige Charaktere fast zu wenige beachtet fand, wie Hendriks Eltern, steht Caren Winter diesmal sehr im Fokus.

Tim Pieper hat hier neben dem üblichen Kriminalroman wieder jede Menge Geschichte und viel Lokalkolorit einfließen lassen. Als Österreicherin ist mir sowohl die Gegend unbekannt, noch wusste ich um die Beelitzer Heilstätte und den Bezug zu Hitler und der Olympiade 1936 (dabei habe ich vor noch gar nicht so langer Zeit auch das Sachbuch "Berlin 1936 - 16 Tage im August" von Oliver Hilmes gelesen).  Diese geschichtsträchtigen und teilweise mystischen Orte hat uns der Autor in der Leserunde vorgestellt und sind auch im Roman hervorragend beschrieben.

Schreibstil:
Wie schon im ersten Teil ist der Schreibstil des Autors gewohnt flüssig und sehr bildhaft. Die Kapitel sind kurz gehalten, die Charaktere wunderbar lebendig und sehr facettenreich dargestellt.
Es gibt zwei bzw. drei Erzählstränge, wobei der Teil rund um Toni und die Ermittlungen im Vordergrund stehen. Diese werden in der dritten Person, aber aus seiner Sicht erzählt. In einigen Rückblenden lesen wir in einem zweiten Erzählstrang über Hendriks Vergangenheit. Aber es gibt auch kurze Kapitel dazwischen, die aus der Sicht des Mörders erzählen.

Fazit:
Für mich war "Kalte Havel" noch einen Tick besser als Toni Sanftslbens erster Fall "Dunkle Havel". Spannung, überraschende Wendungen und sehr interessante Schauplätze runden diesen Krimi ab und lassen mich zufrieden zurück. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall!

Vielen Dank an Tim Pieper und dem Emons Verlag für das Rezensionsexemplar! Danke auch für die spannende und informelle Leserunde bei Lovelybooks!



3 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    deine Rezi liest sich gut, das Buch hatte ich bei der Ankündigung der Leserunde im Auge, dann aber so viele aktuelle Bücher zu lesen, dass ich mich nicht beworben habe. Jetzt bereue ich es! :-)

    Liebe Grüße
    Barbara

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  2. Beim dem Titel wird mir schon kalt. Gerade hat es hier das erste Mal geschneit. Ich glaube, das Buch ist nichts für mich im Winter. :D

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