- Taschenbuch: 464 Seiten
- Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (12. August 2016)
- ISBN-10: 3404174003
- ISBN-13: 978-3404174003
- Originaltitel: The Murder Bag
- Genre: Thriller
- Reihe: ja - Band 1 - Detective Max Wolfes erster Fall
Bastei Lübbe Kurzbeschreibung:
Vor zwanzig Jahren trafen sieben Jungen in der elitären Privatschule Potter’s Field aufeinander und wurden Freunde. Nun sterben sie, einer nach dem anderen, auf unvorstellbar grausame Art. Das ruft Detective Constable Max Wolfe auf den Plan: Koffeinjunkie, Hundeliebhaber, alleinerziehender Vater. Und der Albtraum jedes Mörders. Max folgt der blutigen Fährte des Killers von Londons Hinterhöfen und hell erleuchteten Straßen bis in die dunkelsten Winkel des Internets. Stück für Stück kommt er dem Täter näher – ohne zu bemerken, dass er längst nicht mehr der Jäger, sondern der Gejagte ist ...
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Der Autor Tony Parsons war mir noch nicht bekannt und so begann ich relativ unvoreingenommen in den ersten Band der Reihe rund um Detective Max Wolfes reinzulesen. Schon der Prolog ließ mich sofort in die Geschichte eintauchen. Die düstere Atmosphäre rund um ein junges Mädchen, das von einer Gruppe Jugendlicher gefangen gehalten und missbraucht wird, hat mich gepackt und entsetzt die Luft anhalten lassen.
20 Jahre nach diesem Vorfall lernen wir den Ermittler Max Wolfe kennen. Er ist neu im Dezernat Mord und Schwerverbrechen und hat es gleich zu Beginn mit einet grausamen Tat zu tun. Hugo Buck, einem reichen Investmentbanker, wurde die Kehle so brutal aufgeschlitzt, dass er fast geköpft wurde. Als ein zweiter Mord auf diese Weise passiert, führt die Spur zu Potter's Field, einer elitären Privatschule. Beide Opfer waren dort Schüler und gehörten derselben Clique an.
Der Plot ist nicht unbedingt neu. Ähnliches habe ich gereits bei Jussi Adler-Olsen gelesen oder im filmischen Bereich bei "The Riot Club" gesehen. So hatte ich schon bald eine Ahnung in welche Richtung der Thriller gehen wird, jedoch konnte mich der Autor doch noch einige Male überraschen. Trotzdem blieb die Frage "Wer war es?" immer in meinem Kopf und diese wurde auch erst ganz zum Schluss aufgelöst. Als Leser hat man schon einige Querverbindungen herausgefunden, doch die Polizei tappt noch längere Zeit völlig im Dunkeln. Die Ermittlungen laufen zäh für die Einsatzgruppe rund um Max, der als Einziger in die richtige Richtung zu denken scheint. Die beiden Toten bleiben aber nicht die Einzigen und als ein dritter Mann aus der ehemaligen Clique stirbt, gerät der Rest in Panik.
Der Spannungsbogen bleibt hoch und ich konnte den Thriller kaum aus der Hand legen. Jedoch weist die Geschichte in der Mitte ein paar Längen auf. Zum Finale hin wird es wieder spannend und die Auflösung offenbart erst am Schluß die wahren Hintergründe.
Max Wolfe als Detective gefällt mir sehr gut. Hier ermittelt endlich kein kaputter, geschiedener Alkoholiker, auch wenn er trotzdem ein schweres Päckchen mit sich herumträgt. Als überforderter Alleinerzieher seiner fünfjährigen Tochter Scout und dem gemeinsamen - nicht zimmerreinen - Hund Stan, findet man sofort Bezug zu diesem Mann. Er ist sympathisch und versucht, wie viele Frauen, einen Spagat zwischen Beruf und Privatleben und diese Sorgen und Nöte des Detectives teilt der Autor dem Leser auch mit. Man versteht seine Gefühle und ich denke jede berufstätige Frau kennt das Gefühl nirgends 100% geben zu können. Der liebevolle Umgang mit Tochter Scout und ein Detective als Hundeherrchen fand ich wirklich gelungen, macht ihn menschlich und hat wieder etwas Normalität nach einem brutalen Mord in die Geschichte gebracht.
Für mich war der Auftakt dieser Thriller-Reihe gelungen, auch wenn noch Luft nach oben bleibt. Da es das Debüt des Autoren ist, bin ich vorallem vom Schreibstil begeistert. Für mich war die Geschichte ein Pageturner und ich werde sicherlich auch die weiteren Bände der Reihe lesen.
Schreibstil:
Den Schreibstil von Tony Parsons fand ich angenehm und sehr gut lesbar. Der Autor versteht Szenen so zu umschreiben, dass man genau weiß, was passiert, die brutalen Worte aber nicht in den Mund nimmt. Es klingt fast etwas poetisch, was eigentlich zu einem Thriller nicht richtig passen will, sich aber wirklich gut lesen lässt, wie etwa diese Beschreibung einer krebskranken Frau:
"Sie bewegte sich mit der sorgfältigen Bedächtigkeit eines Menschen, den sein Körper hintergangen hat." - Seite 90 -
Die Geschichte wird aus der Sicht von Max in der Ich-Form erzählt. Auch der britische Humor kommt manchmal durch, was mir sehr gut gefällt.
Cover:
Das englische Originalcover ist genauso düster, wie das deutsche. Es hat allerdings die typischen Einheitsfarben eines Thrillercovers: schwarz-weiß-rot.
Trotzdem finde ich es nicht schlechter, als das deutsche Cover und kann mich auch nicht entscheiden, welches ich schlussendlich besser finde. Die deutschsprachigen Bücher werden mit ähnlichen Covern weitergeführt. Somit sieht man auf einem Blick, dass es sich um eine Reihe handelt.
Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer Thrillerreihe, die ich weiter verfolgen werde. Ein sympathischer Ermittler und ein spannender Plot konnten mich überzeugen, auch wenn noch etwas Luft nach oben bleibt. Band 2 werde ich mir demnächt aus der Bücherei holen.

















Liebe Martina,
AntwortenLöschendas klingt ja echt ganz gut. Ich mag es auch total, wenn auch das Privatleben der Ermittler mit in die Geschichte einfließen. Vor allem, wenn er auch noch einen Hund hat ;)
Packe mir das gleich mal auf meine Wunschliste.
LG,
Enni
Ich finde es immer ganz toll, wenn man eben nicht diese klassischen Detectives ausgräbt. Da kann ich das Buch eigentlich gleich zur Seite legen. :D Klingt nach einem spannenden Buch. Ich stecke aber in zu vielen Thrillerreihen, in denen ich grad nicht weiterlese. :D
AntwortenLöschenHuhu!
AntwortenLöschenDas Buch werde ich mir mal merken! Und ich finde das deutsche Cover weitaus ansprechender ;)
Liebe Grüße!