Das Café der kleinen Wunder - Nicolas Barreau





    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (17. September 2016)
    • ISBN-10: 3851793684
    • ISBN-13: 978-3851793680
    • Genre: Roman, Liebesroman



Thiele Kurzbeschreibung:
Eleonore Delacourt ist 25, mag alte Bücher, liebt die Langsamkeit, misstraut schönen Männern, ist heimlich in ihren Philosophieprofessor verliebt, glaubt an Zeichen und würde niemals, nie und unter keinen Umständen ein Flugzeug besteigen. Und leider ist Nelly, wie sie sich selbst nur nennt, nicht so beherzt wie die geliebte Großmutter aus dem bretonischen Finisterre, die ihr einen alten Granatring hinterlassen hat, in dem AMOR VINCIT OMNIA steht. Auf jeden Fall ist Nelly nicht der Typ, der an einem kalten Januarmorgen alle Ersparnisse abhebt, eine rote Handtasche kauft, das winterliche Paris verlässt und einfach so mit dem Zug davonfährt – nach Venedig.

Meine Bewertung: * * * uneinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wer die Bücher von Nicolas Barreau kennt, der weiß, was ihn erwarten wird. So ist das auch bei "Das Café der kleinen Wunder" der Fall, auch wenn dieser Roman doch einige kleine Schwächen gegenüber "Das Lächeln der Frauen" oder "Paris ist immer eine gute Idee" aufweist.

Dies beginnt bereits bei unserer Protagonistin Nelly, die für mich als junge Frau anfangs nicht authentisch genug war. Barreau hat zwar immer etwas verträumte und eigenwilligere Charaketere in seinen Romanen, die man einfach lieben muss, aber Nelly war auf der einen Seite zu kindisch und auf der anderen Seite wie eine alte Frau. Dabei ist sie 25, hat furchtbare Flugangst, liebt die Langsamkeit und ist total verliebt in ihren Professor. Sie himmelt diesen heimlich an, wie eine Vierzehnjährige. Dieser schätzt sie zwar, aber weiß nichts von ihrer Schwärmerei. An dem Tag, an dem sie ihre Gefühle endlich offenbaren möchte, erfährt sie, dass er sich mit einer Kollegin verlobt hat und nach Bologna ziehen wird. Für Nelly bricht eine Welt zusammen. Sie verschanzt sich in ihrer Wohnung und entrümpelt eine alte Kiste mit Büchern ihrer geliebten Großmutter. Dabei findet sie einen Roman mit einer geheimnisvollen Inschrift: AMOR VINCIT OMNIA - Die Liebe besiegt alles.
Genau denselben Satz, der auf dem Ring steht, den ihr ihre Nonna geschenkt hat. In ihrer Verzweiflung handelt sie zum ersten Mal in ihrem Leben spontan und geht den Spuren ihrer Großmutter nach.  Sie kauft sich ein Zugticket nach Venedig, der Stadt aus dem der Autor des Buches kommt. Und weil sie ihr Leben ändern möchte, kommt auch gleich die neue rote Handtasche, die sie schon monatelang in einem Schaufenster bewundert hat, mit. Etwas naiv denkt sie, dass es im winterlichen Venedig wärmer als in Paris sei, da es doch südlicher liegt, doch auch die Lagunenstadt erwartet sie mit Regen und Wolken. Es ist düster und grau und dann verliert Nelly auch noch ihre neue rote Handtasche....

Die Nelly aus Paris war für mich sehr realitätsfremd und "alt". Sie lebte ein Leben wie eine alte einsame Frau (und ich bin auch nicht mehr jung, aber mein Leben sieht doch ganz anders aus) und war aber auf der anderen Seite naiv wie ein Teenager. Ich konnte mich so überhaupt nicht in Nelly hineinversetzen. Erst als sie den amerkanischen StraßenmusikerSsean kennenlernt und das geheimnisvolle Buch entdeckt, wird sie etwas lebhafter. Und als sie dann selbstständig nach Venedig fährt, wundert man sich plötzlich über die "neue Nelly", die über ihren Schatten springt. Als sie ihre Handtasche verliert und dadurch den attraktiven Valentino kennenlernt, ist eigentlich der Fortgang der Geschichte klar.
Normalerweise gelingt es dem Autor oder wer immer hinter dem Pseudonym steckt, mich mit seinen zwar weniger anspruchsvollen, aber trotzdem zu Herzen gehenden Romanen zu berühren und in der Geschichte zu versinken. Doch diesmal hat mich die kleine Liebesgeschichte kaum ergriffen und auch das Geheimnis, deswegen Nelly eigentlich nach Venedig gereist ist, wird erst kurz vor dem Ende aufgelöst. Es verliert sich als Nebensächlichkeit, um plötzlich auf den letzten Seiten wieder im Mittelpunkt zu stehen.

Gefallen haben mir die wundervollen und bildhaften Beschreibungen der Lagunenstadt. Die kleinen Gässchen und der Flair von Venedig (auch wenn ich KEIN Fan der Stadt bin!), die typischen italienischen Zwischenfälle und die Lebensweise. Das gefiel mir schon in allen anderen Romanen, wobei sich dort aber alles um Paris dreht. Der Szenenwechsel nach Venedig hat mir gut gefallen, denn der Rest des Plots ist ziemlich ähnlich wie in den anderen Romanen von Nicoals Barreau. 

Schreibstil:
Wer Barreau kennt, der weiß, was er bekommt....und liebt dies auch. Der Schreibstil ist flüssig und emotional. Die überraschenden Wendungen werden erwartet und eine kleine Vorsehrbarkeit ist auch erwünscht. Vorallem erzählt er sehr bildhaft über eine Stadt, dessen Gerüche und Geschmäcker.....man fühlt und riecht und lebt in seinen Büchern einfach mit. Auch die Romantik kommt nie zu kurz.

Fazit:
Wieder eine nette Geschichte des Autors, jedoch eines der schwächeren Bücher aus seiner Feder. Leider konnte mich diesmal auch die Protagonistin und die Liebesgeschichte nicht richtig "abholen". Nur die wunderbare Atmosphäre konnte wieder voll punkten.

Vielen Dank an den Theile Verlag und an Lovelybooks für das Buch und die nette Leserunde!

2 Kommentare:

  1. Das klingt mir doch ein bisschen zu naiv. Ich mag es ja grau und düster in Büchern, aber das ist sicher eher nicht mein Fall.

    AntwortenLöschen
  2. Ich mag die Bücher von Barreau sehr gerne und habe seine anderen Romane mit Genuss gelesen. leider klingt deine Rezension so gar nicht nach dem Barreau, den ich so mag.
    Aber auch ein Barreau darf ja mal daneben liegen...:/
    Ganz liebe Grüße,
    Sophie von Buchstabenmagie

    AntwortenLöschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos