Beijing Baby - Volker Häring




    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: Conbook Medien; Auflage: 1 (1. Juni 2016)
    • ISBN-10: 3958891004
    • ISBN-13: 978-3958891005
    • Genre: Krimi

Conbooks Kurzbeschreibung:
Die junge Kommissarin Xiang wurde gerade erst nach Peking versetzt, als sie schon mitten in einem Fall mit höchster politischer Brisanz steckt. Eine bildhübsche Schauspielstudentin liegt tot im Innenhof des Pekinger Theaterinstituts – und sie scheint Beziehungen zu hochrangigen Politikern gehabt zu haben. Xiang Xia nimmt die Ermittlungen auf und schnell wird klar, dass die Spur ins Rotlichtmilieu führt. Doch die Kommissarin scheint gegen Windmühlen zu kämpfen. Und auch ihr altgedienter Kollege Inspektor Wang, dem das traditionelle Leben in den Pekinger Hutongs über alles geht, ist zunächst keine große Unterstützung.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Aus der Länderkrimi-Reihe von Conbook Medien habe ich bereits "Hanoi Hospital" von  David Frogier de Ponlevoy (meine Rezi *hier*) gelesen und fand das Buch sehr, sehr interessant! Man erfährt vieles aus Vietnam, das einem sonst, wenn man das Land nicht besucht hat, auf alle Fälle verborgen bleibt. Auch "Bejing Baby" lässt den Leser tief in die chinesische Seele blicken und hatte so manche Überraschung parat!

Volker Häring lebt seit Jahren immer wieder einige Zeit in China und blickt so gekonnt hinter die Kulissen. Peking, eine Stadt der Kontraste - gefangen zwischen der Tradition und Fortschritt.
Dieses Bild zeigt uns der Autor immer wieder auf den 320 Seiten. So gestalten sich teilweise auch die Ermittlungen schwer, als die junge Studentin Xiang Fang tot im Hof des Pekinger Theaterinstituts liegt. Was zuerst wie ein Selbstmord aussieht, wird jedoch bald als Mordfall eingestuft. Für den Fall wird dem bereits von der Rente träumenden Inspektor Wang die junge und ehrgeizige Kommissarin Xiang Xia zur Seite gestellt. Bald entdeckt sie, dass einer der Verdächtigen ein hochrangiges KP-Mitglied ist. Außerdem dürfte auch Xiang Fang nicht nur die fleißige und hübsche Studentin gewesen sein, die sie nach außen hin darstellte, sondern sie führte ebenso ein sehr interessantes Doppelleben.

Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein. Wang ist ein grantelnder Eigenbrötler, der sich auf der einen Seite nach seiner Rente sehnt, aber auf der anderen Seite mit Grauen an seine kleine Wohnung denkt, wo er zusammen mit seiner Frau den letzten Lebensabschnitt verbringen soll. Xiang Xia ist hingegen hochmotiviert und wurde gerade erst nach Peking versetzt. Ihre Karrieremöglichkeiten sind hoch.... Doch schon bald kommt ihr der deutsche Student Philipp in die Quere, der ihr Liebesleben durcheinander bringt und ihre Schnüffeleien im Pekinger Nachtleben kommen bei der Partei nicht wirklich gut an.

Der Krimi lebt vorallem durch die fundierten Hintergrundinformationen des Autors und die fremdländische Kultur, in die er den Leser entführt. Moral und Gerechtigkeit sind hier ein Fremdwort. Mit der gewollt derben Sprache zeigt uns Volker Häring ein ziemlich verkommenes Sittenbild der Stadt. Sex und Korruption sind an der Tagesordnung. Doch nicht nur die negative Seiten der alten Stadt werden hier beschrieben, sondern es wird auch vonTraditionen erzählt und der Hoffnung ein besseres Leben zu führen. Hungrig sollte man ebenfalls nicht sein, denn hier wird pausenlos gegessen und auch wenn vieles für uns fremdländisch ist, läuft einem unwillkürlich das Wasser im Mund zusammen.

Leider hielt sich aber die Spannung in Grenzen. Die Ermittlungen ziehen sich durch zahlreiche Dialoge und Verhöre und auch das Ende ist nicht wirklich überraschend, sondern mindert für mich den kriminalistischen Touch noch mehr. Das finde ich sehr schade, denn ich hatte mir hier einen spannenden Krimi erwartet. So empfinde ich die Geschichte eher als Roman, der die chinesische Gesellschaft widerspiegelt, wo wir zufällig zwei Kommissare begleiten.....

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, teilweise sehr detailgetreu und auch etwas derb. Der Autor versteht es hervorragend uns die für uns fremde und exotische Kultur näher zu bringen. Nicht umsonst schreibt er auch China- und Asien-Reiseführer. Die Kapitel in diesem Roman, der aus vier Teilen besteht, sind eher kurz gehalten und haben sehr interessante Überschriften (z. Bsp. "Dicke Luft", "Schattenboxen", "Nudelgericht"....) Alle beziehen sich eindeutig auf China bzw. Beijing.

Fazit:
Für mich als Krimi- und Thrillerleser beinhaltet dieses Buch leider viel zu wenig Spannung! Es gibt eher einmalige Einblicke in die Kultur Chinas und lässt uns hinter die Kulissen blicken. Wer mehr über Peking erfahren möchte, muss hier einfach zugreifen, denn so fundierte Einblicke erhält man selten. Wer allerdings einen spannenden Krimi lesen möchte, könnte - wie ich - enttäuscht werden.


Vielen Dank an Conbook Medien für das Rezensionsexemplar, an Lovelybooks für die Leserunde und vorallem dem Autor, für die tolle Begleitung bei der Leserunde.

8 Kommentare:

  1. Hach, ich bin einfach kein Fan von derber Sprache. Wenn dann noch Spannung fehlt, lasse ich da lieber die Finger von.

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  2. Hach, das Gefühl kenne ich - mir geht es in letzter Zeit immer öfter so, dass ich die geballte Spannung in Krimis vermisse...

    Aber ein Ausflug nach China ist ja auch nicht schlecht! :)
    LG, Nana

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    1. Bei Thriller und Krimis bin ich sehr pingelig geworden....
      Aber du hast recht mit dem Ausflug, denn da gab es wirklich viel Neues über China zu erfahren.
      LG Martina

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  3. Hallo Martina,

    deine Rezension lässt mich jetzt doch zögern. Wenn es so an Spannung mangelt, weiß ich nicht, ob ich es unbedingt lesen muss. Aber diese Hintergrundinformationen zu China und der Gesellschaft finde ich doch wieder interessant. Jedenfalls, deine Rezension hat mir einen guten Einblick gegeben. Danke!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Wenn du möchtest könnten wir Bücher tauschen: ich schicke dir Bejing Baby und was kannst du anbieten? ;) Innerhalb Österreichs kann man es sich ja noch leisten ein Buch zu tauschen...
      LG Martina

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    2. Magst du "Schattwald" haben? Ich wäre am Donnerstag in Wien, da könnte ich einen Zwischenstopp in St.Pölten einlegen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    3. Oh ja!!!! =) Wann bist du in St.Pölten? schreib mir auf stamplover@gmx.at! Danke!!

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  4. Huhu,
    interessant. Das Buch hatte ich noch gar nicht gesehen. Ich habe vor 2 Jahren mal 2 dieser Länder Krimis vom Conbook Verlag gelesen: einen Japan und einen Indien Krimi. Als Krimi konnte mich es jetzt von der Spannung auch nicht so mega überzeugen, aber ich fand die trotzdem wegen den Kultureinblicken ganz interessant und eben mal was anderes.
    Vielleicht hol ich mir diesen auch mal.

    Viele Grüße, Julia

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