Im fahlen Licht des Mondes - Kerstin Groeper


Traumfänger Verlag Kurzbeschreibung: (gekürzt!)
Winter 1876. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss und den Sieg über General Custer, haben sich die Cheyenne wie gewohnt in ihre Winterlager zurückgezogen. Auch Moekaé, eine junge Frau, freut sich auf die Ruhe des Winters. Als eines Morgens Kugeln in ihr Tipi schlagen, beginnt für sie eine verzweifelte Flucht. Nach schweren Kämpfen werden die Cheyenne schließlich gestellt und ins Indianer-Territorium deportiert. Dort siechen die Menschen unter schrecklichen Bedingungen dahin.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei der Leserunde auf Lovelybooks durfte ich den wunderbaren Roman von Kerstin Groeper, erschienen im Traumfängerverlag, mitlesen.
Die Autorin befasst sich seit Jahren mit der Kultur der Indianer und spricht selbst Lakota. Dies bemerkt man in ihrem Buch "Im fahlen Licht des Mondes" um die junge Cheyenne Moekaé.
Ihr Stamm wird, nachdem sie sich für den Winter vorbereitet haben, brutalst überfallen. Gemeinsam mit ihrem Mann Heskovetse flieht sie nur mit ihrem Kleid am Leib in die naheliegenden Wälder. Der bitterkalte Winter fordert schon zu Beginn viele Todesopfer. Nur wenige Cheyenne überleben und machen sich auf dem Weg zu den befreundeten Lakotas. Doch die Indianer sind nirgends mehr sicher, denn die Spirale der Gewalt zieht sich durch das ganze Land, welches die Weißen besiedeln möchten. Die wenigen, die die Flucht überleben, kommen ins Fort Robinson. Doch dort sind die Lebensmittel knapp und die Krankheiten der Weißen raffen besonders die Kinder und Schwachen dahin. Die Indianer werden wie Vieh gehalten und eingesperrt. Schon bald beginnen die ersten jungen Männer zu fliehen. Sie suchen nach Nahrung und einem neuen Lebensraum....den es für sie nicht mehr zu geben scheint....

Kerstin Groeper zeigt in ihrem Roman die systematische Ausrottung der Urweinwohner Amerikas auf. Mit der Geschichte rund um Moekaé verfolgt der Leser die Ereignisse der damaligen Zeit. Sie beschönigt hier nichts und beschreibt manchmal in einem eher sachlichen Schreibstil die Vorkommnisse. Im Gegenzug sind die bildhaften Beschreibungen der Landschaft, der Rituale der Indianer und ihre besondere Lebensweise im Einklang mit der Natur ganz wunderbar geschildert. Ebenso gibt sie die Gedankenwelt der Cheyenne realistisch wieder und man fühlt sich in der Geschichte richtig hineingesogen.
Die Autorin betreibt hier jedoch keine schwarz-weiß Malerei. Die Spirale der Gewalt dreht sich auf beiden Seiten. In den jungen Indianern, die das Kämpfen gewöhnt sind, beginnt der Hass auf die Soldaten zu schwelen und sie sinnen auf Rache. So beginnt ein Teil von ihnen ebenso Frauen und Kinder zu überfallen, die laut Indianerkodex tabu sind, und gleichen sich den weißen Männern an. Doch der Rest der Indianer sucht den Frieden. Dies gestaltet sich aber gar nicht so einfach, denn die Soldaten und auch die meisten weißen Siedler sehen in ihnen keine Menschen und folgen nur blind den Anweisungen der Regierung. Diese will das Land der Indianer für ihre Zwecke nutzen und die eigentlichen Ureinwohner sollen die Lebensart des weißen Mannes annehmen...was nicht gut gehen kann.

Mit Moekaé erleben wir unendliches Leid, aber treffen auch auf eine weiße Farmerfamilie, die sie vor dem Tode rettet. Es war wunderschön zu lesen, wie die weißen Siedler, die unweit des Indianer Territoriums ihren Grund und Boden von der Regierung gekauft haben, von Moekaé verschiedene Indianerlebensarten annehmen. Sie versuchen voneinander lernen und in Frieden zu leben, wobei die Autorin die beiden Glaubensvorstellungen des öfteren vergleicht und Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden. Gleichzeitig wird aber auch verdeutlich, wie Vorurteile zu Hass und Ablehnung führen können.

Schreibstil:
Wie schon oben beschrieben, versteht es Katrin Groper hervorragend uns die Gedankenwelt der Indianer näher zu bringen. Die bildhaften und lebensnahen Beschreibungen der Rituale und die Erzählungen, die Moekaé versucht an ihre Kinder weiterzugeben, werden großartig geschildert und als Leser lebt man ganz einfach in diesem Buch mit.
Durch den großen Part der Vertreibung und Flucht von Moekaé.....ein Ereignis, welches wir auch heute wieder vor Augen haben, ist die Atmosphäre des Romans anfangs etwas bedrückend. Doch im Laufe der Geschichte gibt es auch viel zum schmunzeln und lachen. Der Roman ist keine Lektüre, die man schnell weglesen kann!

Dieses Buch wird einem besonderen Platz in meinem Bücherregal einnehmen! 
 
Fazit:
Ein bewegender Roman über den Leidensweg der letzten Indianer. Die fiktive Geschichte verwoben mit historischen Fakten ergänzen sich perfekt und lassen den Leser nachdenklich zurück. Ein großartiges Buch, das uns das Leben der Indianer näher bringt und eine Sogwirkung hat, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Meine Leseempfehlung!


Vielen Dank an den Traumfängerverlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die Leserunde!

2 Kommentare:

  1. Das Buch wird bei mir auf jeden Fall irgendwann einziehen, denn alles was mit dem Leben der Indianer zu tun hat, interessiert mich ganz besonders. Darum ist der Roman von Kerstin Groeper ein "Musthave". Danke für deine ausführliche Rezension, liebe Martina.
    Viele Grüße
    Susanne

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    1. Liebe Susanne,
      hast du nicht "Der scharlachrote Pfad" gelesen?? Dieses Buch wandert nämlich jetzt auf meine WL. Es wurde in der LR öfters erwähnt.
      "Im fahlen Licht des Mondes" ist auf jeden Fall lesenswert! Es hat mich bewegt und wird moch noch länger beschäftigen!
      Liebe Grüße
      Martina

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