Das Haus auf der Blumeninsel - Christiane Lind




    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (3. Juni 2013)
    • ISBN-10: 3426513331
    • ISBN-13: 978-3426513330
    • Genre: Familiensaga, Roman



Knaur Kurzbeschreibung: 
Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Knaur Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Laura flieht nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Fabian in die Einsamkeit, auf die Insel Madeira. Dort befindet sich schon seit Generationen ein kleines Häuschen am Leuchtturm, das urspünglich Lauras Vorfahrin Amalia gehörte. Sie war eine begnadete Blumenmalerin und Laura liebt ihr wunderschönen Zeichnungen, die in einem Buch über die Blumen Madeiras veröffentlicht wurden. Als ihre Großtante Grace unerwartet bei Laura in Amalias schmucken Häuschen auftaucht und Laura eine Kassette mit Briefen Amalias an ihre ungeborene Tochter findet, beschließen die beiden Frauen mehr über die geheimnisvolle Frau zu erfahren, die in ihrer Familienchronik kaum erwähnt wird...

Meine Meinung:
"Das Haus auf der Blumeninsel" spielt teilweise, wie uns der Titel schön verrät, auf der portugiesischen Mittelmeerinsel Madeira, und in Cornwall, England.
Der Roman besteht aus drei Zeitebenen und ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas Probleme mit den Zeitsprüngen hatte. Obwohl ich oft Bücher (meistens Familiensagen) mit zwei Zeitebenen lese, waren die Jahre in der Vergangenheit, die den Leser in die 20-iger und in die 50-iger Jahre des letzten Jahrhunderts führte, manchmal etwas unübersichtlich. Vorallem, als dann auch noch Teile kurz nach dem zweiten Weltkrieg spielten. So musste ich sehr oft überlegen, zu welchem Zeitpunkt ich mich gerade befand, wenn sich die Handlung um dieselbe Hauptprotagonistin drehte! Hier wäre vielleicht ein kleiner Familienstammbaum am Anfang des Romans hilfreich gewesen. Mit der Zeit wurde es besser und die Teile in der Gegenwart brachten ebenfalls ein wenig Licht ins Dunkel.

Im Prolog lernen wir die Blumenmalerin Amalia kennen. Sie ist zu Beginn noch eine junge und unerfahrene Frau und schreibt hochschwanger Briefe an ihre zukünftige Tochter. Sie fürchtet um ihr Kind und man spürt direkt das Unheil, das über ihr schwebt. Nicht umsonst nennen die Einwohner der Insel auch später noch das Häuschen am Leuchtturm "Das Haus der traurigen Frauen".
Bevor sie jedoch in diese Situation kommt, wächst Amalia als älteste Tochter Lord Percys, dem Gutsbesitzer von Tristyans Manor in Cornwall auf. Ihre Mutter starb bei der Geburt und ihr Vater heiratete daraufhin Lady Norah, die Schwester seiner verstorbenen Frau. Bei ihrem gemeinsames Kind, Bethany, findet man schon in jungen Jahren die Charaktereigenschaften, die sie am besten beschreiben: kalt, rücksichtlos, egoistisch und grausam. So hat es Amalia nicht leicht, denn Bethany setzt alles daran Amalia in allem auszustechen und ihr alles zu nehmen, was ihr lieb ist. Die Fäden, die sie spinnt, ziehen sich über die ganzen 480 Seiten und zerstören einige Leben aus Tristyans Manor.

Als Leser taucht man in die noch etwas steife Welt des englischen Adels zur Jahrhundertwende ein, wo Neuerungen und das Moderne, der Aufschwung und vorallem die gesellschaftlichen Umbrüche noch nicht angekommen sind. Das Festhalten an Traditionen und den Gesellschaftsschichten ist wichtiger als jedes Gefühl.

In der Gegenwart versuchen Laura und Grace die Machenschaften ihrer Verwandten aufzudecken und stoßen auf Unglaubliches. Alle Frauen, die einst im Haus der traurigen Frauen wohnten, erlebten furchtbare Tragödien. Dies ließ mich immer wieder fragen, was die Autorin hier noch für Schicksalschläge geplant hat und was den armen Protagonistinnen noch so blühen wird....
Trotzdem sind die weiblichen Charaktere des Romans allesamt starke Frauen, auch wenn sie anfangs etwas unsicher oder unselbstständig erscheinen.  Jede von ihnen geht ihren Weg, lässt sich - soweit es möglich ist - nicht von Schicksalsschlägen aufhalten und findet zu sich selbst. 

Trotz der anfangs verwirrenden Zeitebenen lässt sich der Roman wunderbar lesen und kaum eingetaucht, findet man so schnell nicht wieder aus dieser Geschichte heraus. 

Schreibstil:
Der Roman lässt sich - bis auf die Probleme mit den vielen Zeitsträngen - sehr flüssig lesen. Die landschaftlichen Beschreibungen der Blumeninsel Madeira, sowie des Landgutes in Cornwall, fand ich atmosphärisch gelungen und sehr bildhaft. Auch die Charaktere mit ihren guten und schlechten Seiten waren sehr gut gezeichnet, authentisch und lebendig. Einzig Mathhew blieb mit fremd und konnte auch nicht meine Sympathie erringen. Zu viel waren mir auch die vielen Schicksalsschläge, die unsere Protagonistinnen erleiden mussten.

Fazit:
Ein interessanter Roman über ein generationenübergreifendes Familiengeheimnis -  eine Geschichte voller Intrigen und Schicksalschläge. Für Fans von Familiensagen.



1 Kommentar:

  1. Das Buch steht schon ewig auf meiner Wunschliste. Denn ich mag ja Familiengeheimnisbücher total gerne. Wenn sich nur nicht immer so viele andere Bücher dazwischenpfuschen würden ... Aber nach deiner Rezi habe ich richtig Lust auf die Geschichte - ich denke, ich werde mir das Buch bald mal kaufen. :-)
    LG Sabine

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