Hanoi Hospital - David Frogier de Ponlevoy



    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: Conbook Medien; Auflage: 1 (1. November 2015)
    • ISBN-10: 3943176916
    • ISBN-13: 978-3943176919
    • Genre: Krimi


Conbook Kurzbeschreibung:

Inmitten des Lärms der pulsierenden Hauptstadt Vietnams erschüttert plötzlich eine Reihe unerwarteter wie mysteriöser Todesfälle die Krankenhäuser in Hanoi. Auf den ersten Blick haben die Opfer wenig gemeinsam, doch nach und nach verstricken sich durch sie die unterschiedlichsten Schicksale. Die junge Journalistin Linh, Wirtschaftsstudentin Anne und Gelegenheitsarbeiter Tuan finden sich plötzlich in einem Geflecht aus Lügen und Ungereimtheiten wieder, vor dem die Medien die Augen verschließen und das auch vor Staatsinstanzen nicht Halt macht. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Todesfällen? Und was passiert hinter den stummen Wänden und fleckigen Vorhängen des Hanoi Hospitals?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge 2016

Darum gehts:
In einigen Krankenhäusern der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ereignen sich mysteriöse Todesfälle. Die Kranken bluten plötzlich aus der Nase und sterben innerhalb sehr kurzer Zeit an Atemnot, einige Patienten verschwinden auf unerklärliche Weise. Die Ärzte und die Medien beschwichtigen die Öffentlichkeit zuerst mit Einzelfällen und dürftigen Ausreden. Doch Linh, Redakteurin des Radiosenders VOV 5 findet die Todesfälle beunruhigend. Als sie selbst Zeugin eines kurzen Todeskampfes bei einer alten Frau wird und kurze Zeit später ein Video eines sterbenden Jungen sieht, beginnt sie zu recherchieren. Gemeinsam mit ihrer deutsch-vietnamesisch stämmigen Kusine Anne, die nach ihrem Wirtschaftsstudium in Hanoi gerade erst eine Praktikumsstelle erhalten hat und deren Großmutter eine der beiden Todesfälle ist, versuchen die beiden den mytseriösen Todesfällen auf die Spur zu kommen.


Meine Meinung:
Anne oder Van Anh, wie ihr richtiger vietnamesicher Name lautet, hat gerade ihr Wirtschaftsstudium abgeschlossen. Für mehr internationale Berufserfahrung hat sie sich für ein Praktikum in Hanoi entschieden. Sie ist in Deutschland aufgewachsen und kennt Vietnam, das Heimatland ihres Vaters, bis jetzt nur aus Urlaubsreisen und den darauffolgenden Verwandtschaftsbesuchen. Sie wohnt bei ihrer Tante Huong, die nichts von ihrem Studium hält und vorallem einen Ehemann für Van Anh finden will...so wie auch die restlichen Verwandten.

Linh, ihre Kusine, arbeitet beim Radiosender VOV 5. Sie hat Deutsch studiert und träumt eine richtig gute Journalistin zu werden. Zu ihrem Leidwesen übersetzt sie im Moment nur Nachrichten aus dem Vietnamesischen ins Deutsche. Gerade recherchiert sie für ihre deutschen Zuhörer über die Standards in vietnamesischen Krankenhäusern. Bei ihrer Recherchearbeit ist sie Zeuge des plötzlichen Todes einer älteren Frau, die die Großmutter von Anne ist. Als sie in der Redaktion auf einem Video dieselben Symptome bei einem Jungen sieht, bei dem ebenfalls plötzliches Nasenbluten und darauffolgendes Ersticken zum Tod führt, beginnt sie zu recherchieren. Als Linh und Anne zufällig über den Tod von Anne's Großmutter sprechen, sind sie sicher, das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Als sich die Todesfälle häufen, sprechen die Medien und die Regierung von Einzelfällen und diversen allergischen Reaktionen. Doch Linh und Anne sind alles andere als überzeugt....

Neben Anne und Linh lernt der Leser noch Tuan kennen. Er kommt vom Land und träumt von einem besseren Leben in der Stadt. Nach der Heirat mit der wunderschönen Yen fehlt ihm noch ein gutbezahlter Job. Als Yen erkrankt, die von Beiden die besser bezahlte Arbeit hat, stürzt sich Tuan in Schulden, um ihr eine medizinische Versorgung zu garantieren. Doch hier beginnt für ihn eine Odysee durch das Gesundheitssystem und dem medizinischen Dschungel, der aufzeigt wie es um die medizinische Versorgung steht und wie groß der Unterschied zwischen arm und reich ist. Doch da bietet sich eine Lösung an....

Dieser Länderkrimi aus dem Conbook Verlag ist ein Krimi, wie ich ihn noch nicht gelesen habe. Durch den jahrelangen Aufenthalt des deutschen Autors in Vietnam, erhält hier der Leser einen Einblick in eine Welt und Kultur, die uns westlichen Leser eher fremd ist. So versteht es David Frogier de Ponlevoy (wer bitte kann sich diesen Namen merken?) hervorragend uns Europäern die östliche Kultur näher zu bringen. Auf der einen Seite erfahren wir viel über den Zusammenhalt der Großfamilie, aber auch über Korruption, den Unterschied zwischen arm und reich und die Folgen daraus. Marktwirtschaft gegen Landwirtschaft, lärmende Metropolen gegen idyllische Reisfelder. Hier prallen zwei Welten aufeinander und sagen sehr viel über dieses Land aus, das zwischen Tradition und Moderne steckt.

Der Autor versteht es perfekt die Umgebung und die Art der Menschen darzustellen. Die hupenden Motorroller, die das Stadtbild Hanois prägen, die Geräuschkulisse aus den Lautsprechern, die für eine Wahl werben...aber auch das Landleben im Dorf mit Wasserbüffel, Reisfeldern und Menschen, die versuchen, das Beste aus dem zu machen, was sie haben.
Auch das Gefühl von Anne, weder Deutsche noch Vietnamesin zu sein, vermittelt der Autor großartig. Man erkennt ihre inneren Zweifel betreffend ihrer Identität.....Eigenschaften, die sie sich in Deutschland zugelegt hat, als auch jene, die sie von ihrem vietnamesischen Vater übernommen hat. So fühlt sich sich zwischen diesen zwei sehr unterschiedlichen Welten immer ein bisschen als Fremde.

Die Charaktere sind authentisch und aus dem Leben gegriffen. Sie sind Menschen, wie du und ich und der Leser kann sich gut mit ihnen identifizieren.
Die einzelnen Kapitel sind unterteilt in die verschiedenen Erzählstränge unserer drei Protagonisten: Anne, Linh und Tuan. Alle drei erzählen ihre Geschichte in der 3. Person. Durch den Perspektivenwechsel erhöht sich die Spannung, die jedoch in der Mitte des Buches ein bisschen abflaut. Die Auflösung und Entwicklung der Handlung ist nachvollziehbar und logisch. 

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig. sehr bildhaft und dialoglastig. Wie bereits oben beschrieben ist die Darstellung des fernöstlichen Vietnam einfach großartig gelungen. Die bildhafte Beschreibung ließ mich sowohl die Garküchen riechen, als auch den Lärm der Motorroller hören. Zum Schluss entführt uns der Autor noch in ein Luxushotel am Strand, wo ich mir vorstellte auf der Terasse den Sonnenuntergang zu genießen ;)

Am Ende des Buches gibt es eine Namensliste und ein Glossar. Vorallem die genaue Aufzeichung der vietnamesichen Namen und deren Zugehörigkeit hilft anfangs sehr beim Lesen.

Fazit:
Ein packender Krimi, der uns Europäern den exotischen Schauplatz Vietnam etwas näher bringt. Macht, Korrpution und vorallem der Unterschied zwischen Arm und Reich und die Konsequenzen daraus, werden hier spannend aufgezeigt. Wer gerne einen etwas anderen Krimi lesen möchte, sollte hier zugreifen!



Vielen Dank an Conbook Medien, David Frogier de Ponlevoy für die sehr interessant gestaltete Leserunde und die Eindrücke von Vietnam und Lovelybooks

2 Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine tolle Rezi. Das Buch macht mich neugierig. Muss ich wohl auch mal lesen.
    Liebe Grüße Karin

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  2. Hallo liebe Martina,

    dieses Buch war mir bisher gänzlich unbekannt, deshalb schon mal "Danke" für Deine Rezi. Das hört sich gut an. Ich mag es sehr, wenn Bücher dem Leser fremde Schauplätze näher bringen können.
    Kannte auch den Conbook Verlag bisher nicht und werde deshalb gleich mal stöbern gehen ;)

    Liebe Grüße,
    Tanja

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