- Taschenbuch: 432 Seiten
- Verlag: Piper Taschenbuch (9. November 2015)
- ISBN-10: 3492306977
- ISBN-13: 978-3492306973
- Genre: Historischer Roman, Famliensaga
- Reihe: ja - Band 2
Piper Kurzbeschreibung:
Die Revolution von 1918/19 bringt nicht nur Chaos in das geordnete Leben der Hamburger Reederfamilie Dornhain, sondern auch der Dienstboten: Der Patriarch nimmt sich das Leben, sein Chauffeur gerät unter Mordanklage und Nele Dornhain erwartet ein Kind vom Mann ihrer kleinen Schwester. Indes kämpft die älteste Tochter Ellinor um das wirtschaftliche Überleben des Familienunternehmens und auch um ihr eigenes Lebensglück, dessen Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ...
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Darum gehts:
Viktor Dornhain verübt Selbstmord und hinterlässt zum Ende des ersten Weltkrieges seine Reederei seiner ältesten Tochter Ellinor. Die vormals kaisergetreue Familie kämpft in der Zeit der Revolution um das Familienunternehmen und Ellionar hat es als Unternehmerin alles andere als leicht, denn neben den politischen Ereignissen hat es ein alter Feind der Familie auf Rache abgesehen. Aber auch Ellinors Schwestern Nele und Lavinia, die um denselben Mann kämpfen und der treue Chaffeuer, der plötzlich unter Mordanklage steht, kämpfen um ihr Glück und Recht....
Meine Meinung:
Leider habe ich den ersten Band "Das Haus am Alsterufer" der Autorin nicht gelesen, doch werde ich dies sobald wie möglich nachholen. In der Lovelybooks-Leserunde konnte ich nämlich heraushören, dass die meisten Leser das erste Buch der Reihe um einiges besser fanden und mehr Zugang zu den Protagonisten hatten. Ich hatte nämlich doch meine Probleme mit den drei Töchtern der Dornhains warm zu werden, die mir viel zu oberflächlich beschrieben wurden. Auch fehlte mir einiges an Hintergrundwissen - deshalb mein Tipp: zuerst Band 1 lesen!
Nach dem Freitod von Viktor Dornhain fällt die Reederei an seine älteste Tochter Ellinor, der eine schwere Bürde auf ihre zarten Schultern gelegt wird, denn es ist die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Die Welt ist im Umbruch und es herrscht Anarchie auf den Straßen. Die vormals kaisertreue Familie fühlt sich mehr und mehr von den Aufständischen bedroht. Doch Charlotte Dornhain, die Mutter des ehemaligen Unternehmers, legt noch immer den größten Wert die die äußere Fassade aufrecht zu erhalten. So wird der Selbstmord ihres Sohnes als Schlaganfall getarnt und die im Abschiedsbrief erwähnte uneheliche Tochter verschwiegen. Sie verbietet auch Ellinor den Briefinhalt preiszugeben. So kämpft Ellinor nicht nur darum, die Familie keinen Skandal auszusetzen, sondern vorallem um endlich als Geschäftsfrau ernst genommen zu werden.
Während die verwöhnte Lavinia auch nach dem Kriegsende vorallem Männer und Kleider im Kopf hat und wie eine Motte das Licht sucht und von Mann zu Mann schwirrt, kämpft Nele um ihre große Liebe Konrad. Der ist jedoch Lavinias Ehemann und als sie auch noch ein Kind von ihm erwartet, bricht das Chaos im Hause Dornhains erst recht aus.
Meine Erwartungen an den Roman waren relativ hoch, nachdem ich mit Begeisterung "Wie ein fernes Lied" von der Autorin gelesen hatte. Auch "Das Haus am Alsterufer" hatte sehr gute Kritiken und war schon lange auf meiner Wunschliste. So freute ich mich sehr auf dieses Buch der Autorin. Leider wurde ich diesmal etwas enttäuscht.
Ich erwartete einen Roman, der vorallem die Zerissenheit der politischen Lage und die der Reederfamilie in dieser schweren Situation erzählt. Dies wurde zwar immer wieder angerissen, aber der Hauptanteil des Romanes lag eindeutig bei den Schwestern und deren Gefühlswelt. Trotzdem blieben sie, außer Lavinia, irgendwie blass. Aber gerade diese Schwester war mir so gar nicht sympathisch. Sie änderte ihre Launen so schnell, wie das Wetter im April. Ihre Oberflächlichkeit reizte mich, besonders in der Zeit, wo viele Menschen auf der Straße standen oder hungerten. Denn ihre Gedankenwelt schweifte einzig und allein um ihr Hauptproblem: So schnell wie möglich wieder einen Eheman zu finden, obwohl sie von ihrem jetztigen Mann Konrad, noch nicht einmal geschieden war. Und auch zum Thema Scheidung hatte sie jeden Tag eine andere Meinung. Was mich allerdings verwunderte, war dass dieses Wort bei der strikten Großmutter überhaupt in den Mund genommen werden durfte, die doch alles dafür gab, den äußeren Schein zu wahren.
Auch Klara, die uneheliche Tochter, kam viel zu kurz in dieser Geschichte, die eigentlich laut Inhaltsangabe eine tragende Rolle im Buch spielen sollte.
Neben der Konzentration auf das Gefühlsleben der Töchter, hätte ich gerne mehr über den wirtschaftlichen Überlebenskampf und die politischen Unruhen gelesen. Um etwas Spannung aufzubauen wurde hier ein Feind der Familie bemüht. Diese Spannung kam dann auch auf, aber erst im letzten Drittel. Gefallen hat mir auch der Weitblick Ellinors betreffend der Fliegerei....ob es dazu im wahrscheinlich 3. Band der Reihe mehr dazu geben wird? Obwohl ich nun etwas enttäuscht von diesem Roman bin, hoffe ich trotzdem auf eine Fortsetzung, da es noch einige unbeantwortete Fragen gibt.
Schreibstil:
Ich mag die Bücher der Autorin und ihren Schreibstil, doch hier kratzt mir einfach alles zu viel an der Oberfläche! Mir fehlt die Tiefe der einzelnen Charaktere, mein Wunsch die Protagonisten zu verstehen und besser kennnenzulernen.... Gut auf den Punkt gebracht hat Micaela Jary allerdings die gesellschaftliche Einstellung der damaligen Zeit in der Oberschicht, wo es nur um Ansehen und Prestige geht.
Fazit:
Leider hat mich der Roman nicht wirklich überzeugt. Hier fehlt mir eindeutig der Tiefgang und der Ernst der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, wo die Welt im Umbrauch war. Stattdessen hatte ich eine eher kitschige Erzählung um das Gefühlsleben drei verwöhnter Töchter vor mir, die außerdem alle viel zu blass blieben. Den ersten Band zu "Sterne über der Alster" werde ich allerdings noch nachholen, der insgesamt viele gute Bewertungen hat und mich neugierig gemacht hat. Ich empfehle daher zuerst "Das Haus am Alsterufer" zu lesen!
Mein Dank gilt dem Piper Verlag für das Rezensionsexemplar und an das Lovelybooks-Team für die Leserunde
















Danke...bin schon Follower ;)
AntwortenLöschenSchade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat - bei mir liegt es noch auf dem SuB, nachdem ich "Das Haus am Alsterufer" so toll fand. Das solltest du unbedingt lesen, das wird dir bestimmt gefallen!
AntwortenLöschenLG Sabine