Bis ans Ende der Geschichte - Jodie Picoult



    • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
    • ISBN-10: 3570102173
    • ISBN-13: 978-3570102176
    • Originaltitel: The Storyteller
    • Genre: Roman



Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Die junge Sage ist seit dem Tod ihrer Mutter traumatisiert, denn sie lenkte damals den Unglückswagen und gibt sich die Schuld an deren Tod. Die Narbe im Gesicht verdeckt sie durch einen langen Pony, die im Herzen versucht sie in einer Trauergruppe zu überwinden. Dort lernt sie den über 90jährigen Josef kennen, der ihr ein folgenschweres Geheimnis erzählt und sie um einen Gefallen bittet, der sie in große Gewissenkonflikte stürzt.

Meine Meinung:
In einer gemeinsamen Blogger Leserunde haben wir den neuen Roman einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen durchgenommen. Ich liebe die kontroversen Themen, die die Autorin immer wieder in großartige Geschichten verpackt und mich damit fesselt. Leider ist dies bei ihrem neuen Roman nur teilweise gelungen.

In "Bis ans Ende der Geschichte" erzählt im ersten Handlungsstrang in der Gegenwart von Sage, einer sehr unsicheren jungen Frau, die sich die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt. Die Narbe, die ihr geblieben ist, versteckt sie hinter ihrer Haarflut, sich selbst in einer Bäckerei. Das Gefühl für den Tod ihrer Mutter büßen zu müssen, da sie das Auto lenkte, in dem diese unkam, ist allgegenwärtig. Selbst in der Trauergruppe, die sie besucht, hört sie lieber zu, als etwas von sich seobst preiszugeben. Bis sie den über 90jährigen Josef Weber kennenlernt, der ihr aus seinem Leben erzählt und zugibt früher bei der SS gewesen zu sein. Er bittte sie, eine Jüdin, an Stelle vieler anderer, ihm zu vergeben und beim sterben zu helfen. Doch Sage nimmt Verbindung mit der Polizei auf und wird an eine Stelle verwiesen, die Naziverbrechen verfolgt. Der zuständige Sacharbeiter Leo Stein nimmt sich ihrer Anzeige an und beginnt nachzuforschen.

Und bereits bei diesen oben erwähnten Punkten begannen meine Probleme mit der Geschichte. Ein ehemaliger Naziverbrecher sucht bei einer einzigen Person um Vergebung und einen Art Erlass seiner Sünden? Etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte, was aber am Ende der Geschichte geklärt wird. Sage's Verhalten sofort zur Polizei zu laufen, BEVOR sie sich überhaupt seine Geschichte angehört hat, konnte ich genauso wenig verstehen. Überhaupt wurde ich mit Sage nicht so richtig warm und konnte die meisten ihrer Verhaltensweisen so überhaupt nicht nachvollziehen.

Doch dann begann Handlungsstrang Nummer 2, der aus der Sicht von Minka, Sage's Großmutter, erzählt wurde. Die Geschichte von Minka, einer außergewöhnlich guten Schülerin, die ihren Vater abgöttisch liebt, hat mich sehr berührt. Sie ist ein junges Mädchen, das von einer Karriere als Schriftstellerin träumt, als die Verfolgung der Juden beginnt und auch das Leben sich in Lodz, Polen, durch die Nazis und den Zweiten Weltkrieg zu verändern beginnt. Lange wehrt sich Minkas Vater, der eine gutgehende Bäckerei führt, das Viertel zu verlassen, doch schlussendlich landen auch sie im Ghetto. Die Beschreibungen des Lebens hinter dem Stacheldraht und schlussendlich im Konzentrationslager Ausschwitz lässt absolut nichts aus. Picoult hat hier hervorragend recherchiert und erzählt aus zwei Sichten, nämlich aus der der Jüdin Minka und ihrer Freundin Darija und den Brüdern Franz und Reiner Hartmann, die der SS angehören. Der Schreibstil ist auf diesen 200 Seiten eher emotionslos, doch die brutalen Schilderungen aus dem KZ nahmen mich trotzallem ziemlich mit. Picoult beschönigt und verurteilt hier nicht, sondern erzählt Fakten bzw. eine Lebensgeschichte. Und diese packte mich ungemein und ist auch der Grund, dass der Roman von mir gerade noch 4 Sterne erhält.

Denn die Geschichte aus der Gegenwart konnte mich nicht wirklich fesseln und war zu vorhersehbar, zu übertrieben und meiner Meinung nach überhaupt nicht der Stil von Jodie Picoult!

Es gibt auch noch eine dritte Geschichte, die wie ein kurzer eingeflochtener Handlungsstrang wirkt. Dieser ist in kursiver Schrift dargestellt und erzählt eine brutale Geschichte eines Mädchens in Polen und zwei vampirartigen Brüdern. Erst mit der Zeit entdeckt man, dass dieses Art Märchen von Minka geschrieben wurde, das ihr hilft, das Leben im KZ zu überstehen.
So verknüpft die Autorin in drei sehr unterschiedlichen Erzählsträngen einen Roman, der von Opfern und Tätern erzählt.

Jodie Picoult ist auch dafür bekannt, dass ihre Bücher immer mit einem besonderen Knalleffekt enden. Dieser war mir diesmal zu vorhersehbar und wird meiner Meinung nach auch zu wenig begründet und erklärt. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn die Autorin eine andere Lösung gefunden oder einfach auf einige Ereignisse verzichtet hätte.

Schreibstil und Charaktere:
Die beiden Hauptstränge unterscheiden sich sprachlich sehr. Während der Teil über den Holocaust eher einfach, aber sehr aussagekräftig war und mich fesselte, war der der Beginn und das Ende des Buches, das in der Gegenwart erzählt, zu unausgegoren und eher seicht....es fehlte mir an Tiefe. Die vorhersehbare Erzählweise erinnerte mich überhaupt nicht an den tollen und mitreißenden Schreibstil der Autorin, den ich sonst gewohnt bin.

So erging es mir auch mit den Charakteren aus dem Teil des Buches, der in der Gegenwart spielte. Ich wurde weder mit Sage so richtig warm, noch konnten mich die anderen Personen aus diesem Teil des Buches überzeugen.
Ganz anders jedoch der Rückblick in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Mit Minka litt ich mit, zitterte vor Angst oder suchte nach einem Hoffnungsschimmer. Auch ihre Freundin Darija konnte ich mir bildhaft vorstellen. Dieser Part ist fesselnd und sehr berührend.

Bewundernswert finde ich die gute Recherche der amerikanischen Autorin, die das Thema Holocaust nicht wie wir allgegenwärtig hat, ebenso wie ihre gewohnte Sicht auf zwei Seiten und Meinungen, die nicht polarisieren.

Cover:

Die beiden englischsprachigen Cover sind in der Art und Weise wie das deutschsprachige, wobei auf dem Titelbild links ein Stacheldrahtzaun abgebildet ist, der ein bisschen die Thematik ankratzt....aber nur wenn man weiß, worum es in der Geschichte geht. So richtig gut gefällt mir keines des drei Cover, auch wenn ich farblich das deutsche Titelbild am schönsten finde.


Fazit:
Ein Buch, das mich zwiegespalten hat. Die Rahmenhandlung hat mich enttäuscht. Sie war vorhersehbar und emotionslos. Der Teil aus der Vergangenheit war berührend, fesselnd und sehr gut recherchiert. Meine Bewertung hat mir Kopfzerbrechen bereitet. Durch den Lieblingsautorstatus und der intensiven Holocaustgeschichte vergebe ich gerade NOCH vier Sterne.


Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Racheherbst - Andreas Gruber



    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (14. September 2015)
    • ISBN-10: 3442482410
    • ISBN-13: 978-3442482412
    • Genre: Thriller 
    • Reihe: ja - Fall 2 für Walter Pulaski und Evelyn Meyers



Goldmann Kurzbeschreibung: 
Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
In Leipzig wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Kurz darauf nimmt die Mutter der Toten mit Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst Kontakt auf. Sie bittet ihn um Hilfe, da auch ihre jüngere Tochter Dana verschwunden ist. Da Natalie, die Tote, drogensüchtig war und sich ihren Stoff durch Prostitution erkaufte, wird der Fall nicht  als erste Priorität eingeschätzt  und wirklich beachtet. Was die Beiden nicht wissen ist, dass der grausame Mord Ähnlichkeiten zu anderen Mordfällen in weiteren Städten aufweist. Auch Evelyn Meyers, Anwältin aus Wien, hat einen Fall dieser Art übernommen. Doch der angeklagte Arzt, den sie verteidigen soll, hat es nicht so mit der Wahrheit und spielt lieber seine Spielchen mit Evelyn.......

Meine Meinung:
Andreas Gruber zählt mittlerweile zu meinen absoluten Lieblings-Thriller-Autoren. Nachdem mich schon der Vorgängerband "Rachesommer" (meine Rezi *hier*) und die Serie um Maarten S. Sneijder begeistern konnten, stand "Racheherbst" in keinster Weise im Schatten meiner bereits gelesenen Bücher des Schriftstellers.

"Racheherbst" kann auch ohne Vorkenntnisse zu "Rachesommer" gelesen werden, denn es fließen keinerlei Hinweise aus dem Fall des Vorgängerbandes ein. 

Der Thriller besteht aus zwei Handlungssträngen, die großteils in Leipzig und Wien spielen und sehr spät zueinander führen.
Unser Leipziger Ermittler, Walter Pulaski, ist noch immer im Kriminaldauerdienst. Das heißt, er darf einen neuen Mordfall nur kurz nach dem Auffinden der Leiche bearbeiten und muss diesen dann abgeben. Für den Schnüffler keine leichte Aufgabe, denn er beißt sich sehr gerne an unerklärliche Kapitalverbrechen fest. Und diesmal hat er es mit einer nicht minder hartnäckigen Frau zu tun: Mikaela Suková. Sie ist die Mutter von Natalie, der gefundenen Toten, und ihr Ziel ist es den Mörder ihrer Tochter zu finden. Außerdem fehlt auch die Spur ihres jüngeren Kindes, Dana, die gemeinsam mit ihrer Schwester abgehauen ist.
Mikaelá nimmt sehr viel Raum in diesem Thriller ein und ist eine sehr dynamische, aber auch unkontrollierbare Frau. Ihre gefährlichen Alleingänge machen Pulaski das Leben schwer, doch führt sie ihn auch zu Spuren, die die Polizei nie nachgegangen wäre. Die Beiden ergänzen sich perfekt und decken Hintergründe auf, die sie im Laufe des Falles durch halb Mitteleuropa führen.

Im zweiten Handlungsstrang wird der erfolgreiche Arzt Dr. Konstantin des Mordes angeklagt. Er besteht darauf von der Wiener Anwältin Evelyn Meyers verteidigt zu werden. Durch die freundschaftliche Beziehung seiner Verteidigerin zur Staatsanwaltschaft erhofft er sich Vorteile. Evelyn ist jedoch sehr zwiegespalten, besonders als sie bemerkt, dass ihr Klient ihr immer wieder die Unwahrheit sagt. Ihr Lebensgefährte Patrick, der als Privatdetektiv ermittelt, und auch der Staatsanwalt selbst, warnen sie vor dem erfolgreichen Schönheitschirurgen, doch Evelyn liebt ihren Job und nimmt die Herausforderung an.
Zwischen den wechselnden Handlungssträngen liest man immer wieder Szenen aus der Sicht des Täters und seine grausamen und völlig abwegigen Gedankengänge.

Neu war für mich diesmal, dass ich sehr schnell den Täter "überführen" konnte, jedoch änderte dies nichts an der Spannung des Thrillers. Durch unvorhersehbare Wendungen und kleinen Häppchen, die der Autor "ausstreut", erfährt der Leser nach und nach worauf es dem Täter ankommt und welches irrwitzige Spiel er treibt. Eine Stelle des Buches hat mich auch ziemlich entsetzt und betroffen zurückgelassen.
Bis sich beide Handlungsstränge zum Finale in Wien treffen, verfolgt man mit angehaltenem Atem die temporeiche Geschichte und hofft auf ein positives Finale.

Besonders hervorheben möchte ich noch diese tolle Idee des Goldmann Verlages:


Das Taschenbuch hat am Cover innen eine Klappe mit den genauen Daten der beiden Hauptprotagonisten. Nachahmenswert!

Schreibstil und Charaktere: 
Andreas Gruber bleibt seinen erfolgreichen rasanten Schreibsstil treu. Seinen trockenen Humor mag ich ganz besonders. Sein Einfallsreichtum an morbiden Mördern ebenso. Der sehr hohe Spannungslevel und die relativ kurzen Kapitel ließen mich durch die Seiten fliegen, auch wenn ich sehr schnell den Mörder, aber nicht sein Motiv erahnte.

Die Charaktere sind sehr bildhaft und lebendig beschrieben. Besonders die sehr impulsive Mikaela konnte ich mir sehr gut vorstellen. Unsere beiden Hauptprotagonisten sind beide Kämpfer, die lieber
auf sich selbst vertrauen, als auf anderem was sie jedoch des öfteren in schlimme Situationen bringen.

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Ein Zitat als fünffache Katzenmutti muss ich euch noch dalassen:
"Eine Studie besagt, dass Katzenliebhaber temperamentlose, introvertierte Menschen sind, die nicht gern rausgehen und sich lieber in ihren vier Wänden verkriechen und ein Buch lesen". Er betrachtete sie von oben herab. "Ich bin eher der Hundetyp".
- Seite 194 - 

Fazit:
Wieder ein spannungsgeladener und rasanter Thriller des Autors mit einem irren Täter, der eine blutige Spur durch Mitteleuropa zieht. Ich kann nur hoffen, dass nach dem Sommer und Herbst auch der Rachewinter bald hier einziehen kann.



Vielen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares

Layers - Ursula Poznanski



    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: Loewe (17. August 2015)
    • ISBN-10: 3785582307
    • ISBN-13: 978-3785582305
    • Genre: Jugendroman, Jugendthriller



Loewe Kurzbeschreibung: 
Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Dorian lebt seit einigen Monaten auf der Straße. Eines Tages erwacht er nach einem Streit mit einem anderen Obdachlosen auf und liegt in dessen Blut. Er selbst kann sich an absolut nichts erinnern und nimmt nach kurzer Überlegung die Hilfe eines Fremden an, statt zur Polizei zu gehen. Dorian wird in eine große Villa gebracht, in der bereits andere Straßenkinder wohnen. Für Lernstunden und gewisse Botengänge bekommen die  Jugendlichen etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Welcher Plan steckt dahinter fragt sich Dorian? Wie passt er in dieses System und was verbirgt sich hinter dem Zettel verteilen und den Botengängen in Wirklichkeit?

Meine Meinung:
Die österreichische Autorin Ursula Poznanski ist in der Blogger-Welt nicht mehr wegzudenken. Auch ich habe bis jetzt alle ihre Jugendbücher außer "Erebos" und ihre Thriller, mit ebenso einer Ausnahme, nämlich "Fünf", gelesen. Die beiden ungelesenen Bücher stehen allerdings in meinem SuB-Regal.
So war ich bereits sehr auf Poznanskis neuen Jugendroman/-thriller "Layers" gespannt. Unser männlicher Hauptprotagonist Dorian ist ein sympathischer junger Mann: gutmütig, loyal und clever, aber auch etwas naiv. So kommt er in diese unbeschreibliche Situation neben einen Toten aufzuwachen, sein blutverschmiertes Taschenmesser in Händen haltend. Er kann sich jedoch an überhaupt nichts mehr erinnern und hat rasende Kopfschmerzen. Eigentlich ein Zeichen, dass auch ihm übel mitgespielt wurde bzw. er zu Beginn vom Leser als unschuldig eingestuft wird.
Man erfährt anfangs nicht sofort die Beweggründe, warum Dorian auf der Straße lebt, doch seine Verwirrung und die Schuldgefühle, die ihn quälen, werden hervorragend dargestellt. Man fühlt seine innere Zerissenheit in dieser Situation und die Frage, wen er Glauben schenken soll. So nimmt er das Angebot in der Villa zu wohnen an. Natürlich würden auch wir uns selbst fragen, was sich hinter diesem großzügigen Angebot verbirgt, denn jeder weiß, dass wir Menschen kaum etwas ohne Beweggründe tun. Und Dorians Zweifel sind berechtigt. Nachdem er verbotener Weise das Paket, das er überbringen sollte, geöffnet hat, erfährt er Erstaunliches und wird ab diesen Zeitpunkt verfolgt und gejagt. Und hier kommt auch der Titel des Buches "Layers" = Schichten zu tragen. Mit dem Öffnen von "Pandoras Büchse" erfährt Dorian und der Leser schichtweise Wahrheiten...denn nichts ist so, wie es scheint. Unter jeder Schicht versteckt sich wieder etwas Neues.....

Die Autorin versteht es mit ihrem mitreißenden Erzählstil wieder großartig, dass sich der Leser sofort in der Geschichte wiederfindet. Allerdings lässt diese Spannung ab dem Öffnen des Paketes nach. Für mich war dieser geplante Höhepunkt keine so große Überraschung und erinnerte mich stark an Marc Elsberg's Roman "ZERO". Die Verfolgungsjagd wird meiner Meinung zu lange hinausgezögert - es passiert nicht wirklich Neues. Ein weiterer Minuspunkt war für mich die viel zu schnell gehende Liebesgeschichte zwischen Dorian und Stella. Dadurch wirkte sie unglaubwürdig. Und warum musste hier überhaupt eine Liebesgeschichte eingebaut werden?
Am Schluss des Buches steigt die Spannung wieder und es kommt zu einem finalen Ende, das mich zufrieden zurückließ.

Schreibstil und Charaktere:
Wie bereits oben erwähnt ist an Poznanskis Schreibstil überhaupt nichts auszusetzen. Sie entführt den Leser, mit ihrer packenden und dramatischen Art zu schreiben, sofort in Dorians Welt...zuerst als Obdachloser und dann als Verfolgter durch die Straßen einer unbekannten Stadt (Wien?) Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von Dorian, jedoch in der 3. Person erzählt. So kann man seine Gefühle und Ängste sehr gut nachvollziehen.

Die Charaktere sind größtenteils schwarz-weiß gemalt, jedoch verbirgt oft ein Böser Gutes und ein Guter Böses hinter seiner "Schicht". Es gibt jede Menge Nebencharaktere, doch blieben diese, bis auf Melvin, größtenteils blass.

Fazit:
Ein Jugendroman, der trotz einiger Längen und Wiederholungen im Mittelteil, mit einem packenden Schreibstil und einer nicht zu weit hergeholten Zukunftsvision, punkten kann. Ein gutes Buch mit kleinen Schwächen.....für Poznanski Fans aber ein MUSS.




Neuheiten im Oktober

Hallo meine Bücherwürmer!


Auch der Oktober wartet wieder mit tollen Neuerscheinungen oder Reihenfortsetzungen auf! Wann soll ich das nur allles lesen???? Mein SuB wächst und wächst und ich sollte mich jetzt langsam mal einbremsen.
Aber ein bisschen verführen darf ich euch auch, oder? ;)

Das sind die Bücher, die mir für den Monat Oktober ins Auge gefallen sind:




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Meine MUST HAVES sind diesmal drei Bücher aus
drei verschienden Genre:


Natürlich der dritte und letzte Teil von "Silber" von Kerstin Gier 

"Dornenmädchen", ein neuer Thriller von Karen Rose. Das Buch werde ich aber sich kaufen, sondern mir aus der Bücherei holen, denn die letzten Thriller der Autorin waren nicht mehr soo gut.

"Der Raub der Stephanskrone" von Beate Maly. Nachdem ich die historischen Romane der österreichischen Autorin entdeckt habe, ist jedes neue Buch ein MUST HAVE. Außerdem lerne ich immer wieder neue Dinge über das historische Wien.

MIGHT HAVES:


"Das böse Kind" von Sabine Kornbichler...Teil 3 der Kristina Mahlo Reihe.

"Winter und Schokolade" von Kate Defrise. Was für ein Cover!! Und dann noch das Wort Schokolade im Titel......das alleine würde schon genügen, dass ich das Buch kaufe ;)
Doch es geht wieder um ein Familiengeheimnis und es ist bereits eine vorweihnachtliche Geschichte.....man kann ja nie früh genug damit anfangen ;)

Ein Wort muss ich noch zu dieser Neuerscheinung loswerden:

 

Ich sehe die Fernsehserie "THE ORIGINALS" seitdem sie auf SIXX läuft und ich war sehr überrascht, dass es plötzlich ein Buch zur Serie gibt. Lesen werde ich es nicht, denn "The Originals" finde ich richtig gut und wie man schon bei "The 100" sieht, kann es auch mal ins Auge gehen ein Buch zur Serie zu schreiben.
Wer die TV-Reihe nicht kennt, dem würde ich es jedoch Buch empfehlen....

Was darf bei euch im Oktober einziehen? Auf welches Buch freut ihr euch am meisten?


Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr leid - Fredrik Backman


    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (22. Juni 2015)
    • ISBN-10: 3810504815
    • ISBN-13: 978-3810504814
    • Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Fischer Kurzbeschreibung: 
Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Oma sie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt – und zwar in der wirklichen Welt.

Meine Bewertung: * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Elsa ist ein  superintelligentes, erst sieben Jahre altes Mädchen. Deshalb ist sie auch ein Außenseiter in der Schule und die Lehrer halten sie für dumm, weil sie sich während der Schulstunden langweilt. Ihre Eltern sind geschieden und ihre Mutter erwartet wieder ein Kind. Nur ihre Oma ist immer für sie da und ihre wichtigste Bezugsperson. Um Elsa das Leben ein bisschen bunter und einfacher zu machen entführt sie das Mädchen in das "Land-Fast-Noch-Wach", eine  teilweise selbsterfundene, aber auch "reale" Märchenwelt, die ihre Probleme leichter machen sollen. Als Elsas Oma an Krebs erkrankt, ändert sich für Elsa alles....

Meine Meinung:
Nachdem ich bereits Fredrik Backman's Erfolgsroman "Ein Mann namens Ove“ gelesen habe, erhoffte ich mir vom Autor gleichen oder ähnlichen Lesespaß. Doch leider ist "Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr leid" so ganz anders und mich hat der Roman ziemlich enttäuscht.
Der Klappentext bzw. die Inhaltsangabe sagen nicht sehr viel aus, aber ich hatte mir wieder ausgefallene Charaktere, eine tolle Geschichte mit Tiefgang und trotzdem einiges an Humor erwartet. Das ist eigentlich auch alles vorhanden und trotzdem fand ich weder richtig in die Geschichte, noch konnte ich mich mit den Charakteren anfreunden.

Die ersten 50-100 Seiten sind genauso, wie ich mir den Roman erwartet hatte: mit sehr viel Humor und tiefgründigen Lebensweisheiten. Doch Elsas Oma stirbt schon nach kurzer Zeit...das kann ich hier auch verraten, denn ich hatte noch keine hundert Seiten gelesen, als der Tod eintrat und der Roman hat ja doch insgesamt fast 500 Seiten....also noch genug Inhalt.
Die Großmutter des Mädchens besitzt einen sehr grenzwertigen Humor, der mir jedoch sehr gut gefallen hat. Sie macht sich keine Gedanken, was die anderen Menschen von ihr denken und war auch als junge Frau kein Kind von Traurigkeit. Als Mitglied von Ärzte ohne Grenzen war sie in der ganzen Welt unterwegs, nur nicht zuhause bei ihrer eigenen Tochter. Das versucht sie bei ihrer Enkeltochter wieder gutzumachen. Nach ihrem Tod bekommt Elsa die Aufgabe Briefe zu finden und diese bestimmten Leuten im Haus zu übergeben. In jeden dieser Briefe entschuldigt sich die Großmutter beim Empfänger für etwas, das sie getan (oder nicht getan hat) und Elsa wird dadurch von ihrer Trauer etwas abgelenkt. Außerdem lernt sie damit die Miteigentümer des Wohnhauses kennen....

So weit, so gut. Eine wirklich tolle Idee....doch dann entführt uns der Autor in das fantastische "Land-fast-noch-wach", das sehr oft ohne vorherige Ankündigung total zusammenhanglos in die Geschichte eingeflochten wurde. Diese Stellen waren mir eindeutig zu fantasylastig, der Realitätsbezug blieb mir an manchen Stellen total verborgen. Der Versuch eine Märchenwelt mit der Realität zu verbinden, ist dem Autor leider nur mäßig gelungen. Nachdem ich selbst aber auch kaum Fantasy lese und das Buch nicht darauf hindeutet, muss man sich darauf einlassen oder es bleiben lassen. Und ich war knapp davor abzubrechen, auch wenn ich wirklich versucht habe, mich in die Geschichte einzufühlen.....
So plätschert der Roman stellenweise einfach vor sich hin, bewegt sich zwischen Realität und Fiktion und ließ mich leider ziemlich kalt. Dabei ist die Idee wirklich sehr gut und auch die Aussage des Romanes, dass es nicht immer besser ist, so zu sein, wie das Gesellschaftsbild es einem vorlebt, ist großartig. Elsa wird ermutigt zu ihrem "Anderssein zu stehen" und überwindet so einen Teil ihrer Angst. Doch auf der anderen Seite passiert auf diesen fast 500 Seiten nicht wirklich viel, so dass die Lücken wieder mit Märchen aufgefüllt wurden. Und hier begann ich mich wieder zu langweilen.....ein ewiger Kreis...

Ich denke dieser Roman wird die Leser in zwei Lager teilen: diejenigen, die begeistert sind, und diejenigen, die nicht wirklich etwas mit der Geschichte anfangen können. Leider muss ich mich zur zweiten Leserschaft zählen.

Schreibstil und Charaktere:
Der Schreibstil ist sehr humorlastig, aber auch sehr einfach. Es gibt viele Wiederholungen und manchmal sehr gewöhnungsbedürftige Satzkonstruktionen. Es scheint, als ob sich der Autor am jungen Alter der Protagonistin zu orientieren versucht hat und so aus ihrer Sicht erzählt.

Charaktere gibt es einige, die alle größtenteils im Mietshaus, wo Elsa mit ihrer Mutter und deren Freund und auch mit ihrer Oma wohnt. Bis auf Elsas Mutter sind alle ausnahmslos schräg. Und einer davon erscheint sogar mehr fantastisch, als real anwesend. Auch der Hund kam mir mehr als unrealistisch vor. Alle erhalten noch zusätzlich andere Namen, wie sie im "Land-fast-noch-wach" genannt werden. Einzig und allein Elsa ist ein wirklich pfiffiges und aufgewecktes Mädchen, das mit ihrer Intelligenz bei anderen Kindern nicht ankommt und sehr einsam ist.

Fazit:
Eine gute Grundidee und eine tiefgründige Aussage alleine machen leider kein gutes Buch aus. Mit den märchenhaften Abschnitten der Geschichte konnte ich überhaupt nichts anfangen. Es fehlte mir auch an Spannung und so musste ich mich leider durch diesen Roman quälen. Schade - das war nach dem Eigenbrötler Ove leider nichts für mich!



Neu im Regal....weitere September Neuzugänge

Hallo liebe Bücherwürmer!

Dass der September für mich ein Monat mit vielen Wunschbüchern sein wird, habe ich ja schon anklingen lassen, als ich die September Neuheiten im August gepostet habe. Einige Reihen werden fortgesetzt und viele meiner Lieblingsautoren haben ein neues Buch veröffentlicht. Dazu kommen dann noch die Bücher, die einem interessant erscheinen und deren Inhaltsangabe verspricht eine tolle Geschichte vor sich zu haben......tja, ihr kennt sicher das Gefühl und so ist mein SuB wieder gewachsen und einige meiner September MUST HAVES und MIGHT HAVES sind bei mir eingezogen.


Beim Bloggerportal habe ich drei meiner Wunschbücher für den September angefragt und auch bekommen. Das sind sie:

Bloggerportal


"Racheherbst" von Andreas Gruber. Der österreichische Autor ist mittlerweile zu einen meiner absoluten Lieblings-Thrillerautoren mutiert! Ich LIEBE seine Bücher!!! Und ich habe seinen neuersten Thriller auch schon wieder fast zur Gänze verschlungen, der nach "Rachesommer" der Nachfolgeband um Evelyn Meyers und Walter Pulaski ist.

"Wenn die Liebe tanzen lernt" von Jean Kwok ist mir vorallem durch die Inhaltsangabe aufgefallen und bei meiner September Vorschau auf meiner Wunschliste gelandet. Ich bin schon sehr gespannt....

"Witches of London" von L.R. Powell war auch auf meiner Must Have Liste, da ich Hexen-Geschichten einfach liebe!!!

Gekauft


Obwohl Rowan Colmans erster Roman "Einfach unvergesslich" noch immer in meinem SuB Regal schlummert, wo ich doch das Buch damals unbedingt sofort lesen wollte, habe ich mir auch ihren neuersten Roman "Zwanzig Zeilen Liebe" gekauft.

"Die Duftnäherin" von Caren Benedict hat mich vor drei Jahren begeistert und so musste auch der zweite Band "Die Rache der Duftnäherin" unbedingt in mein Bücherregal wandern.

Schnäppchen


Unsere Bücherei hat ja einmal im Jahr einen Flohmarkt. Seit nicht ganz einem Jahr hat sie auch einen Tisch, wo man sich Exemplare um 1.- EURO mitnehmen kann. Darauf sind ausgemusterte Büchereibücher, aber auch immer wieder ungelesene Taschenbücher, die jemand abgibt. Und da habe ich zwei ziemlich neue Exemplare entdeckt...besonders das rechte Buch am Foto ist gerade mal 5 Monate alt!!!!!! Warum es die Bücherei nicht selbst ins Programm nimmt, weiß ich nicht und ist mir auch unerklärlich.....dafür darf es jetzt bei mir einziehen ;)

Links seht ihr "Ich bin die Nacht" von Ethan Cross - ein Thriller, der mich schon immer angelacht hat, aber nicht so supergut abgeschnitten hat bei den Rezensionen. Um 1.- Euro kann ich es ja mal riskieren.....

"Einfach.Für dich" von Tamara Webber ist noch ganz neu.....und jetzt die Frage an euch....
...kann ich das Buch auch ohne Band 1 lesen??????

So...das wars auch schon wieder. Mal sehen was mir der Oktober bringen wird....
Die Vorschau für den kommenden Monat werde ich euch demnächst zeigen.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!



Die australischen Schwestern - Ulrike Renk



    • Taschenbuch: 509 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (21. August 2015)
    • ISBN-10: 3746631203
    • ISBN-13: 978-3746631202
    • Genre: historischer Roman 
    • Reihe: ja - Band 2



Aufbau Kurzbeschreibung: 
Australien, 1891. Das Leben von Carola, Mina und Elsa verändert sich schlagartig, als ihre Mutter kurz nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt. Während Carola, die Älteste, ins ferne Deutschland geschickt wird, bleiben Mina und Elsa in Australien. So unterschiedlich sich die Lebenswege der drei jungen Frauen auch entwickeln, eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie geben nicht auf, wenn es darum geht, für ihre Träume zu kämpfen.

Eine hochemotionale Saga um das Leben dreier außergewöhnlicher Schwestern – nach einer wahren Geschichte. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Der Folgeband zu "Die Australierin" von Ulrike Renk hat mich ins ferne Australien geführt. Wer den ersten Band der Reihe - so wie - ich noch nicht gelesen hat, lernt die Familie Lessinng kennen, die aus Deutschland nach Australien ausgewandert sind. In "Die australischen Schwestern" geht es vorwiegend um die Kinder und Enkelkinder von Emilia und Carl Gotthold Lessing die Hauptprotagonisten aus Band Eins.
Nach dem Tod von Minnie (Wilhelmine) Lessing, verheiratete de Kloot, wird die älteste Tochter Carola zur Schwester ihres Vaters nach Deutschland geschickt, während ihre vier Geschwister in Australien bei den Großeltern in Sydney bleiben. Carola ist verzweifelt und fühlt sich anfangs im fernen Deutschland sehr einsam. Ihre kinderlose Tante Mathilde ist ihr fremd und obwohl sie alle Annehmlichkeiten erfährt, bleibt ihr Herz im Australien. Auch Mina und Elsa vermissen ihre Schwester, die viel Zeit bei ihren Tanten verbringen. Doch alle drei Mädchen vernindet ein ganz besonderes Band...

Meine Meinung:
Obwohl ich "Die Australierin" nicht gelesen habe, hatte ich sehr schnell Zugang zur Familie Lessing. Nur die oft sehr ähnlichen Namen haben mich ziemlich lange irritiert und ohne den Stammbaum am Anfang des Buches, wäre ich wohl aufgeschmissen gewesen. Das hat leider auch den Lesefluss ziemlich gebremst. Wer den ersten Teil bereits gelesen hat, hat bestimmt weniger Probleme die Figurenkonstellationen zu durchblicken. Da es sich aber teilweise um eine wahre Geschichte handelt, konnte die Autorin die Namen nicht ändern, was uns Leserinnen der Leserunde sicher sehr geholfen hätte.

Band 2 "Die australischen Schwestern" kann ohne Vorkenntnisse des ersten Teils gelesen werden.

Das Hauptaugenmerk des Romanes liegt bei den drei Schwestern Carola, Mina und Elsa, wie uns der Titel bereits suggeriert. Während Carola bereits als Achtjährige die weite Reise nach Deutschland antreten muss, weil ihr Vater bankrott ist und seine Kinder verkaufen will, bleiben ihre Geschwister vorerst bei den Großeltern, die sich liebevoll um ihre Enkel kümmern. Die kleine Elsa ist bei der Abreise von Carola erst 2 Jahre alt und hat nur wenige bis gar keine Erinnerungen an Carola. Mina, die zweitälteste Schwester, verbringt viel Zeit bei ihrer Tante Till, die mit dem kaltherzigen Joseph verheiratet ist. Und Elsa hält sich während der Schulferien auf der Schafstation ihrer Tante Lily und ihrem Cousin Otto auf, in den sie schon lange heimlich verliebt ist.

Natürlich sind in einem Australienroman auch die Aboriginies ein großes Thema. Bei der Familie Lessing finden sie immer Aufnahme und werden nicht, wie von vielen anderen Einwanderern, verachtet. Man erfährt viel über die Kultur der Eingeborenen Australiens, wobei nur einige Erzählungen für mich neu waren, da ich  bereits einige Australienromane gelesen habe. Doch manche Geschichten über ihre Lebensweise waren auch für mich neu und sehr interessant. 

In den Kapiteln des Romanes erzählen abwechselnd Carola, Mina und Elsa aus ihrem Leben. Dabei hatte ich allerdings mehr den Eindruck einzelne Schicksale erzählt zu bekommen, als diese besondere Verbundenheit der Schwestern, die immer wieder hervorgehoben wurde, zu spüren. Ich konnte außer dem geschwisterlichen Zusammenhang keine so besondere Verbindung fühlen und bemerken.
Mit dem zu schnellen und abrupten Ende und einigen offenen Fragen kam ich leider auch nicht so zurecht. Die Autorin verwies in der Leserunde darauf, dass sie eine angegebene Seitenzahl nicht überschreiten darf, doch ich denke, dass man mit einer ordentlichen Aufteilung und einem besseren Konzept dies verhindern hätte können. Während manchmal für mich nicht so wichtige Passagen ausführlich erzählt wurden, hätte man hier einsparen und das Ende ausbauen können. Aber das ist jetzt "meckern auf hohem Niveau" und als Nicht-Autor kann man viel schneller kritisieren....
Im persönlichen Nachwort hat die Autorin noch einige offene Fragen beantwortet und erklärt, welche Begebenheiten historisch belegt sind und welche der Fantasie der Schriftstellerin enstspringen. Zu Erwähnen ist noch, dass die ganze Familie mit dem berühmten Dichter Gotthold Ephraim Lessing ("Emilia Galotti", "Nathan der Weise", "Minna von Barnhelm") verwandt ist. Außerdem erscheint 2016 noch ein 3. Band über die Familie Lessing.

Schreibstil und Charaktere:
Ulrike Renk hat wahre und fiktive Begebenheiten gekonnt verknüpft. Der Schreibstil ist klar und flüssig, er lässt sich gut lesen. Die bildhafte Beschreibung von Australien ist äußerst gelungen. Allerdings verwirren die vielen Personen mit oft ähnlichem (Kose-)namen erheblich.

Die unterschiedlichen Lebenswege und Entwicklungen der Schwestern sind authentisch und anschaulich beschrieben. Die Charaktere sind liebevoll skizziert, wirken lebensecht und natürlich...Menschen mit Ecken und Kanten. Besonders gut hat mir Großmutter Emilia gefallen, die die geborene Mutter/Großmutter zu sein scheint. Ohne einen Haufen Kinder um sie herum, scheint sie sich verloren zu fühlen. Die Familie geht bei ihr über alles. Auch Tante Molly, die sich über sämtliche Konventionen und Regeln hinwegsetzt, bringt frischen Wind in die Geschichte.

Fazit:
Eine interessante Fortsetzung des Romans "Die Australierin" mit einem zu schnellen Ende und einigen offenen Fragen. Trotz meiner Kritik liest sich die Geschichte um die drei unterschiedlichen Schwestern sehr gut und hat mich gut unterhalten.



Vielen Dank an den Aufbau Verlag, Lovelybooks und vorallem der Autorin Ulrike Renk für die vielen Erklärungen und die interessanten Diskussionen.


Die Reihe von Ulrike Renk.

  1. Die Australierin
  2. Die australischen Schwestern
  3.   ?    erscheint 2016

Wie ein fernes Lied - Micaela Jary



    • Taschenbuch: 544 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (10. August 2015)
    • ISBN-10: 3492306136
    • ISBN-13: 978-3492306133
    • Genre: Roman



Piper Kurzbeschreibung: 
Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Die Musik des Swing und alles "Nicht-Deutsche" ist während des Zweiten Weltkrieges verpönt. Marga, eine junge Frau, die diese Rhythmen liebt, singt und steppt, kann sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Genauso wenig wie ohne Michael, ihrem Freund aus Kindertagen, mit dem sie aufgewachsen ist und der der beste Klarinttenspieler weit und breit ist. Der junge Mann ist jedoch Halbjude und er nutzt einen Auslandsauftritt zur Flucht aus Nazideutschland. Dennoch gibt Marga weder Michael noch ihre geliebte Swingmusik auf.....
Paris 1999. Die junge Pianistin Andrea spielt neben ihrem Studium in Hotellobbys und Cafés. Dabei fällt ihr ein älterer, fremder Mann auf, der ihr stundenlang andächtig zuhört, doch kurz vor Ende ihres Spiels immer fluchtartig den Raum verlässt. Was will der Mann von  ihr?

Meine Meinung:
Dieser wundervolle Roman der Autorin Micaela Jary erzählt die Geschichte der Swing Kids während des Zweiten Weltkrieges. Junge Musiker, die einfach nur gerne Blues und Jazz spielten, doch letztendlich von der deutschen Wehrmacht verfolgt, eingesperrt und sogar in Lager gebracht wurden! Und das alles nur, weil sie gerne gute Musik gespielt oder zu ihr getanzt haben! Unvorstellbar für mich, die Musik ebenso liebt und sogar im Berufleben damit zu tun hat.....

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, wobei der Teil von 1939 bis 1945 den Großteil des Buches einnimmt. Unsere Hauptprotagonistin Marga ist eine junge Hamburgerin, die die schnellen Rhythmen der Swingmusik liebt. Michael, ihre Jugendliebe und Klarinettist, nutzt einen Auslandsauftritt und flieht aus Nazideutschland, während Marga zurückbleibt. Doch Marga kann Michael nicht vergessen und versucht alles, um ihn wiederzufinden. Sie schließt sich dem Tanzorchester Harry Alsen als Sängerin an.Von Deutschland über Dänemark bis nach Frankreich feiert die Truppe Erfolge. Und in Frankreich trifft sie auch wieder auf Michael, der unter den Namen Jules Delaborde lebt. Doch es gibt noch einen anderen Musiker, einen Gitarristen, der ebenfalls unter diesen Namen auftritt. Bei ihrer Suche nach Michael steht ihr Harald Alsen, der Bandleader, zur Seite. Auf ihn kann sie sich verlassen. Er wird ein Freund, der immer für sie da ist.


 Ganz still, zuweilen wie ein Traum
Klingt in dir auf ein fernes Lied.
Du weißt nicht, wie es plötzlich kam,
du weißt nicht, was es von dir will.
Und wie ein Traum ganz leis und still,
verklingt es wieder, wies es kam.
- Cäsar Flaischlen -
(1864-1920)

Das hört sich jetzt alles irgendwie sehr kitschig an, ist es aber überhaupt nicht. Sicher steht die Suche nach Michael an erster Stelle. Diese zieht sich auch wie ein roter Faden durch die Geschichte, genauso wie die Musik. Doch vorallem wird hier ein detailliertes Bild der Jugend während des Krieges gezeigt. Besonders durch die Verfolgung der Swingkids und des Verbotes des englischsprachigen Musik durch das Naziregime wandelt sich die gesamte Truppe. Allen ist klar, dass sie mit ihren Auftritten vorerst "unverzichtbar" sind und nicht ins Kriegsgeschehen eingreifen müssen. Doch die immerwährende und greifbare Furcht, dass das nächste Arrangement das letzte sein könnte, bleibt in den Hinterköpfen bestehen. Auch das Nichtwissen, wie weit sie sich auf die Musikwünsche und Einladungen der Gestapo einlassen sollen und was erlaubt ist und was nicht, bringt die Gruppenmitglieder immer wieder in große Gewissenskonflikte und auch in Gefahren. So müssen sie zum Beispiel amerikanische Klassiker mit neuen Texten zur Demoralisierung der Briten singen.

Die Zusammenhänge der beiden Geschichten aus den zwei Zeitebenen lässt sich zwar ein bisschen erahnen, aber das Meiste bleibt bis zum Schluss im Dunkeln. Die Spannung baut sich immer mehr auf und Micaela Jary kann auch noch mit einigen überraschenden Wendungen und Geheimnissen aufwarten.

Die Autorin weiß wovon sie schreibt, denn ihr Vater war während dieser Zeit selbst Swing Musiker. Der Roman birgt einige wahre Geschichten und ist eine Hommage an die jungen Musiker der damaligen Zeit, die sich laut der Autorin bei ihr zuhause die Klinke in die Hand gaben. Dieser Bezug zur Vergangenheit ihrer Familie zeichnet diesen Roman ganz besonders aus.

Schreibstil und Charaktere:
Der angenehme und lebendige Schreibstil der Autorin ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Die Schauplätze sind bildhaft beschrieben und die Charaktere mitten aus dem Leben gegriffen. Micaela Jary hat hier unglaubliche Recherchearbeit geleistet, die man dem Buch auch anmerkt. Zeit- und Ortsangaben sind mit Notenschlüssel und Notenlinien dargestellt  -  sehr originell!

Marga, unsere Hauptprotagonistin, ist anfangs eine politisch sehr unvoreingenommene und vorallem unbelastete junge Frau. Ihre Eltern beschäftigten sich sehr wenig mit der aufkommenden Naziherrschaft und leben in ihrer eigenen Welt. Dadurch gerät sie durch ihre Naivität anfänglich in einige brenzlige Situationen aus deren sie Harry Alsen sehr oft retten muss. Im weiteren Verlauf der Kriegsjahre ändert sich auch Margas Verhalten, die den Ernst der Lage langsam bemerkt.
Michael ist ein Vollblutmusiker und durch seine angenommene Identität lebt er ein sehr zurückgezogenes Leben, wobei er allerdings auch einige Fäden in der Hand hält.
Harry ist ein wahrer Freund Margas und er ist stets an ihrer Seite. Für ihn steht auch die ganze Tanzgruppe unter seinem Schutz. Er ist ein sehr sympathischer und loyaler junger Mann.

Fazit:
Ein äußerst gelungener Roman, den ich allen Musikliebhabern empfehle, genauso wie Leser, die gerne über die Zeit des zweiten Weltkrieges lesen. Atmosphärisch, lebendig und von mir eine Leseempfehlung!


Anzumerken sind noch der wunderschöne Plan von Paris auf der Cover-Innenseite hinten, das ausführliche Namensregister der im Roman genannten Künstler und ein Nachwort zur Recherchearbeit der Autorin.
Unter diesem link
http://www.piper.de/buecher/wie-ein-fernes-lied-isbn-978-3-492-30613-3
gibt es Swingsongs des Kammertanzorchesters Michael Jary.


Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar und Lovelybooks für die wunderbare Leserunde!

[Leserunde] zu "Bis ans Ende der Geschichte" von Jodie Picoult


Klappentext:
  Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?


Ab kommenden Mittwoch gibt es bei Janine von "Meine Welt der Bücher" eine Leserunde zu 
Jodie Picoult's neuesten Roman "Bis ans Ende der Geschichte".
Wer noch gerne mitmachen möchte kann sich noch bei Janine anmelden.
Wir freuen uns über jede Mitleserin!


Der Geschmack von Glück - Jennifer E. Smith


    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: Carlsen (25. Juli 2013)
    • ISBN-10: 3551583048
    • ISBN-13: 978-3551583048
    • Originaltitel: This Is What Happy Looks Like 
    • Genre: Jugendbuch



Carlsen Kurzbeschreibung:
Ein einziger, kleiner Tippfehler und schon landet die Email von Graham Larkin, dem zurzeit am heißesten umschwärmten Teeniestar, in Ellies Postfach - ganz am anderen Ende der USA und in einer vollkommen anderen Welt: ohne Glamour, dafür mit Ferienjob in einer Eisdiele. Dennoch, und ohne, dass der eine irgendetwas vom anderen weiß, entspinnt sich sofort ein wunderbarer, sprühender Dialog zwischen den beiden. Sie können über Gott und die Welt miteinander reden, nur nicht darüber, wer sie in Wirklichkeit sind. Doch dann schlägt Graham als Drehort für seinen neuesten Film Ellies kleines Küstenstädtchen vor, weil er sie endlich persönlich kennenlernen will. Aber wie macht man das als überall bekannter Filmstar und warum scheut umgekehrt Ellie die Öffentlichkeit so sehr?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Durch einen Tippfehler landet die E-Mail von Graham irrtümlicherweise im Postfach von Ellie. Beide beginnen einander zu mailen, obwohl sie sich nicht kennen. So beginnt ein wundervoller Mailkontakt, indem sich Ellie und Graham viele persönliche Dinge erzählen, ohne den anderen zu kennen. Denn Graham ist DER neue und total angesagte Jungschauspieler aus Hollywood. Er ist fasziniert von diesem Mädchen aus Maine und als ein geeignetes Küstenstädchen als Drehort für seinen neuen Film gesucht wird, schlägt Graham Ellies Heimatort vor. Sein Plan geht auf und so erhält er die Möglichkeit Ellie endlich kennenzulernen. Doch er rechnet nicht damit, dass Ellie die Öffentlichkeit scheut wie der Teufel das Weihwasser.....und sie hat auch einen Grund dafür.

Meine Meinung:
Der Beginn des Jugendromans besteht aus E-mails, die sich Ellie und Graham schreiben, ohne einander zu kennen. Die Beiden verstehen sich auf Anhieb und ihre Mails werden immer länger und intensiver......dabei kennen sie voneinander nur die Namen.

"Meine Vorstellung von Glück ... Sonnenaufgänge über dem Hafen. Eiscreme an einem heißen Tag. Das Geräusch von Wellen am Ende der Straße. Wenn sich mein Hund neben mir am Sofa einrollt. Abendspaziergänge. Tolle Filme. Gewitter. Ein guter Cheeseburger. Freitage. Samstage. Sogar Mittwoche. Die Zehen ins Wasser stecken. Pyjamahosen. Flipflops. Schwimmen. Gedichte. Die Abwesenheit von Smileys in E-Mails." 
 - Seite 26 -

Ellie ist ein ganz normaler Teenager, der während des Sommers gemeinsam mit ihrer besten Freundin Quinn in der örtlichen Eisdiele arbeitet. Am Nachmittag hilft sie ihrer alleinerziehenden Mutter im Andenkenladen. Als Graham nach Henley, dem Heimatort von Ellie kommt, verspricht er sich viel von diesem Treffen. Denn obwohl er ein Superstar ist, ist er auch ziemlich einsam. Sein großes Haus in Los Angeles teilt er sich nur mit seinem Hausschwein Wilbur. Seine Familie versteht dem Starrummel um ihn nicht und verhält sich, seitdem er berühmt ist, ihm gegenüber reserviert.

Jennifer E. Smith erfindet mit dieser Geschichte das Rad nicht unbedingt neu, doch vorallem am Anfang liest sich der Roman sehr gut. Mit viel Humor und sympathischen Charakteren findet man leicht in die Geschichte hinein. Leider lässt der Roman nach der Hälfte etwas nach und die Geschichte beginnt stellenweise vor sich zu plätschern. "Der Geschmack von Glück" ist auch eines dieser Bücher, bei denen man schon am Anfang weiß, wie es ausgehen wird. Das ist hier allerdings nicht unbedingt negativ auszulegen, denn die Geschichte lebt vorallem den humorvollen Schreibstil der Autorin und der Prise Romantik.


Schreibstil und Charaktere:
Die Geschichte wird in der 3. Person und abwechselnd aus der Sicht von Ellie und Graham erzählt. Durch die bezaubernden E-Mails, die die beiden verschicken, legen sie ihre Gedanken- und Gefühlswelt frei. Der leicht zu lesende, humorvolle, jugendliche und mitreißende Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an sehr gut gut gefallen.

Die rothaarige und sommersprossige Elli ist eine starke Persönlichkeit, die schlagfertig ist und sich von Grahams Berühmtheit nicht blenden lässt. Sie meidet eher die Öffentlichkeit und kann dem Rummel um eine einzige Person nichts abgewinnen.
Graham ist eher ein sensibler Charakter und er wirkt manchmal traurig. Er fühlt sich oft in seiner Haut nicht wohl und wünscht sich, wie wohl jeder Superstar, mehr Privatsphäre. Auf der anderen Seite wirkt er sehr professionell und erwachsen. Er nimmt seinen Job ernst und weiß was auf dem Spiel steht.
Auch das Küstenstädchen Henley und die Umgebung wurden von der Autorin sehr bildhaft beschrieben.

Cover:
Das Originalcover vermittelt den romantischen Touch, während das deutsche Cover meiner Meinung nach einfach mehr gute Laune versprüht. Ich kann mich nicht wirklich entscheiden, welches Cover ich besser finde.

Fazit:
Ein sehr jugendlicher Roman mit sympathischen Protagonisten, einer nicht unbedingt neuen Idee und einiger Vorhersehbarkeit. Trotzdem hat mich die Geschichte unterhalten und sie passt perfekt für einen lauen Sommerabend. Für die jugendliche Zielgruppe ein unterhaltender Liebesroman mit einer süßen Story.


 

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