Honigtot - Hanni Münzer



    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (13. April 2015)
    • ISBN-10: 3492307256
    • ISBN-13: 978-3492307253
    • Genre: Roman, historischer Roman

 
Piper Kurzbeschreibung:  
Als sich die junge Felicity auf die Suche nach ihrer Mutter macht, stößt sie dabei auf ein quälendes Geheimnis ihrer Familiengeschichte. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit und zum dramatischen Schicksal ihrer Urgroßmutter Elisabeth und deren Tochter Deborah. Ein Netz aus Liebe, Schuld und Sühne umfing beide Frauen und warf über Generationen einen Schatten auf Felicitys eigenes Leben.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge 

Darum geht's: 
Felicity hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und sich bei Doctors for the Wold angemeldet. Ihr Ticket nach Kabul, Afghanistan, hat sie bereits in der Tasche und die Beziehung zu ihrem Freund Richard hat sie deswegen auch beendet, als plötzlich ihre Großmutter Deborah stirbt. Bei den persönlichen Sachen im Altersheim findet ihre Mutter Martha alte Briefe und verschwindet daraufhin spurlos. 
Felicity entscheidet sich daraufhin nicht nach Afghanistan zu fliegen und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Die Spur führt nach Rom und zu ihrer Urgroßmutter Elisabeth Malpran, einer begabten Sängerin, die Anfang der Zwanziger Jahre in München lebte und mit einem jüdischen Arzt verheiratet war. Als das Naziregime immer stärker wird und die Judenverfolgung immer mehr zunimmt, beschließt die Familie zu fliehen..... 

Meine Meinung:
Der Roman wird in zwei Zeitebenen geschildert, wobei die Vergangenheit den größten Teil davon einnimmt. Der Beginn und das Ende in der Gegenwart mit der Urenkelin Felicity rundet zwar den Roman ab, die Geschichte wäre aber auch ohne den Teil in der Gegenwart ausgekommen und trotzdem gelungen. 

Der Leser taucht ein in eine Erzählung rund um die arische Sängerin Elisabeth, die mit einem jüdischen Arzt verheiratet ist. Sie lebt im Wohlstand und wird gefeiert. Der Gefahr des Nationalsozialismusses sieht sie etwas naiv entgegen. Erst als das Schicksal ihren Lauf nimmt und der Krieg auch Spuren im Hause Malpran hinterlässt, werden die Auswirkungen auch für Elisabeth und ihre Kinder, die Halbjuden sind, spürbar.
Es geht hier um drei Generationen von Frauen, die allesamt ein etwas gestörtes Mutter/Tochter Verhältnis
haben. Der Grund kommt allerdings erst im Laufe der Geschichte ans Licht und erklärt einige Verhaltensweisen. Was ich allerdings überhaupt nicht verstehen konnte, war die total überstürzte und gedankenlose Abreise von Felicitys Mutter, ohne ihrer Familie irgendwie Bescheid zu geben. Diese Handlung war für mich absolut nicht nachvollziehbar und für eine Frau mittleren Alters total unpassend.

Der zweite Weltkrieg als Rahmenhandlung ist ein Thema, das mich immer schon fasziniert hat und mich auch hier wieder an den Seiten kleben ließ. Deborah, Elisabeths Tochter, kommt dabei nicht immer sympathisch rüber, da sie in Nazikreisen verkehrt. Doch auch über den Widerstand und den Untergrund erfahren wir hier mehr. Richtig in die Tiefe geht das Thema allerdings trotzdem nicht, auch wenn wir mit Deborahs Freundin Marlene eine wunderbare und äußerst mutige Frau kennenlernen.

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Die Frauen der Familie stehen im Vordergrund, wobei ich aber auch gerne mehr über die Nebenfiguren gelesen hätte, die aber nur kurz vorkommen.
Die Autorin bringt das politische Geschehen gekonnt in die Familiengeschichte ein. Sie erzählt von den Ängsten und Sorgen der Betroffenen, aber auch von der Naivität vieler Menschen, die sich von Hitlers Politik begeistern ließen. Die Frauen besitzen Mut, kämpfen für ihre Kinder oder für Verfolgte und stehen deshalb auch vermeintlich auf der falschen Seite...

Interessant fand ich die Rezensionen bei Amazon. Der Widerspruch an der Bewertung hat mich fasziniert, denn entweder wird das Buch mit fünf Sterne richtiggehend gefeiert, oder es wird nur ein Stern gegeben und total abgelästert. So viele Ein-Stern-Bewertungen habe ich schon lange nicht mehr gesehen, wobei diese den mehr als 1000 fünf Sterne Bewertungen trotzdem nicht wirklich in Relation stehen. Drei und zwei Sterne Bewertungen gibt es hingegen kaum....das findet man sehr selten!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen. Das Thema Zweiter Weltkrieg ist nicht immer einfach, aber Hanni Münzer hat es verstanden über diese schreckliche Zeit zu berichten, ohne diese zu verherrlichen oder zu zensieren. Sie hat sehr viel recherchiert und das bemerkt man auch.

Ich möchte euch noch ein kleines Video vom PIPER Verlag hierlassen, wo die Autorin mehr zum Hintergrund dieses Buches erzählt.
Besonders bewegt hat mich die Geschichte, die Gustav seinem Sohn Wolfgang erzählt. Die Geschichte der von Moriah, der ersten Ameise, die von Adam im Paradies getötet wird.

 

Fazit: 
Eine Geschichte über die Frauen einer Familie, einem Geheimnis und den zweiten Weltkrieg als Rahmenhandlung. Spannend geschrieben und gut recherchiert, mit kleinen Mängel.



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