Das falsche Kind - Petra Schulz/Dieter Bracht



    • Broschiert: 452 Seiten
    • Verlag: Leinpfad Verlag; Auflage: 1. Aufl. (23. März 2015)
    • ISBN-10: 3942291886
    • ISBN-13: 978-3942291880
    • Genre: Krimi




Leinpfad Verlag Kurzbeschreibung: 
Bennie und Lukas, beide blond und 5 Jahre alt, spielen im Garten einer Villa im Mainzer Rosengartenviertel. Einer ist Asterix, der andere Obelix. Da steht plötzlich Miraculix am Gartenzaun: Idefix ist in Gefahr, und nur Asterix kann ihn retten! Als die Entführer merken, dass sie nicht den Sohn des vermögenden Klaus von Kesselheim entführt haben, setzen sie alles daran, das richtige Kind zu schnappen. Aber wohin mit dem falschen Kind? Der Mainzer KHK Karl Bender ermittelt unter Hochdruck, denn die entführten Kinder sind in höchster Gefahr. Und als dann auch noch das Lösegeld verschwindet und Menschen, die mit dem Fall in Verbindung stehen, auf grausame Weise ermordet werden, sucht Bender nicht nur nach den Kindern und ihren Entführern, sondern auch nach einem Mörder, von dem er nur eines weiß: Er tötet gerne …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Den Debütroman von Petra Busch und Dieter Bracht durfte ich im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde lesen und ich freue mich sehr, dass ich ein neues interessantes Krimi-Autorenpaar kennenlernen durfte. Der pensionierte Staatsanwalt mit seinem Ermittler Know-how und die Fernsehjournalistin ergänzen sich hier perfekt.
Der Regionalkrimi spielt in Mainz und Umgebung. Hier lebt Kommissar Karl Bender mit seinem geliebten Hund Bommel. Er sammelt Toaster aus den Fünfziger Jahren und durchsucht generell gerne Sperrmüllhaufen, wobei er schon einige tolle Fundstücke aufgespürt hat. Als er im Garten eines Hauses einen alten Toaster erblickt und im Sperrmüll wühlt, wird er vom aufgebrachten Hausbesitzer niedergeschlagen. So erfährt Kommissar Bender, dass sich im Hause von Klaus von Kesselheim gerade ein Drama abspielt. Der fünfjährige Lukas, der Sohn der Kinderfrau, wurde entführt. Die Entführer dürften allerdings die beiden blonden Jungen, die im Garten spielten, verwechselt haben. Statt Benni, den Sohn des reichen Promiarztes Klaus von Kesselheim, haben sie Lukas mitgenommen und forden eine Million Euro Lösegeld. Kommissar Bender übernimmt den Fall gemeinsam mit seinem Team und ahnt schon bald, dass es sich hier um keine Profis zu handeln scheint.

Neben der sehr interessanten und realistisch wirkenden Ermittlungssarbeit stechen in diesem Krimi vorallem die Charaktere hervor. Hauptkommissar Bender ist ein überaus sympathischer Mann, der seine Leidenschaften pflegt. Neben seinen Beruf ist dies die Sammelleidenschaft von alten Gerümpel, das er restauriert, sein Hund Bommel und gutes Essen. Sein junger Kollege Marc Kittel ist ein ehrgeiziger Polizist, der jedoch mit seinem Übereifer meistens mehr Schaden anrichtet, als wieder gut macht. Seine Pannen heitern den Regionalkrimi ungemein auf und als Leser schwankt man zwischen Sympathie und Ärger. Da Kittel sich gerne profilieren möchte, tritt er oft voll ins Fettnäpfchen.
Auch die Umgebung wurde sehr bildhaft beschrieben und zeichnet diesen Regionalkrimi aus. Freunde von Asterix und Obelix kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn die Gallier spielen eine größere Rolle in dieser Geschichte.

Die Kapitel sind mit einem Wochentag und einem Zitat unterteilt (Beispiel: Erster Montag: "Diamanten in einer Gefriertüte, das ist so gruselig"). Der Wochentag gibt den Zeitpunkt seit der Entführung an. Das Zitat wurde aus dem Text genommen. Für mich einmal etwas ganz anderes. Zu Beginn gibt es auch ein Personenregister.
Die Geschichte ist anfangs noch gemächlich und der Leser wird mit den handelnden Charakteren bekannt gemacht. Danach beginnt der Spannungsbogen kontinuierlich anzusteigen. Auch die Thematik der Entführung eines falschen Kindes und die daraus entstehende Problematik samt der Reaktion der Täter sind Themen, auf die hier sehr genau eingegangen werden. Auch wenn man denkt, man hat eine Ahnung wer die Entführer sein könnten, führen überraschende Wendungen den Leser wieder auf neue Spuren und Wege. Die Lösung des Falles ist stimmig und lässt keine Fragen offen.

Den einzigen Mangel, den dieser spannende Krimi aufweist ist die schlechte Bindung des Buches! Man tut sich sehr schwer mit dem Lesen, da man beide Hände braucht um die Seiten ordentlich aufgeklappt halten und flüssig lesen zu können. Obwohl ich sehr heikel auf meine Bücher bin, erkennt man durch dieses Manko mehr als genug Lesespuren.

Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, die Regionalität kommt nicht zu kurz und trotz der Krimihandlung und dem ansteigenden Spannungsbogen fehlt auch der Humor nicht. Die beiden Autoren ergänzen sich hier perfekt. Für mich ein gelungener Debütkrimi!

Cover:
Auf dem eher düsteren Cover sieht man den Schatten eines laufenden Kindes -  passend zum Inhalt. Für mich assoziiert die Farbgebung des Covers sofort die eines Krimi/Thrillers.

Fazit:
Eine toller Debütkrimi mit regionalem Touch. Charismatische Charaktere, interessantes Thema, gute Ermittlungsarbeit und genau die richtige Prise Humor machen diesen Kriminalroman zu einem eindrucksvollen Erstlingswerk.



Vielen Dank an den Leinpfad Verlag, der Autorin für all die kulinarischen Einblicke und an Lovelybooks für die interessante Leserunde

1 Kommentar:

  1. Meinst Du das Buch, Martina? Jedenfalls hört es sich spannend an, Deine Bewertung sagt eigentlich schon alles und es spielt auch noch in meiner Heimatstadt. Somit ist es schon ganz vorne auf meine WL gewandert. :)

    LG Isabel

    AntwortenLöschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos