- Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
- Verlag: Diana Verlag (1. September 2014)
- ISBN-10: 3453291557
- ISBN-13: 978-3453291553
- Genre: Kriminalroman
Diana Kurzbeschreibung:
An einem Nachmittag im November verschwindet die fünfjährige Emilie Brenner. Spurlos, denn obwohl die Nachbarn sie noch mit ihrem neuen Fahrrad sahen, scheint sie wenig später wie vom Erdboden verschluckt. Ein Albtraum für die Eltern, die eine Vermisstenanzeige allerdings viel zu spät aufgeben, und auch für Kommissar Klinkhammer, der aus bitterer Erfahrung weiß, dass bei verschwundenen Kindern jede Minute zählt. Noch ahnt er nicht, dass seit Monaten in der Nachbarschaft Dinge geschehen, die an jenem Tag im November unweigerlich zur Katastrophe führen.
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
"An einem Tag im November" konnte mich im Vergleich zu meinem ersten gelesenen Roman der Autorin "Der Frauenjäger" (Rezi hier) wirklich positiv überraschen.
In diesem Kriminalroman geht es um einen Vermisstenfall. Die kleine Emilie Brenner verschwindet an einem regnerischen und grauen Tag im November spurlos. Während ihre schwangere und vollkommen erschöpfte Mutter Anna Brenner im Wohnzimmer eingeschlafen ist, holt Emilie ihr neues Fahrrad heraus, um in der Wohnsiedlung herumzufahren. Doch aus dem kleinen Fahrradausflug wird einer ohne Wiederkehr. Emilie gilt als vermisst - ein Albtraum für alle Eltern.
Schon der Prolog entführte mich in eine unglaubliche Geschichte, die einem nach Luft schnappen lässt und man sofort wissen möchte, wie es weitergeht. Doch danach lässt uns die Autorin in verschiedene Erzählsträngen an den Ermittlungen, sowie an den Monaten vor dem Verschwinden von Emilie, teilhaben. Während die Ermittlungsarbeiten unter Kommissar Arno Klinkhammer kaum voranschreiten, lernt der Leser die Bewohner der vermeintlich idyllischen Gartensiedlung, in der die Brenners wohnen, näher kennen. Doch auch dessen Verwandtschaft, die ehemalige Chefin von Anna und die Angestellten aus Lukas Brenners Fitnessstudio. Bei diesen vielen Figuren ist das anfangs angeführte Personenregister teilweise unablässig!
Autorin Petra Hammesfahr beweist hier großes Geschick, denn um all die vielen Personen, Handlungen und letztendlich die Geschichte zu einem zufriedenen und logischen Ende zu bringen, bedarf es wahrlich der Kunst des Schreibens!
Hier geht es um viele Themen: Überforderung, Mobbing, Erpressung und vorallem um das kleinbürgerliche Spießbürgertum, um Rassismus und Geheimnisse. Sieht man etwas genauer hinter die wunderschönen Fassaden, findet man jede Menge Grausamkeiten und Lieblosigkeit. Sei es der Nachbarjunge, der in der Schule gemobbt wird und dessen Eltern sein Leiden nicht mal bemerken oder die drei Mädchen, die ihre Schulkameraden bestehlen und prügeln, der etwas anderes Sohn von Anna Brenners Chefin, der junge Mädchen bedrängt und der prügelnde Ehemann.....alle scheinen ihre Päckchen zu schleppen und nichts ist so, wie es scheint. An manchen Stellen erinnert der Roman teilweise an eine Sozialstudie und die typischen Klischees kommen auch nicht zu kurz. Trotzdem bleibt die Krimihandlung spannend und alle beschriebenen Personen könnten als Täter in Frage kommen.
Die Charaktere werden sehr glaubhaft beschrieben und ich bin mir sicher, dass wir alle einen oder mehrere ähnliche Charaktere, die hier dargestellt werden, kennen.
Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr detailreich und die vorkommenden Personen sind anfangs nicht ganz zu überblicken. Das Personenregister zu Beginn hilft hier ungemein und der flüssige Schreibstil ebenso. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten ist man sehr schnell in der Kriminalgeschichte gefangen und fragt sich, was sich hinter all den Abgründen verbirgt. Dies hat die Autorin meisterhaft gelöst, genauso wie die vielen roten Fäden, die sich zum Ende hin wunderbar zu einem Ganzen verbinden.
Cover:
Das Cover ist perfekt gewählt. Das pinke Fahrrad der kleinen Emilie, das der eigentliche Auslöser und der Beginn einer tragischen Geschichte wird. Auch die düstere und graue Stimmung im November zeigt sich auf dem Titelbild.
Fazit:
Ein spannender Kriminalroman mit einem überraschenden Ende, der anfangs durch die vielen Personen und Erzählstränge etwas verwirren kann. Obwohl hier einige Klischees bedient wurden, fesselte mich die Handlung und ließ mich durch das Buch nur so fliegen.Wegen der angesprochenen negativen Punkte (viele Erzählstränge und Personen, Klischees...) sind es vier statt fünf Sterne geworden - sonst TOP!
















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