- Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
- Verlag: Blanvalet Verlag (1. September 2014)
- ISBN-10: 3764505214
- ISBN-13: 978-3764505219
- Genre: Biografie
Blanvalet Kurzbeschreibung:
Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.
Ich gebe keine Sternenbewertung bei Biografien ab!
Buch zur Blanvalet Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich bei einer Bewertung für dieses autobiografisch Buch von Charlotte Link wirklich sehr schwer tu und da ich bei anderen Biografien keine Bewertung abgegeben habe, möchte ich es auch hier dabei belassen.
Worum es bei dieser wahren Geschichte geht, sieht man auf den ersten Blick und man weiß auch schon vor dem Lesen, dass es sicher nicht leicht zu Lesen sein wird.
Da ich selbst im Freundes- und Familienkreis mit dem Thema Krebs konfrontiert wurde und einige liebe Menschen an dieser bösen Krankheit verloren habe, macht es nicht unbedingt leichter.
Trotzdem bin ich mit einigen Ansätzen der Autorin nicht wirklich einverstanden.
Etwas, das ich leider auch unterschreiben kann, ist die Willkür, die man den Ärzten, sowohl als Patient als auch als Familenangehöriger, ausgeliefert ist. Mit Grauen denke ich an die verpfuschte Darm-OP meines Schwiegervaters, die ewigen Versprechungen des eines Krankenhauses betreffend einer weiteren OP, die ein Krankenhaus dem anderen zuschob...solange bis keine OP mehr möglich war. Oder die erste Chemo meines Schwagers, die gleich zu hoch dosiert war und ihm die Speiseröhre verbrannte. Und deshalb finde ich es auch gut, dass eine bekaennte Autorin diese Umstände anprangert. Auf der anderen Seite war ihre Schwester schon eine priviligierte Patientin, die eine höhere Versicherung hatte und die sich alternative Behandlungen leisten konnte.
Meine Freundin Petra hatte einen ähnlich langen Leidensweg wie Charlotte Links Schwester Franziska. Sie hatte Morbus Hodgkin, wie Franziska's erster Krebs, den sie besiegte, der aber letztendlich mitverantwortlich war für ihren Tod beim nächsten Krebs, da man die Nebenwirklungen der Chemo von damals nicht kannte. Mehr will ich darauf gar nicht eingehen, denn das sollte jeder selber lesen bzw. bin ich froh, dass meine Freundin das nicht auch noch mitmachen hat müssen.
Was mir jetzt aber an der Geschichte so gar nicht gefallen hat, war dieses Selbstmitleid der Autorin. Ich verstehe, dass sie und ihre Schwester eine ganz besondere Verbindung hatten und einen geliebten menschen zu verlieren ist einfach furchtbar. Aber immer wieder zu betonen, dass ihre Schwester der wichtigste Mensch in ihrem Leben sei und sie ohne ihr gar keine Lebenslust mehr hat....das als Mutter und Ehefrau...kann ich nicht verstehen. Ich bin selbst Mutter und so eine Aussage schmerzt mich zutiefst! Meine Schwester ist für mich auch eine der wichtigsten Personen. Durch den großen Altersunterschied zu meinen Geschwistern ist sie für mich Zweitmutter, Schwester und Freundin zugleich. Aber jeder Frau, die Kinder hat weiß, dass ihr Kind an erster Stelle steht! Ich möchte nicht die Tochter von Charlotte Link sein und ihr Buch später mal lesen! Soetwas finde ich - trotz des großen Schmerzes - verantwortungslos!
Verstehen kann ich auch nicht, dass niemand mit der Krebskranken, selbst zum Schluss, über ihren Tod und dem Nachher reden wollte. Besonders, da Franziska auch noch kleine Kinder hatte und sich sehr für Tiere engagierte. Es war für alle eine Art tabu und das nach sechs Jahren Leidensweg.
An dieser Stelle möchte ich ein von mir gelesenes Buch hervorheben: Nana - der Tod trägt pink (meine Rezi: klick)
Dieses Buch wurde von einer Mutter geschrieben, die den Tod ihrer Tochter ebenfalls in einem Buch verarbeitet hat, aber dieses Buch hat mich zutiefst ergriffen. Die erst neunzehnjährige Nana ist sowas von stark und positiv und hier wird wirklich alles besprochen. Das Buch ist trotz des schlechten Ausganges positiv - ganz im Gegensatz zu Charlotte Links Buch. Das will ich ihr aber auch gar nicht anlasten, denn über so ein Thema positiv zu schreiben ist schier unmöglich...auch wenn es Nana's Mutter geschafft hat...und diese ist keine Autorin. Einen Krebskranken würde ich dieses Buch auf keinen Fall lesen lassen!
Ich will jetzt nicht nur negativ über dieses Buch sprechen, denn es ist sehr persönlich, aufwühlend und zeigt viele Missstände auf. Ich denke, dass ist auch einer der Gründe, die die Autorin dazu veranlasst hat, ein Buch über die Leidensgeschichte ihrer Schwester, neben der Verarbeitung, zu schreiben und anderen Betroffenen zu helfen. Ebenfalls werden die klinischen Fachbegriffe sehr verständlich erklärt.
Fazit:
Ein sehr persönliches Buch, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Trotz der schlimmen Leidensgeschichte hatte ich oft das Gefühl, dass sich die Autorin selbst zu sehr ins Rampenlicht stellt. Trotzdem war es für Charlotte Link sicher gut diesen großen Verlust hier etwas aufarbeiten zu können.
















Ich stimme absolut mit dir überein! Ja, es ist schlimm (das Schlimmste...), jemanden durch Krebs oder eine andere Krankheit zu verlieren und diese Person jahrelang leiden zu sehen. Und direkt nach dem Tod ist es meistens schwierig, positiv zu denken. Aber mit und für den Menschen versucht man doch, sein Bestes zu geben und für denjenigen dazusein und über alles zu reden.
AntwortenLöschenEin Buch, das ich dir empfehlen kann, ist "Wir treffen uns wieder in meinem Paradies". Auch sehr bewegend und traurig, aber eben mit dieser positiven Energie der Erkrankten und Familie.
Jetzt wünsche ich dir einen schönen Start in die Woche, LG, Jana