Die Insel der roten Mangroven - Sarah Lark


    • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: Aufl. 2012 (16. November 2012)
    • ISBN-10: 3785724608
    • ISBN-13: 978-3785724606
    • Genre: historischer Roman, Familiensaga 
    • Reihe: ja - 2. Band

 

Bastei Lübbe Kurzbeschreibung: 
Jamaika, 1753: Deirdre, die Tochter der Engländerin Nora Fortnam und des Sklaven Akwasi, lebt behütet auf der Plantage ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Die jungen Männer der Insel umschwärmen sie trotz ihrer anrüchigen Herkunft. Doch Deirdre zeigt an keinem Interesse - bis der junge Arzt Victor Dufresne um ihre Hand anhält. Nach einer prunkvollen Hochzeitsfeier schiffen sich Victor und Deirdre ein nach Saint-Domingue auf der Insel Hispaniola - und was dort geschehen wird, soll alles verändern - ...

Meine Bewertung:  * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Band 2 zu Sarah Larks Karibikreihe kann auch gut alleine gelesen werden, greift jedoch manchmal ein bisschen zurück auf die Geschehnisse in Band 1 "Die Insel der tausend Quellen" *meine Rezi*

Nach der sehr aufregenden Geschichte um Nora im ersten Buch, widmet sich die Autorin nun Deidre, Nora's Tochter, die auf der Plantage Cascarilla Gardens ihrer Eltern sehr frei aufwächst. Ihre Liebe gilt den Pferden und ihre Freundin ist die Farbige Amali, die auch ihre Zofe ist. Die unkonventionelle Art wie die Fortnams die Farbigen auf ihrer Plantage behandeln, kommt bei den anderen Plantagenbesitzern nicht so gut an. Von Freibriefen, die die Sklaven auf Cascarilla Gardens erhalten, halten sie schon gar nichts. Dies macht die Fortnams eher zu Aussenseitern und macht Nora Kopfzerbrechen betreffend Deirdres Heiratsaussichten. Auch ein gut gehütetes Geheimnis um die Herkunft ihrer Tochter lässt sie nicht so leicht verheiraten, wobei diese auch kaum Interesse an den jungen Männern der Umgebung zeigt. Als sie jedoch den jungen Arzt Victor Dufresne kennenlernt, der ebenso wenig von der Sklavenhaltung hält wie die Fortnams, verliebt sie sich in ihn. Victor kommt vom französischen Teil der Insel Hispaniola, dem heutigen Haiti. Seine Eltern besitzen eine der größten Plantagen in der Nähe von Cap Francais. Nach der Heirat folgt Deirdre dem jungen Arzt in dessen Heimat, beginnt sich dort aber bald zu langweilen und findet kaum Zugang zur feinen Gesellschaft, während ihr Ehemann versucht seine Artpraxis aufzubauen. Eines Nachts bringt der schwarze Pirat Big Caesar seine schwer verletzte Gefährtin Bonnie zu Victor. Deirdre ist fasziniert von Caesar und lässt sich auf eine verhängnisvolle Affäre ein....

Im zweiten Handlungsstrang, der parallell zu Deirdres Geschichthe erzählt wird, lernt der Leser den freien Sklaven Jefe und die Sklavin Bonnie kennen. Die Beiden leben auf den Grand Cayman, den Kaimaninseln,  sind befreundet und träumen von einem anderen Leben. Während Jefe voller Zorn auf die Weißen ist und ein großer Kämpfer, wie sein Vater werden will, möchte Bonnie nur weg vom brutalen Metzger Dayton, der sie immer wieder misshandelt und vergewaltigt. Heimlich ist sie auch noch in Jefe verliebt und möchte einfach nur bei ihm bleiben. Beide flüchten auf ein Piratenschiff. Aus Bonnie wird der Junge Bobbie und aus Jefe wird Little Black Caesar.

Ein großer Teil des Romans wird von der Sklaverei und den Aufständen der Schwarzen gegen ihre weißen Herren eingenommen. Im Vergleich zu "Der Fluch der Zuckerinsel" von Nora Berger, das ich erst vor kurzem gelesen habe und das etwa zur selben Zeit auf der Insel Martinque spielt, wird in diesem Buch sehr genau auf die Missstände der Sklaverei und den Aufständen der Farbigen gegen den weißen Plantagenbesitzern eingegangen. Sarah Lark entführt den Leser sogar direkt in den Dschungel zum Anführer Macandal und lässt uns sehr direkt am Leben der Aufständischen teilhaben. Genauso bildhaft beschreibt sie das Leben auf den Plantagen, die heruntergekommen Sklavenquartiere und die Brutalität der Aufseher. Sarah Lark schafft es, die Entwicklung der Sklavenaufstände sehr gut aufzuzeigen. Nachdem ich ja erst ein Buch zu diesem Thema gelesen habe und auch hier die Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln hervorgehoben werden, konnte ich einige Vergleiche zu dessen Entwicklung erkennen.

Schreibstil:
Sarah Larks Geschichten aus fremden und faszinierenden Ländern fesseln immer wieder. Die Autorin versteht es sehr genau die passende Dosis Spannung, Gefühl und das Leben aus vergangen Zeiten einzusetzen. Ihre Geschichten sind nicht unbedingt anspruchsvolles hohes Niveau, sie führen den Leser aber augenblicklich in eine andere Welt um dort gerne zu verweilen. Sie versteht es ihren Familiensagen Leben einzuhauchen und baut gekonnt Spannung auf. In diesem Roman verbindet sie außerdem zwei Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verknüpfen.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, wobei ich den Hass, den Ehrgeiz und den Egoismus von Jefe richtig spüren konnte, Bonnie's Herzensgüte mich verzauberte, es jedoch Deirde etwas an Tiefgründigkeit fehlte. Als Hauptprotagonistin bleibt sie etwas blass. Sie ist eine eher egoistische Protagonistin, die zwar als heißblütig und wild beschrieben wird, aber nicht unbedingt sehr sympathisch rüberkommt.

Cover:
Wunderschön. Es lädt zum Traumen ein und beschreibt genau die Landschaft dieser Insel (ich war schon in der Dominkanischen Republik, den anderen Teil der Insel Hispaniola).

Fazit:
Sarah Lark ist einfach ein Garant für wunderbare und faszinierende Geschichten, die uns zum Träumen vom Leben in ferne Länder einladen. Wie üblich fesselnd geschrieben mit der richtigen Dosis Abenteuer, Gefühl und Historie. Alles vorhanden, was Sarah Lark Fans lieben!


Die Reihenfolge der Familiensaga:

  1. Die Insel der tausend Quellen
  2. Die Insel der roten Mangroven

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