Zersplittert - Teri Terry


    • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
    • Verlag: Coppenrath, F; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2014)
    • ISBN-10: 3649611848
    • ISBN-13: 978-3649611844
    • Originaltitel: Fractured
    • Genre: Dytopie
    • Reihe: ja - Band 2


Amazon Kurzbeschreibung: 

 Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Denkt sie. Doch als Kyla im Wald von dem aufdringlichen Wayne Best angegriffen wird, setzt schlagartig ihr Erinnerungsvermögen wieder ein . Trotzdem stellen sich der 16-Jährigen weiterhin jede Menge rätselhafter Fragen: Wer ist das Mädchen mit den zertrümmerten Fingern, die in ihren Albträumen auftaucht? Und welche Rolle hat sie bei Free UK, einer terroristischen Gruppe im Untergrund, gespielt? Als ein mysteriöser Mann namens Hatten in Kylas Leben tritt, besteht für sie endlich die Möglichkeit, mehr über ihre Vergangenheit und das System der Lorder herauszufinden. Doch Hatten verfolgt als Anhänger von Free UK seine eigenen Ziele und Kyla wird immer mehr zum Spielball zwischen Lordern und Terroristen

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
******ACHTUNG TEIL 2************* 
 Es kann womöglich Spoiler zu Teil 1 geben!

Während Teil 1 der Dystopie eher ein ruhiges Buch ist und den Leser langsam in die Geschichte hineinführt, ist Teil 2 "Zersplittert" einiges temporeicher. Die Geschichte schließt nahtlos an "Gelöscht" an und ist Voraussetzung für den zweiten Teil der Trilogie.

Durch den traumatischen Zwischenfall am Ende von Teil 1 kann sich Kayla wieder an einige Dinge aus ihrem alten Leben erinnern. Nicht nur wer ihr neuer Biologielehrer in Wirklichkeit ist, sondern auch hinter welcher Organisation er steckt. Er bedrängt Kyla sich wieder Free UK anzuschließen, doch gleichzeitig haben auch die Lorder ein Auge auf Kayla geworfen. Welcher der beiden Gruppierungen kann sie eher vertrauen? Und stimmt es, dass Ben doch nicht tot ist?
Die Spannung wird sehr rasch aufgebaut und man spürt direkt die innere Zerissenheit von Kayla, die nicht weiß, wen sie noch vertrauen soll. Im Vordergrund steht allerdings ihr Wunsch Ben wiederzufinden. Dadurch begibt sie sich in große Gefahr....
Obwohl bereits in diesem Band vieles aus Kayls Vergangenheit enthüllt und einige Fragen beantwortet werden, hat sich die Autorin für Band 2 viele neue Wendungen und Überraschungen einfallen lassen. So bleibt die Spannung aufrecht und es gibt noch immer genug offene Fragen.

Auch in "Zersplittert" ist die Darstellung der Charaktere das große Plus der Autorin. Alle Personen entwickeln sich weiter und trotzdem bleibt jeder undurchschaubar. Kylas Mutter wird mir immer sympathischer, ihr Vater genau das Gegenteil und zu Amy, Kylas Schwester, finde ich noch immer keinen wirklichen Zugang. Sie ist die typische Slaterin, immer gut gelaunt und naiv. Und dann sind noch die neuen Charaktere, wie Cam, der neue Nachbarsjunge. Er ist der nette Junge von nebenan, doch steckt wirklich nicht mehr dahinter? Obwohl man die Charaktere fast allesamt gut kennenlernt, kann man sich als Leser nie sicher sein, wie diejenige Person einzuschätzen ist. 

Fazit:
Teil 2 weist wesentlich mehr Spannung auf und hat mich noch besser unterhalten als Teil 1. Das große Plus der Autorin ist ihre wundervolle und undurchsichtige Charakterzeichnung.  Freu mich schon auf Teil 3.

Es wird keine Helden geben - Anna Seidl


    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: Oetinger (20. Januar 2014)
    • ISBN-10: 378914746X
    • ISBN-13: 978-3789147463
    • Genre: Jugendbuch

Oetinger Kurzbeschreibung: 
Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Chaos Challenge

Meine Meinung:
Letztes Jahr gab es die große Hype um dieses Buch der jungen Autorin Anna Seidl. Ich wollte es ebenfalls sehr gerne lesen, da ich es sehr mutig fand über ein Thema wie Amoklauf zu schreiben. Vorher hatte ich nur "19 Minuten" von Jodie Picoult zu diesem Ereignis gelesen und dieses Buch hat mich tief beeindruckt, wie die meisten Bücher von Picoult. Umso neugieriger war ich auf dieses Debüt!
Danach sah man allerdings das Buch auf jeden Blog und mir wurde es eindeutig zu viel. Die Lust diese Geschichte zu lesen verging mir irgendwie und so lag es jetzt ein Jahr auf meinen SuB.
Vor kurzem hatte ich Lust dazu und es fehlte mir auch noch ein Punkt zur Chaos Challenge....also wurde es aus meinen Regal befreit und ich habe es nicht bereut!

Schon auf den ersten Seiten nahm mich der eindringliche Schreibstil gefangen. Voller Verwunderung mit welchem großartigen Gespür die Autorin hier eine Geschichte erzählt, die jeden Menschen traumatisiert zurücklässt, blieb ich an den Seiten kleben. Mit immer mehr Begeisterung drang ich in die Gefühlswelt von Miriam, unserer Hauptprotagonistin, ein. Ein Mädchen, gerade mal 15 Jahre alt, das den Tod eines Mitschülers und den tödlichen Schuss auf ihren Freund erleben muss und schlussendlich in den direkten Pistolenlauf blickt, den der Schütze auf sie gerichtet hat. Was geht in einem Menschen vor, der soetwas erlebt? Und wie verarbeitet er dieses Erlebnis? Genau darum geht es in diesem Jugendbuch!

Anna Seidl hat hier ein Buch geschrieben, das mich wirklich beeidnruckt hat! Nicht nur, weil dieser Jugendroman von so einer jungen Autorin geschrieben wurde, sondern besonders deswegen, weil man das ganze Buch über das Gefühl hat, die Autorin hätte alles selbst erlebt. Die Gefühle, die Miriam nach dem furchtbaren Zwischenfall in der Schule in sich trägt, sind einfach so wunderbar beschrieben, dass man in dieser Geschichte versinkt und sich mitten drin fühlt. Die Schockstarre nach der grauenhaften Tat in der Miriam und vorallem ihre beste Freundin Joanne leben, löst sich nur langsam und bei Joanne überhaupt nicht. Die Frage, ob Miriam und ihre Klassenkollegen ebenfalls Teilschuld an dieser Tat haben, weil sie den Schützen gemobbt haben, wird ebenfalls in den Raum gestellt. Ich war beeindruckt von der Menge an Gefühlen, die in dieser Geschichte hervorbrechen: Angst, Sorge, Verzweiflung und Hoffnung...alles nahm ich Miriam und ihren Freundinnen ab. Das Leben der Mädchen, das von einer Sekunde auf die andere plötzlich ganz anders ist und nichts mehr wichtig zu sein scheint als die Frage "Wie lebe ich damit weiter?" "Kann ich damit weiterleben"?

In Rückblenden erlebt der Leser das zuvor unbeschwerte Leben der Teenager, das sich - wie so üblich - größtenteils um ihre Freunde, ausgehen und Spaß haben, dreht. Und wie unvorbereitet sie alle diese Tat trifft und sie verändert. In dieser Geschichte ist der Amoklauf der Auslöser und dann erst beginnt die eigentliche Geschichte.....eine Geschichte von Schuld, Leid und Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Lebensmut.

Schreibstil:
Der Schreibstil der jungen Autorin hat mich von Beginn an gefesselt. Er ist intensiv, eindringlich, aber auch gefühlvoll. Die Ich-Perspektive bringt dem Leser unsere Hauptprotagonistin sehr nahe, sie ist authentisch und lebendig. Wie die Autorin das Leben dieses jungen Mädchens beschreibt ist direkt aus dem Leben gegriffen. Die Gedanken, die sich die verstörten Jugendlichen machen, wie die Eltern damit umgehen und wie die Teenager langsam wieder zurück ins Leben finden oder daran zerbrechen, wird hier auf beeindruckenste Weise geschildert
Fast auf jeder Seite könnte man einzelne Sätze anstreichen, die man in ein Heft notieren und als kleine Schätze hüten könnte....kleine Lebensweisheiten eben.

Fazit:
Ein beeindruckendes Buch, das noch lange nachwirkt, sehr intensiv und eindringlich ist! Ich bin begeistert und kann allen, die es noch nicht gelesen haben, diese Geschichte nur ans Herzen legen!


Als Gott schlief - Jennifer B. Wind



    • Broschiert: 373 Seiten
    • Verlag: Gmeiner, A (10. Dezember 2014)
    • ISBN-10: 3839217172
    • ISBN-13: 978-3839217177
    • Genre: Thriller

Gmeiner Kurzbeschreibung: 
München und Wien: Eine Serie brutaler Morde an katholischen Geistlichen schockiert die Öffentlichkeit. Die Opfer werden auf grausame Weise gefoltert und getötet. Am Tatort werden mysteriöse Hinweise gefunden, die jedoch niemand entschlüsseln kann. Kriminalbeamtin Jutta Stern und ihr Partner Thomas Neumann stehen vor einem Rätsel. Was hat die Opfer verbunden? Was treibt den Mörder an? Bei ihren Ermittlungen stößt Jutta auf eine Mauer aus Angst und Schweigen – doch dann entdeckt sie eine Spur, die weit in die Vergangenheit zurück reicht ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon vor ein paar Monaten sah ich diesen Thriller bei Lovelybooks und fand das Thema richtig interessant. Leider gab es bis vor kurzem diese Geschichte nur als eBook, aber die begeisterten Rezensionen haben den Gmeiner Verlag wohl aufmerksam gemacht. Das habe ich auch gleich ausgenützt und kurz angefragt, ob ich das Buch den rezensieren dürfte. Und zu meiner Freude trudelte es Anfang des Jahres hier bei mir ein.

Der österreichischen Autorin Jennifer B. Wind ist damit ein toller Debütroman zu einem heiklen Thema gelungen. Ein Thema, das nicht jeder gerne anspricht und oft auch nicht so gerne darüber gelesen wird. Trotzdem gehört es viel,viel öfter erwähnt und an die Öffentlichkeit getragen. Es geht um Kindesmissbrauch durch Geistliche.

Zu Beginn des Thrillers wird die Kriminalbeamtin Jutta Stern zu einem Mordopfer gerufen. Ihr Vorgesetzter Georg Kunze ist bereits vor Ort. Der Tote, ein Bischof, wurde auf brutalste Weise ermordet. Neben dem Bett eine aufgeschlagene Bibel, in der ein Absatz angestrichen wurde. Kurz darauf gibt es einen ähnlichen Fall in München. Auch hier findet man ein aufgeschlagenes Buch mit einem marktierten Text, diesmal Goethe's Faust. Durch die Brisanz dieser beiden Morde erhalten Jutta und Georg von  Dr. Thomas Neumann, Kriminalpsychologe, Unterstützung. Gemeinsam versuchen sie den Morden auf den Grund zu gehen und ein Motiv zu finden. Bald darauf passiert der nächste Tat: eine Nonne wird tot aufgefunden. Doch dann scheint der gemeinsame Nenner aus der Vergangenheit gefunden zu sein: ein Stift in Niederösterreich.
Der Thriller ist in vier Abschnitte gegliedert. Jeder Abschnitt hat eine Überschrift, darunter einen Textauschnitt, der etwas zum Inhalt aussagt und auf der folgenden Seite prangt dann ein Vorname (z. Bsp. Abschnitt 1  ANGST UND TOD "Schrecklicher als der Tod ist die Angst davor, grausamer als jede Krankheit die Ausgrenzung"  und Jutta.) Der Name bringt uns den Hauptprotagonist dieses Abschnittes näher. Immer wieder wechseln die Zeiten, genauso die Erzählperspektiven. Je weiter man in die Geschichte versinkt und je weiter die Ermittlungen fortschreiten, umso mehr Einblick erhält man über die Geschehnisse aus der Vergangenheit. Und diese sind beklemmend und starker Tobak!
Denn in den Abschnitten der Vergangenheit erzählt ein kleines Mädchen namens Rebecca ihre Zeit in eben diesen Stift, das in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch als Kinderheim fungierte. Hier erlebt man Grausames im Namen der Kirche: Greueltaten und Missbräuche an Kinder.

Die Ermittler des Buches sind allesamt - wie so oft üblich bei Thrillern - kaputte Existenzen und etwas klischeehaft. Jutta's Mann wurde vor wenigen Monaten ermordet und obwohl sie psychisch noch nicht so weit ist, um wieder zu arbeiten, wird sie als Chefermittlerin eingesetzt um sie von ihrem Schicksal abzulenken. Georg Kunze hat ebenfalls seine Frau verloren, ist chaotisch und lebt für seine Arbeit. Dr. Thomas Neumann, genannt Tom, hat wiederum alle positiven Eigenschaften in sich vereint. Er besitzt einen hohen IQ, spricht etliche Sprachen, liebt Bücher, bügelt und kocht und sieht auch noch gut aus. Wo gibt es so einen Mann? ;)

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr flüssig, temporeich und dialog-lastig, manchmal auch ein bisschen brutal. Die Kapitel sind kurz gehalten, was das lesen oft erleichtert. Die Ausführung der Charaktere finde ich unterschiedlich. Während die Ermittler vom LKA Wien für mich zu blass und zu klischeehaft wirkten, manche Szenen zu unwirklich, fand ich die Beschreibungen in der Vergangenheit richtig gut und diese gingen unter die Haut.

Am Ende des Buches finden wir ein Nachwort der Autorin, worin sie beschreibt, wie sie auf die Idee dieses Thrillers kam. Und hier wird auch schnell klar, dass diese Missbräuche der Kirche durch Geistliche sehr real sind, denn 1998 wurde publik, dass in sogenannten Houses of Horror in Irland jahrzehntelang Hunderte Kinder in Heimen und Schulen der katholischen Kirche physisch und psychisch misshandelt und sexuell missbraucht wurden. Wie wir alle wissen, ist dies nicht der einzige Fall und erst vor wenigen Jahren gab es in den USA, in Deutschland und Österreich genug Schlagzeilen zu diesem Thema.

Diesen grausamen Part der Geschichte hat die Autorin wirklich hervorragend recheriert und ohne zu stark zu werten, fabelhaft umgesetzt. Dies ist alles andere als einfach! Auch die Spannung ist jederzeit auf einem hohen Level....
Den halben Stern Abzug gebe ich wegen dem noch ausbaufähigen Ermittlertem, das mir doch etwas zu klischeehaft war.

Fazit:
Hier wurde ein sehr heikles Thema grandios umgesetzt. Spannend, temporeich, nichts für schwache Nerven!


Vielen Dank an den
Verlag 
für das Rezensionsexemplar!

Sechs Jahre - Der Abschied von meiner Schwester - Charlotte Link


    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (1. September 2014)
    • ISBN-10: 3764505214
    • ISBN-13: 978-3764505219
    • Genre: Biografie

Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.

 Ich gebe keine Sternenbewertung bei Biografien ab!



Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich bei einer Bewertung für dieses autobiografisch Buch von Charlotte Link wirklich sehr schwer tu und da ich bei anderen Biografien keine Bewertung abgegeben habe, möchte ich es auch hier dabei belassen.
Worum es bei dieser wahren Geschichte geht, sieht man auf den ersten Blick und man weiß auch schon vor dem Lesen, dass es sicher nicht leicht zu Lesen sein wird.
Da ich selbst im Freundes- und Familienkreis mit dem Thema Krebs konfrontiert wurde und einige liebe Menschen an dieser bösen Krankheit verloren habe, macht es nicht unbedingt leichter.
Trotzdem bin ich mit einigen Ansätzen der Autorin nicht wirklich einverstanden.

Etwas, das ich leider auch unterschreiben kann, ist die Willkür, die man den Ärzten, sowohl als Patient als auch als Familenangehöriger, ausgeliefert ist. Mit Grauen denke ich an die verpfuschte Darm-OP meines Schwiegervaters, die ewigen Versprechungen des eines Krankenhauses betreffend einer weiteren OP, die ein Krankenhaus dem anderen zuschob...solange bis keine OP mehr möglich war. Oder die erste Chemo meines Schwagers, die gleich zu hoch dosiert war und ihm die Speiseröhre verbrannte. Und deshalb finde ich es auch gut, dass eine bekaennte Autorin diese Umstände anprangert. Auf der anderen Seite war ihre Schwester schon eine priviligierte Patientin, die eine höhere Versicherung hatte und die sich alternative Behandlungen leisten konnte.
Meine Freundin Petra hatte einen ähnlich langen Leidensweg wie Charlotte Links Schwester Franziska. Sie hatte Morbus Hodgkin, wie Franziska's erster Krebs, den sie besiegte, der aber letztendlich mitverantwortlich war für ihren Tod beim nächsten Krebs, da man die Nebenwirklungen der Chemo von damals nicht kannte. Mehr will ich darauf gar nicht eingehen, denn das sollte jeder selber lesen bzw. bin ich froh, dass meine Freundin das nicht auch noch mitmachen hat müssen.

Was mir jetzt aber an der Geschichte so gar nicht gefallen hat, war dieses Selbstmitleid der Autorin. Ich verstehe, dass sie und ihre Schwester eine ganz besondere Verbindung hatten und einen geliebten menschen zu verlieren ist einfach furchtbar. Aber immer wieder zu betonen,  dass ihre Schwester der wichtigste Mensch in ihrem Leben sei und sie ohne ihr gar keine Lebenslust mehr hat....das als Mutter und Ehefrau...kann ich nicht verstehen. Ich bin selbst Mutter und so eine Aussage schmerzt mich zutiefst! Meine Schwester ist für mich auch eine der wichtigsten Personen. Durch den großen Altersunterschied zu meinen Geschwistern ist sie für mich Zweitmutter, Schwester und Freundin zugleich. Aber jeder Frau, die Kinder hat weiß, dass ihr Kind an erster Stelle steht! Ich möchte nicht die Tochter von Charlotte Link sein und ihr Buch später mal lesen! Soetwas finde ich - trotz des großen Schmerzes - verantwortungslos!
Verstehen kann ich auch nicht, dass niemand mit der Krebskranken, selbst zum Schluss, über ihren Tod und dem Nachher reden wollte. Besonders, da Franziska auch noch kleine Kinder hatte und sich sehr für Tiere engagierte. Es war für alle eine Art tabu und das nach sechs Jahren Leidensweg.

An dieser Stelle möchte ich ein von mir gelesenes Buch hervorheben: Nana - der Tod trägt pink  (meine Rezi: klick)
Dieses Buch wurde von einer Mutter geschrieben, die den Tod ihrer Tochter ebenfalls in einem Buch verarbeitet hat, aber dieses Buch hat mich zutiefst ergriffen. Die erst neunzehnjährige Nana ist sowas von stark und positiv und hier wird wirklich alles besprochen. Das Buch ist trotz des schlechten Ausganges positiv - ganz im Gegensatz zu Charlotte Links Buch. Das will ich ihr aber auch gar nicht anlasten, denn über so ein Thema positiv zu schreiben ist schier unmöglich...auch wenn es Nana's Mutter geschafft hat...und diese ist keine Autorin. Einen Krebskranken würde ich dieses Buch auf keinen Fall lesen lassen!

Ich will jetzt nicht nur negativ über dieses Buch sprechen, denn es ist sehr persönlich, aufwühlend und zeigt viele Missstände auf. Ich denke, dass ist auch einer der Gründe, die die Autorin dazu veranlasst hat, ein Buch über die Leidensgeschichte ihrer Schwester, neben der Verarbeitung, zu schreiben und anderen Betroffenen zu helfen. Ebenfalls werden die klinischen Fachbegriffe sehr verständlich erklärt.

Fazit:
Ein sehr persönliches Buch, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Trotz der schlimmen Leidensgeschichte hatte ich oft das Gefühl, dass sich die Autorin selbst zu sehr ins Rampenlicht stellt. Trotzdem war es für Charlotte Link sicher gut diesen großen Verlust hier etwas aufarbeiten zu können.



Neubeginn in Virgin River - Robyn Carr


    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2010)
    • ISBN-10: 3899416902
    • ISBN-13: 978-3899416909
    • Originaltitel: Virgin River
    • Genre: Roman, Liebesroman
    • Reihe: ja - Band 1

Mira Kurzbeschreibung:
 Raus aus der Hektik der Großstadt, rein in die Natur. Das Angebot, als Arzthelferin und Hebamme in dem kleinen Örtchen Virgin River zu arbeiten, kommt der Krankenschwester Mel gerade recht. Vielleicht kann sie hier die Schicksalsschläge der letzten Monate überwinden. Allerdings stellt sie gleich bei ihrer Ankunft fest, dass die Realität des einfachen Landlebens nicht dem idyllischen Bild entspricht, was sie sich gemacht hatte. Doch ein auf den Stufen der Arztpraxis ausgesetzter Säugling macht ihr einen Strich durch die Abreisepläne. Und als der attraktive Barbesitzer Jack sich dann noch alle Mühe gibt, ihr die Schönheit der Landschaft und die Menschen des Ortes nahe zu bringen, ist Mel beinahe versucht, Virgin River noch eine Chance zu geben

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf diversen Blogs habe ich die letzten Jahre immer wieder Rezensionen zur Virgin River Reihe gesehen und die hohen Bewertungen sind mir ebenfalls nicht entgangen. Bei Liebesgeschichten bin ich immer etwas vorsichtig, denn die meisten sind mir zu kitschig oder zu vorhersehbar. Teilweise empfand ich das leider auch hier, doch der tolle Schreibstil der Autorin macht hier wieder viel wett.
Bei Bücher aus dem Mira Taschenbuchverlag, die keine Thriller sind, weiß ich aber auch, was mich meistens erwarten wird: gefühlvolle Liebesgeschichten. 

Der Beginn der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Mel, eine toughe Hebamme und Krankenschwester, die einen schweren Schicksalschlag hinter sich hat, möchte neu beginnen. Sie kündigt ihre Wohnung und ihren Job im Unfallkrankenhaus in L.A.und verlässt ihre Freunde um alles zu vergessen. Allerdings wird ihr Neubeginn dann doch krasser als sie wohl selbst wollte. Der neue Job, den sie sich ausgesucht hat, führt sie nach Nordkalifornien. Das kleine Örtchen Virgin River liegt zwar idyllisch in den Bergen, doch die nächste Stadt ist eine Stunde entfernt und außer dem Arzt, einen Shop und einer Bar gibt es dort nichts. Schon auf dem Weg in die Berge landet die markenverliebte Mel mit ihrem kleinen Sportwagen im Straßengraben. Als dann auch noch das Haus, indem sie wohnen soll, einsturzgefährdet und der Arzt, dem sie helfen soll, ein alter Griesgram ist, der  gar keine Hilfe wollte, möchte sie auf der Stelle wieder umkehren. Ein ausgesetztes Baby lässt sie dann noch bleiben. Und als sie nach und nach die Dorfbewohner besser kennenlernt, allen voran der attraktive Jack, verschiebt sie ihre Abreise immer wieder auf's Neue....

Die Geschichte selbst lässt sich wunderbar lesen. Man fliegt nur so durch sie Seiten und hat natürlich auch bald die Gewissheit, dass Mel in Virgin River bleiben wird, denn Mel verliebt sich in die Bewohner des kleinen Ortes und sie sich in Mel. Nach einer Eingewöhnungsphase ist es auch so wie sie es sich erträumt hat: Jeder kennt jeden, alle helfen einander und haben das Herz am rechten Fleck. Und somit komme ich zu meiner Kritik:
Ich lebe selber in einem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt...meistens aber auch nur mehr vom sehen oder ein paar belanglosen ausgetauschten Worten. Jeder geht seiner Arbeit nach - meistens in einer der umliegenden Städte. Umliegend heißt hier ab 20 km bis hin zu 120 km eine Fahrtstrecke! Kaum jemand ist hier tagsüber zuhause, sondern geht seiner Arbeit nach. Attraktive Männer, die es in Virgin River anscheinend wie Sand am Meer gibt, findet man hier auch kaum....leider! ;).....was gleich bleibt ist das winzige Angebot an Geschäften und die fehlende Infrastruktur. Aber egal...Robyn Carr hat die Landschaft von Virgin River wirklich sehr bildhaft und wunderschön beschrieben. Ich fühlte mich fast wie in einem Dorf hier in Tirol.Und es ist ja auch eine Geschichte...eine romantische und liebevoll erzählte Geschichte. Da darf man dass nicht so eng sehen ;)

Was aber doch ein richtiger Kritikpunkt ist, sind die sehr stereotypen Charaktere. Bis auf einen "Lüstling" im Ort, sind alles herzensgute Menschen, zwar teilweise mit kleinen Geheimnissen, aber ohne Ecken und Kanten. Jeder hat das Herz am rechten Fleck, man genießt die Natur und die Einsamkeit. Man sieht richtig die muskelbepackten Männer in ihren karierten Hemden und die süßen Hausfrauen, die überall mit anpacken. Und allen voran: Jack! Der selbstlose Kriegsheld, Fliegenfischer, sexy Barmann, der alles kann und noch dazu der tollste Mann von Virgin River ist. Soviel Kischee auf einen Haufen!

Natürlich erwartete ich mir hier jede Menge Kitsch und Romantik, doch leider ist auch die Story etwas dünn. Denn außer der Wandlung der bildhübschen und zutiefst traurigen Mel zur starken Landfrau, die endlich auch ihre Markenstiefelchen dreckig macht und einigen Babies auf die Welt hilft, sowie einigen Drogensüchtigen, die sich im Wald verstecken und ihr Marihuana selbst anbauen, passiert nicht wirklich viel.

Ganz so negativ, wie es sich jetzt anhört, fand ich das Buch auch nicht, denn ich fühlte mich gut unterhalten und habe einige unterhaltsame undromantische Stunden damit verbracht. Ob ich mich allerdings allen fünfzehn oder sechzehn (!) Virgin River Büchern widmen werde, kann ich nicht sagen....

Cover:
 
 links das alte Originalcover", rechts das neuadaptierte Cover
Dazu gibt es noch einen Plan von Virgin River

Fazit:
Leichte romantische Story mit stereotypischen Charakteren und leider auch sehr vorhersehbar. Der flüssige Schreibstil lässt einem ein Auge zudrücken. Für gefühlvolle Stunden zum Abschalten am Sonntagnachmittag.



Der Seidenspinner - Robert Galbraith


    • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (24. November 2014)
    • ISBN-10: 376450515X
    • ISBN-13: 978-3764505158
    • Originaltitel: The Silkworm
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Teil 2 um Cormoran Strike



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören – zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen. Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken – eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gespannt wartete ich nach "Der Ruf des Kuckucks" auf den nächsten Krimi von Robert Galbraith alias J.K. Rowling rund um Privatdetektiv Cormoran Strike. Die Meinungen zum ersten Band der Reihe gingen ja doch ganz schön auseinander, aber ich fand den typisch englischen Krimi "Der Ruf des Kuckucks" gut.
Auch "Der Seidenspinner" lebt wieder von den exzentrischen und fabelhaft ausgearbeiteten Charakteren, allen voran Comoran Strike und Robin Ellacot. Mit den Beiden hat Galbraight/Rowling ein einzigartiges Ermittlerpaar geschaffen.

Nachdem Comoran seinen ersten Fall um Lula Landry erfolgreich abgeschlossen hat, hat er endlich weniger Geldsorgen. Seine Schulden sind trotzalledem noch nicht beglichen und so versucht er nur mehr profitable Aufträge anzunehmen. Als ihn jedoch die eher mittellose Leonora Quine um Hilfe bittet ihren verschwunden Mann zu finden, nimmt er den Auftrag an. Ihr Ehemann, der Schrifsteller Owen Quine, ist seit einigen Tagen verschwunden. Da der exentrische Autor öfters für ein paar Tage abtaucht, hat sie sein Verschwinden noch nicht der Polizei gemeldet und bittet Comoran um Hilfe. Sie befürchet, dass ihm etwas passiert ist. Normaler Weise bleiben sie in Verbindung, auch wenn er sich gerade seine "Auszeit" nimmt, denn die Beiden haben eine behinderte Tochter für die der Schrifsteller, trotz seines kapriziösen Benehmens, immer zu erreichen ist.
Außerdem hat er erst vor kurzem seinen Roman „Bombyx Mori“ (= lateinischer Name für Seidenspinner) vollendet, den er für sein Meisterwerk hält. Dieser soll für großes Aufsehen sorgen, denn die Enthüllungen darin betreffen die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung: Verlagsmenschen, Autoren, Freunde und auch seine Familie. Obwohl das Manuskript noch unveröffentlicht ist, kursiert es bereits seit Tagen in der Verlagswelt herum und wirklich jeder, der darin vorkommt, hätte ein Tatmotiv. Als Quines Leiche, die auf bestialische Weise und haargenau wie in seinem Buch hingerichtet gefunden wird, begibt sich Comoran auf Mördersuche. Nicht so einfach bei so vielen Tatverdächtigen!

Auch in diesem Krimi haben sich wieder ein paar Längen im Mittelteil eingeschlichen, jedoch tat dies der Spannung kaum Abbruch. Als Leser versucht man herauszufinden, wer hinter dem Mord steckt und tappt genauso im Dunkeln wie Comoran und Robin, denn wirklich jeder der im Buch "Bombyx Mori" vorkommt, ist der Mord zuzutrauen.

Schreibstil:
Wie bereits im ersten Band der Krimireihe ist der Schreibstil sehr detailliert und dialoglastig. Die Geschichte lebt von den beiden Hauptprotagonisten. Ebenso könnte man mit der Beschreibung der Straßen Londons eine kleine Tour durch die englische Hauptstadt organisieren. Ich bin mir sicher, dass man problemlos die angegeben Plätze finden kann.

Cover:

Das Originalcover wurde vom Blanvalet Verlag übernommen, was ich super finde, da es erstens zum "Der Ruf des Kuckucks" passt und zweitens sehr schön ist.

Fazit:
Auch Teil 2 ist ein typischer englischer Krimi alter Schule, der nahtlos an seinen Vorgänger anschließt. Die sehr detailreichen Beschreibungen sind atmosphärisch dicht erzählt, während die Geschichte großteils von den wundervoll ausgearbeiteten und ungewöhnlichen Charakteren lebt.



Erste Jänner Neuzugänge

Hallo meine lieben Bücherwürmer!

Heute möchte ich euch meine ersten Neuzugänge für den Jänner zeigen.
Diesmal überwiegt das Krimi-/Thriller-Genre, wie ihr sehen könnt. Aber auch ein Mädchenbuch und ein Roman sind dabei.


Dies drei Bücher sind Rezensionsexemplare bzw. ein Gewinn von Lovelybooks.


"Tote Hose" von Ray Müller bekam ich vom Blanvalet Verlag noch vor Weihnachten angeboten.

"We love Fashion - Paillettenkeid und Federboa" von Maya Seidensticker alias Heike Abidi gab es bei einer Leserunde bei Lovelybooks. Das süße Buch habe ich schon rezensiert *klick

Und "Als Gott schlief" von Jennifer B. Wind  kam vom Gmeiner Verlag. Den Thriller habe ich schon vorher verfolgt, als er nur als E-Bok erhältlich war und ich freue mich ganz besonders, dass ich es vom Gmeiner Verlag zum Rezensieren bekommen habe.


"Eine himmlische Begegnung" von Guillaume Musso habe ich mir kurz nach Weihnachten gekauft. Ich freue mich schon drauf!

Und "Totenkünstler" von Chris Carter habe ich bei den Mängelexemplaren entdeckt!!! Da ich Band 2 im SuB Regal habe und Band 3 in der Bücherei vorhanden ist (die haben noch nicht mal bemerkt, dass es sich hier um eine Reihe handelt und haben nur Band 3!) ist Band 4 gleich bei mir eingezogen.

Und ich habe diese Woche noch jede Menge Mängelexemplare beim Libro und bei Thalia entdeckt! Oh Gott! Einige davon standen schon eine Weile auf meiner Wunschliste....aber davon
könnt ihr dann in meiner nächsten Neuzugänge-Post lesen.


Gelöscht - Teri Terry


    • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: Coppenrath, F; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2013)
    • ISBN-10: 364961183X
    • ISBN-13: 978-3649611837
    • Originaltitel: Slated
    • Genre: Dystopie
    • Reihe: ja  - 1. Band der Trilogie
 
Amazon Kurzbeschreibung:
 Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Kyla wurde geslated. Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los – hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern? Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit – doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr Dystopien sträflich vernachlässigt habe (ist mir erst bei der Jahresstatistik aufgefallen!) beginne ich gleich im Jänner mit einem Serienauftakt zu einer Dystopie. "Gelöscht" von Tery Terry (was für ein Name!)  ist Band 1 einer Reihe, in der jugendlichen Straftätern die Erinnerung gelöscht wird, um ihnen einen neuen  - besseren - Start ins Leben zu ermöglichen.

Das Buch beginnt direkt mit dem Einstieg in Kylas Leben. Die 16-Jährige wartet im Krankenhaus auf ihre neuen Eltern nachdem sie geslated worden ist, d.h. ihre Erinnerung und ihre Persönlichkeit wurden gelöscht. Nun kommt sie zu  ihr unbekannten Menschen in der Nähe von London, die ab diesen Zeitpunkt ihre neue Familie sein wird. Dann gibt es auch noch Amy, ihre zukünftige Schwester, die ebenfalls geslated wurde.
Slater müssen ein sogenanntes "Levo" tragen, eine Art Armband, das in ihren Arm einoperiert wurde und das die Gefühle überwacht. Damit wird sichergestellt, dass die Jugendlichen glücklich und friedlich sind. Starke Angst oder Wut führen dazu, dass die Anzeige des Levos fällt und seinen Träger kurzerhand ausschaltet bzw. tötet. Doch Kayla bemerkt bald, dass ihr Levo anders reagiert. Bei Angst und Trauer fällt ihre Levo wie erwartet, doch bei Wut steigt ihre Anzeige. Auch Albträume quälen sie immer wieder und halten sie Nachts oft wach.....

Action gibt es in diesem Buch wenig. Viel mehr kommt hat hier die psychische Spannung Vorrang, denn für Kyla ist alles neu und ebenso für den Leser. Sie beginnt mit ihrem Leben praktisch wieder von vorne, doch ihre immer wiederkehrenden Albträume verwirren sie. Woher kommen diese Träume? Sind es etwa Erinnerungsstücke aus ihrem vorherigen Leben? Und warum reagiert sie oft anders als andere Slater? Je mehr sie herausfindet, desto unsicherer wird sie. Kayla bemerkt, dass sie nicht so funktioniert, wie sie eigentlich sollte. Anstatt brav und glücklich zu sein, stellt sie unbequeme Fragen und macht sich eigene Gedanken. Wieso verschwinden auf einmal immer wieder Jugendliche, wie Phoebe aus ihrer Klasse? Wer ist der neue Lehrer, der ihr irgendwie bekannt vorkommt? Mit Ben, ebenfalls ein Slater, versucht sie herauszufinden, was hinter all dem stecken könnte.

Während die Handlung der Dystopie im Gegenteil zu anderen, die ich gelesen habe, eher ruhig ist, liegt der größte Pluspunkt bei den Charakteren. Diese hat die Autorin wirklich gelungen gezeichnet....nämlich so gut, dass auch der Leser bis zur letzten Seite nicht weiß, wer Gut oder Böse ist. Besonders Kylas Mutter, ihr Vater und Dr. Lysander bleiben bis zum Schluss rätselhaft und können überzeugen. Nur Ben fand ich etwas blass, was leider auch der aufkeimenden Liebesgeschichte zwischen ihm und Kayla nicht unbedingt Glaubwürdigkeit verlieh.
 
Schreibstil:
Die Geschichte wird im Präsens und in der Ich-Form erzählt. Dadurch wird man als Leser direkt in die Handlung hineingezogen und ist immer am gleichen Level wie Kayla selbst. Man rätselt und fragt sich, was hier alles dahintersteckt, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Kein Gedanke, kein Gefühl bleibt dem Leser verborgen. 

Cover:
 
Das Originalcover wurde für die deutsche Ausgabe übernommen, was ich gut finde. Die Cover der Trilogie passen auch sehr gut zusammen. Man sieht sofort, dass es sich um eine Reihe handelt.


Fazit:
Ein ruhiger Beginn einer Trilogie, die mit einer interessanten neuen Idee aufwartet. Viele Rätsel und teilweise sehr gut gezeichnete Charaktere lassen den Leser mit dem Wunsch sofort weiterlesen zu wollen, zurück. 



We love Fashion - Paillettenkleid und Federboa - Maya Seidensticker


    • Broschiert: 208 Seiten
    • Verlag: Loewe; Auflage: 1 (14. Januar 2015)
    • ISBN-10: 3785578865
    • ISBN-13: 978-3785578865
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
    • Genre: Jugendbuch 
    • Reihe: ja - 3. Band


Loewe Kurzbeschreibung: 
Hanna und Lucy sind nicht nur Schwestern und besuchen beide ein Modeinternat für talentierte Jungdesigner und Modebegeisterte. Sie können auch zusammen in der Zeit springen und die Vergangenheit hautnah erleben!

Die ganze Fashion School Bernstein scheint kopf zu stehen, denn in diesem Semester wird sie Drehort eines Krimis. Die besten Kostüm-, Design- oder Marketingideen rund um den Film werden mit einer Sprechrolle prämiert! Und da dieser in den Zwanzigerjahren spielt, müssen die Schwestern einfach neue Zeitreisen unternehmen, um gut vorbereitet zu sein und eine der begehrten Rollen zu gewinnen.
Also springen sie nach Paris, um bei einer Coco-Chanel-Modenschau dabei zu sein – aber nicht als Zuschauer! Und auch nach Berlin verschlägt es die Schwestern, denn wo könnte man besser das Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger erleben, als in den Nachtclubs am Kurfürstendamm?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge


Meine Meinung:
Erst im Oktober habe ich das erste Buch der "We love Fashion" - Reihe "Röhrenjeans und Schulterpolster" gelesen, das mich zurück in meine Jugendzeit, die 80-iger Jahre, gebracht hat. Gemeinsam mit Tanja Janz hat Heike Abidi dieses Buch und "Minirock und Flowerpower" der Reihe "We love Fashion" geschrieben.
Teil 3, der uns in die 20-iger Jahre entführt, wurde von Heike Abidi nun alleine verfasst. Als es bei Lovelybooks eine Leserunde dazu gab, musste ich mich bewerben, denn ich liebe den Wortwitz der Autorin und ihre Bücher.

Mit "Paillettenkleid und Federboa" ist Heike Abidi wieder ein tolles Mädchenbuch gelungen! Die Schwestern Hanna und Lucy haben sich mittlerweile sehr gut in der Fashion School Bernstein eingelebt. Der Beginn des Buches bringt den Leser allerdings mal in die 90-iger Jahre zu einem "Take That" Konzert. Hanna und Lucy üben sich gerade im Zeit springen und waren neugierig auf Robbie in seinen Anfangsjahren ;) Und bereits der passende Satz dazu: "Wen die wüssten, wie er mit vierzig aussieht" hat mich zum Lachen gebracht.

Ähnlich unterhaltsam geht es auch in den folgenden 200 Seiten weiter. Besonders als die Schüler erfahren, dass ein Krimi in der Schule gedreht werden soll. Dieser Film spielt in den goldigen Zwanziger Jahren und die Teenager sollen dazu einzelne Projekte erarbeiten. Für die Gewinner in jeder Kategorie winkt eine Sprechrolle. Natürlich stürzen sich alle mit Feuereifer in die Arbeit. Durch ihr Zeitreise-Gen haben Hanna und Lucy natürlich den Vorteil Coco Chanel direkt zu treffen und bei der Auswahl ihres späteren berühmten Parfüms "Chanel No. 5", dabei sein zu können. Aber nicht nur dieses denkwürdige Ereignis erleben die Schwestern "hautnah" mit. Charlston tanzen, eine Chanel Modenschau und auf Verbrecherjagd im Chicago der 20-iger Jahre gehen die unerschrockenen Mädels und erleben so die eine oder andere Überraschung. Aber auch in der Schule gibt es wieder Zickenkrieg und Lucy leidet außerdem an Liebeskummer.

Die Reihe um die Fashion School Bernstein ist wirklich bezaubernd und passend für Mädchen, wie in der oben angegebenen Altersklasse, aber auch für ältere Mädchen ;) Auch mit fortgeschrittenen Alter fiebert man mit Lucy und Hanna mit und wünscht sich für sich selbst ebenfalls auf Zeitreisen gehen zu können. Mir hat dieser Band noch besser gefallen, als "Röhrenjeans und Schulterpolster", obwohl mich die 80-iger Jahre wieder von meiner Jugend träumen ließen.

Schreibstil:
Heike Abidis Schreibstil ist locker und humorvoll, flüssig und verständlich für Mädchen ab 12 Jahren. Alle Kapitel haben eine passende Überschrift, die neugierig macht. Neben den Überschriften ziert die Grafik eines Automobils (vom Cover übernommen) die Seite.

Cover:
Das Cover passt perfekt zu den zwei anderen Bänden. Die Schrift ist erhaben und glänzt. Die Illustrationen gefallen mir sehr gut und passen hervorragend zur Geschichte. Außerdem finde ich die Farbwahl von lila-gelb/gold und weiß wunderschön und passend zu den 20-iger Jahren. Alles sehr liebevoll gestaltet!

Fazit:
Eine wunderbare Reihe für Mädchen jeden Alters ;) mit Themen wie Zeitreisen, Mode und Zickenkrieg. Diesen Band fand ich noch besser und unterhaltsamer und ich hoffe auf eine weitere Fortsetzung!




Die Reihe:
  1. We love fashion - Röhrenjeans und Schulterpolster
  2. We love fashion - Minirock und Flower-Power
  3. We love fashion - Paillettenkleid und Federboa
Danke an Lovelybooks, dem Loewe Verlag und ganz besonders an Heike Abidi für die nette Widmung und die wunderbare Leserunde!

Büchereizuwachs in KW 3

Hallo liebe Bücherwürmer!

Seit gestern ist unsere Bücherei wieder zurück aus dem Weihnachtsurlaub und ich hatte eigentlich auf jede Menge Bücher gewartet, die ich teilweise schon im Oktober reserviert habe.
Es warteten allerdings nur zwei Bücher auf mich.... ist aber eh besser, denn ich habe ja auch sonst noch genug zu lesen.....und fündig wurde ich ja trotzdem.
Genremäßig ist wieder alles dabei...und sogar ein für mich neues Genre: Young Adult. Ich bin ja nicht wirklich der Fan davon, aber dieses Buch hatte ich schon mal in den Händen und nun möchte ich es einfach mal ausprobieren. Dazu aber später.....

Fangen wir mal mit den neuen Robert Galbraith alias J.K. Rowling an, der auf mich wartete:

Robert Galbraith
Der Seidenspinner
Krimi

 Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören – zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen. Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken – eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist …

Buch Nummer 2 ist dieses sehr biografisches Buch von Charlotte Link:

Charlotte Link
Sechs Jahre: Der Abschied meiner Schwester
Tatsachenroman

Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.


Happy war ich, als ich Band 2 der Slater Trilogie fand:


Teri Terry
Zersplittert
Dystopie
Teil 2 der Reihe

Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Denkt sie. Doch als Kyla im Wald von dem aufdringlichen Wayne Best angegriffen wird, setzt schlagartig ihr Erinnerungsvermögen wieder ein . Trotzdem stellen sich der 16-Jährigen weiterhin jede Menge rätselhafter Fragen: Wer ist das Mädchen mit den zertrümmerten Fingern, die in ihren Albträumen auftaucht? Und welche Rolle hat sie bei Free UK, einer terroristischen Gruppe im Untergrund, gespielt? Als ein mysteriöser Mann namens Hatten in Kylas Leben tritt, besteht für sie endlich die Möglichkeit, mehr über ihre Vergangenheit und das System der Lorder herauszufinden. Doch Hatten verfolgt als Anhänger von Free UK seine eigenen Ziele und Kyla wird immer mehr zum Spielball zwischen Lordern und Terroristen …

Ein historischer Roman musste auch wieder mit:

Ines Thorn
Wolgatöchter
Historischer Roman

Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er deutsche Bürger in ihr Land holen.
Endlich scheint sich für die heimatlose Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet. An der Wolga folgen auf kalte, raue Winter heiße, staubige Sommer.
Das Haus, in das die Reiches einziehen, wurde einst von Kalmücken überfallen, die dort lebende Familie ermordet. Immer obsessiver begibt sich Annmarie auf die Spuren von Mariann, der ermordeten Tochter, während Aurora sich mit einem jungen Balten auf eine gefährliche Affäre einlässt und Lydia zwischen zwei Männer wählen muss: dem, den sie liebt und dem, der das Überleben an der Wolga sichert.
Die Schwestern kämpfen für den Erhalt ihrer Existenz, für die große Liebe und den verdienten Erfolg - kurz: Sie kämpfen um ein Leben, das seinen Namen verdient...

Und nun zu meinen genrefremden Buch: 


Erin McCarthy
True - Wenn ich mich verliere
Liebesroman

Als Rory Macintoshs Freundinnen herausfinden, dass sie noch Jungfrau ist, heuern sie den attraktiven Tyler Mann an, damit er sie verführt. Doch die Gefühle, die zwischen Rory und Tyler bei ihrer ersten Begegnung erwachen, sind ebenso leidenschaftlich wie echt – und schon bald müssen die beiden sich entscheiden, wie viel sie bereit sind, für den jeweils anderen aufzugeben …

 
Wie findet ihr meine ersten Büchereizugänge im neuem Jahr? habt ihr auch mal vor etwas genrefremdes zu lesen?

Die Insel der roten Mangroven - Sarah Lark


    • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: Aufl. 2012 (16. November 2012)
    • ISBN-10: 3785724608
    • ISBN-13: 978-3785724606
    • Genre: historischer Roman, Familiensaga 
    • Reihe: ja - 2. Band

 

Bastei Lübbe Kurzbeschreibung: 
Jamaika, 1753: Deirdre, die Tochter der Engländerin Nora Fortnam und des Sklaven Akwasi, lebt behütet auf der Plantage ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Die jungen Männer der Insel umschwärmen sie trotz ihrer anrüchigen Herkunft. Doch Deirdre zeigt an keinem Interesse - bis der junge Arzt Victor Dufresne um ihre Hand anhält. Nach einer prunkvollen Hochzeitsfeier schiffen sich Victor und Deirdre ein nach Saint-Domingue auf der Insel Hispaniola - und was dort geschehen wird, soll alles verändern - ...

Meine Bewertung:  * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Band 2 zu Sarah Larks Karibikreihe kann auch gut alleine gelesen werden, greift jedoch manchmal ein bisschen zurück auf die Geschehnisse in Band 1 "Die Insel der tausend Quellen" *meine Rezi*

Nach der sehr aufregenden Geschichte um Nora im ersten Buch, widmet sich die Autorin nun Deidre, Nora's Tochter, die auf der Plantage Cascarilla Gardens ihrer Eltern sehr frei aufwächst. Ihre Liebe gilt den Pferden und ihre Freundin ist die Farbige Amali, die auch ihre Zofe ist. Die unkonventionelle Art wie die Fortnams die Farbigen auf ihrer Plantage behandeln, kommt bei den anderen Plantagenbesitzern nicht so gut an. Von Freibriefen, die die Sklaven auf Cascarilla Gardens erhalten, halten sie schon gar nichts. Dies macht die Fortnams eher zu Aussenseitern und macht Nora Kopfzerbrechen betreffend Deirdres Heiratsaussichten. Auch ein gut gehütetes Geheimnis um die Herkunft ihrer Tochter lässt sie nicht so leicht verheiraten, wobei diese auch kaum Interesse an den jungen Männern der Umgebung zeigt. Als sie jedoch den jungen Arzt Victor Dufresne kennenlernt, der ebenso wenig von der Sklavenhaltung hält wie die Fortnams, verliebt sie sich in ihn. Victor kommt vom französischen Teil der Insel Hispaniola, dem heutigen Haiti. Seine Eltern besitzen eine der größten Plantagen in der Nähe von Cap Francais. Nach der Heirat folgt Deirdre dem jungen Arzt in dessen Heimat, beginnt sich dort aber bald zu langweilen und findet kaum Zugang zur feinen Gesellschaft, während ihr Ehemann versucht seine Artpraxis aufzubauen. Eines Nachts bringt der schwarze Pirat Big Caesar seine schwer verletzte Gefährtin Bonnie zu Victor. Deirdre ist fasziniert von Caesar und lässt sich auf eine verhängnisvolle Affäre ein....

Im zweiten Handlungsstrang, der parallell zu Deirdres Geschichthe erzählt wird, lernt der Leser den freien Sklaven Jefe und die Sklavin Bonnie kennen. Die Beiden leben auf den Grand Cayman, den Kaimaninseln,  sind befreundet und träumen von einem anderen Leben. Während Jefe voller Zorn auf die Weißen ist und ein großer Kämpfer, wie sein Vater werden will, möchte Bonnie nur weg vom brutalen Metzger Dayton, der sie immer wieder misshandelt und vergewaltigt. Heimlich ist sie auch noch in Jefe verliebt und möchte einfach nur bei ihm bleiben. Beide flüchten auf ein Piratenschiff. Aus Bonnie wird der Junge Bobbie und aus Jefe wird Little Black Caesar.

Ein großer Teil des Romans wird von der Sklaverei und den Aufständen der Schwarzen gegen ihre weißen Herren eingenommen. Im Vergleich zu "Der Fluch der Zuckerinsel" von Nora Berger, das ich erst vor kurzem gelesen habe und das etwa zur selben Zeit auf der Insel Martinque spielt, wird in diesem Buch sehr genau auf die Missstände der Sklaverei und den Aufständen der Farbigen gegen den weißen Plantagenbesitzern eingegangen. Sarah Lark entführt den Leser sogar direkt in den Dschungel zum Anführer Macandal und lässt uns sehr direkt am Leben der Aufständischen teilhaben. Genauso bildhaft beschreibt sie das Leben auf den Plantagen, die heruntergekommen Sklavenquartiere und die Brutalität der Aufseher. Sarah Lark schafft es, die Entwicklung der Sklavenaufstände sehr gut aufzuzeigen. Nachdem ich ja erst ein Buch zu diesem Thema gelesen habe und auch hier die Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln hervorgehoben werden, konnte ich einige Vergleiche zu dessen Entwicklung erkennen.

Schreibstil:
Sarah Larks Geschichten aus fremden und faszinierenden Ländern fesseln immer wieder. Die Autorin versteht es sehr genau die passende Dosis Spannung, Gefühl und das Leben aus vergangen Zeiten einzusetzen. Ihre Geschichten sind nicht unbedingt anspruchsvolles hohes Niveau, sie führen den Leser aber augenblicklich in eine andere Welt um dort gerne zu verweilen. Sie versteht es ihren Familiensagen Leben einzuhauchen und baut gekonnt Spannung auf. In diesem Roman verbindet sie außerdem zwei Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verknüpfen.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, wobei ich den Hass, den Ehrgeiz und den Egoismus von Jefe richtig spüren konnte, Bonnie's Herzensgüte mich verzauberte, es jedoch Deirde etwas an Tiefgründigkeit fehlte. Als Hauptprotagonistin bleibt sie etwas blass. Sie ist eine eher egoistische Protagonistin, die zwar als heißblütig und wild beschrieben wird, aber nicht unbedingt sehr sympathisch rüberkommt.

Cover:
Wunderschön. Es lädt zum Traumen ein und beschreibt genau die Landschaft dieser Insel (ich war schon in der Dominkanischen Republik, den anderen Teil der Insel Hispaniola).

Fazit:
Sarah Lark ist einfach ein Garant für wunderbare und faszinierende Geschichten, die uns zum Träumen vom Leben in ferne Länder einladen. Wie üblich fesselnd geschrieben mit der richtigen Dosis Abenteuer, Gefühl und Historie. Alles vorhanden, was Sarah Lark Fans lieben!


Die Reihenfolge der Familiensaga:

  1. Die Insel der tausend Quellen
  2. Die Insel der roten Mangroven

Ruf nach Rache - Lisa Jackson


    • Sondereinband: 410 Seiten
    • Verlag: Weltbild; Auflage: 1. (2014)
    • ISBN-10: 3863654005
    • ISBN-13: 978-3863654009
    • Originaltitel: Unspoken
    • Genre: Thriller, Ladythriller
       


Weltbild Kurzbeschreibung: 
Ein anonymer Brief mit dem Foto einer Neunjährigen. Wer schickt Shelby Cole ein Bild von ihrer Tochter, die doch bei der Geburt gestorben ist? Ist das Mädchen auf dem Bild wirklich ihr Kind? Wer will sie nach zehn Jahren in ihre verhasste Heimatstadt in Texas zurücklocken, in die sie nie wieder einen Fuß setzen wollte, und vor allem - warum? Gemeinsam mit ihrer Jugendliebe begibt sich Shelby auf Spurensuche und gerät dabei nicht nur in einen vernichtenden Strudel aus Lügen, Gewalt und Intrigen, sondern gleichzeitig in die Fänge eines auf Rache sinnenden Schwerverbrechers ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge 2015

Meine Meinung:
Weltbild hat wieder einen Lisa Jackson Thriller im eigenen Verlag herausgegeben. Das Buch, im Original "Unspoken", wurde 1999 in den USA veröffentlicht. Eine deutsche Erstausgabe (außer bei Weltbild) finde ich nicht, auch noch keinen Hinweis, wann es voraussichtlich bei Dromer Knaur erscheinen wird.
Lisa Jacksons Bücher führen uns meistens ins winterliche Montana. Diesmal sind wir aber im brütend heißen Texas, in einem Ort namens Bad Luck, gelandet. Der Name scheint auch Programm zu sein, denn der Thriller beginnt mit der Freilassung von Ross McCallum, einen verurteilten Mörder. Der damalige Hauptzeuge liegt sterbenskrank im Krankenhaus und widerruft seine Aussage von damals. Zur selben Zeit erhält Shelby Cole einen anonymen Brief mit dem Foto ihrer angeblich bei der Geburt verstorbenen Tochter. Damals wurde sie von Ross McCallum vergewaltigt. Kurze Zeit später wurde Ramón Estevan ermordet und ihre Jugendliebe Nevada Smith war der Polizist, der Ross nach dem Mord überführte. Nun finden sich alle drei wieder in Bad Luck ein. Ross will Rache, Shelby sucht ihre Tochter und Nevada hegt noch immer Gefühle für Shelby. Mittendrin Shelbys Vater Richter Cole, der in der kleinen Stadt nicht nur das Sagen, sondern auch einiges zu vertuschen hat.

Lisa Jackson hat hier wieder einen richtigen Ladythriller geschaffen, in dem es zu Beginn gleich gewaltig zwischen Shelby und Nevada knistert. Gemeinsam suchen die Beiden nach der Tochter, deren Vater auch Nevada sein könnte. Doch Richter Cole hat schon vor zehn Jahren alles daran gesetzt keine Spuren zu hinterlassen und Nevada war ihm schon immer ein Dorn im Auge. Die Suche nach Shelbys Tochter und der zur gleichen Zeit nach Rache suchende Ross lassen in diesem Buch keine Langeweile aufkommen. Die Spannung ist durchgehend und immer wieder kommt die Frage nach den eigentlichen Mörder von Ramón Estevan auf. Was weiß Nevada? Und was Richter Cole? Und da ist auch noch Sheriff Shep Marson, der unbedingt die Karriereleiter hochklettern will.....

Bald schon hatte ich eine Ahnung, wo sich Shelbys Tochter aufhalten könnte. Trotzdem blieb der Spannungsbogen die meiste Zeit aufrecht.

Die Figuren sind letztendlich doch sehr stereotyp. Es gibt ausschließlich Gut und Böse bzw. noch den obligatorischen "Bad Boy", den meistens die Frauenherzen zufliegen ;)

Schreibstil:
Gewohnt flüssig und leicht zu lesen. In diesem Ladythriller mit leicht romantischen Touch knistert es anfangs sehr, verliert sich dann aber in der Rahmenhandlung und vorallem durch die beiden roten Fäden der Geschichte: die Suche nach der Tochter und die Rache von Ross an den damals beteiligten Personen, die zu seiner Haftstrafe führten. Die Spannung bleibt während der 400 Seiten aufrecht.

Cover:


Diese drei Cover habe ich zum Buch gefunden, wobei mir eigentlich keines davon wirklich gefällt. Euch?

Fazit:
Ein spannender und vielschichtiger Ladythriller mit eher stereotypen Charakteren. Komplexe Story, die manchmal ein bisschen vorhersehbar ist.



Ein Mann namens Ove - Fredrik Backman


    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (18. August 2014)
    • ISBN-10: 3810504807
    • ISBN-13: 978-3810504807
    • Originaltitel: En man som heter Ove
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Krüger Kurzbeschreibung:
Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …

Meine Bewertung: sehr gute * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 2015

Meine Meinung:
Ove, unser Hauptprotagonist, ist ein Mann, der nicht sonderlich beliebt ist. Mit 59 Jahren Witwer und in die Zwangsrente geschickt,  kann er dem Leben nicht mehr viel Positives abgewinnen. Seine geliebte Frau Sonja ist tot und ohne sie hat sein Leben an Farbe verloren. Sein Wunsch ist ihr zu folgen und so plant er akribisch seinen Tod. Er stellt die Heizung ab, hinterlässt genaue Anweisungen, was nach seinem Ableben zu passieren hat und sorgt vor, dass beim Abtransport seiner Leiche kein Schmutz ins Haus kommt. Doch trotz aller Planung scheint es mit dem Selbstmord nichts zu werden, als im Nachbarhaus eine neue Familie einzieht. Diese wirft seine Pläne immer wieder über den Haufen und bringt ihn langsam auf die Palme.....

Ich ziehe ungern Vergleiche, aber "Ein Mann namens Ove" erinnert mich vom Schreibstil her an "Das Rosie-Projekt", "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Frey" und auch ein bisschen an "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg...". Und nicht nur die Schreibweise, sondern auch die schrulligen Protagonisten dieser Bücher haben mit Ove mehr oder weniger gemeinsam. Auch wenn es eigentlich nirgends steht war ich der Meinung, dass Ove leicht an einer Form des Asperger Syndroms leidet. Denn er ist nicht nur ein Einzelgänger, der sich anderen Menschen nur ungern anschließt, sondern er braucht seine regelmäßigen Kontrollgänge durch die Nachbarschaft und er lebt auch sonst den ganzen Tag nach Regeln. Er ist auch nicht gewollt unfreundlich...er ist einfach so. Und wer dieses Buch liest, wird Ove trotz seiner Schrulligkeit immer mehr ins Herz schließen.

Zu Beginn erleben wir wie Ove jeden Tag aufs Neue versucht sich umzubringen (und täglich grüßt das Murmeltier ;)...) und wie sich seine neue Nachbarin Parvaneh und ihre Kinder sich langsam in sein Herz stehlen. Und da ist auch noch diese Katze, die täglich vor seiner Haustüre sitzt und vom Hund der blöden Nachbarin, den er Winterstiefel nennt, gejagt wird.
Kapitelweise wird zurückgeblendet und Oves Lebensgeschichte erzählt, die alles andere als einfach war. Man versteht immer besser wie Ove zu diesem Mann wurde und welche Prinzipien ihm wichtig sind. Seine Liebe zu Sonja und zu der Automarke Saab waren neben Recht und Ordnung die wichtigsten Eckpfeiler in seinem Leben. Und man erfährt welche Steine ihm immer wieder in den Weg gelegt wurden. Hier wird über die Willkür der Bürokratie erzählt und wie Ove ungewollt zu einer Art Wiederstandskämpfer wird.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist einfach und nüchtern. Neben dem manchmal schwarzen Humor und dem schrulligen Hauptprotagonisten erzählt der Autor auch von Bürokratie, Gerechtigkeit und Toleranz. Meiner Meinung nach ist ihm das sehr gut gelungen. Auch die einzelnen Charaktere sind sehr bildhaft und liebevoll  beschrieben.

Cover:
Passt meiner Meinung nach perfekt. Man sieht alles drauf, was dieses Buch und Oves Leben ausmacht: Ove in seinen schönsten Anzug, die Katze, sein Saab und die Siedlung, in der er wohnt.
Hier noch das Originalcover, das fast übernommen wurde und das englische Cover, das mir nicht so gut gefallt, wie die beiden anderen.



Fazit:
Ein schrulliger Hauptprotagonist, der eine ruhige Story zu etwas besonderem macht. Eine Geschichte, die berührt und neben Humor auch Toleranz und Gerechtigkeit "predigt".Wer oben genannte Bücher mag, dem empfehle ich auch "Ein Mann namens Ove".


 

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