[Lesung] Helmut Scharner liest aus "Mostviertler Tänzerin"

 Hallo meine Bücherwürmer!

Und weiter geht es mit den Lesungen in meiner Umgebung. Es sind zwar meistens dieselben Autor:innen, die im Umkreis von cirka 50 km von mir Lesungen abhalten, aber manchmal ist auch jemand dabei, den ich noch nicht persönlich kenne.

Mein heutiger Bericht zeigt aber einen Autoren, den Nicole von "Zeit für neue Genres" und ich schon seit seinem ersten Mostviertler Krimi "begleiten". Und so war es selbstverständlich, dass wir auch bei der Präsentation seines neuesten Krimis dabei sein mussten. Dabei hätten wir es diesmal fast nicht mitbekommen....

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Im Thalia Amstetten las Helmut Scharner aus "Mostviertler Tänzerin", seinem zweiten Band aus der Reihe rund um Inspektorin Stefanie Leitner

Kurz zum Inhalt:

In einem beschaulichen Wäldchen in Sankt Georgen am Ybbsfelde wird die rumänische Stripperin Estera erschossen aufgefunden. Inspektorin Stefanie Leitner und die örtliche Polizeiinspektionsleiterin stehen vor einem komplexen Fall. Eine Mitbewohnerin der Ermordeten gerät schnell ins Visier der Ermittlungen. Doch im undurchsichtigen Geflecht aus Stripclub-Geheimnissen und eifersüchtigen Intrigen ist nichts, wie es scheint. Eine Kollegin des Opfers gerät unter Verdacht, doch ihre Enthüllungen führen nur zu weiteren Verdächtigen. Ein Baumeister behauptet, Estera sei ihm verfallen gewesen, während der Clubbetreiber beschuldigt wird, sie nicht aus dem Club gelassen zu haben. »Eher bringe ich sie um«, soll er gesagt haben. Doch wer spricht hier die Wahrheit? Mit einer Vielzahl von Verdächtigen und undurchsichtigen Motiven stehen Leitner und ihr Team vor einem Rätsel: Wer ist wirklich für den Tod von Estera verantwortlich?

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Eine Rezension gibt es dazu noch nicht, weil ich erst den ersten Band seiner anderen Reihe lesen muss, während ich bei seiner Hauptreihe aus dem Gmeiner Verlag up-to-date bin.


Obwohl sowohl Nicole, als ich bei Thalia angegeben haben, dass wir informiert werden möchten, wenn es Veranstaltungen in unserer Nähe gibt, haben wir beide keine Informations-Email erhalten. Zufällig habe ich Helmut Scharner auf Instagram seine Lesung ankündigen gesehen und habe sofort Nicole kontaktiert. Gott sei Dank hatte sie diesmal auch Zeit =)

 
Helmut Scharner im Vordergrund, dahinter einige seiner Werke, die aufgebaut wurden und rechts beim Lesen aus seinem Buch. Alle Sitzplätze waren besetzt und die Besucher wieder begeistert.
 

Und ich habe einen weiteren signierten Scharner in meinem Regal stehen =)

Und meine nächste Lesung wird dann tatsächlich meine erste Lesung mit Beate Maly sein und darauf freue ich mich ganz besonders!



Der Tandler und der Tod - Eva Reichmann

    Die Bildrechte liegen beim Verlag
     


    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag (21. September 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740819510
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740819514
    • Genre: Regionalkrimi, Krimi 

     

Emons Kurzbeschreibung:
Ein Kriminalroman mit aberwitzigen Wendungen und originellen Figuren. Humorvoller Cosy Crime aus der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Briefe mit seltsamem Inhalt, schwere Waffen und viel Geld in einer Garage – als Entrümpler Sebastian Tandler bei einem Auftrag in einem Linzer Privatschloss auf die Spuren eines Verbrechens stößt, ist seine Neugier geweckt, und er beginnt Nachforschungen anzustellen. Doch dann gibt es Tote, und der Tandler gerät tiefer in die Sache hinein, als ihm lieb ist. Es hilft nur eins: Er muss den Fall aufklären, um sein eigenes Leben zu retten.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein erster Krimi, bei dem ein Altwarenhändler ermittelt. Sebastian "Sebo" Tandler (Nomen ist hier Omen)  hat eine kleine Entrümpelungsfirma in der oberösterreichischen Hauptstadt Linz. Überraschend bekommt er den Auftrag ein Linzer Privatschloss auszuräumen. Für die kleine zwei-Personen-Firma ein Großauftrag. Neben Sebastian, der die Hausratsauflösungen übernimmt, arbeitet noch Johanna Ramböck mit, die ihm beim Sortieren und Verkaufen der Ware behilflich ist.
Der unsympathische Schlossinhaber Mariano Zamberk-Tachov hat bereits an eine Immobilienfirma verkauft, die Hotelanlagen bauen möchte. Isis Bruckner, die Gesellschafterin der ehemaligen Schlossherrin Adriana Zamberk und nun Angestellte des Schlossherrn, soll ihm zeigen, was er ausräumen und verkaufen soll. Die zwielichtigen Männer, die sich rund um die vielen Oldtimer des Hausherren scharren, lassen ein ungutes Gefühl in ihm aufsteigen. Als er mysteriöse Briefe, versteckt in einer Couch findet, die auf ein Verbrechen hinweisen, wird er noch misstrauischer. Der Tandler ist ein sehr neugierieger Artgenosse und deshalb lassen ihn diese Briefe und auch eigenartige Vorfälle nicht in Ruhe. Als bei ihm und im Schloss bei Isis eingebrochen wird, beginnt er nachzuforschen und als Adriana Zamberk ermordert wird, schrillen alle Alarmglocken....

Der Krimi braucht lange bis er endlich Fahrt aufnimmt. Das ist sehr schade, denn die erste Hälfte des Buches enthält viele Hinweise, die man nicht unbedingt braucht; wie Erläuterungen zu Wohnungsauflösungen, detaillierte Beschreibungen von Innenräumen und Farbschemen, wie Tandler und Ramböck die Ware aufteilen. Auch die vielen Namen sind zu Beginn sehr verwirrend. Tandler hat neben Johanna Ramböck auch Freunde aus Griechenland und Albanien, die ihm beim Entrümpeln helfen. Die für uns fremd klingenden Namen merkt man sich nicht wirklich schnell und auch in der Familie des Schlossherrn gibt es jede Menge längere Namen, die nicht sofort hängen bleiben. Hilfreich ist das Personenregister gleich zu Beginn des Krimis.

Die Handlung spielt in Linz und Umgebung. Sebo wohnt in einer der sogenannten „Hitlerbauten“. Diese schnell hochgezogenen Wohnburgen wurden während der NS-Zeit gebaut. Die Wohnung hat er von seiner Tante Brigitte geerbt, in der er alleine lebt. Sprachlich gibt es viele österreichische Begriffe, die man im Glossar hinten erklärt bekommt, wenn man sie nicht versteht.

Die Figuren sind sehr lebendig und etwas skurril gezeichnet. Man hat jeden einzelnen vor Augen und auch die vielen Nebenfiguren sind größtenteils gut charaktisiert. Den multi-kulti Freundeskreis fand ich super erfrischend. Den Tandler selbst fand ich sehr sympathisch, Isis blieb mir zu Beginn noch etwas fremd. Im Laufe des Krimis ändert sich das jedoch. Sie hat auf jeden Fall einen sehr interessanten Background, der Grund zu Spekulationen liefert.

Die zweite Hälfte ist aber wirklich gelungen und sehr spannend erzählt. Es überschlagen sich die Ereignisse und die Autorin überrascht mit neuen Wendungen. Ab diesen Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Einer Fortsetzung der Reihe bin ich nicht abgeneigt, denn wir sind nun ja schon richtig gut in das Leben vom Tandler eingeführt worden ;)

Fazit:
Der Krimi braucht leider etwas zu lange bis er Fahrt aufnimmt, aber dann wird es richtig spannend! Die Ideen der Autorin sind großartig und endlich etwas anderes, als viele der uns bekannten Regionalkrimis enthalten. Das fängt mit dem eigenwilligen Ermittler an, geht weiter mit seinem Job, seinen Freundeskreis und Isis Hintergrund....richtig gute Ideen!


Vielen Dank an den Emons Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Tage mit Milena - Katrin Burseg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag (25. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453274555
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453274556 
    • Genre: Gegenwartsliteratur 


Heyne Kurzbeschreibung:
Annika führt ein ruhiges Leben und denkt schon lange nicht mehr an die traumatischen Ereignisse, die vor mehr als 30 Jahren ihre Welt aus den Angeln hoben. Bis die siebzehnjährige Klimaaktivistin Luzie ihren Alltag durcheinanderbringt und die Erinnerung an den Menschen wachrüttelt, dessen Namen sich Annika kaum auszusprechen traut: Milena. In der Hamburger Hausbesetzerszene der Achtziger waren Annika, Milena und Matti unzertrennlich. Sie hielten sich für unbesiegbar, so wie Luzie es tut. Um diese vor einem folgenschweren Fehler zu bewahren, nimmt Annika wieder Kontakt zu Matti auf. Sie reist zu ihm nach Italien – und erfährt, dass alles, was sie über damals zu wissen glaubte, eine Lüge ist.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Katrin Burseg habe ich bisher die beiden Romane "Unter dem Schnee" und "Adas Fest" gelesen. Beide Geschichten haben mir sehr gut gefallen, deshalb stand auch ihr neuer Roman auf meiner Wunschliste.
Beim Reinlesen in die ersten Kapitel über vorablesen war ich auch noch immer begeistert. Leider wurde diese Begeisterung mit der Zeit etwas weniger und auch der Klappentext nimmt vieles vorweg, was erst in der zweiten Hälfte des Buches passiert.

Annika, Mitte fünfzig, lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck und besitzt ein Schreibwarengeschäft, wo sie auch ihre selbst illustrierten Karten verkauft. Als eines Tages ein junges Mädchen bei ihr Sekundenkleber kauft und diese kurze Zeit später auf der Straße klebt und für eine Straßensperre sorgt, weckt diese Aktion tief vergrabene Erinnerungen in ihr. Als Luzie in Bedrängnis gerät, handelt Annika spontan und setzt sich zu ihr auf die Straße. Es ist lange her, dass sie selbst demonstriert und ein Haus besetzt hat. Diese Zeit endete tragisch und deshalb versucht sie Luzie davon abzubringen, noch dramatischere Aktionen zu starten und folgt ihr ins Klimacamp nach Hamburg. Doch Luzie gehört zur "Letzten Generation" und lässt sich nicht aufhalten. Annika möchte sie daran hindern, indem sie ihr von Milena erzählt....erfolglos. Doch dann kommen beide in eine Situation, in der Annika Luzie überreden kann, nicht nach Lüzerath zu fahren und schon sitzen beide im Zug nach Venedig....

Das Thema ist natürlich brandaktuell! Klimakrise und Klimaaktivsten sind nicht nur Schlagwörter bei den diversen Wahlkämpfen, sondern zeigen immer wieder durch Hurricans, Tornados, Überschwemmungen, die immer verheerender werden, dass es nicht mehr 5 vor 12 ist, sondern bereits später. Dazu schreibt die Autorin nicht wirklich wertend oder mit erhobenen Zeigefinger, sondern  lässt uns etwas tiefer in die Vorgehensweise der Klimaaktivisten blicken. Zurück in die Achziger Jahre zeigt sie aber ebenfalls auf, dass die Themen, die die jungen Menschen auf die Straße treibt, sehr ähnlich sind - egal zu welcher Zeit.

Der Versuch die Handlungen von Luzie und Annika zu vereinen, empfand ich jedoch nicht ganz geglückt. Die Ereignisse in der Gegenwart und Erinnerungen aus Annikas Vergangenheit vermischen sich und hemmen leider den Lesefluss. Der Blick zurück in eine Zeit, die für Annika prägend war und die sie verdrängt hat, ist interessant, aber blieb mir zu sehr an der Oberfläche. Details über den Alltag in der Hamburger Hausbesetzerszene werden nur gestreift. Auch hätte ich gerne noch etwas mehr über die starke Bindung zwischen Annika, Matti und Milena erfahren, die zwar erklärt wird und auch einige Beispiele enthält, mir aber zu wenig Tiefe hatte. So richtig nahe kam ich den Figuren nicht...

Viele Handlungen der beiden Protagonistinnen konnte ich nicht nachvollziehen. Annika und Luzie sind beide impulsive Menschen, die oftmals sehr spontan und impulsiv handeln und ihre Vorgehensweise nicht überdenken. Bei Luzie fand ich dies ihrer Jugend geschuldet und auch ihrer Motivation, doch für Annika trifft dies nicht zu. Ihr unüberlegtes Handeln konnte ich sehr oft überhaupt nicht nachvollziehen. Die Geduld ihres Ehemannes konnte ich ebenfalls nur schwer nachenpfinden. Einige Handlungen wirkten auf mich viel zu konstruiert. Man hat das Gefühl, dass oftmals versucht wird, einfach die Handlung am Laufen zu halten.

Einige Vorkommnisse waren ebenfalls leicht vorhersehbar. Die Nebencharaktere blieben mir ebenfalls zu blass. Hingegen hat mich der Schreibstil von Katrin Burseg wieder genauso überzeugen können, wie in ihren beiden Vorgängerromanen. Er ist sehr bildhaft und atmosphärisch. Ganz besonders mochte ich den Beginn im Schreibwarenladen und die vielschichtigen Beschreibungen des Papiers und des Geruchs des alten Ladens.....zauberhaft!

Fazit:
Der neue Roman von Katrin Burseg konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Hauptprotagonistin Annika blieb mir fremd und einige Handlungen empfand ich als zu konstruiert. Der gewohnt bildhafte und eindringliche Schreibstil ist jedoch wieder zu betonen, genauso wie die aktuelle und informative Thematik des Romans. 

Vielen Dank an vorablesen und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Man sieht sich - Julia Karnick

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 4. Edition (13. Juni 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423283912
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423283915
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Belletristik

     

dtv Kurzbeschreibung:
Sommer 1988. Friederika hat große Füße und nennt sich Frie. Robert, neu an der Schule und schüchtern, verliebt sich sofort, aber zeigt es nicht. Vielleicht flirtet sie nur zum Spaß mit ihm?
Winter 2002. Frie ist Mutter einer kleinen Tochter, Robert ist Musiker. Nach Jahren der Funkstille und einer zufälligen Begegnung bestätigt sich: Wann immer die beiden aufeinandertreffen, wird es kompliziert.
Sommer 2022. Frie, inzwischen fünfzig und seit dem Ende ihrer letzten Beziehung wieder Single, fährt zum Abitreffen. Mit dabei: all die Erinnerungen an Robert, den sie seit einer halben Ewigkeit nicht gesehen hat. Was wird diesmal zwischen ihnen passieren? Ein mitreißend und liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, über gelebte Träume und verpasste Gelegenheiten – und über eine neue Chance im Hier und Jetzt.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Endlich wieder ein Buch, welches mit "Zwei an einem Tag" mithalten kann. Der Roman von David Nicholls gehört noch heute zu meinen allerliebsten Büchern, die einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal haben. Außerdem liebe ich Romane, bei denen es um Beziehungen und verpasste Chancen geht bzw. um Paare, die sich aus den Augen verlieren und doch nicht voneinander loskommen.

Mit "Man sieht sich" ist Julia Karnick eine wundervolle und authentische Geschichte gelungen, die mich von Beginn an in den Bann gezogen hat. Sie spannt sich über mehr als 30 Jahre und wird von der Autorin mit sehr viel Einfühlungsvermögen erzählt.
Der Roman beginnt in der Gegenwart. Friederike, genannt Frie, hat eine Einladung zum dreißigjährigen Abitreffen erhalten und ist sich bis zum Schluss unsicher, ob sie dort aufkreuzen soll. Ihre Gedanken und Überlegungen sind so authentisch beschrieben, dass ich bereits auf den ersten Seiten schmunzeln musste. Danach wechseln wir in die Vergangenheit.
Julia Karnick erzählt über das erste Zusammentreffen, als Robert seine neue Schule betritt und als erstes das "Entenmädchen" kennenlernt, wie er Frie heimlich wegen ihren watschelnden Gang und den großen Füßen, nennt. Diese Freundschaft wird zu etwas ganz Besonderen, obwohl beide aus einem sehr unterschiedlichen Elternhaus kommen, das sowohl Robert, als auch Frie prägt. Nach dem Abi trennen sich ihre Wege, denn Frie geht als Au Pair nach Australien und Robert zum Zivildienst. Für Frie ist Freiheit zu dieser Zeit am Wichtigsten und Robert sucht seinen Platz im Leben. Jahre später haben sich beider Leben umgekehrt. Während Robert als Musiker seine Freiheit genießt, kämpft Frie als alleinerziehende Mutter ums tägliche Überleben...

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive von Robert und Frie erzählt. So erfährt man immer, was gerade in ihrem Leben passiert, welches von Hochs und Tiefs geprägt ist. Es gibt dabei sehr intensive, aber auch unaufgeregte Erzählstränge.
Während all dieser Zeit verlieren sich Frie und Robert nie aus den Augen. Oftmals sind ihre Lebenswege zu unterschiedlich und der Zeitpunkt einfach nicht der richtige, dennoch spürt man im gesamten Roman, wie wichtig sie einander sind.
Die Stimmung der Achziger und Neunziger Jahre habe ich genossen und mich wieder jung gefühlt.

Julia Karnik beschreibt die Empfindungen ihrer Figuren einfühlsam und lebensnah. Dabei greift sie auch Themen auf, wie die Rolle der Frau über die Jahrzehnte oder die Prägung der Kindheit auf das weitere Leben. Besonders gefallen hat mir auch die Beziehung von Robert zu einem alten Mann, den er als Zivildiener kennenlernt und ihm zur Hand geht. Für Robert wird Herr Selk eine Art Vaterersatz, den er selbst nie kennengelernt hat.
Freunde und weitere Figuren rund um die Beiden blieben hingegen etwas schemenhaft, was mich allerdings nicht gestört hat, schließlich steht die Beziehung und Freundschaft von Robert und Frie im Mittelpunkt. Wie im echten Leben bleiben und gehen Freunde und sind in der Handlung mehr oder weniger vorhanden.

"Wer ›Zwei an einen Tag‹ von David Nicholls geliebt hat, wird dieses Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. ― Der Hamburger Newsletter Published On: 2024-06-06"

Und dem kann ich nur zustimmen! 

Wie immer bei Romanen, die mich sehr berührt haben und die ich mit Begeisterung gelesen habe, fällt es mir besonders schwer eine Rezension zu schreiben, weil ich immer denke, dass diese der Geschichte nicht gerecht wird.

Fazit:
Für mich ein würdiger Nachfolger zu "Zwei an einem Tag", wobei Julia Karnick ihre ganz eigene Geschichte daraus macht, die einfühlsam und sehr authentisch erzählt wird. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung! (ganz besonders für jene, die "Zwei an einem Tag" genauso geliebt haben wie ich und noch immer nicht über das Ende hinweg sind.)

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

[Lesung] Roman Klementovic liest aus seinem neuen Thriller "Tränengrab"

 Hallo meine Bücherwürmer!

Anfang des Jahres 2018 habe ich meine erste und bisher letzte Lesung mit Roman Klementovic erlebt.
Damals las er aus seinen dritten Thriller "Immerschuld", der 2017 veröffentlicht wurde. Nun sind wir bereits beim siebenten Thriller aus seiner Feder angelangt, nämlich "Tränengrab".

Kurz zum Inhalt:

Um auf andere Gedanken zu kommen, verbringt die frisch verwitwete Evelyn ein paar Tage bei der Familie ihrer Tochter. Doch deren sonst so verschlafene Heimatstadt ist im Ausnahmezustand. Die 16-jährige Nachbarstochter ist unter mysteriösen Umstanden verschwunden, ein Verbrechen wird befürchtet. Und tatsächlich wird schon bald eine bestialisch zugerichtete Leiche gefunden. Die Bewohner stehen unter Schock, die Polizei ermittelt fieberhaft. Es ist jedoch Evelyn, die eine erschreckende Entdeckung macht ...
  

meine Rezension

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Ich war diesmal mit meiner Nichte Ingrid unterwegs und das erste Mal in der Buchhandlung Ringseis in Scheibbs. Schade, dass ich dort nicht öfters hinkomme, denn das ist eine ganz tolle kleine Buchhandlung, die sehr viel zu bieten hat und liebevoll eingerichtet ist. Schade, dass es bei mir in der Nähe so gar keine Buchhandlung gibt....:(

Roman Klementovic hat seinen neuen Thriller mit viel Humor und Spannung vorgestellt. Nach einigen vorgelesenen Ausschnitten hat er mit einem Cliffhanger geendet, der sofort meine Neugierde geweckt hat und ich das Buch einige Tage später sofort begonnen und beendet habe.

 
Natürlich wurde mein Buch auch vom Autor signiert =)
 

Meine Kollegin hat mich zwei Tage später angesprochen, dass sie mich in der Zeitung gesehen hat. Ich war sehr verwundert und habe dann dieses Foto hier in der NÖN Erlauftal, einem Bezirksblatt (Nachbarbezirk), entdeckt. Das Bild wurde von der genau gegenüberliegenden Seite zu meinem ersten Bild ganz oben, gemacht. Darauf seht ihr meine Nichte Ingrid und mich ganz links...
Das war meine erste Lesung, auf die noch drei weitere im Oktober folgen sollen. Ich hoffe ich kann alle besuchen, nachdem mich seit heute wohl die Grippewelle erwischt hat....



Tränengrab - Roman Klementovic

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag; 2024. Edition (11. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839207371
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839207376
    • Genre: Thriller 

     

Gmeiner Kurzbeschreibung:
Um auf andere Gedanken zu kommen, verbringt die frisch verwitwete Evelyn ein paar Tage bei der Familie ihrer Tochter. Doch deren sonst so verschlafene Heimatstadt ist im Ausnahmezustand. Die 16-jährige Nachbarstochter ist unter mysteriösen Umstanden verschwunden, ein Verbrechen wird befürchtet. Und tatsächlich wird schon bald eine bestialisch zugerichtete Leiche gefunden. Die Bewohner stehen unter Schock, die Polizei ermittelt fieberhaft. Es ist jedoch Evelyn, die eine erschreckende Entdeckung macht ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im September war ich in Scheibbs bei der Lesung zu Roman Klementovic neuesten Thriller "Tränengrab". Mein Beitrag zur Lesung folgt in Kürze.

Was ich an den Büchern des Autors am allermeisten mag, ist diese allgegenwärtige düstere Atmosphäre. Auch in "Tränengrab" sind wir in einer kleinen Stadt, die seitdem der naheliegende See ausgetrocknet und der riesige Wasserpark vor sich hin rostet, vom Aussterben bedroht ist. Das geplante Wellness-Hotel steht noch immer in Rohbau und wird wohl nie fertig gestellt werden. Ein Ort, aus dem das Leben schwindet....

Und genau dort besucht Evelyn, Mitte sechzig und frisch verwitwet, ihre Tochter Manuela samt Familie. Sie wurde eingeladen, um auf andere Gedanken und zur Ruhe zu kommen, seitdem sie ihren geliebten Hans an den Krebs verloren hat. Doch Evelyn kommt nicht wirklich zum Verschnaufen, denn schon bei der Ankunft fallen ihr die Plakate mit einem Foto eines Mädchens und der Überschrift VERMISST ins Auge. Und kurze Zeit später steht der ganze Ort unter Schock, denn es wird die verstümmelte Leiche des Mädchen gefunden.
Evelyn ist außerdem vom seltsamen Verhalten ihres Schwiegersohnes Hendrik irritiert. In der Familie ist die Stimmung schlecht. Tochter Manuela ist völlig überarbeitet, während sich Enkelin Anja abschottet und jede Kommunkation abblockt. In einer schlaflosen Nacht beobachtet Evelyn beunruhigendes und versucht mehr herauszufinden...

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Evelyn erzählt. Man ist direkt mit ihren Gedanken, Gefühlen, sowie ihren Zweifeln und Ängsten vertraut. Auch die zunehmende körperliche und psychische Erschöpfung ist glaubhaft dargestellt. Neben Evelyns Sicht gibt es noch zwei weitere, aber einmalige Perspektiven, sowie Auszüge aus Anjas Tagebuch. Die restlichen Charaktere bleiben allerdings etwas (gewollt?) blass.
Die Spannung ist extrem hoch und bleibt es durchgehend, was einem kaum das Buch aus der Hand legen lässt. Ich konnte dazwischen kaum Luft holen und muss sagen, dass ich mir ab und zu auch ein paar Seiten gewünscht hätte, die mich etwas "verschnaufen" hätten lassen. Man hat laufend das Gefühl, dass jetzt sofort etwas Schlimmes passieren wird.
Neben der anhaltenden düsteren Atmosphäre, spürt man auch die flirrende Hitze und Evelyns Angst. Außer der Hauptprotagonistin sind die Figuren nicht wirklich Sympathieträger. Mich stört das nicht wirklich, auch wenn ich Evelyn ab und zu schütteln hätte können. Man fragt sich ebenfalls: Ist Eveyln etwa eine unzuverlässige Erzählerin, mit der die Phantasie durchgeht?

Der Schreibstil ist fesselnd und mitreißend. Klementovic erzählt in Präsens und versteht es immer wieder falsche Fährten zu legen. Die Kapitel sind kurz gehalten. So möchte man immer wieder noch ein Kapitel lesen, bevor man das Buch weglegen muss. Wenn möglich sollte man "Tränengrab" aber lesen, wenn man sich Zeit für den kompletten Thriller nehmen kann, denn aus der Hand legen kann man das Buch kaum.

Die Enden sind bei Roman Klementovic immer für eine Überraschung gut! Er versteht es jedes Mal aufs Neue mich komplett zu überraschen. Dass ist ihm auch bei seinem neuesten Thriller wieder gelungen. Allerdings fand ich die Auflösung diesmal nicht ganz so überzeugend, wie bei seinen anderen Büchern. Das ist aber mein eigenes Empfinden und muss nicht mit anderen Leser:innen übereinstimmen.

Fazit:
Auch im neuesten Thriller von Roman Klementovic ist nichts, wie es scheint. Man erhält Spannung auf höchstem Niveau und die gewohnte düstere Atmosphäre. Ab und zu hätte ich mir eine kleine Verschnaufpause gewünscht, denn man kann das Buch nicht aus der Hand legen! 


Mein Lesemonat September

 Hallo meine lieben Bücherwürmer!

Mein Lesemonat September war leider überwiegend vom Hochwasser bei uns in Niederösterreich bestimmt und den vorangegangenen massiven und langanhaltenden Regenfällen, die für viele "Land unter" bedeutet haben.

Obwohl wir bereits 3x überflutet waren, hatten wir diesmal Glück und blieben trocken! Allerdings war es sehr, sehr knapp und ich bin an zwei Tagen fast nur im Haus herumgeflitzt und habe beobachtet, wie das Wasser um uns herum steigt und ob der letzte Kanal, der genau vor unsere Garageneinfahrt ist, noch all das Wasser aufnehmen kann. Wäre dieser ebenfalls übergelaufen, hätte es hier anders ausgesehen und ich würde wie einige meiner Arbeitskolleg:innen noch immer das Haus ausräumen.

Leider hat es auch "meine" Bücherei erwischt und ich mag gar nicht daran denken, wie es dort aussehen wird, wenn sie wieder öffnet....

Ein Blick auf unseren Nachbarort von oben, wo auch meine Bücherei zuhause ist.
Meine Gedanken sind bei all diesen Menschen bei uns in Niederösterreich, die ihr Zuhause verloren haben.
 
Es gab aber auch schöne Momente. Ich war zwei Mal im Kino und habe mir "Die Gleichung ihres Lebens" und "The Dead don't Hurt" angesehen. Zwei sehr unterschiedliche Filme, beide sehr gut, aber  keine Highlights.

Ein Highlight war hingegen die Lesung von Roman Klementovic zu seinem neuen Thriller "Tränengrab" in der Buchhandlung Ringseis in Scheibbs.
Dazu wird es noch einen eigenen Blog-Post geben.
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Aber nun zum buchigen Rückblick! 


Im September habe ich wieder 13 Bücher geschafft, die ich gelesen und rezensiert habe. Somit bin ich trotz stressigen Monat genau im Durchschnitt.
Seiten waren es diesmal sogar 5.356 - das drittbeste Ergebnis des Jahres. Das hätte ich nicht gedacht! Vorallem, wo der September bei mir immer wirklich alles andere als erholsam ist. Das dickste Buch hatte 560 Seiten, das dünnste 320.

Genremäßig waren es ein biografischer Roman, zwei Young Adult Romane, ein Familiendrama, ein Kinder-/Jugendbuch, ein Regionalkrimi, ein Spannungsroman/Krimi, drei historische Romane und drei Gegenwartsromane. Also wieder bunt gemischt, wobei die Thriller eindeutig fehlen. Das wird sich aber im Oktober auf jeden Fall ändern!

Es waren diesmal wirklich gute Bücher dabei und ich hatte viele 4 1/2 Sterne Bücher und ein 5 Sterne Buch. Also ein wirklich sehr erfolgreicher Lesemonat!


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September:

  1. Nur nachts ist es hell - Judith W. Taschler  (320 Seiten)  3 1/2 Sterne
  2. Das Pensionat an der Mosel: Schwestern im Geiste - Marie Pierre  (560 Seiten)  5 Sterne
  3. Der Morgen nach dem Regen - Melanie Levensohn  (431 Seiten)   4 1/2 Sterne
  4. Blütenweiße Träume - Charlotte Jacobi  (448 Seiten)  3 Sterne
  5. Freunderlwirtschaft - Petra Hartlieb  (416 Seiten)  4 Sterne
  6. Zeit der Schwestern: Traubenfest - Tanja Huthmacher  (352 Seiten)  4 1/2 Sterne
  7. The House Trap - Emma Read  (320 Seiten)  3 1/2 Sterne
  8. Dunkle Umarmung - V.C. Andrews   (447 Seiten)  4 Sterne
  9. All your secret songs - Nina Brenke  (400 Seiten)   3 1/2 Sterne
  10. This could be love - Lilly Lucas  (352 Seiten)  4 Sterne
  11. Sommerpfade in Arrowwood - Natascha Birovljev  (430 Seiten)  4 1/2 Sterne
  12. Wer mit den Wölfen heult - Tessa Duncan  (512 Seiten)  4 1/2 Sterne
  13. Vaterländer - Sabin Tambrea  (368 Seiten)   4 Sterne
    September Gesamtseitenanzahl: 5.356
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Mein HIGHLIGHT für den September


Der zweite Band der Trilogie "Das Pensionat an der Mosel" von Marie Pierre konnte mich diesen Monat am meisten überzeugen! Spannende und historisch einwandfreie Erzählung, die mir den historischen Roman wieder etwas näher gebracht hat (zur Zeit bin ich in diesem Genre nicht ganz zuhause)
Ganz tolles Buch!
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Enttäuschung gab es im September keine.

Im Oktober wird es hier in meiner Umgebung weitere Lesungen geben. Darauf freue ich mich ganz besonders!
Schon in zwei Tagen werde ich wieder mit der lieben Nicole von "Zeit für neue Genres" in Amstetten bei Thalia sein. Helmut Scharner liest aus dem zweiten Band seiner zweiten Kriminalreihe um Inspektorin Stefanie Leitner im titelgebenden "Mostviertler Tänzerin". Diese Reihe kenne ich noch nicht.

Am 11. Oktober liest Beate Maly in meiner ehemaligen Heimatstadt aus "Mord in der Wiener Werkstätte".
Ich hoffe, dass diesmal nichts dazwischen kommt und ich endlich Beate Maly persönlich kennenlernen darf. Letztes Jahr habe ich mir ja die Schulter gebrochen, als sie in Sankt Pölten gelesen hat.

Und ich hoffe, dass "meine" Bücherei bis Ende Oktober wieder in Ordnung ist, denn am 24. Oktober liest Herbert Dutzler im Rahmen von 130 Jahre Bücherei aus "Letztes Zuckerl" und "Wenn die Welt nach Sommer riecht".

🍂 Was für ein toller Leseherbst!! 🍂
 

Meine Challenges:
Weltenbummler Challenge: 467 Punkte  (+46)
besuchte Länder: 8  (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Kanada, Österreich, Rumänien, USA)
 

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