Frisch eingezogen im Dezember #1

Hallo meine Bücherwürmer!

In den letzten Wochen sind wieder ein paar Bücher bei mir eingezogen.  Schon an der Farbgebung der Bücher auf dem Foto kann man erkennen, dass es winterlich wird ;) 🎄❄  ⛄ 
Ich habe mir auch einen weiteren weihnachtlichen Roman gegönnt. Generell sind die Neuzugänge eher romantisch 💕 angehaucht bis auf die zwei Krimis.

Hier der gewohnte Überblick:

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Kerstin Hohlfeld
Bevor die Stadt erwacht
Roman

Amelie Rothermund gehört zu den Menschen, die oft unsichtbar bleiben. Die alleinerziehende Mutter arbeitet, während alle anderen noch schlafen, damit sie tagsüber mehr Zeit für ihren Sohn Elias hat. Zu Weihnachten hat der kleine Elias daher einen ganz besonderen Wunsch: Er möchte, dass seine Mama nicht immer so müde ist. Dummerweise landet sein Wunschzettel in einer Lieferung mit Backwaren, die Amelie gepackt hat, und erreicht so den Komponisten Ephraim Sasse. Sasse ist vom Leben verbittert und lebt seit Jahren zurückgezogen in seiner Villa. Doch der Brief des kleinen Jungen weckt in ihm den plötzlich Wunsch zu helfen  ...

Nachdem ich Lust auf einen weiteren Weihnachtsroman hatte und mir der letzte Roman von Kerstin Hohlfeld sehr gut gefallen hat, habe ich mir die "Bevor die Stadt erwacht" gekauft.
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Marie Adams
Glück schmeckt nach Popcorn
Roman

Martha führt ein kleines, aber renommiertes Programmkino – in dem sich allerlei Intellektuelle, Filmkritiker und Cineasten tummeln. Wie die meisten ihrer Gäste glaubt sie nicht an Happy Ends. Die gibt es im echten Leben schließlich auch nicht. Als ihre Mitarbeiterin und beste Freundin Susanna schwanger wird und der Liebe wegen wegzieht, gibt sie dem jungen Filmstudenten Erik eine Chance. Doch schon bald treibt er sie mit seinem Optimismus in den Wahnsinn. Er arbeitet nicht nur hinter den Kulissen an seinem Gute-Laune-Debüt, sondern möchte Martha auch noch davon überzeugen, dass das große Glück auch jenseits der Leinwand möglich ist …

Kino...neben Musik und Bücher ein Thema für mich und ich freue mich sehr, dass ich bei Lovelybooks das Buch für eine LR gewonnen habe. Mittlerweile habe ich es auch schon gelesen. Rezi folgt! 
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Izabelle Jardin
Funkenflug
Roman

Constantin ist die Liebe ihres Lebens. Daran hat Faye Duncan keinen Zweifel. Deshalb will die Journalistin ihren Freund auf dem Schloss seiner Ahnen heiraten.
Aber Constantins Vater ist damit nicht einverstanden. Tradition verpflichtet und Faye genügt nicht seinem ausgeprägten Standesdünkel. Doch so leicht gibt die selbstbewusste Faye nicht auf.
Als sie das alte, wunderschöne Gemälde der Urgroßmutter Constantins entdeckt, fängt sie an, fieberhaft zu recherchieren. Nach und nach taucht sie ein in ein Familiengeheimnis, das sie zurückführt ins viktorianische Zeitalter und in die Lebens- und Liebesgeschichte dieser faszinierenden Frau. Für Faye beginnt die Reise in eine Vergangenheit voller Tragik und Schicksalsschläge, an deren Anfang ein unglaubliches Ereignis steht: eine nicht standesgemäße Verlobung im August 1851 … und der Funke eines Feuerwerks, der mehr entfacht als bloße Leidenschaft.

Ebenfalls bei Lovelybooks für einer LR gewonnen und bis jetzt hat der Roman wirklich sehr gute Bewertungen. Ich bin gespannt!
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Verena Maria Kalmann
Von Elise
Roman

Im Januar 2014 zieht die Geigerin Valerie Mollwitz von München nach Paris, um den Posten der zweiten Konzertmeisterin in einem Orchester anzutreten und die gescheiterte Beziehung zu ihrem Exfreund zu verarbeiten. Doch der Neuanfang in Paris entpuppt sich als wahre Katastrophe: Madame Prokova, die erste Konzertmeisterin, begegnet ihr feindselig, Freunde hat sie nicht und aufgrund mangelhafter Sprachkenntnisse kann sie den Alltag kaum bewältigen.
In dieser verfahrenen Situation findet sie das Tagebuch ihrer Urgroßtante Elise in den Hohlräumen ihres geerbten Biedermeiersofas. Die Lektüre führt Valerie in das beschauliche Bonn des Jahres 1914, wo sich die junge Pianistin Elise in den attraktiven Geiger Karl verliebt. Die beiden Musiker schmieden Pläne für eine gemeinsame Zukunft, doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus und ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung. Tief berührt von Elises Geschichte, nimmt Valerie ihr Schicksal entschlossen selbst in die Hand und gibt der Liebe eine Chance.

Bereits gelesen - Rezi folgt! Ich kann aber bereits sagen, dass es definitiv zu meinen Highlights des Jahres gehört!
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Michaela Grünig - Marc Girardelli
Mordsschnee
Krimi
Band 2 um Marc Gassmann

Marc Gassmann will es noch einmal wissen: Der Ski-Star kämpft um seinen vielleicht letzten Weltcup-Gesamtsieg. Doch als eine Sportjournalistin in einem Luxushotel in St. Moritz ermordet wird, gerät ausgerechnet er in Verdacht, der Täter zu sein. Marc und seiner Freundin Andrea bleibt keine Wahl, als selbst zu ermitteln, um seine Unschuld zu beweisen. Dabei stoßen sie auf einen Skandal, der die gesamte Wintersportwelt erschüttern könnte – und auf einen gefährlichen Mörder.


Der erste Band der Krimireihe, den Michaela Grünig mit Ex-Rennfahrer Marc Girardelli geschrieben hat, hat mich begeistert. Die Autorin hat mich gefragt, ob ich auch den ganz neu erschienen zweiten Band lesen möchte - natürlich!
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Christine Jaeggi
Unvollendet
Roman

Die 29-jährige Grace träumt von ihrem Durchbruch als Filmschauspielerin. Bisher stand sie jedoch stets im Schatten ihrer verstorbenen Großmutter, der Hollywood-Legende Hanna Miller. Nun scheint sich ihr Schicksal zu wenden: Hollywoods größter Filmproduzent hat herausgefunden, dass eine Fortsetzung des weltberühmten Romans Unvollendet existiert, mit dessen Verfilmung ihre Großmutter bekannt wurde. Grace soll die Hauptrolle in dem neuen Film spielen, doch leider ist das Manuskript verschollen. Die junge Schauspielerin macht sich auf die Suche und reist nach Zürich zu dem Hotel, in dem Hanna Miller lange Zeit lebte. Dort trifft sie auf den charmanten Benjamin, der ihr Herz höher schlagen lässt. Nach und nach kommt Grace jedoch nicht nur dem Geheimnis ihrer Großmutter, sondern auch dem von Benjamin auf die Spur.

Ebenfalls ein Lovelybooks Leserundenbuch
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Jürgen Ehlers
Tod von oben
Historischer Krimi

In einer Sommernacht des Jahres 1941 beobachtet die 19-jährige Sofieke, wie ein Fallschirmagent in den besetzten Niederlanden landet. Der Student Gerhard soll für die Engländer spionieren. Er wird jedoch sofort festgenommen. Gerhard entgeht der Hinrichtung nur, indem er sich zum Schein bereiterklärt, als Doppelagent für die deutsche Spionageabwehr zu arbeiten.
Arthur Seyß-Inquart, der mächtigste Nazi in den Niederlanden, ist Gerhards Nennonkel. Seine fröhlich-naive Tochter Dorli zeigt ihm den Palast, in dem sie jetzt wohnt. In dem hauseigenen Kino führt sie ihm die Wochenschau-Aufnahmen von der wunderbar versöhnlichen Rede vor, die ihr Vater bei der Amtseinführung vor einem Jahr gehalten hat. Sie ist stolz auf ihren Vater. Weder Gerhard noch sie ahnen, dass der Reichskommissar auch eine ganz andere, dunkle Seite hat.
Durch Zufall treffen Gerhard und Sofieke wieder aufeinander. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Aber die beiden sind in größter Gefahr. Ihre Gegenspieler in der SS schrecken vor nichts zurück.

Und das letzte Lovelybooks Leserundenbuch, das in das Jahr 1941 führt... 
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So...zwei Krimis, ein Weihnachtsbuch und ein paar Romane....definitiv genug um lesetechnisch über Weihnachten zu kommen ;) Kennt ihr vielleicht schon eines der Romane?


Unsere Tage am Ende des Sees - Linda Winterberg



    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (6. November 2017)
    • ISBN-10: 3746633540
    • ISBN-13: 978-3746633541
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Aufbau Kurzbeschreibung:
Nach fünfundzwanzig Jahren der Trennung steht Hanna plötzlich zum ersten Mal wieder ihrer Mutter gegenüber. Damals sah Hanna keinen anderen Ausweg, als von ihrem Zuhause fortzugehen – und ließ damit auch Alexander zurück, ihre erste große Liebe. Einen Sommer lang trafen sie sich Tag für Tag auf dem Steg am Ende des Sees. Ihre Flucht ermöglichte Hanna ein neues Leben, doch Alex hat sie nie vergessen. Und nun findet sie heraus, dass auch er nicht aufgehört hat, an sie zu denken ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Hanna fällt in ein tiefes Loch nachdem ihr Mann Maurice vor ein paar Monaten tödlich verunglückt ist und nun Tochter Christina für ein Auslandsjahr in die USA geht. Das gemeinsame Haus in Hamburg steht zum Verkauf, da es für Hanna zu viele Erinnerungen birgt. Sie bringt auch die Kraft nicht auf, zurück in ihren Job zu gehen und überlegt, wie ihr zukünftiges Leben aussehen soll. Da erhält sie nach 25 Jahren eine Nachricht von ihrer Mutter auf ihrer Mailbox. Soll sie zurückrufen und sich bei ihr melden? Damals hat Hanna jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Ungern erinnert sie sich an ihre Jugendzeit zurück. Wie es zu diesem großen Bruch kommen konnte wird im zweiten Erzählstrang, der im Jahre 1990 spielt, erzählt.

"Unsere Tage am See" ist das erste Buch von Nicole Steyer, die hier unter ihrem Pseudonym Linda Winterberg schreibt, das in der Gegenwart spielt bzw. im Vergangenheitsstrang nur 25 Jahre zurück, in die Neunziger Jahre, geht. Die damals 16jährige Hanna erlebt zu dieser Zeit ihre erste große Liebe, die ihr Halt gibt. Ihre Mutter Gabi ist seit der Trennung von ihrem Vater in eine tiefe Depression verfallen und greift immer mehr zur Flasche. In der Folge verliert sie ihre Arbeit und gerät in eine teuflische Spirale, aus der sie sich nicht mehr befreien kann. Hanna ist vollkommen auf sich gestellt und trägt eine sehr schwere Last auf ihren Schultern. Als Tochter einer Alkoholikerin ist sie im kleinen Dorf schnell ausgegrenzt. Statt dem Teenager und der Mutter zu helfen, erleben die Beiden nur Gehässigkeiten. Bis auf ihre Nachbarin Erna, ihrem Onkel Max und ihrer großen Liebe Alex hat Hanna keinerlei Unterstützung....

Bei mir dauerte ein bisschen, bis ich richtig in die Geschichte hineinfinden konnte, doch dann ist man wirklich mitten drin. Anfangs erlebt man Hanna in der Gegenwart. Durch die Rückkehr ins kleine Dorf bei München Verfolgt der Leser die ersten zaghaften Annäherungsversuche. Beide versuchen ihre schwierige Mutter-Tochter Beziehung aufzuarbeiten. Immer wieder denkt Hanna auch an ihre verlorene Liebe von damals. In ihrer Einsamkeit beherrscht Alex noch immer ihre Gedanken, besonders seit sie wieder zurück in München in ihrem ehemaligen Elternhaus ist. Als sie im Briefkasten beim Bauwagen am See Briefe von Alex findet, die er ihre jahrelang geschrieben hat, hofft sie auf ein Wiedersehen...

Die Autorin hat eine sehr bewegende Geschichte geschrieben, die sich näher mit der Krankheit des Alkoholimus auseinandersetzt. Dabei erzählt Winterberg sehr offen und ohne Beschönigung über die Suchtkrankheit. Man spürt die Verzweiflung der jungen Hanna, die ihrer Mutter beisteht, zwischen den Zeilen. Immer wieder keimt Hoffnung auf, doch die Enttäuschung folgt schon kurz hinterher. Die ganze Verwantwortung liegt auf ihren jungen Schultern. Nur ihre junge Liebe zu Alex, den sie regelmäßig am nahegelegenen See trifft, ist ihr einziger Lichtblick und gibt ihr Kraft.

Die Charaktere sind sehr lebendig. Die Gefühlswelt von Hanna wird in beiden Handlungssträngen sehr realistisch dargestellt. Sowohl Gabi, als auch Hanna, stellen sich nicht ihren Problemen, sondern flüchten vor ihnen. Die Versuche, sich damit auseinanderzusetzen, scheitern. Das Lügengebäude wird immer höher und droht zusammenzubrechen.....
Auch die wenigen Nebencharaktere waren überzeugend dargestellt. Mit der liebenswürdigen, aber auch sehr neugierigen Nachbarin Erna, hat die Autorin einen zusätzlichen tollen Charakter erschaffen.

Den Schluss fand ich etwas abrupt und hier hätte ich mir gerne noch ein paar mehr Erklärungen gewünscht. Auf der anderen Seite kann man sich als Leser auch sehr in die Geschichte und die Emotionen hineinversetzen und kann seine eigenen Spekulationen über das Ende anstellen. Es ist kein vollständiges offenes Ende, sondern die Autorin lässt nur einen kleinen Teil unbeantwortet. Damit kann ich leben!

Schreibstil:
Linda Winterberg schreibt sehr flüssig und einnehmend. Die Autorin konnte mich mit ihrer emotionalen Erzählweise an die Seiten fesseln. Die Charaktere sind authentisch und wurden sehr realistisch dargestellt. Die beiden Erzählsträngefinden in der Folge perfekt zueinander.

Fazit:
Eine bittersüße und bewegende Geschichte um Problembewältigung, Sucht und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Die angesprochene Liebesgeschichte bildet den roten Fanden im Buch, bleibt aber sehr im Hintergrund. Kein Heile-Welt-Roman, sondern mehr Drama mit einem Schuss Gefühl.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar, an Lovelybooks für die Leserunde und an die Autorin für die interessanten Inputs.

Kleine große Schritte - Jodie Picoult



    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2. Oktober 2017)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3570102378
    • ISBN-13: 978-3570102374
    • Originaltitel: Small Great Things
    • Genre: Gegenwartsliteratur


C. Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jodie Picoult gehört bereits seit Jahrzehnten zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre letzten Romane konnten mich allerdings nicht mehr ganz so überzeugen, wie etwa meine Lieblingsromane "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester".
Mit "Kleine große Schritte" hat fast zu ihrer alten Form zurückgefunden, auch wenn ich dafür keine 5, sondern 4 Sterne vergeben kann. Dafür hat mir doch noch einiges gefehlt...
Bei ihrem neuen Roman hat Picoult teilweise wieder zu altbewährtem gegriffen: Ein kontroverses Thema, das selten von anderen Autoren aufgegriffen wird. Teilweise deshalb, weil es hier um Rassismus in kleinen und großen Dosen geht und dieser doch immer wieder in Büchern verwendet wird. So haben wir diesmal also keine Thematik wie Organspende, Glasknochenkrankheit oder Amoklauf, sondern ein seit Ewigkeiten andauerndes Problem: Rassismus. Zu diesem Thema hatte ich dieses Jahr schon das Jugendbuch "The Hate U Give" gelesen, das aber nicht vergleichbar ist, weil es ein anderes Zielpublikum anspricht und auch die Sprache dementsprechend angepasst ist. Wer Jodie Picoult kennt, der weiß, dass sie sich gerne schwierigen Themen annimmt und diese aus verschiedenen Blickwinkel beschreibt. Auch diesmal legt die Autorin sehr viel Wert auf ihre Charakterbeschreibungen und lässt uns in die Köpfe ihrer sehr unterschiedlichen Figuren blicken.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Kennedy und Turk in der Ich-Form erzählt. Zuerst begegnen wir Ruth Jefferson. Sie ist Mitte Vierzig, Witwe, Mutter eines 16-jährigen Sohnes und arbeitet als Hebamme und Säuglingsschwester. Sie liebt ihren Beruf, in dem sie auch sehr gut ist. Nicht umsonst ist sie die einzige farbige Schwester im Mercy West Haven Hospital. Bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit dem Ehepaar Bauer hatte sie keine offensichtlichen Probleme wegen ihrer Hautfarbe. Doch die Bauers untersagen ihr deswegen jeglichen Kontakt zu ihrem Baby. Als der kleine Davis nach einem harmlosen Eingriff plötzlich Atemnot bekommt, ist Ruth die Einzige auf der Station, da ihre Kolleginnen zu einer Not-OP gerufen wurden. Soll sie sich der Anweisung beugen und sich wirklich von Davis fernhalten oder soll sie eingreifen? Ruth gerät in einen Gewissenskonflikt. Als das Baby stirbt, schiebt das Krankenhaus die alleinige Verantwortung auf Ruth, die des Mordes angeklagt wird.
 

Mir tat Ruth leid, aber ich konnte nicht immer ihre Gedanken nachvollziehen und auch keine wirkliche Nähe zu ihr aufbauen. Es blieb eine Distanz, dessen Ursprung ich nicht genau benennen kann. Ähnlich erging es mir bei Kennedy, ihre Pflichtverteidigerin. Diese ist eine priviligierte weiße Frau, die sich selbst nicht als rassistisch beschreibt. Durch diesen Fall erfährt sie allerdings einen Wandel, der auch bei ihr Umdenken hervorbringt. Doch auch bei ihr spürte ich eine Distanz beim Lesen. Einzig bei Turk konnte Picoult Emotionen bei mir hervorrufen. Normaler Weise versteht es die Autorin beide Seiten so darzustellen, dass man sich schwer auf nur eine Seite schlagen kann und sich in einer Zwickmühle befindet, da man beide Ansichten mehr oder weniger verstehen kann. Hier war das für mich kaum durchführbar. Den Schmerz, den Turk durch den Tod seines Sohnes erfährt, kann man irgednwie nachvollziehen, aber nicht wie er damit umging. Von seinen radikalen Ansichten war ich geschockt. Bei Turk konnte ich die meisten Emotionen freilassen, auch wenn es fast nur negative waren. Hier konnte mich die Autorin wirklich packen und die Darstellung des jungen Rechtsradikalen ist ihr sehr gut gelungen. Es gab auch interessante Einblicke in die rechtsradikale Szene. Interessant fand ich noch, dass Turk Bauer eine farbige Staatsanwältin zugesprochen bekam, was noch etwas mehr Pfeffer in die Geschichte bringt.

Mit viel Fingerspitzengefühl wird der Gerichtsprozess erzählt, der erst im letzten Drittel zu tragen kommt. Wie gewohnt steckt hier sehr viel Enthusiasmus drinnen und man verfolgt gebannt die verschiedenen Zeugenaussagen. Dieser Teil ist mit Abstand der Beste des Romans.

Auch wenn es für die Autorin laut ihrem Nachwort ihr wichtigstes Buch war, konnte es mich nicht gänzlich überzeugen. Picoult schreibt aus ihrer eigenen Sicht, wie sie im letzten Teil des Romans erklärt. In der Figur der Verteidierin Kennedy beschreibt sie eine weiße priviligierte Frau, wie sich selbst und erklärt, dass Rassismus in verschiedenen Bereichen gelebt werden kann. Manche davon sind uns Weißen gar nicht bewusst  und dieser bereits in kleinen alltäglichen Dingen beginnt. Die Welt ist noch immer für Weiße "aufgebaut". Picoult versucht den Leser mit für uns unwesentlichen Dingen auf die Diskriminerung hinzuweisen: Wie viele Bilderbücher gibt es mit farbigen Kindern? Wo sind die Werbespots mit farbigen Frauen? Hier könnte man allerdings auch gleich hinzufügen, wo eigentlich die weiblichen Wesen mit normalen Körpermaßen sind.... Das ist zwar eine andere Geschichte - jedoch genauso eine Diskriminierung, finde ich.
Man sieht, man begegnet Ausgrenzung und Rassismus eigentlich jeden Tag auf unterschiedlichste Weise. Genau darauf geht die Autorin ein und nicht nur auf die rechtsradikalen Werte eines Turk Bauer, der einer farbigen Säuglingsschwester verbietet sein Baby anzufassen.
Das Ende hat mich ebenfalls nicht ganz zufrieden gestellt. Dazu kann ich aber nicht mehr sagen, da ich sonst spoilern würde...
Das hört sich jetzt alles eigentlich viel negativer an, als ich es empfunden habe, denn Picoult gehört weiterhin zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Vielleicht bin ich deswegen umso kritischer...?
Insgesamt hat mir der Roman nämlich sehr gut gefallen und Picoult hat es wieder geschafft, dass man sich auch nach dem Beenden des Buches noch weiter mit der Geschichte auseinandersetzt und diese einem nicht so schnell loslässt...

Cover :

Puh....was für eine Menge! Hier sieht man natürlich auch, dass Jodie Picoult eine internationale Bestsellerautorin ist.
Von links nach rechts könnt ihr die Cover aus folgenden Ländern sehen: Polen, Italien, drei englischsprachige Cover, aus Portugal, Tschechien und Griecheland. Sehr interessant finde ich, dass die Tschechen wieder mal den Namen der Autorin "eintschechen"! =) Sie heißt hier Jodi Picoultová

Fazit:
"Kleine große Schritte" ist ein weiterer Roman von Jodi Picoult, der unter die Haut geht und der sich mit unangenehmen Themen auseinandersetzt. Diesmal gelang es mir aber nicht ganz, ihren Figuren näher zu kommen. Ich hatte immer ein Gefühl von Distanz. Trotzdem bleibt der Roman auch noch Tage nach dem Beenden im Gedächtnis und regt zum Nachdenken an. Für Picoult Fans wie mich, aber auf jeden Fall ein Must-Read.
Mein Dank gilt dem C. Bertelsmann Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Flohmarkt in unserer Bücherei

Hallo meine Bücherwürmer!

Unsere Bücherei hat letzte Woche wieder einen Flohmarkt veranstaltet. Ich bin eigentlich immer dort, wenn die netten Büchereidamen dazu aufrufen. Dieses Jahr konnte mich meine Schwester leider nicht begleiten, da sie in Graz war.

Wie jedes Mal werden die Besucher mit allerlei Köstlichkeiten verwöhnt

Sieht das nicht lecker aus?

Bevor man aber zum Chillen kommt, hat man mehr als genug zum Stöbern

links der Weg hinauf zur Bücherei im 2. Stock. Bis man allerdings dahin gelangt, gibt
es immer wieder Stationen mit Tischen voller Bücher.

Und zwei der netten Büchereidamen, die sich bereitwillig für ein Foto zur Verfügung gestellt haben =)


Und hier zeige ich euch meine Flohmarktbeute


"Stadt der Diebe" von David Benioff wollte ich schon öfters mitnehmen und ist immer wieder dortgeblieben. Nun hoffe ich zuhause mal reinzulesen.

Der Jugendroman "Die schwarzen Musketiere" von Oliver Pötzsch war ganz neu und ungelesen und wurde von einem Leser zur Verfügung gestellt. Er kostete dafür statt 1.- Euros 3.- Euro, die ich gerne für das Hardcover (!) bezahlte. Es ist der erste Band einer Dilogie.

Und ganz rechts "Auf den zweiten Blick" -  ein Picoult Roman, den ich noch gar nicht kenne. Zwar eines ihrer alten Bücher, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ihn noch nicht gelesen habe.

Für meine Tochter habe ich noch einen alten Agathe Christie Krimi mitgenommen (nicht auf dem Bild), da sie erst "Mord im Orientexpress" gesehen hat und gerne mal in die Bücher reinschnuppern möchte.

Habt ihr auch einen Bücherflohmarkt in eurer Bücherei?


Schwarzbubenland - Christof Gasser




    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: Emons Verlag (12. Oktober 2017)
    • ISBN-10: 3740801786
    • ISBN-13: 978-3740801786
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi



Emons Kurzbeschreibung:
Die Suche nach der verschollenen Gattin eines Alt-Regierungsrates führt Journalistin Cora Johannis in ein kleines Dorf im Schwarzbubenland, dessen Bewohner sie feindselig empfangen. Kurz nach ihrer Ankunft überschlagen sich die Ereignisse: In der nahen Burgruine kommt eine junge Frau zu Tode, zwei weitere Leichen werden in einer Höhle entdeckt. Als die Kugeln eines Heckenschützen Cora knapp verfehlen, besteht kein Zweifel mehr, dass sie Verbrechern auf der Spur ist, die vor nichts zurückschrecken . . .

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dieses Jahr habe ich eine neue Liebe gefunden...und zwar die zu Schweizer Krimis. "Schwarzbubenland" ist der dritte Krimi dieses Jahr, der aus dem Nachbarland kommt und der zweite Roman des Autors nach "Solothurn streut Asche" *Rezi*.

In diesem Krimi von Christof Gasser lernen wir eine neue Ermittlerin kennen: Cora Johannis. Sie ist freischaffende Journalistin und war jahrelang im Ausland in Kriegsgebieten eingesetzt. Zurück in Deutschland muss die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern um jedes Projekt kämpfen. Eben erst wurde ein vielversprechender Auftrag an einen Konkurrenten vergeben. Da bekommt sie ein ganz spezielles Angebot von Daniel vom Staal. Die Ehefrau des ehemaligen Politikers ist seit fast zwölf Jahren spurlos verschwunden, der Fall von der Polizei ad acta gelegt. Zu schnell findet vom Staal, da seine Frau Elisabeth aus Russland stammt und er sie in einem bestimmten Etablissement kennengelernt hat. Alle waren davon überzeugt, dass sie nur sein Geld wollte. Doch vom Staal glaubt nicht an den Tod seiner Frau und behauptet, dass sie ihn nie freiwillig verlassen hätte. Er hat sogar einen zwingenden Beweis in der Hand, den er Cora zeigt und sie bittet nach Elisabeth zu suchen. Cora denkt nicht lange nach, denn sie muss schließlich ihre monatlichen Kosten abdecken und begibt sich nach Gilgenberg im Schwarzbubenland, das nahe der französischen Grenze und Basel liegt.
Die Ablehnung der Dorfbewohner ist vom ersten Moment an spürbar und Cora ist sich bald bewusst, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Als kurze Zeit später ein junges Mädchen tot aufgefunden wird, das sich mit Cora treffen wollte, ist sie absolut sicher in Gilgenberg richtig zu sein...

Der Krimi ist von Anfang an spannend und der Spannungsbogen bleibt auch bis zum dramatischen Finale gleichbleibend hoch. Diverse überraschende Wendungen  lassen einem wunderbar miträtseln und trotzdem
tappt man bis zum Schluss im Dunkeln. Zusätzliche Spannung erhält der Krimi auch durch das Verhalten von Staatsanwalt und Polizei, die Cora's Hinweise nicht ernst nehmen und sie sogar teilweise bei den Ermittlungen behindern. Haben sie etwas zu verbergen?
Geschickt nimmt der Autor einige Themen auf, die dem Krimi weitere Anhaltspunkte geben und bei denen man überlegt, welche davon zu vom Staals Frau führen könnten...

Auch das Privatleben von Cora spielt eine große Rolle. Coras Exmann hat die gemeinsame 14-jährige Tochter Mila, die seit der Trennung bei ihm gewohnt hat, wegen eines Auslandsjahres in Argentinien bei Cora untergebracht. Neben den bereits erwachsenen Sohn Julian stellt Mila Coras Nervenkostüm gewaltig auf die Probe. Das Töchterchen befindet sich mitten in der Pubertät und hasst alles an ihrer Mutter. Während Julian mit seiner neuen Freundin aufkreuzt, die nicht viel jünger als seine Mutter ist, chattet Mila mit AustinXXX im Netz, der gerne freizügerige Fotos von ihr haben möchte. Diese Chat-Protokolle haben mich sofort in Angst und Schrecken versetzt und geben dem Krimi einen zusätzlichen Spannungseffekt. Da Cora sowohl ihren Beruf, als auch ihren Kindern gerecht werden will, ist ihr Tagesablauf ziemlich chaotisch. Hier hat der Autor die Empfindungen aus der Sicht einer Frau, eben von Cora, wirklich großartig wiedergegeben. Hut ab! Man spürt förmlich ihre innere Zerissenheit und jede Mutter, die "nebenbei" einem Job nachgeht, kennt diese Gefühle sehr gut.
Auch die Charaktere  von Mila und Julian sind sehr authentisch und manchen von uns kommen wohl die einen oder anderen Szenen bekannt vor.
Auch die Gegend rund um das Schwarzbubenland und seine Bewohner hat der Autor perfekt eingefangen. Für mich ist Christof Gasser in die Liga meiner Krimi-Lieblingsautoren aufgestiegen. Selbstverständlich werde ich ab ein Auge auf alle seine neuen Bücher haben...

Schreibstil:
Christof Gassers Schreibstil ist rasant, ausdrucksstark und lässt sich sehr flüssig lesen. Die eingebauten Dialoge sind eindeutig die Stärke des Autors. Die regionalen Schweizer Ausdrücke passen perfekt in die Handlung und verbreiten den nötigen Lokalkolorit. Dazu tragen auch die bildhaften Landschaftsbeschreibungen bei.

Fazit:
Ein weiterer großartiger Schweizer Krimi aus der Feder von Christof Gasser. Spannende Handlung, interessante und authentische Charaktere und der genau dosierte Lokalkolorit machen dieses Buch zu einem Pageturner. Ich habe die Liebe zu Schweizer Krimis gefunden!

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar und an den Autor für die nette Leserunde und die Erklärungen zum Schwarzbubenland.

Das weiße Blut der Erde - Tara Haigh



    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Tinte & Feder (10. Oktober 2017)
    • ISBN-10: 1542048494
    • ISBN-13: 978-1542048491
    • Genre: Landscape Roman, historischer Roman


 
Amazon Kurzbeschreibung:
Hamburg, 1898: Als ihr sterbender Adoptivvater mit letzter Kraft einen Namen aufschreibt, vermutet Ella Kaltenbach einen ersten Hinweis über ihre wahre Abstammung. Heißt so ihr leiblicher Vater, und was hat es mit den jahrelangen Zahlungen aus der britischen Kolonie Malaya auf sich? Die junge Krankenschwester beschließt, auf der Suche nach Antworten in das ferne Land zu reisen. Die Spuren führen zur Kautschukplantage der Fosters. Dort gerät Ella zwischen die Fronten der britischen Kolonialmacht und des malaiischen Widerstandes, begegnet aber auch einer großen Liebe. Doch es gibt jemanden, der vor nichts zurückschreckt, um die Wahrheit über Ellas Wurzeln für immer im Dunkel des Regenwaldes zu belassen …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wer gerne Landscape Romane mit historischen Hintergrund liest, ist bei "Das weiße Gold der Erde" richtig.
Der Roman liest sich leicht und beschreibt das heutige Malaysia in der Zeit unter der britischen Krone, denn wir begeben uns im Jahre 1898 nach Südostasien.
Doch zuvor bleiben wir noch in Hamburg. Hier lernen wir Ella Kaltenbach kennen, die in Großbritannien ihre Ausbildung als Krankenschwester abgeschlossen hat. Sie ist somit eine der wenigen Frauen im Kaiserreich mit einer anerkannten Berufsausbildung. Nur ihr Hang zur Homöopathie wird in Hamburg noch nicht so gerne gesehen, trotzdem bietet man ihr eine Beförderung an. Das Glück scheint ihr hold, denn Rudolf von Stetten, ein Mann aus einer befreundeten angesehenen Hamburger Familie macht ihr den Hof. Doch plötzlich stirbt Ellas Adoptivvater und hinterlässt ihr Hinweise zu ihrem leiblichen Vater, der aus Malaysia stammen soll. Auch die anonymen monatlichen Zahlungen aus Singapur weisen nach Südostasien. Ella unternimmt etwas für diese Zeit sehr Unübliches und begibt sich auf die Reise ins damals britische Malaya, um Nachforschungen über ihren leiblichen Vater anzustellen. Gemeinsam mit Rudolf von Stetten nimmt sie die Schiffsreise auf sich, um die Hintergründe ihrer Geburt zu erfahren. Der plötzliche mysteriöse Tod ihres Begleiters bringt Ella jedoch bald in Schwierigkeiten. Als sie die Kautschukplantage erreicht, die angeblich ihr Vater leiten soll, gibt sie sich als Holländerin aus und versucht sich mit der kunstliebenden Tochter des Hauses anzufreunden. So findet sie bald Anschluss bei den Fosters, gerät aber bald zwischen die Fronten der britischen Plantagenbesitzer und den Einheimischen.
Die Schiffsbekanntschaft mit dem Geschäftsmann Otto Ludwig wird Ella hingegen noch sehr hilfreich sein....

Dies ist nicht mein erster Roman der Autorin. Deswegen war ich schon sehr gespannt, wie Tara Haigh das Familiengeheimnis rund um die Adoption von Ella lüften wird.
Auch bei "Das weiße Blut der Erde" konnte sie mich mit ihren Einblicken in das damalige Malaysia, das den Briten unterstellt ist, überzeugen. Der malaiische Widerstand gerät mit Amal, einen Plantagenarbeiter und baldigen Love Interest von Ella, in den Fokus. Hier wird aufgezeigt, wie manche britische Kolonialherren ihre Macht willkürlich gegenüber dem Volk ausüben.

Die Liebesgeschichte steht diesmal nicht so sehr im Vordergrund, wie im letzten Roman, was ich äußerst positiv finde. Auch die Charaktere sind sehr lebendig und vielschichtig dargestellt. Ich konnte mir  alle Figuren sehr lebhaft vorstellen, egal ob sympathisch oder nicht. Dabei betreibt die Autorin keine schwarz-weiß Malerei, sondern gibt allen Charakteren individuelle Eigenheiten.
Ella ist eine sehr mutige und kluge Frau, die ihre Pläne konsequent verfolgt. Dabei steht sie zu ihren eigenen Prinzipien und kommt dabei auch öfters einigen Briten in die Quere. Sie ist hilfsbereit, aber auch manchmal etwas naiv. Besonders in Hinsicht auf Rudolf von Stetten, als auch auf der Plantage der Fosters...
Ob eine junge unverheiratete Frau in männlicher Begleitung zu dieser Zeit ohne Skandal eine Schiffsreise in ein fernes Land unternehmen konnte, sei dahingestellt.....

Die Landschaft wurde von der Autorin sehr farbenfroh und exotisch beschrieben. Die atmosphärischen Erzählungen, wie zum Beispiel die Flucht durch den Dschungel oder einfach die Beschreibung des Stadtlebens, lassen Bilder im Kopf entstehen. Die Gewinnung des Kautschuks, das dem Roman den Titel gibt, wird genauso erklärt, wie das Schattentheater, das Ella besucht. Diese sehr interessanten Aspekte werten den Roman auf.

Die Spekulationen rund um das Familiengeheimnis bleiben bis zum Ende hin spannend. Einiges ist vorhersehbar, andere Entwicklungen hingegen überraschen und lassen den Spannungsbogen erhalten.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Tara Heigh, die auch als Tessa Henning heitere Frauenromane schreibt, ist sehr leicht. Dabei aber auch sehr bildhaft, emotional und einnehmend. Die bildhaften Beschreibungen der exotischen Insel sind gelungen und auch die Charaktere sind sehr vielschicht ausgearbeitet. Die Autorin hat auch historisch gut recherchiert.
Die Kapitel sind eher kurz gehalten und so hat man das Gefühl schnell voranzukommen.

Fazit:
Ein atmosphärischer Love and Landscape Roman mit historischen Hintergrund, der einen Einblick in die exotische Welt des unter britischer Kolonialherrschaft stehenden Malaysias wiedergibt. Wer sich einmal an einem historischen Roman mit exotischen Hintergrund versuchen will, der ist hier richtig!. Für Einsteiger in dieses Genre kann ich "Das weiße Gück der Erde" wirklich empfehlen.
Vielen Dank an Lovelybooks und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Mein Lesemonat November

Hallo meine Bücherwürmer!

Der vorletzte Monat des Jahres 2017 ist ab heute Vergangenheit. Nun sind wir schon in der Adventzeit bzw. haben wir am kommenden Sonntag den 1. Advent 🕯️
Ich hoffe für euch kommt nun eine besinnliche Zeit. Für mich wird es im Büro sehr hektisch werden und Weihnachtsurlaub habe ich diesmal auch keinen. Trotzdem werde ich versuchen die Vorweihnachtszeit so gut wie möglich mit Keksen 🍪 und Punsch ☕ zu genießen. Auch Weihnachtslieder 🎼 dürfen nicht fehlen 

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Im November habe ich 17 Bücher gelesen und rezensiert. Insgesamt waren es 6.698 Seiten. Das dünnste Buch hatte diesmal nur 122 Seiten, das dickste 672 Seiten.
Damit bin ich wieder sehr zufrieden.

Hier meine Monatsübersicht:

 

 November:
  1. Gesang der Zikaden - Heike Franke (336 Seiten)   3 1/2 Sterne
  2. Tod an der Wien - Beate Maly (272 Seiten)   4 Sterne
  3. Sterbensstill - Daniela Arnold (248 Seiten)   3 1/2 Sterne
  4. Zwei fast perfekte Schwestern - Michaela Grünig  (416 Seiten)   4 Sterne
  5. Tödliches Handicap - Eva Reichl  (310 Seiten)  3 Sterne
  6. Angstmörder - Lorenz Stassen (352 Seiten)   4 1/2 Sterne
  7. Ein wenig Glück - Claudia Piñeiro (224 Seiten)   4 1/2 Sterne
  8. Wie der Wind und das Meer - Lilli Beck (512 Seiten)   4 1/2 Sterne
  9. Die Frau im hellblauen Kleid - Beate Maxian  (448 Seiten)   4 Sterne
  10. Origin - Dan Brown  (672 Seiten)   4 Sterne
  11. Die Perlenschwester - Lucinda Riley (608 Seiten)   3 1/2 Sterne
  12. Floras Traum vom roten Oleander - Anette Hennig  (350 Seiten)   4 Sterne
  13. Tannenglühen - Petra K. Gungl (408 Seiten)   4 Sterne
  14. Freund unter Feinden - Max Schimke (122 Seiten)   3 Sterne
  15. Der Weihnachtswald - Angelika Schwarzhuber (416 Seiten)   4 1/2 Sterne
  16. Troubadour - Christoph Görg (460 Seiten)   5 Sterne
  17. Stimme der Toten - Elisabeth Herrmann (544 Seiten)   4 Sterne
    Gesamtseitenanzahl November: 6.698
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Im November hatte ich viele 4 Sterne Bücher, aber auch einige mit 3 und 3 1/2 Sterne. Ein einziges Buch bekam 5 Sterne und ist auch mein Monats-Highlight

MEIN HIGHLIGHT IM NOVEMBER


Dieser untypische historische Roman, der abenteuerlich und humorvoll ist und eine Zeitreise beinhaltet hat mich absolut überzeugt. Noch dazu spielt er in meiner Gegend und ich hatte viele Deja-vu's beim Lesen. Spannend, komisch und natürlich mit geschichlichen Hintergrund zu Richard Löwenherz. Eine absolute Empfehlung!

MEINE ENTTÄUSCHING IM NOVEMBER

Keine!

Ich hatte zwar zwei Bücher mit 3 Sternen, aber bei mir sind 3 Sterne Bücher solche, die man lesen kann, aber nicht muss. 
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Wie war euer Monat so? Habt ihr euch schon Challenges für 2018 angeschaut? Und wer liest von euch in der Vorweihnachtszeit mehr weihnachtliche Lektüre?



 
Meine Challenge Fortschritte:
Weltenbummler Challenge 2017: 517 Punkte (+48 Punkte)
Goldmann Challenge: 15/20 (+2)
Knaur Challenge: 15/20 (+1)
Blanvalet: 6/20 (+2)
Hufis große Stall Challenge: 31/40 (+2)

 

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