Ein fauler Gott - Stephan Lohse




    • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
    • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (6. März 2017)
    • ISBN-10: 3518425870
    • ISBN-13: 978-3518425879
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Suhrkamp Kurzbeschreibung: 
Sommer 1972. Benjamin ist vor einigen Wochen elf geworden. Im nächsten Schuljahr wird er ein Herrenrad bekommen, eine Freundin und vielleicht eine tiefe Stimme. Doch dann stirbt sein kleiner Bruder Jonas. Nachts sitzt Bens Mutter auf einer Heizdecke und weint. Ben kommt nun extra pünktlich nach Hause, er spielt ihr auf der C-Flöte vor und unterhält sich mit ihr über den Archäopteryx. An Jonas denkt er immer seltener. Ben hat mit dem Leben zu tun, er muss für das Fußballtor wachsen, sein bester Freund erklärt ihm die Eierstöcke, und sein erster Kuss schmeckt nach Regenwurm. Mit seiner neuen Armbanduhr berechnet er die Zeit.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Als der achtjährige Jonas nach einem Wettschwimmen und einem darauffolgenden unerklärlichen Anfall ins Krankenhaus eingeliefert wird, denkt noch niemand daran, dass er bald sterben wird. Doch nach etwas mehr als einer Woche ist er tot. Eine eindeutige Diagnose von den Ärzten gibt es nicht. Alleine diese Vorstellung finde ich absolut furchtbar. Da ich selbst Mutter bin, kann ich nur sagen, dass der Tod eines Kindes wohl das Allerschlimmste überhaupt sein muss. Gefangen in ihrer Trauer und Fassungslosigkeit bleiben Ben, der elfjährige Bruder, und Ruth, die Mutter, zurück....jeder für sich und restlos mit der Situation überfordert.

Der Grundtenor dieses Romans ist der Verlust, Einsamkeit und die Trauerbewältigung. Kein einfaches Thema und trotzdem wurde es in einer Geschichte verpackt, die aus der Sicht des elfjährigen Bens erzählt wird. So erhält es einen leichteren Ton. Zu Beginn war ich wirklich sehr angetan von der Schreibweise, die besonders die Gefühlwelt von Ben und Ruth beschreibt. Beide trauern auf ihre Weise, wobei ich mich als Mutter zuerst mehr in Ruth hineinfühlen konnte. Sie tat mit unsagbar leid, denn Ruth hat wirklich niemanden.....keine Freundinnen, der Mann hat sie verlassen und gründet bereits mit seiner momentanen Freundin eine neue Familie, die Schwiegermutter dement und die eigenen Eltern in der DDR lebend, die nicht einmal zur Trauerfeier des Enkelkindes anreisen durften. In den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts war ich, wie Ben in dieser Geschichte, ebenfalls ein Kind und so erkannte ich viele Dinge aus dieser Zeit wieder - Dinge, die so typisch für diese Zeit waren und die viele Kindheiten geprägt haben. Und so hatte ich anfangs das Gefühlt ein kleines Buchjuwel in den Händen zu halten.

Leider ließ meine Euphorie aber nach dem ersten Drittel rasch nach. Der Lesefluss stoppte und es gab einige Handlungsstränge, die ins Leere führten und bei denen ich mich am Ende fragte, warum der Autor diese überhaupt in die Erzählung miteinbrachte. Diese zusammenhanglosen Ereignisse füllten zwar die Seiten, brachten die Geschichte aber nicht wirklich weiter. Außerdem begann sich beim Lesen eine Distanz zu den Figuren aufzubauen, der ich mich nicht entziehen konnte. So hatte ich das Gefühl an der Oberfläche der Geschichte zu kratzen und das Lesen wurde immer anstrengender. Durch einzelne Rückblenden, die sehr sprunghaft und abschweifend waren, erhielt der Roman einige Längen, die den Lesefluss stoppten.

Während Ruth mit ihrer Trauer auf der Stelle tritt, immer depressiver wird und mit der Situation vollkommen überfordert ist, hat Ben Freunde und erlebt gerade den Sprung vom Kind zum  Teenager. Eine aufregende Zeit, die er sich aber manchmal nicht zu leben traut, wie etwa der Besuch des Schwimmbades mit seinen Freunden. In seinem Nachbarn, Herrn Gäbler, findet er endlich einen Erwachsenen, mit dem er über den Verlust reden kann, denn zwischen Ben und seiner Mutter steht eine tiefe Sprachlosigkeit. Langsam findet Ben wieder den Weg zurück in ein "normales Leben" und hat trotzdem immer noch das Gefühl mitschuldig am Tod seines Bruders zu sein.
Ich denke der Autor wollte im Großen und Ganzen ausdrücken, dass zwar die Trauer bleibt, aber das Leben weitergeht. Trotz der Thematik blieb diese Geschichte für mich zu sehr an der Oberfläche. Kein einfaches Buch...leider überzeugte es mich nur teilweise.

Schreibstil:
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus der Sicht von Ben in eher kindlicheren Worten und einige Teile aus der Sicht von Ruth. Stephan Lohse schreibt einerseits sehr poetisch, aber auch einfach. Es finden sich tolle Zitate auf den etwas mehr als 300 Seiten. Die Sätze sind eher kurz gehalten, die Kapitel sind lang und in weitere Unterteilungen gegliedert.

Fazit:
Eine nicht einfacher Roman, der mich zu Beginn sehr berühte, jedoch durch zusammenhanglose Ereignisse und etliche Längen viel Substanz verliert. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen und überzeugte mich nur bedingt.

Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar!

Lesung - Thomas Sautner liest aus "Das Mädchen an der Grenze"

Hallo meine Bücherwürmer!

Letzte Woche war ich das erste Mal in meiner Stammbücherei bei einer Lesung. Der österreichische Autor Thomas Sautner las aus seinem neuersten Roman"Das Mädchen an der Grenze" - erschienen am 27. Februar 2017 im Picus Verlag.

Kurz zum Inhalt:
Malina, die mit ihrer Familie in einem alten Zollhaus an der Grenze lebt, nimmt das Leben wahr, wie niemand sonst es zu erkennen vermag – und wird deshalb für verrückt gehalten. Sie kippt in eine Welt, in der die gängigen Wahrheiten keinen Halt mehr bieten. Ist das Leben nur ein Traum, eine Illusion? Oder im Gegenteil: mehr, als wir je zu denken wagten?

Das Werk hat nur knappe 150 Seiten und erzählt von einer Zeit, als es im Norden und Osten von Österreich noch den "Eisernen Vorhang" gab. Hier lebt Malina gemeinsam mit ihrer Familie gleich hinter der damaligen tschechischen Grenze.


 Zu Beginn wurde der Autor vom Bibliothekspersonal begrüßt und anschließend kurz interviewt. 
Er erzählte von seinem Rückzugsort zuhause - eine kleine Blockhütte - wo er ungestört schreiben kann. Er liebt es aber ebenso den ganzen Tag in einem Wiener Café zu sitzen und zu schreiben, inmitten von Geplauder und Tassengeklimper.

Rechts oben könnt ihr die bereits erschienenen Romane des Autors sehen, die größtenteils im Aufbau Verlag veröffentlicht worden sind. Da ich selbst kein Buch von Thomas Sautner besitze oder gelesen habe, kaufte ich mir seinen ersten Bestseller "Fuchserde", das mich vom Inhalt her am meisten ansprach.

 
Der Autor hat eine wunderbare Erzählstimme und man versank beim Zuhören schnell in der Geschichte.
Mein Buch ließ ich mir natürlich nach der Lesung vom Autor signieren.
...der sehr fleißig seinen Namen in seine Werke schrieb


Seinen neuen Roman, aus dem er cirka eine Stunde vorgelesen hat, werde ich mir dann später aus der Bücherei holen. Ich bin schon gespannt, wie es bei dieser Geschichte weitergehen wird.

Leider konnte mich die liebe Nicole diesmal nicht begleiten, was ich sehr schade fand.


Tod am Deich - Ulrike Busch




    • Taschenbuch: 200 Seiten
    • Verlag: Klarant; Auflage: 1 (3. März 2017)
    • ISBN-10: 3955735842
    • ISBN-13: 978-3955735845
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi



Klarant Kurzbeschreibung: 
Hauptkommissar Tammo Anders traut seinen Augen kaum. Durch Zufall entdeckt er eine Leiche, direkt am Deich in Greetsiel! Bei dem Toten handelt es sich um Folkert Petersen, einen der angesehensten Teehändler der Region. Einen Tag später taucht ausgerechnet Enno Duwe im Ort wieder auf. Er hatte sich als junger Mann in Greetsiel viele Feinde gemacht und war vor 25 Jahren verschwunden. Und seit jenem Tag ist auch Tina Petersen, die Tochter des Ermordeten, wie vom Erdboden verschluckt … Kann das alles ein Zufall sein, oder ist Enno in den Mord an Folkert Petersen verstrickt? Tammo Anders und seine Kollegin Fenna Stern ermitteln in alle Richtungen. Doch dem Kommissar fällt es schwer, objektiv zu bleiben, denn mit dem Hauptverdächtigen hat er noch eine bittere Rechnung offen...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:

Mit viel Lokalkolorit und sympathischen Ermittlern punktet Ulrike Busch gleich zu Beginn. Kaum begonnen, ist man bereits mitten im Geschehen!
Der Leser lernt Hauptkommissar Tammo Anders kennen, der im wahrsten Sinne des Wortes auf den ersten Seiten über eine Leiche stolpert. Als er am frühen Morgen mit seinem Rad und Hund Buddy unterwegs ist, muss er einen Jogger ausweichen. Daraufhin kommt er vom Weg ab und stürzt über eine Böschung. Dort findet er in einem Entwässerungsgraben am Deich die Leiche des örtlichen Teehändlers Folkert Petersen. Doch nicht nur der gewaltsame Tod des alten Petersen bringt den sonst so beschaulichen Ort Greetsiel in Aufruhr, sondern auch die Rückkehr von Enno Duwe, der sich nach 25 Jahren wieder in seiner Heimat niederlässt. Damals hat er Ostfriesland mit Tina Petersen, der Tochter des Toten verlassen, was einen ziemlichen Skandal gleichkam. Niemand hat den Störenfried und Querulanten vermisst. So sind die Greetsieler auch hundertprozentig sicher, dass nur er der Mörder von Folkert Petersen sein kann. Auch Tammo, der noch eine Rechnung mit Enno offen hat, ist derselben Meinung. Als Kommissar kann er sich aber eine Vorverurteilung nicht leisten. Seine neue Kollegin Fenna Stern, eine Fallanalytikerin, die genau an diesem Tag ihre neue Stelle antritt, sieht die Sache allerdings etwas anders als die Einwohner des Ortes.....

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann sagen, dass ich mich schon nach den ersten Seiten im nordfriesischen Greetsiel heimisch fühlte. Als Österreicherin, die leider noch nie an der Nordsee war, erhielt ich viele Einblicke in die Gepflogenheiten der Einheimischen, die ich schnell ins Herz schloss. Hauptkommissar Tammo Anders, der manchmal etwas unüberlegt handelt, da er "seine" Greetsieler doch sehr gut kennt, war mir sofort sympathisch. Als Gegenpart ist Fenna eine toughe Frau, die sich nicht um diverse Gerüchte kümmert und sich davon ablenken lässt. Als Profilerin schätzt sie die Situationen einfach besser ein. So ergeben die Beiden ein tolles Team, zwischen dem auch ab und zu kleine Funken sprühen.

Auch die bildhaften Beschreibungen der Gegend fand ich gelungen. Ulrike Busch hat hier neben dem Kriminalfall auch viel Lokalkolorit miteingebaut. Die Spannung kommt ebenfalls nicht zu kurz. Als Leser rätsle ich immer gerne bei Krimis mit und hatte sogar in eine Richtung den richtigen Riecher ;) Trotzdem konnte mich die Autorin auch überraschen, denn sie hat doch einige überraschende Wendungen eingebaut.
"Tod am Deich" bildet den Auftakt einer neuen Krimiserie rund um die Kripo Greetsiel und ich freue mich schon auf die Folgebände.

Bemängeln muss ich allerdings das Schriftbild der Printausgabe aus dem Klarant Verlag. Die Schrift ist doch eher klein gehalten, es gibt keine Absätze und die Seitenränder sind (auch oben und unten) extrem schmal. So ergibt das Schriftbild ein eher unschönes Ganzes.

Schreibstil:
Der Krimi lässt sich sehr flüssig lesen und der Schreibstil von Ulrike Busch ist spritzig und lebendig. Die Handlung wird in der dritten Person erzählt und ist sehr dialoglastig. Die Charaktere, angefangen von den Dorfbewohnern bis hin zum Ermittlerteam, sind direkt aus dem Leben gegriffen und authetisch.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. Der Beginn einer neuen Reihe, bei dem mir das Zusammenspiel der beiden Ermittler und der Schauplatz gut gefällt. Ich bin schon gespannt auf Band Zwei.



Der Autorin danke ich recht herzlich für das Rezensionsexemplar

Blutfährte - Silvia Stolzenburg




    • Taschenbuch: 343 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1., 2017 (8. März 2017)
    • ISBN-10: 3839220696
    • ISBN-13: 978-3839220696
    • Genre: Thriller

Gmeiner Kurzbeschreibung: 
Als Oberleutnant Mark Becker den Auftrag erhält, einem unerlaubt abwesenden Sanitätsfeldwebel nachzuspüren, ahnt er nicht, in welche Gefahr er sich damit begibt. Was zuerst nach einem einfachen Auftrag aussieht, verwandelt sich schon bald in einen äußerst verzwickten Fall. Wenige Tage später findet die Kriminalpolizei eine Leiche in einem Hotel. Alle Spuren deuten auf den verschwundenen Sanitätsfeldwebel. Mark Becker wird als Berater hinzugezogen und bald beginnt eine atemlose Jagd auf einen skrupellosen Killer ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Silvia Stolzenburg ist für mich ein Garant für spannende und absolut gut recherchierte Geschichten, egal ob im historischen Bereich oder im Krimi-Genre. Nun hat sie sich an ihrem ersten Thriller gewagt und ich bin wieder absolut begeistert.

Bereits der Prolog macht unheimlich neugierig und man fragt sich, was hier eigentlich abgeht. Das Fragezeichen in meinem Gesicht wurde immer größer.... Danach folgt im ersten Kapitel ein Schwenk zur Bundeswehr und Sanitätsfeldwebel Tim Bergmann. Dieser beobachtet einige ungewöhnliche Vorkommnisse während seines Dienstes, die ihn neugierig machen. Als er beim Schnüffeln in den Unterlagen seines Vorgesetzten erwischt wird, ergreift er die Flucht und wird prompt verfolgt. Tim taucht unter und Oberleutnant Max Becker erhält den Auftrag ihn aufzuspüren, da er unerlaubt vom Dienst ferngeblieben ist. Becker ahnt nicht, worauf er sich einlässt, als er den Auftrag annimmt.
Als kurze Zeit später eine Leiche in einem Hotel gefunden wird und alle Spuren zu Tim führen, schaltet sich auch die Polizei ein. Oberkommissarin Lisa Schäfer beginnt zu ermitteln und zieht Max Becker hinzu. Doch die Zusammenarbeit zwischen Kripo und Bundeswehr ist nicht so einfach. Während sich Lisa auf Tim als Täter einschießt, hat Max Bedenken und glaubt nicht an seine Schuld.....

Die Beschreibungen und die Arbeitsweise der Bundeswehr, den Feldjäger und der Polizei wurden von der Autorin wieder hervorragend recherchiert.
Mit Max Becker hat Silvia Stolzenburg einen außergewöhnlichen "Ermittler" erschaffen. Dieser schnüffelt im Alleingang weiter, nachdem Lisa ihm den Fall wieder entzogen hat. Dabei entdeckt er wesentlich schneller die Hintergründe von Tims Verschwinden, als Lisa und ihr Team.
Die Handlung nimmt immer mehr Fahrt auf und der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an. Man fühlt sich beim Lesen mittendrin im Geschehen. Durch die wechselnden Schauplätze und Personen, die sich oft kapitelweise ablösen, steigt die Spannung noch weiter an und man kann nicht aufhören zu lesen. Silvia Stolzenburg gelingt es wieder großartig falsche Spuren zu legen und den Leser in die Irre zu führen. Bis zum großartigen und dramatischen Finale, bei dem mich die Autorin absolut überraschen konnte, tappt man völlig im Dunkeln....und trotzdem fügt sich alles logisch und glaubwürdig zusammen. Ich freue mich, dass es eine Fortsetzung mit Feldjäger Max Becker geben wird.
 
Schreibstil:
Egal ob historischer Roman, Krimi oder Thriller...die Autorin beherrscht jedes Genre! Ihr Schreibstil ist wunderbar flüssig, mitreißend und angenehm zu lesen. Die Kapitel sind eher kurz gehalten und der Spannungsaufbau steigt stetig. Die Figuren sind lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Durch den Perspektivenwechsel erhält man gute Einblicke in die Gedankengänger einzelner Figuren. Als Leser hat man einen kleinen Vorsprung an Wissen gegenüber den Ermittlern und rätselt gerne mit.

Fazit:
Auch im Thriller-Genre ist Silvia Stolzenburg eine Klasse für sich. Toller Plot, konstante Spannungskurve und ein Ende, das absolut überrascht und überzeugt. Eine Leseempfehlung für Krimi- und Thrillerfans!

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar!

Mein Thriller März


Für den Thriller März, der bei den Mädels von  TWOOKS stattfand, hatte ich mir eine Leseliste für den März zurecht gelegt.

Diese sechs Thriller wollte ich lesen:


Geschafft habe ich sechs, aber wie ihr seht, sieht das letzte Buch der Reihe etwas anders aus.
Statt "Der Mörder und das Mädchen" habe ich"Blutfährte" von Silvia Stolzenburg gelesen.

Die Rezension dazu kommt aber leider erst in den nächsten Tagen. Nur soviel....Silvia Stolzenburg schreibt nicht nur toll recherchierte historische Romane und Krimis, sondern auch das Thriller-Genre hat eine großartige neue Autorin dazubekommen!

Weiße Rosen und die Titanic - Christiane Lind


Amazon Kurzbeschreibung: 
Berlin, im Frühjahr 1912: Der Schauspielerin Paula und der Kostümbildnerin Luise steht eine glänzende Theaterkarriere bevor. Doch von einem Tag auf den anderen zerplatzen ihre Zukunftsträume. Die jungen Frauen verlieren Arbeitsplatz und Wohnung, ein gefälschter Schuldschein treibt sie zur Flucht. Letzte Rettung ist das großzügige Geschenk eines amerikanischen Verehrers: ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic. An Bord des eleganten Luxusdampfers findet Luise ihr Glück mit dem Steward Leonard, während Paulas Verehrer Ferdinand von Fahlbusch einen perfiden Plan verfolgt …

Meine Bewertung: * * * *

Meine Meinung:
Dieses Mal begeben wir uns mit der Autorin Christian Lind auf die Jungfernfahrt der Titanic.
Die verarmte Adelige Paula von Sablonski hat mit ihrer Familie gebrochen und wohnt mit ihrer Freundin aus Kindheitstagen, Louise, in Berlin. Paula ist Schauspielerin am Theater und hat gute Aussichten auf die Hauptrolle im kommenden Stück, die Verehrer stehen Schlange. Einer davon schickt jeden Abend einen riesigen Strauß weißer Rosen - ohne Absender. Gerade als die Karriere von Paula anfängt anzulaufen, erhält als sie völlig unvorgesehen die Kündigung. Ebenso ergeht es Louise, die am selben Theater als Kostümbildnerin arbeitet. Die Beiden fallen aus allen Wolken, als ihnen auch noch die Wohnung gekündigt wird. Da kommen die zwei Tickets für die Jungfernfahrt der Titanic, die Paula von einem Verehrer geschenkt bekommen hat, gerade recht, denn die Geldsorgen spitzen sich durch einen gefälschten Schuldschein noch zu. In der auswegslosen Situation entscheiden sich Paula und Louise den Wink des Schicksals zu akzeptierten und das versprochen Engangement in New York anzunehmen. Doch die Vergangenheit wird sie auch an Bord der Titanic einholen, denn die Vorfälle in Berlin wurden geschickt von jemanden eingefädelt. Und diese Person schwört Paula Rache.....

Kaum hatte ich angefangen war ich auch schon mitten im Geschehen. Die Seiten flogen nur so dahin. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, denn ich war im Sog der Geschichte gefangen. Trotzdem hatte ich zu Beginn das Gefühl, dass es dem Roman an manchen Stellen an Tiefe fehlte. Ich wusste von Beginn an, wer der heimliche "Verehrer" ist, der hier sein Spiel mit den beiden jungen Frauen spielt. Die Liebesgeschichte, die ebenfalls nicht fehlen durfte, hat mich auch nicht ganz überzeugt, auch wenn ich Luises Auserwählten sehr sympathisch fand.

Erst im letzten Drittel, als die Titanic den Eisberg schrammte, war ich fasziniert von der tollen Recherche der Autorin. Besonders die Schicksale einzelner Passagiere berührten mich sehr. Ich hatte das Gefühl selbst auf dem riesigen Dampfer zu sein bzw. in den Fluten in einem der Rettungsboote...frierend und zitterend vor Angst....mit unglaublichen Ensetzen auf die unsinkbare Titanic starrend, die sich neigte und in den Fluten versank.
Neben den fiktiven Personen hat Christiane Lind auch bekannte Figuren, die sich damals tatsächlich auf dem Schiff befanden miteinbezogen, wie etwa Molly Brown, Madeleine Astor oder Helen Candee. Großartig gelungen ist ihr auch die Atmosphäre an Bord des Schiffes, vorallem die Szenen kurz nach dem Unglück. Viele Passagiere begriffen das Ausmaß der Katastrophe erst, als es zu spät war und auch Paula und Luise sind sich zuerst der Gefahr nicht wirklich bewusst. Diese Passagen sind so eindrucksvoll beschrieben, dass man als Leser am liebsten laut aufschreien und den Protagonistinnen sagen möchte, dass sie sich sofort auf die wenigen Rettungsboote begeben sollen. Fazinierend und packend erlebt man hier den Untergang mit, auch wenn man immer wieder kurz im Hinterkopf die Verfilmung mit Leonardo di Caprio und Kate Winslet hat.....

Schreibstil:
Der Schreibstil von Christiane Lind ist wieder packend, emotional und lebendig. Man kann kaum aufhören zu lesen und lebt mit der Geschichte zu 100% mit. Die Autorin versteht es einfach, uns Leserinnen mit jedem Thema erneut zu faszinieren undzu packen. Auch das Thema und die Geschichte der Menschen an Bord der unsinkbaren Titanic, berührt noch heute und wurde hier einfach grandios umgesetzt.

Fazit:
Ein Roman, bei den mir zu Beginn etwas die Tiefe fehlte, der jedoch unglaublich emotional und packend geschrieben ist. Besonders das letzte Drittel, nach dem Zusammenstoß der Titanic mit dem Eisberg, wurde grandios recherchiert und ließ mich nicht mehr los. Christiane Lind hat hier sehr eindrucksvolle Passagen geschrieben, die so bewegend sind, dass ich Gänsehaut hatte. 


Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde bei Lovelybooks!

Mein Lesemonat März

Hallo meine lieben Bücherwürmer!

Der März mit seinen vielen tollen Neuerscheinungenen hat meinen SUB ordentlich anwachsen lassen. Du meine Güte!!! Im April wird es deutlich besser werden...

Gefreut habe ich mich auch über das endlich wärmere Wetter, auch wenn es bei uns noch viel geregnet hat, während es in Deutschland schon frühlingshafte Temperaturen hatte. Aber seit ein paar Tagen ist es auch hier wunderbar sonnig und warm und es blühen die ersten Frühlingsblumen in meinem Garten 🌷🌷🌷

 Der März war ein sehr guter Lesemonat für mich. Ich habe fleißig gelesen und ganze 15 Bücher und   6.544 Seiten gelesen und rezensiert. Das dickste Buch hatte 928 Seiten, das dünnste Buch 296.
Beim
der von den beiden Mädels von TWOOKS veranstaltet wurde, habe ich ebenfalls mitgemacht und fünf Thriller gelesen. Eigentlich sind es sechs, aber den habe ich noch nicht rezensiert und deswegen kommt das Buch in die Monatsstatistik vom April. 


Hier mein Überblick:


 März:
  1. Weil du die Liebe meines Lebens bist - Sarah Kleck (366 Seiten)  4 1/2 Sterne
  2. Bring mich ans Licht - Kim Rylee (372 Seiten)  3 Sterne
  3. Alles, was sich sehe - Marci Lyn Curtis (432 Seiten)   4 Sterne
  4. Solothurn streut Asche - Christof Gasser (352 Seiten)  4 1/2 Sterne
  5. Sturmwolken am Horizont - Elisabeth Büchle (480 Seiten)   4 1/2 Sterne
  6. Der letzte Überlebende - Sam Pivnik (296 Seiten)   ohne Bewertung - Biografie
  7. Das Glück der kleinen Augenblicke - Thomas Montasser (304 Seiten)   4 1/2 Sterne
  8. Ein Sommer im Rosenhaus - Nele Jacobsen (304 Seiten)   4 Sterne
  9. Dornenkleid - Karen Rose (928 Seiten)  4 Sterne
  10. The Couple next Door - Shari Lapena (352 Seiten)   3 1/2 Sterne
  11. Sturmherz - Corina Bomann (528 Seiten)   4 1/2 Sterne
  12. Selfies - Jussi Adler-Olsen (576 Seiten)   4 Sterne
  13. Das Brombeerzimmer - Anne Töpfer (416 Seiten)  4 Sterne
  14. Federgrab - Samuel Bjork (480 Seiten)   3 Sterne
  15. Ein geschenkter Anfang - Lorraine Fouchet (358 Seiten)   4 1/2 Sterne
    Gesamtseitenanzahl März: 
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Der März war der Monat der 4 Sterne Rezensionen! Ich hatte viele gute Bücher, aber meistens gab es den einen oder anderen Punkt, der einfach nicht ganz passte und wo es nicht zu 4 1/2 oder 5 Sternen reichte.
Einen richtigen Flop hatte ich nicht und das ist doch das Wichtigste!

Trotzdem hatte ich diesen Monat auch kein einziges 5 Sterne Buch und ich tu mir nun etwas schwer ein Highlight zu küren... alle 4 1/2 Sterne Bücher haben mir sehr gefallen, aber es reichte nicht für die Bestwertung. Hm.....ich denke, der Titel geht an Corina Bomann.....

MEIN MÄRZ HIGHLIGHT


MEINE MÄRZ ENTTÄUSCHUNG


Leider zwei Thriller des Monats.....sie waren nicht schlecht, es aber eher durchschnittlich und beide hatten doch ihre Längen oder unglaubwürdige Passagen.

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Für viele von euch war der März ein Highlight wegen der Leipziger Buchmesse. Ich sehe mir immer wieder gerne die Fotos und Berichte von euch an und wünsche mir sehr auch einmal bei der Frankfurter oder Leipziger Buchmesse dabei sein zu können. Die Wiener Buchmesse, die ich leichter besuchen könnte,  ist ja leider nicht unbedingt einen Besuch wert......:(

Was steht noch im April an? Ich werde wieder bei einer Blogger Leserunde mitmachen und zwar freue ich mich schon wahnsinnig auf Band 5 der Clifton Saga!

Wie verlief euer März denn so? Was war euer Highlight?


 

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