Der andere Arthur - Liz Moore

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    • Gebundene Ausgabe: 377 Seiten
    • Verlag: ‎ C.H.Beck, 1. Auflage ( 22. Januar 2026)
    • Übersetzer: Cornelius Hartz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3406843336
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3406843334
    • Originaltitel: ‎ Heft
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



C.H. Beck Kurzbeschreibung:
Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Meine Bewertung: * * * *

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Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Letztes Jahr ist man um Liz Moores Roman "Der Gott des Waldes" nicht herumgekommen und auch bei mir landete er unter den besten Büchern 2025.
Nun wurde das Debüt der Autorin ebenfalls auf Deutsch übersetzt und ich durfte den Roman als Rezensionsexemplar vom C.H. Beck Verlag lesen.

Ich habe sowohl "Long Bright River" als auch "Der Gott des Waldes" gelesen und beide Geschichten sind völlig verschieden. Mit "Der andere Arthur" haben wir erneut eine ganz andere Geschichte vor uns, die aber ebenso fesselt.
Der titelgebende Arthur ist ein ehemaliger Literaturprofessor, der sein Haus seit einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen hat. Der Grund ist seine Fettleibigkeit. Selbst im Haus bewegt er sich nur mehr im Erdgeschoß und lässt sich von Lieferdiensten alles was er benötigt, zustellen.
Eines Tages erhält er einen Brief von Charlene Turner, mit der er eine rege Brieffreundschaft unterhält. Sie war einst Studentin an der Universität, wo er unterrichtet hat. In ihr erkannte er die eigene Einsamkeit wieder. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft und kleine Verliebtheit. Als Charlene die Uni nach einem Semester verlässt, geht auch Arthur nicht mehr zurück und verschanzt sich in seinem Elternhaus in Brooklyn. Er flüchtet sich in die Fresssucht und auch Charlene bekommt ihr Leben nicht auf die Reihe. Als er nun nach einiger Zeit wieder Post von Charlene bekommt, ist er überrascht. Sie bittet Arthur ihrem Sohn Kel zu helfen und ihn zu unterrichten. Charlene und Kel möchten Arthur besuchen, was ihn leicht in Panik versetzt, denn er hat in seinem Briefen nicht immer die Wahrheit erzählt. Aber auch Charlene hat sich so einige Unwahhrheiten erlaubt....
Als er die blutjunge Yolanda engagiert, die sein Haus für den Besuch auf Vordermann bringen soll, erkennt sie schnell, wie einsam Arthur ist. Ihr fröhliches und optimistisches Naturell holt Arthur nach und nach aus seinem Schneckenhaus. Aber auch Yolandas Leben ist nicht einfach und so helfen sie sich gegenseitig.

Hier wechselt die Perspektive zu Kel als zweiten Ich-Erzähler. Für den nur mittelmäßigen Schüler steht Baseball an erster Stelle. Er möchte unbedingt Profispieler werden und schämt sich seiner alkoholkranken Mutter, die das Leben nicht meistert. Es gelingt ihr nicht, sich so um ihren Sohn zu kümmern, wie sie es gerne möchte. Das Leben hat sie desillusioniert.
Als ein Schicksalsschlag Kel völlig aus der Bahn wirft, erkennt er sehr schnell, wer wirklich seine wahren Freunde sind. Die Unsicherheiten und Ängste, die den jungen Mann begleiten, spürt man durch jede Zeile.

Liz Moore beschreibt die Charaktere sehr einfühlsam und ohne zu urteilen. Obwohl es sich um gesellschaftliche Randfiguren handelt, kann man sich in alle von ihnen einfühlen. Man leidet mit ihnen mit und möchte sie oftmals nur schütteln. Vor allem Arthur möchte man aus seiner Lethargie herausreißen. 
Alle Figuren in diesem Roman sind in ihrer tiefen Einsamkeit gefangen. Am ehesten öffnet sich Kel gegenüber anderen Menschen und mit Dee und Lindsey hat er auch zwei Freunde gefunden, die ihm beistehen.
Beide Erzählstränge bleiben bis zum Ende hin isoliert. Deshalb fand ich es etwas schade, dass Arthur und Kel bis zum Ende der Geschichte nicht aufeinander treffen. Eigentlich hätte ich mir durch den Klappentext dies erwartet. Trotzdem kann man sich ein sehr schlüssiges Bild von beiden Figuren machen und das leicht offene Ende lässt Spielraum für den Leser und seiner Fantasie.

Cover:


Fazit:
Liz Moore hat einen Roman über Vereinsamung, verpasste Chancen, Isolation, Trauer und unerfüllte Hoffnungen geschrieben, der unter die Haut geht. Dabei urteilt sie nicht, sondern bringt uns die Figuren sehr nahe. Ein ruhiger, aber intensiver Roman, der trotz des melancholischen Inhaltes Hoffnung versprüht.

Vielen Dank an den C.H. Beck Verlag für das Rezensionsexemplar!

6 Kommentare:

  1. Liebe Martina

    Das ist jetzt schon die x-te Empfehlung, der ich begegne und ich habe noch nicht einmal "Der Gott des Waldes" gelesen. Immer noch nicht....so langsam sollte ich Gas geben :-D

    Danke für den Tipp für diesen weiteren Roman der Autorin und ganz liebe Grüsse
    Livia

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  2. Schönen guten Morgen!

    Ich finde es toll dass die Autorin über so komplett unterschiedliche Bücher und Themen schreibt und jedes für sich ein ganz eigenes Werk mit eigenem Stil ist. Wobei ich Long Bright River (noch) nicht gelesen habe.
    Ich hab schon gedacht, ich bin die einzige, die das etwas komisch fand bzw. die Erwartung hatte, dass die beiden sich treffen. Der Klappentext hat mir das auch so suggeriert und deshalb hab ich schon desöfteren beim Lesen darauf gewartet, was etwas doof war. Hätte ich diese Erwartung nicht gehabt, hätte ich es vielleicht anders gelesen und noch besser gefunden.
    Die Beschreibungen von ihr zu den Charakteren und ihren Gefühlen sind nämlich wirklich großartig und vor allem die Botschaft, dass immer Menschen da sind die einem helfen können <3

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Ich denke, dass die meisten Leser erwarten, dass sich die beiden treffen. Da muss man dem Klappentext fast die Schuld geben, denn wie du sagst, man erwartet irgendwie ein anderes Ende.
      Die Beschreibung der Charaktere war wirklich sehr gelungen! Und ich bewundere es generell, dass man drei so unterschiedliche Bücher schreiben kann. Die meisten Autoren und Autorinnen bleiben doch ihrer Linie treu.

      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Das dritte von ihr muss ich mir mal genauer anschauen, das ist mir bisher noch nicht wirklich aufgefallen gewesen.

      In unterschiedlichen Genren sind ja recht wenige Autoren unterwegs, obwohl mir bei sowas immer Kai Meyer und Markus Heitz einfällt :) Und seit neuestem Stuart Turtun! Achja und R. F. Kuang :D Es werden immer mehr *lach*

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    3. Das war mein erstes Buch von ihr. "Long Bright River" hat kleine Thrillerelemente, denn es geht um zwei Schwestern, wobei eine Polizistin ist und die andere im Drogenmilieu.

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    4. Danke! Ja, mal schauen, momentan bin ich ja sehr eingedeckt was den SuB Zuwachs betrifft, aber das ändert sich ja auch wieder :)

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