- Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
- Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 4. Auflage (14. August 2025)
- ISBN-10 : 3423283920
- ISBN-13 : 978-3423283922
- Genre: historischer Roman, zwei Zeitebenen
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Wer ist man, wenn man niemand ist? Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn Hardy nennt und schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend. Die kleine Emily leidet unter dem hartnäckigen Schweigen ihrer Urgroßeltern Margret und Hardy, bei denen sie wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Mutter aufwächst. Als Jugendliche beginnt sie schließlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wird es ihr gelingen, das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie endlich aufzubrechen?
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zur "Music meets book Challenge"
Meine Meinung:
Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges wird ein kleiner Junge während eines Kindertransportes von seiner Schwester getrennt. Zuvor ist die Mutter vor ihren Augen verstorben. Der erst dreijährige Junge wird in ein Kinderheim gebracht. Da er seinen Namen nicht kennt und nicht spricht, wird er einfach Hartmut genannt und gilt als schwachsinnig.
Im Kinderheim herrscht Zucht und Ordnung. Die Kinder werden "entmenschlicht" und erhalten Nummern. Hartmut wird zur Nummer 104 und erlebt viel Grausames. Nur die fünf Jahre ältere Margret kümmert sich um den kleinen Jungen, den sie Hardy nennt. Sie erkennt, dass er nicht schwachsinnig, sondern völlig verstört ist. Doch die beiden werden später getrennt und erleben noch weitere Grausamkeiten, bis ihr Weg sie wieder zusammenführt.
Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges wird ein kleiner Junge während eines Kindertransportes von seiner Schwester getrennt. Zuvor ist die Mutter vor ihren Augen verstorben. Der erst dreijährige Junge wird in ein Kinderheim gebracht. Da er seinen Namen nicht kennt und nicht spricht, wird er einfach Hartmut genannt und gilt als schwachsinnig.
Im Kinderheim herrscht Zucht und Ordnung. Die Kinder werden "entmenschlicht" und erhalten Nummern. Hartmut wird zur Nummer 104 und erlebt viel Grausames. Nur die fünf Jahre ältere Margret kümmert sich um den kleinen Jungen, den sie Hardy nennt. Sie erkennt, dass er nicht schwachsinnig, sondern völlig verstört ist. Doch die beiden werden später getrennt und erleben noch weitere Grausamkeiten, bis ihr Weg sie wieder zusammenführt.
In der Gegenwart sind Margret und Hardy seit langem verheiratet. (Das ist kein Spoiler, denn es ist direkt auf den ersten Seiten zu lesen). Niemand aus der Familie kennt ihre gemeinsame Vergangenheit. Hardy leidet besonders darunter, dass er nicht weiß, wer er wirklich ist. Seine Selbstzweifel und Ängste lassen ihn auch Jahrzehnte danach nicht los.
Tochter Sabine und Enkelin Julia sind beide alleinerziehend und keine guten Mütter. Julia ist mit der Erziehung ihrer Tochter überfordert und fliegt lieber als Stewardess in der Weltgeschichte herum. Emily lebt deshalb bei den Urgroßeltern. Trotzdem bleibt das Familienleben und das schwierige Aufwachsen von Emily zwischen der unzuverlässigen Mutter, der selbstsüchtigen Großmutter und der extrem besorgten und kontrollierenden Urgroßmutter schwierig.
Als Emily in ein Heim eingewiesen werden soll, weil Julia sich nicht richtig um sie kümmern kann und die Urgroßeltern zu alt sind, weckt das traumatischer Erinnerungen in Margret und Hardy. Vor allem Hardy setzt sich sehr dafür ein, dass Emily bei ihnen bleiben kann. Ihre Beziehung zueinander ist sehr liebevoll. Und nur Emily erkennt, dass es etwas gibt, was ihre Urgroßeltern verheimlichen und geht der Sache auf den Grund...
Susanne Abel hat mit ihren neuen Roman eine bewegende Geschichte geschrieben, die sich dem Thema der Heimkinder und den damaligen Missständen widmen. Es ist nicht mein erster Roman zu diesem Thema und trotzdem bleibt mir immer wieder die Luft weg, wenn ich über derartige Grausamkeiten an Kinder lesen muss. Es kommt sogar zu Medikamententests, die Ärzte an den Heimkindern immer wieder durchführen - denn es gibt ja niemand, der sie dafür anklagen könnte.
Man spürt die Hilflosigkeit der Kinder, die den Erwachsenen ausgeliefert sind und kann einfach nicht verstehen, wie Menschen sich an ihnen abreagieren oder sie als "Versuchskaninchen" benutzen.
Die Handlung ist fesselnd und bewegend und doch beschreibt die Autorin diese eindringlichen Szenen mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Sie erzählt detailliert und doch schnörkellos. Die Handlungen wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dabei wird aus mehreren Sichtweisen erzählt.
Die Traumata, die Hardy und Margret erleben, werden unbewusst an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und beeinflussen die Familiengeschichte negativ. Verhaltensmuster prägen und bestimmen nachhaltig das Leben aller Familienangehörigen.
Die Handlung ist fesselnd und bewegend und doch beschreibt die Autorin diese eindringlichen Szenen mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Sie erzählt detailliert und doch schnörkellos. Die Handlungen wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dabei wird aus mehreren Sichtweisen erzählt.
Die Traumata, die Hardy und Margret erleben, werden unbewusst an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und beeinflussen die Familiengeschichte negativ. Verhaltensmuster prägen und bestimmen nachhaltig das Leben aller Familienangehörigen.
Deshalb möchte auch ich mich, als Tochter von Eltern, die den Zweiten Weltkrieg als junge Menschen miterlebt haben, endlich mit diesem Thema weiter beschäftigen und erkennen, wie es mich und meine Tochter in unserem Leben beeinflusst hat.
Fazit:
"Du musst meine Hand fester halten Nr. 104" ist kein Buch, welches man schnell weglesen kann. Es ist emotional, bewegend und man muss ab und zu kleine Pausen einlegen. Aber es ist eine Geschichte, die nachhallt und die man nicht so schnell vergisst! Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
"Du musst meine Hand fester halten Nr. 104" ist kein Buch, welches man schnell weglesen kann. Es ist emotional, bewegend und man muss ab und zu kleine Pausen einlegen. Aber es ist eine Geschichte, die nachhallt und die man nicht so schnell vergisst! Von mir gibt es eine Leseempfehlung!















Liebe Martina
AntwortenLöschenPuhhh, definitiv keine leichte Kost, aber um so besser, dass das Buch so grossartig erzählt ist, damit es bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich packe es mir mal auf die Wunschliste.
Alles Liebe
Livia