Wildhonig - Jodie Picoult/Jennifer Finney Boylan

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    • Borschiert: 560 Seiten
    • Verlag: ‎ C.Bertelsmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (30. Mai 2024)
    • Übersetzer: ‎ Elfriede Peschel
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3570104206
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3570104200
    • Originaltitel: ‎ Mad Honey


Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Olivia McAfee hätte nie gedacht, je wieder in ihre verschlafenen Heimatstadt in New Hampshire zurückzukehren, in das Haus ihrer Kindheit. Doch als ihr Mann, ein brillanter Chirurg, seine dunkle Seite offenbarte, war die Flucht dorthin für sie und ihren Sohn Asher die einzige Wahl. Sie fassen schnell Fuß, Olivia übernimmt den Imkereibetrieb ihres Vaters, und Asher verliebt sich in Lily, die wie er neu an der Schule ist. Lily erwidert seine Liebe, allerdings trägt sie ein Geheimnis mit sich herum, und sie ist sich nicht sicher, ob sie Ash wirklich alles anvertrauen kann. Doch dann geschieht das Unvorstellbare: Lily ist tot, und Asher wird von der Polizei verhört. Olivia ist von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt. Aber in Ash schlummern auch Anteile seines Vaters. Als sich der Verdacht gegen ihn verhärtet, merkt sie, dass er etwas verbirgt ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Jodie Picoult war jahrelang meine Lieblingsautorin, bis mich einige ihrer Bücher nicht mehr wirklich überzeugen konnten. Ihre letzten Romane habe ich dann nicht mehr gelesen, aber mit "Wildhonig" hat sie eine Geschichte geschrieben, die mich wieder interessierte und welche im englischsprachigen Raum auch sehr gut bewertet wurde.
Außerdem ist mein Mann nun bald seit einem Jahr Imker und so hat mich auch das Thema Bienen interessiert, welches zu Beginn doch sehr ausufernd erklärt wird. Das könnte einige Leser etwas abschrecken.... Ich fand es hingegen bewundernswert, wie viel die Autorin hier recherchiert hat und sich mit der Imkerei auseinandergesetzt haben muss.

Olivia McAfee hat mit ihrem Sohn Asher ihren gewalttätigen Ex-Mann verlassen und kehrt in ihre Heimat in New Hampshire zurück. Dort kümmert sie sich schon seit dem Tod ihrer Eltern um deren Bienenstöcke. Die Imkerei war schon immer ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, den sie sich nun hauptberuflich widmet. Asher findet schnell Anschluss, ist beliebt und gehört zu den Besten im Eishockey-Team. Als er sich auch noch in Lily verliebt, ist die Welt in Ordnung. Doch dann findet Asher Lily tot in ihrem Zuhause und wird bald darauf des Mordes verdächtigt. Olivia ist von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt, jedoch schlummern in Ash auch die Gene seines gewalttätigen Vaters.
Der Ort und seine Schulkameraden wenden sich von Asher ab, der Ex-Mann von Olivia taucht wieder auf und Asher wird verhaftet. Mutter und Sohn sind verzweifelt, denn Asher liebte seine Lily sehr. Doch kurz vor ihrem Tod hat sie ihm ein ganz besonderes Geheimnis anvertraut, welches ihm als mögliches Motiv angelastet wird...

Der Roman wird aus verschiedenen Sichtweisen und mit Rückblenden erzählt. Jodie Picoult und Jennifer Finney Boylan überraschen in "Wildhonig" mit einem Plott-Twist der mich kurz umgehauen hat. Dadurch war für mich aber auch die Aufteilung der Geschichte und ihre Themen logisch. Ich erkannte in den Gerichtsszenen die "alte" Jodie Picoult wieder, deren Art zu erzählen ich vor allem in "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester" geliebt habe. Die Gerichtsszenen nahmen viel Raum ein, waren aber spannend erzählt. Man lernt immer wieder Neues über das amerikanische Gerichtssystem...Gutes und Schlechtes.

Warum dann "nur" 3 1/2 Sterne?
Der Roman hat zu viele Längen! Vieles hätte gekürzt werden können und die Geschichte wäre trotzdem verständlich und genauso interessant gewesen.
Vor allem auf den ersten Seiten wurde sehr intensiv über die Imkerei gesprochen und sehr detaillierte Angaben gemacht. Mich hat es interessiert, weil ich erst vor kurzem durch meinen Mann mehr über Bienen weiß, aber ich denke, dass es für viele andere Leser zu langatmig war. Es waren einfach zu viele Informationen!
Auch in der Mitte gab es so einige Längen, die nicht notwendig gewesen wären, weil die Geschichte trotz allem sehr intensiv und komplex ist. Dabei haben die beiden Autorinnen sehr tiefgründige Themen gewählt, die nachhallen und extrem wichtig sind.
Mit "Wildhonig" konnte mich Jodie Picoult nicht ganz überzeugen und als Fan ihrer Bücher "zurückholen", aber sie ist wieder auf dem besten Weg....

Cover:
von links nach rechts:
das amerikanische Cover, drei Paperbacks dazu, wobei eines das britische und eines das australische Cover ist, das litauische und das ungarische Cover

Fazit:
Ein Roman mit sehr wichtigen Themen, der leider etwas zu viele Längen hat. Trotzdem blitzt hier die Jodie Picoult von früher wieder durch, die sich den gesellschaftskritischen und "unangenehmen" Themen widmet. Die Geschichte hallt nach und regt zum Nachdenken an.



8 Kommentare:

  1. Liebe Martina

    Oh je, Jodi Picoult....ein schwieriges Thema. Ich habe leider sehr viel mehr ziemlich schwache Bücher von ihr gelesen und ein oder zwei gute. Deshalb lasse ich (zumindest vorerst, aber nach deiner Rezension wohl noch lange) die Finger von ihren Texten.

    Ich frage mich ernsthaft, wie sie es schafft, immer noch so viele Bücher zu verkaufen und gerade, was du zu den Längen schreibst, schreckt mich extrem ab. Längen ertrage ich wirklich kaum mehr in Büchern ;-)

    Schade, das Thema und ihre Recherchen klingen wirklich gut und das Buch kommt auch sehr ansprechend daher.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      welche Bücher hast du von Jodie gelesen? Ich finde es schlimm, dass einige ihrer Bücher in den USA verbannt worden sind und nicht gelesen werden dürfen. Umso mehr hat mich das Thema dieses Romans interessiert. Das Buch wird sicher ebenfalls aus den Schulbibliotheken entfernt werden. Ich finde Bücherverbannung extrem schlimm!!!
      Alles Liebe
      Martina

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    2. Liebe Martina

      Oh ja, das stimmt, das darf auf keinen Fall geschehen.

      Ich habe als Kind/Teenagerin "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester" gelesen und geliebt und dann hatte ich nur noch Reinfälle, kann mich aber nicht mehr an die Titel erinnern...

      Nur an "Das Herz meinter Tochter", das dich ja auch enttäuscht hat, kann ich mich noch erinnern. Absolute Katastrophe...

      Ganz liebe Grüsse
      Livia

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    3. Ja, "Das Herz meiner Tochter" war schlecht! Und ich habe sogar ein Buch von ihr abgebrochen und zwar "Die Spuren meiner Mutter".
      Liebe Grüße
      Martina

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  2. Es geht mir genauso. Jahrelang habe ich ihre Bücher geliebt, aber die letzten konnten mich nicht mehr begeistern. Wenn dein Mann Imker ist, ist es vielleicht noch interessanter, aber ich fand die Story total langweilig und die Imkerei viel zu detailliert beschrieben. Ich werde kein Buch von Jodi Picoult mehr bestellen. Richtig schade, wenn man an die tollen Pageturner denkt, die sie geschrieben hat.

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    1. Ich habe, als das Buch frisch herausgekommen ist, deine Bewertung gesehen und war gleich mal "geschockt". Eigentlich wollte ich mir das Buch kaufen, habe es dann aber bleiben lassen. Da es in der Bücherei verfügbar war, habe ich es probiert. Und obwohl ich nun gerne etwas über Bienen lerne, war mir das Thema viel zu detailliert erzählt. Ich fand aber den Hintergrund und die Themen der Geschichte sehr, sehr interessant.
      Liebe Grüße
      Martina

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  3. Liebe Martina, ich habe das Buch vor einiger Zeit begonnen und quäle mich immer noch hindurch. Zum Abbrechen fehlt mir der Mut - doch deine Rezension bestätigt, was ich im Moment auch empfinde Zu viele Längen, genaue Recherche über die Imkerei ist wohl erfolgt, doch wo ist Jodie Picoult ? Liegt es an der Mitautorin? Nicht jeder interessiert sich so für die Imkerei wie beschrieben ! Demnächst wird mein eigener Leseeindruck folgen,,,,
    LG Angela

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    1. Liebe Angela,
      ich habe Jodie Picoult bei den Gerichtsszenen sehr gut gespürt. Aber die Geschichte hätte 200 Seiten weniger gut vertragen.
      Liebe Grüße
      Martina

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