Steirerzorn - Claudia Rossbacher

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  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag; 2024. Edition (9. Oktober 2024)
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839207339
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839207338
  • Genre: Regionalkrimi, Krimi
  • Reihe: ja - Band 14 und Sandra Mohr und Sascha Bergmann



Gmeiner Kurzbeschreibung:
 Auf Motivsuche im Schilcherland dringt ein Hobbyfotograf in ein verlassenes Abbruchhaus am Reinischkogel ein. Durch eine desolate Falltür stürzt er in den Keller und findet sich neben einer verwesten Leiche wieder. Schwerverletzt muss der junge Mann ausharren, bis er gerettet wird. Doch wer war die hochbetagte Frau, die an diesem Lost Place scheinbar hingerichtet wurde? Wer hat sie getötet und aus welchem Grund? Die Spuren führen Sandra Mohr und Sascha Bergmann vom LKA Steiermark in die Vergangenheit, als in diesem Haus Schreckliches geschah.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gleich vorab, dieser vierzehnte Steirerkrimi von Claudia Rossbacher ist ziemlich anders, als ihre Vorgänger und wesentlich härter. Hier gibt es kaum lustige Plänkeleien zwischen Sascha und Sandra und der Handlungsstrang aus der Vergangenheit ist wirklich harter Tobak! Das bin ich von der Autorin gar nicht gewöhnt, aber ich feiere es! Dieser Krimi ist wirklich absolut gelungen und hat mich an die Seiten gefesselt.
Triggerwarnung gibt es keine (was ich bei Krimis und Thriller auch nicht wirklich sinnvoll finde) - wer jedoch Probleme mit Kindesmisshandlungen hat, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Der Krimi spielt im steirischen Schilcherland, einer Weingegend in der Steiermark südich von Graz. Hobbyfotograf  Christian Zwettler ist auf der Suche nach einem bestimmten Lost Place, der ihm über Social Media vorgeschlagen wurde, und der ihm für sein Buch über verlassene Orte noch fehlt. Obwohl er sonst immer die Besitzer der verlassenen Häuser vorher kontaktiert, weil ein Betreten ohne Genehmigung verboten ist, bricht er in das verlassenen Gebäude ein und fällt prompt durch eine morsche Falltür. Neben Mäusen, Ratten und verendeten Vögeln befindet sich in seiner Sichtweite eine gefesselte und  teils verweste Frauenleiche. Christian kann sich nicht bewegen, sein Handy funktioniert in diesem Funkloch nicht und niemand weiß, wo er unterwegs ist. Der Lost Place gehört einer Familie, die vor langer Zeit in die USA ausgewandert ist und der ansässige Förster, der die Schlüssel hat, schaut nur ab und zu vorbei. Es dauert sehr lange, bis er gerettet werden kann. Doch wer ist die Frau, die gefoltert und getötet wurde?

Sascha Bergmann und Sandra Mohr vom LKA Graz bekommen den Fall. Bald stellt sich heraus, dass das verlassene Gebäude in den 1970iger Jahren ein Erziehungsheim für angeblich schwererziehbare Mädchen war. Im Ort kann sich aber kaum jemand daran erinnern...

Im Vergangenheitsstrang erleben wir die widerwärtigen Methoden der Erzieherinnen und des damaligen Direktors anhand von Tagebucheintragungen der damals 13jährigen Gitti aus Wien - und diese sind heftig! Körperliche und seelische Gewalt, Missbrauch, Erniedrigungen und Einschüchterungen stehen täglich auf dem Programm. Die Kinderseelen wurden systematisch zerstört und das ganze Personal wusste Bescheid oder war daran beteiligt.
Was man hier liest, ist alles andere als einfach zu lesen und bereitet einem Gänsehaut. Anhand des Leidens von Gitti, die nur eine von vielen war, erinnert die Autorin an die vielen Opfer brutaler Übergriffe in Erziehungsheimen zwischen 1960 und 1980. Man muss den damaligen Opfern eine Stimme geben, denn sie dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Ich denke, dass es auch noch heute in gewissen Teilen der Welt nicht anders zugeht. Vor allem Kinder sind die Ärmsten, die sich am wenigsten wehren können!

Die humorvolle Zusammenarbeit und die Plänkeleien zwischen Sandra und Sascha sind diesmal im Hintergrund und sehr sparsam eingesetzt, denn sie passen nicht zum schweren Thema, welches im Krimi den Hauptteil einnimmt. Sascha kommt grantiger rüber, als in den Vorgängerbänden und seine Machosprüche klingen teilweise übergriffig. Charmebolzen ist er in diesem 14. Fall keiner!
Auch das Privatleben von Sandra und Sascha ist eher Nebensache, wobei jedoch die düstere Stimmung beibehalten wird, denn die Beziehung zwischen Sandra und ihrem Freund Hubert scheint toxisch zu werden.

Zwischen den schweren Themen wird allerdings auch gut gegessen und der Schilcher Wein, den es nur in dieser Region gibt, bekommt besondere Aufmerksamkeit. Auch in diesem Band erkennt man die Liebe der Autorin zur Steiermark, die in bildhaften Beschreibungen die Schönheit der Grünen Mark darstellt.

Fazit:
Der bisher beste, aber auch härteste Krimi aus dieser Reihe, der nichts für Zartbesaitete ist! 
Eine spannende Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehle und außerdem meine erste 5 Sterne Bewertung für einen Krimi aus dieser Reihe. 


Die Reihe um Sandra Mohr und Sascha Bergmann:

  1. Steirerblut    *Rezi*
  2. Steirerherz    *Rezi*
  3. Steirerkind    *Rezi*
  4. Steirerkreuz  *Rezi*
  5. Steirerland    *Rezi*
  6. Steirernacht  *Rezi
  7. Steirerpakt    *Rezi
  8. Steirerquell   *Rezi*
  9. Steirerrausch *Rezi*
  10. Steirerstern   *Rezi*
  11. Steirertanz    *Rezi*
  12. Steirerwahn  *Rezi*
  13. Steirerwald  *Rezi*
  14. Steirerzorn

2 Kommentare:

  1. Hallo Martina,
    die Reihe kenne ich nur durch die Verfilmungen im Fernsehen, die ich immer schaue. Ich mag die Reihe und die Ermittler und ich finde der Sascha ist sehr gut besetzt.
    Liebe Grüße
    Kristina

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    1. Die TV Serie weicht ja ein bisschen ab von den Büchern! Was war ich schockiert, als Sandra im Film plötzlich tot war!
      Die Krimis sind sehr unterschiedlich zum Lesen...mal sehr spannend, mal eher mau. Dieser hier war großartig!

      Liebe Grüße
      Martina

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