[LESERUNDE] Die Hafenschwester: Als wir an die Zukunft glaubten - Melanie Metzenthin

Am 3. September startet hier die gemeinsame

LESERUNDE
zu
Die Hafenschwester:

Als wir an die Zukunft glaubten
den dritten Band der Reihe von Melanie Metzenthin

Die Autorin wird auch diesmal wieder hier vorbeischauen und mit uns diskutieren
.
*************************
KLAPPENTEXT:
Der Erste Weltkrieg ist zu Ende. Martha und Paul haben während der Inflation 1923 alle Ersparnisse verloren und die finanzielle Lage ist prekär. Ihre Tochter Ella will unbedingt Ärztin werden, muss ihren Traum jedoch zunächst auf Eis legen und die Familie unterstützen. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter und beginnt eine Schwesternausbildung. Dann kommen die Nazis an die Macht. Ella fiebert dem Studium entgegen, doch die Einschreibung an der Universität wird ihr untersagt. Als die Familie in eine schreckliche Lage gerät, ruhen alle Hoffnungen auf dem jüngsten Sohn Fredi. Er macht bei der Mordkommission Hamburg Karriere. Und lässt sich auf einen gefährlichen Pakt mit der Gestapo ein …
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EINTEILUNG DES BUCHES:
Abschnitt 1: Kapitel 1 - 10
Abschnitt 2: Kapitel 11 - 23
Abschnitt 3: Kapitel 24 - 36
Abschnitt 4: Kapitel 37 - 51
Abschnitt 5: Kapitel 52 - 62
Abschnitt 6: Kapitel 63 - 74
Abschnitt 7: Kapitel 75 bis Ende

Teilnehmer:
Sabine von Buchmomente
Andrea vom Leseblick
und ich

Auch Melanie Metzenthin wird wieder vorbeischauen
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Wer möchte mitlesen? Jeder von euch ist herzlich eingeladen!

72 Kommentare:

  1. Antworten
    1. Guten Morgen liebe Martina,

      mein Buch ist immer noch nicht da - ich könnte weinen. Sorry, ich hoffe, ich kann bald beginnen und ein bisschen aufholen...

      LG Sabine

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    2. Wahrscheinlich brauch der "Ziegelstein" einfach länger. Ich habe meine Belege auch noch nicht, aber da ich heute bei SAT 1 einen Termin zum Dreh über das Buch an Originalschauplätzen habe, schon mal eines vorab geschickt
      bekommen.

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    3. Macht nix Sabine! ich habe auch noch nicht begonnen und komme etwas in die Bredouille, weil ich im MOment so einige Büche rhier habe, die ich alle lesen sollte. Du brauchst dir also noch keine Gedanken machen =) Ich warte auf dich.

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    4. @melanie: Dass du auch noch kein buch hast finde ich aber irgendwie erschreckend...

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    5. @Martina, das liegt daran, dass ich darum gebeten habe, dass die Belege erst nach meinem Urlaub losgeschickt werden, weil ich ja bis 29. August nicht zu Hause war.

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    6. Ach so =) Ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub!

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    7. Das Wetter war durchwachsen, aber dafür war er produktiv - 142 Seiten im aktuellen Romanprojekt in 3 Wochen geschrieben :-)

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    8. Guten Morgen, mein Buch ist nun auch endlcih da. :-) Ich habe gestern ein bisschen reingeschnuppert, aber noch nicht durch den ersten Abschnitt durch. Heute Abend geht es weiter.

      LG Sabine

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    9. Heute Abend 17.30 sendet SAT 1 regional einen Beitrag über Hafenschwester 3 und mich: Noch ist er nicht in der Mediathek, aber das kommt noch. https://www.sat1regional.de/hamburg/

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    10. Danke Melanie - das schaue ich mir dann n der Mediathek an (ich habe keinen Fernseher ....). Ich bin gespannt!

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    11. Der einzelne Beitrag steht im Moment leider nicht in der Mediathek, vielleicht kommt das noch. Ansonsten kann man unter SAT 1 regional auf "Sendungen" gehen, die bleiben immer eine Woche stehen, und dann auf die Hamburg-Sendung vom 15.09. klicken, auf Minute 14 beginnt der Beitrag.

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    12. Jetzt ist auch der endgültige Link online, der bleibt 1 Jahr
      https://www.sat1regional.de/die-hafenschwester-3-wir-treffen-trilogie-autorin-melanie-metzenthin-in-hamburg/

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    13. Ich habe mir das Video angeschaut - ich finde es sehr gelungen. Es war schon, dich auch mal zu hören und "in Bewegung" zu sehen.

      Toll wäre bestimmt eine Lesung direkt kombiniert mit einem Stadtspaziergang durch Hamburg. :-)

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    14. Ja, so eine Hafenschwester-Lesung-Stadtführung wäre toll.

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    15. Ich habe mir das Video nun auch angeschaut, denn ich habe wie Sabine auch keinen Fernseher =) Danke für den link! Interessant, welche Ausschnitte du gewählt hast. Ein sehr schönes Video!

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  2. Antworten
    1. So, ich habe soeben den ersten Abschnitt beendet. Morgen bin ich nach der Arbeit bei einer Lesung und komme nicht zum Lesen. Ich freue mich aber schon wahnsinnig darauf! Vorallem nach so langer Zeit endlich wieder live bei einer dabei sein zu können.

      Mein Buch war ja fehlerhaft. Die ersten 32 Seiten waren lose und ich habe heute bemerkt, dass sie auch schief geschnitten wurden. Komisch! Heute war aber ein neues Buch im Briefkasten, obwohl ich Frau Schindler von ehrlich & anders gemailt habe, dass ich keinen Ersatz benötige. Das freut mich aber jetzt trotzdem sehr!

      Ich war sehr schnell wieder mitten im Geschehen, obwohl ich anfangs etwas nervös war, ob ich mich noch gut an den letzten Band erinnern konnte...ich konnte =)
      Es war schön von Heinrich und Li-Ming wieder zu lesen. Die Hyperinflation hat so einiges angerichtet und viele Menschenleben zertsört. Auch meine Großmutter hat all ihr Erspartes für ein Haus verloren. Man kann sich gar nicht vorstellen Geldscheine mit einer TRuhe heranzukarren! Kein Wunder, dass sich viele das Leben nahmen....

      Moritz und Paul sind gute Freunde geworden und machen sich auf nach Berlin ins Anti-Kriegsmuseum.. Interessante Ideen hat der junge Mann! leider wird es dazu wohl nicht kommen...

      Ich war traurig zu lesen, dass Marthas Vater stirbt.

      Und Rudi bringt so einige Probleme ins Haus. Vorallem Paul ist nicht sehr gut auf ihn zu sprechen. Was da wohl alles dahinter steckt? Trifft er sich tatsächlich mit älteren Damen? Ich wäre gerne ein Mäuschen gewesen beim Gespräch über Kondome =) Hoffentlich möchte sich Rudi nur ein bisschen austoben (was ja immer nur den Männern erlaubt war) und kommt nicht in gröbere Schwieirigkeiten...

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    2. Wie schön, dass du so gut reingekommen bist und auch noch ein neues Exemplar bekommen hast :-) . Ernst Friedrich mit seinem Anti-Kriegsmuseum ist historisch belegt, ich habe ihm z.T. Worte aus seiner eigenen Autobiografie in den Mund gelegt - er war ein echt radikaler Pazifist.
      In dieser Geschichte werden auch langsam die Kinder in den Fokus rücken - Rudi ist der erste, da er auch der älteste ist, der demnächst auch eine Perspektive bekommen wird, sodass man auch verfolgen kann, was im Kopf dieses jungen Mannes vorgeht.

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    3. So - da bin ich. Den ersten Abschnitt habe ich jetzt auch beendet.

      Ich habe etwas gebracuht, um in die Geschichte reinzukommen und erst nach und nach fiel mir wieder ein, was im letzten Band geschehen ist. Ich habe da aber auch ein Gedächtnis wie ein Sieb... Das kenne ich leider schon.

      IN diesem Abscnitt sind mir vor allem 2 THemen hängengeblieben - zum einen natürlich der Tod Karls, den ich zwar traurig, aber auch gnädig empfunden habe. Was wird nun eigentlich aus seinem Äffchen? Habe ich das überlesen?
      Und das andere Thema ist tasächlich Rudi, der aus der Familie "rauswächst" und auch für mcih einen komsichen Weg einschlägt mit den älteren Damen.

      Auch sehr interessant finde ich, dass wir Hitlers Anfänge ein wenig mit verfolgen.

      Irgewndwie habe ich das Gefühl, dass Rudi und Hitler noch aufeinander treffen werden. Aber abwarten.

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    4. Das Äffchen ist bei Heinrich geblieben - wird als Nebensatz erwähnt - und wird später auch noch mal auftauchen

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    5. @Sabine: Ja, ich fand den Tod von Karl auch "gnädig", wenn man so sagen kann. Dass das Äffchen bei Heinrich unterkommt habe ich alleridngs gelesen =) ...und fand es schön. Passt ja auch zu seinem Papagei.

      Ich habe schon weitergelesen, deswegen sage ich jetzt zu Rudi nichts. Kommt dann im nächsten Leseabschnitt.

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  3. Antworten
    1. Es passiert wahnsinnig viel in diesem Abschnit!
      Der Prozess um Hitler ist unglaublich! Was hätte man verhindern können, wenn er damals verurteilt oder ausgewiesen worden wäre...

      Rudi entfernt sich immer mehr von seiner Familie. Ich kann ihn aber verstehen, dass er sich in die Ecke gedrängt fühlt wegen seines Studiums. Und dann bekommt er immer "nur" Bücher fürs Jurastudium, während Ella und Fredi Geschenke für ihre Freizeitaktivitäten bekommen. Trotzdem sind die Geschenke großzügig! Wenn ich an Weihnachten als Kind oder Teenger zurückdenke, dann bekam ich Kleidung...einen neuen Mantel oder neue Stiefel. Die waren sonst nichts drin...lieber hätte ich aber auch etwas anderes gehabt.

      Rudi geht in den Ferien mit einer Schaustelletruppe mit. Wie bist du auf diese Idee gekommen, Melanie?

      Dabei lernt er die Schlangenfrau kennen..er kann wohl nicht ohne Frauen, denn nach dem Sommer bandelt er doch gleich mal mit der Sekretärin an der Uni an. Die Beziehung gestaltet sich ernster als erwartet, doch dass er sie aufrecht erhält, obwohl sie an eine Heirat mit dem Professor denkt und sich an ihn heranmacht, kann ich nicht verstehen. Und das ist dann auch sein Unglück! Ich war entsetzt, als Astrid ermordet wurde und vorallem Rudi verdächtigt wird bzw. unter den Repressalien zu leiden hat. Der gute Professor kommt mit seinem Mord davon! Unglaublich!
      Mehr als frech fand ich aber auch Astrids Erpressung Rudi soll ihn heiraten, obwohl sie das Kind eines anderen erwartet!

      Die Hilfe an den Obdachlosen, die Martha und Moritz mit Hilfe von Professor Liebknecht durchführen wollen, geht auch daneben. Jedem kann man nicht zu seinem Glück zwingen! Dieser Erhard Schramm suhlt sich wohl lieber in Selbstmitleid.

      Nun bin ich gespannt wie es mit Rudi weitergeht. Auf jeden Fall widmet er sich seinem Jurastudium jetzt anders.

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    2. Guten Morgen, ich habe den zweiten Abeschnitt gestern Abend auch noch beendet - und ja, es ist eine Menge passiert!
      Die Verhandlung um Hitler - das ist schon krass, dass er da einfach so einen Monolog halten konnte; ich habe gedacht, Richter unterbrechen einen immer direkt, wenn man nicht auf eine Frage direkt antwortet. Aber auch Rudi hatte ja als Zeuge Möglichkeit, einen langen Monolog zu halten - da war ich auch ein wenig verwundert.
      Rudi - aus ihm werde ich nicht schlau. Das mit der Schaustellertruppe fand ich sehr interessant, insbesondere auch, dass er da auch mal "Gefühle" entwickelt und nciht nur mit Frauen zum Vergnügen ins Bett steigt. Dann Astrid: merkwürdig. Verstanden habe ich auch nicht, dass er das hinnimmt, dass sie mit dem Professor anbandelt. Und Astrid wirkte zunächst ja ein bisschen bieder und "mütterlich" - dass sie so ausgefuchst ist, hat mcih auch überrascht. Der Prozess ist dann natürlich gemein. Gegen einen Volljuristen anzugehen bei dünner Beweislage - eigentlich klar, dass es da nciht zu einer Verurteilung kommt. Hat man damals eigentlich wirklich geglaubt, dass Kondome zu 100 % sicher sind? So ganz ausgeschlossen hätte ich nämlich nciht, dass Rudi der Vater ist.
      Für ihn ist es natürlich schrecklich - zum Glück bekommt er mit Berlin eine weitere Chance. Dass dafür aber Ella zurückstecken muss, finde ich nicht gut. "Großherzig" zu sagen, sie soll entscheiden, ist wirklich gemein von Martha und Paul - rein emotional konnte sie doch gar nciht anders, als dem Plan zu zustimmen, sagt sie ja auch selber - denn es hätte sonst immer geheißen, sie hat ihrem Bruder die berufliche Karriere verbaut.- Aber wahrscheinlich war das damals auch so.

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    3. Euer Feedback ist für mich immer wieder spannend und aufschlussreich, vielen Dank dafür. Zu den Schaustellern, mit denen Rudi herumzieht - das war damals unter jungen Leuten so der Inbegriff von Freiheit. Auf der einen Seite wurden "echte Zigeuner" verachtet, aber Schausteller, Zirkusleute etc. auch bewundert. Und Rudi gönnt sich diesen Traum der vollständigen Freiheit, zumal er im Sommer ja auch nur die wahren Sonnenseiten sieht. In den 50er Jahre und später waren Kinderbücher mit dem Thema Schausteller und Zigeuner im positiven Sinne auch sehr beliebt - da hat sich einiges von diesen Phantasien übertragen - und die, die diese Bücher geschrieben haben, waren vermutlich Rudis Jahrgang oder etwas jünger.

      Zu Hitlers Monolog - den habe ich sogar noch massiv gekürzt. Hier sind die Original-Dokumente http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/06_Hitlerprozess.pdf

      Rudi ist jemand auf der Suche nach Geborgenheit und Anerkennung. Er suchte sich ältere Damen (aus heutiger Sicht wohl eher jünger, denn die waren unter 40, die sich in bestimmten Etablissements selbstbewusst junge Lover suchten, es gab ja viele Witwen nach dem Krieg), weil er sich da als junger Mann unverbindlich beweisen kann. Auch ein bisschen Konkurrenzkampf mit seinem Freund Pieko - wer ist angesehener bei den Damen. Die Sexualität spielt da auch eine Rolle - sie war verbindlicher als bei Prostituierten (die er sich sowieso nicht leisten könnte und die auch nicht sein Stil wären) aber unverbindlicher als bei einer festen Freundin. Mit Akshara erlebte er nun zum ersten Mal eine echte Beziehung über längere Zeit und verliebt sich. Für sie ist er aber kein Partner auf Dauer, weil ihre Leben sich nur einmal gekreuzt haben, aber niemals zusammenpassen würden. Er hat am Ende des Sommers Liebeskummer, was er sich aber nicht eingesteht. Stattdessen geht er in die Offensive und baggert die nächstbeste Frau an, die verbindliche Unverbindlichkeit verspricht. Und dann kommt doch so etwas wie nicht eingestandene Liebe dazu. Deshalb verlässt er sie nicht, als sie mit Zellmer rummacht, aber er hat auch nicht den Mut, ihr selbst zu geben, was sie sich wünscht - eine Familie mit Kindern - weil er sich zu jung fühlt und ja noch am Anfang seines Lebens steht. Aber er will auch nicht ganz von ihr lassen. Und dann schlittert alles in die Katastrophe - Astrid will auch nicht von ihm lassen, aber sie will auch eine richtige, angesehene Familie. Sie hat es bei Zellmer auf die Schwangerschaft angelegt. Natürlich könnte auch ein Kondom undicht gewesen sein, aber wahrscheinlicher ist Zellmers Vaterschaft. Deshalb ist der Mann dann auch durchgedreht und hat sie erwürgt und dann Suizid durch Erhängen vorgetäuscht. Das trifft Rudi alles schwer - zumal er ja selbst nur wahnsinniges Glück hatte, dass er direkt zu seinen Eltern gefahren ist - sonst wäre er der Hauptverdächtige gewesen und vermutlich sogar verurteilt worden, weil er das alles nicht hätte abstreiten können, die Nachbarn wussten ja, dass er da ein und aus ging.

      Und ja, für Ella ist das alles sehr bitter, dass sie etwas zurückstehen muss. Natürlich hält Martha das nicht für so schlimm, es schadet Ella ja auch nicht, wenn sie zunächst eine Ausbildung als Krankenschwester macht. Das war Marthas Traumberuf und sie glaubt, ihrer Tochter das zumuten zu können, zumal sie ja nicht verlangt, dass sie nicht studieren darf - nur eben später, damit Rudi sein Studium in Berlin abschließen kann. Für Eltern ist das eine schwierige Situation - der Sohn bringt sich durch seinen Lebenswandel in Schwierigkeiten - lässt man zu, dass er nun alles verliert oder erwartet man von der Tochter Solidarität? Fredi bringt diese Solidarität ja freiwillig, weil er sich einen Beruf sucht, bei dem er selbst gleich sein Geld verdient - er ist somit aus dem Konfliktfeld raus.

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    4. Gerade wieder eingefallen...du hast Rudi meinen Geburtstag verpasst! =) 3. Februar

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    5. Ich hoffe, das ist die einzige Parallele und du hast nicht seinen Lebenswandel ;-)

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    6. @Melanie: Wow, was für ein langer Beitrag von dir! Ich muss gestehen, dass ich mir liebe den Monolog von Hitler nicht anhören möchte. Ich finde seine Stimme schon so furchtbar, wenn man so Einspielungen von früher hört.

      Danke für die tolle Erklärung zu Rudis Gefühlsleben. Ella entscheiden zu lassen, wie es mit ihrer Zukunft und der von Rudi aussehen soll, fand ich auch nciht ganz fair. Was soll sie da schon dazu sagen? Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zurückzustecken.
      Wie anders Fredi ist. Überhaupt sind die Geschwister sehr verschieden.

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    7. Es ist kein Monolog von Hitler, sondern eine PDF-Datei mit den Protokollen der Verhöre. In Gerichtssälen durfte und darf nichts aufgezeichnet oder gefilmt werden.

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    8. Ja, die Geschwister sind in der Tat extrem verschieden.

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    9. Ah, okay...dann werde ich mir das noch anschauen.

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    10. Wenn man Hitler hört, finde ich das noch viel autentischer als wenn man von ihm liest, auch wenn es ein PRotokoll ist - aber interessant bleibt es allemal. Es lässt mcih imer wieder erstaunen, wie er die Menschen in seinen Bann gezogen hat - und gelichzeitig denke cih dann auchimmer direkt, das so etwas wieder passieren kann. Man braucht nur die richtige Situation, und wenn ich da jetzt an unsere Bundestagswahl denke ...

      Danke für die intensiver Einblicke, Melanie. Es ist schon beeindruckend, wie sich die Zeiten geändert haben. Ich gehöre da wohl auch zu den älteren Frauen *lach*. Überhaupt - wie das Frauenbild damals war - selbst Martha, die sich ja einsetzt, wirkt heutzutage sehr antiquarisch.

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  4. Antworten
    1. Der dritte Abschnitt ist insgesamt ruhiger, aber endet dann doch mit der Entweiung von Rudi und seiner Familie. Aber fange ich vorne an.

      Dass Philippe Morel nochmal eine Rolle spielen wird, hatte ich erwartet, und ich mag es total, dass er und Ella eine Beziehung führen - auch wenn es eine - und erst recht für die Zeit - sehr offene ist. Ich hoffe sehr, dass sie zusammen bleiben und es nicht bei einer "Affäre" bleibt. Henny und Fred sind da fast schon genau das Gegenteil - alles schön der Reihe nach, erst Verlobung, dann Heirat, Kind und WOhnung. ICh denke, für die Zeit sehr typisch und genau den Konventionen entsprechend. Henny gefällt mir total gut. Zum einen, weil sie so in sich ruht und mit ihrem Leben zufrieden ist und weil sie so pfiffig ist und sogar ncoh ihrem Mann die wet erklärt. Großartig. Er ist da wirkclh in einer gemeinen Situation und der Klappentext lässt ja vermuten, dass da noch mehr gemeines geschehen wird.
      Dieses Infiltrieren der SA war mir so gar nicht bewußt - also dass die schon Patroiulle gelaufen snd und so präsent waren, als die NSDAP noch gar nicht an der Macht war. Und dass das so toleriert wurde - furchtbar. Da hat mich wirklch gewundert, dass diese "Bürgerwehr" schon so viel Macht hatte - und wie typisch, dass selbst in den Anfängen keiner gegen diese Ungerechtigkeiten vorgegangen ist; gegen die Juden aber auch gegen Homosexuelle. Okay - damals stand das ncoh unter Strafer (meine ich doch, oder?), trotzdem für mcih nicht zu verstehen. Aber - ich weiß natürlich, dass Homophobie auch heute ncoh Thema ist; und sicherlich ist es hier in Köln, wo ich lebe, eine Ausnahmesituation, wie natürlich und offen mit dem Thema umgegangen wird.

      Der Abschluss in diesem Abschnitt war krass - Rudi hat sich von seiner gemeinsten Seite gezeigt, sich von seiner gerade geehelichten Goldie einlullen lassen und seiner ganzen Familie gehörig vor den Kopf gestoßen. Die Machtlosigkeit von Ella macht mich schier wahnsinnig. Und wütend.

      Ein Wort noch zu Martha - von ihr bin ich immer mehr enttäsucht. Irgendwie hatte ich sie sehr modern in Errinnerung, offen für neues - jetzt ist sie so eine unangenehme Mischung aus Konvention und Gutmensch. Da bin ich gespannt, wie sie sich weiter entwickelt.

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    2. Martha ist im Augenblick in einer ganz schwierigen Situation. Rudi ist ihr heimlicher Liebling, er war ihr erstes Kind und sie mochte ihn immer gern wegen seiner Lebendigkeit als Kind. Nun entgleitet er ihr. Sie ist sauer auf ihn und sich möchte Ella unterstützen, aber sie möchte auch weiterhin an Rudis Leben teilhaben. Paul und Ella sind da knallhart und auch Fredi und Henny stellen sich auf Ellas Seite. Vom Verstand her tut Martha das auch, aber Rudi ist ja trotzdem noch ihr Sohn. Ihre moderne Einstellung zeigt sich andererseits, dass sie ihrer Tochter die gleichen (sexuellen) Freiheiten wir ihren Söhnen zugesteht (wobei Fredi ja keine Eskapaden hatte - die einzige Frau, die er je begehrte, hat er geheiratet). Fredi und Henny haben sich gefunden, weil sie einfach perfekt zusammen passen und sich ergänzen. Fredi ist ein Mann, der seine Frau und ihren Rat respektiert und sogar braucht. Henny ist eine Frau, die als Familienmensch aufgeht. Sie will keine Karriere, sie will sich um ihre Familie kümmern, ihre Kinder großziehen und ihre Leidenschaft - das Nähen - nicht beruflich nutzen, sondern als Hobby und privat für die Familie. Sie genießt das auch als Luxus. Und hat damit das große Glück, dass sie genau das Lebensbild schätzt, das in dieser Zeit propagiert wurde. Ungeachtet dessen ist sie aber auch eine Frau, die der Meinung ist, dass Frauen selbst entscheiden müssen, was sie werden wollen - deshalb steht sie zu Ella. Sie selbst hat sich für Hausfrau entschieden, aber sie will auch, dass Ella ihren Weg gehen kann. Goldie kann sie genauso wenig ausstehen wie Ella - darin sind sich die beiden einig - das Goldstückchen ist nicht gut für Rudi. Rudi sieht das natürlich ganz anders - der fühlt sich richtig wohl in der Familie von Goldie - von seinem Schwiegervater anerkannt und respektiert - er bekam immer das teure Auto geliehen und sogar eine Armbanduhr.

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    3. Im dritten Abschnitt begleiten wir zu Beginn großteils Fredi, der sich in seinem Job recht wohl fühlt. Nur Werner Rohrbeck, der Kollege, der sich immer mehr der NSDAP verschreibt ist ein Risiko, das Fredi bisher gut gelöst hat.
      Auch sonst geht es bei Fredi bergauf. Das Angebot von Marthas Bruder in seine Wohnung zu ziehen, während er mit der Frau und Tochter auf dem Schiff ist, nimmt er gerne an. Damit es keine Probleme wegen dem Verkuppelungsparagraphen gibt verlobt er sich mit Henny und anschließend wird auch noch geheiratet.

      Auch Ella findet im französischen Journalisten Philippe ihr Glück. Die Beiden gefallen mir sehr, doch wenn ich an die Zukunft denke, dann bin ich alles andere als optimistisch....

      Fritz Ellerweg....der kommt doch auch in "Die verstummte Liebe" vor (Helen Mandervilles Sohn) und sicherlich auch "Im Lautlosen", das ich noch lesen muss.

      Es ist wirklich erstaunlich wie die NSDAP das alles aufgebaut hat. So klein damals und dann immer präsenter. Fredi kommt allerdings in die Zwickmühle, als er deswegen einen Fall bekommt, der seinem Chef "zu heiß" wird, als die SA einen ihrer Gefolgsmänner ermordet, weil er anscheinend homosexuell sein soll. Puh! In Fredis Haut möchte ich nicht stecken! Henny ist ihm dabei eine große Hilfe! Ich muss zugeben, ich habe Henny unterschätzt! Die ist gewitzt, gescheit und mit ihrem Leben als Ehefrau zufrieden. Dabei unterstützt sie Fredi, wo sie nur kann. Und dann stellt sich auch schon der Nachwuchs ein.

      Auch Rudi findet in Goldie eine neue Partnerin. Da sehe ich die nächsten Probleme kommen...eine Halbjüdin...oh weh! Und was er sich dann leistet ist Ella gegenüber sowas von unfair! Aber auch gegenüber seinen Eltern, die ihm alles ermöglicht haben. Dass Ella ausrastet, kann ich verstehen! Hätte er nicht vorher mit seinen Eltern über die ganze finanzielle Lage reden können? Überhaupt...bevor man einen Kredit aufnimmt, sollte man sich das gut überlegen....alles wegen eines Autos und seiner Goldie.

      @Sabine: Auch ich bin etwas von Martha enttäuscht, aber als Mutter möchte man natürlich die Verbindung zu seinem Kind nicht verlieren. Für Paul und Ella ist das anders, als für Martha. Trotzdem fand auch ich sie in diesem Abschnitt etwas schwach.

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  5. Antworten
    1. Nun haben auch die Steins mitbekommen, dass es für sie nicht gut ist in Deutschland zu bleiben. Fredi hilft wieder und bringt außer Lades...diesmal geht es nach China. Und später weiter in die USA, wo sie Rudi und Goldi und die kleine Margot treffen.

      Ella und Hermann verlieben sich und werden ein paar. Hier ging mir das fast zu schnell, auch wenn genug Zeit dazwischen war, aber ich konnte die neuen Gefühle von Ella nicht so ganz nachvollziehen. Aber es war sehr süß erzählt, wie Ella rausgefunden hat, dass er nicht so eine Schnarchnase ist, wie sie geglaubt hat =)
      Olympiade Berlin 1936...ich habe dazu ein Sachbuch gelesen...sehr interessant.

      Fredi mutiert langsam zu meinen geheimen Helden. Über diesen dummen Sigismund hätte ich mich wirklich laufend aufregen können! Wie kann man nur so naiv sein und damit so viele Mensche gefährden, die ihm helfen wollen?! So ein Idiot!

      Das Thema Euthanasie wird angesprochen, aber Gott sei Dank nicht zu sehr ausgeführt. Dazu habe ich auch schon einige Bücher gelesen und dieses Jahr bisher zu keinen Romanen oder Sachbüchern gegriffen, die sich zu viel mit den Weltkriegen beschäftigen. Ich habe die letzten jahr so vielu und deatilliert gelesen, dass ich maleine Pause benötige. So wie es hier passiert ist es aber genau okay.

      Ella gebibt sich nach dem Vorbild von Fredi ebenfalls in Gefahr, weil sie im Verborgenen helfen möchte. Ich fürchte sehr um Degwitz! Wie lange kann das noch gut gehen? Ich kann kaum glauben, dass er noch immer seine Meinung kundtun darf!

      Nun mache ich mal eine Pause und lass Sabine nachkommen und ich lese bei einem andere Buch weiter...sonst bin ich heute noch durch, weil ich nicht aufhören kann =)

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    2. Professor Degkwitz und seine Kommentare in den Vorlesungen sind historisch belegt. Ich fand es beim Recherchieren spannend, wie viel Widerstand es wirklich gab, von dem man heute kaum noch etwas weiß. Degkwitz hat auch einen Wikipedia-Eintrag, aber der spoilert evt.

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    3. Zu Ella und Harald - ja, das ging relativ schnell, aber man muss bedenken, dass die beiden ja auch schon Beziehungen hinter sich hatten und wussten, was sie vom anderen erwarten. Deshalb war die Erzählung um das "sich verlieben" nicht mehr so spannend und ich habe es auf wesentliche Punkte, die für die Leser interessant sind, beschränkt, weil ich bei dem Umfang des Buches auch immer auf die Seitenzahlen achten musste. Da war dann kein Platz mehr für die Erzählung von lauschigen Treffen - ich habe mich also mit den Swing-Kids und Olympia begnügt. Wären es - wie eigentlich von mir gewünscht - zwei Bücher geworden, dann hätten die beiden auch mehr Raum bekommen. Aber der Verlag wollte ja eine Trilogie.

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    4. Deswegen ist Band 3 so dick...

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    5. Genau - statt zwei Bücher im Umfang von rund 450 Seiten ist es nun ein Buch mit 704 Seiten - aber ich denke, diese Kürzungen haben ihm nicht geschadet - alles, was ich drinnen haben wollte, ist drinnen.

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    6. So - ich bin auch durch; es passiert viel schecklcihes in diesem Abschnitt und ich hätte mir tatsächlcih mehr Einblicke gewünscht.
      Gerade das Thema Widerstand finde ich ein sehr interessantes - ich denke auch, dass es mehr Widerstand gab, als man auf den ersten Blick so denkt, aber man sieht auch, wie tief die Gstapo und Regierung alles infiltriert hat und wie schreckclich konseuent Menschen, die nicht passten, ausgelöscht wurden.
      Wegen der Kindereuthanasie - da habe ich mal eine Aussterllung in Aachen zu gesehen - das war wirklcih furchtbar und die Not der Eltern muss so großß gewesen sein, das kann ich gar nciht fassen oder agr in Worte packen.
      Dass Fredi so gut druchkommt, wundert mcih ein bisschen - so von außen betrachtet wirkt alles, was er so sagt, so übertrieben, aber wahrscheinclh war das damals wirkclih der Sprachjargon.

      Ich finde es sehr schade, dass der Verlag auf einer Trilogie beharrt - denn es geht so viel unter, was wert gewesen wäre, näher drauf einzugehen. SO musstest du dich, Melanie, wahrscheinclih auf ein paar Szenen beschränklen, die du näher beschrieben konntest, und alles andere nur "berichten". Dadruch ist bei mir so ein unemotionaler Aspekt entstanden, den ich sehr schade finde - ähnlcih, wenn ich einen Artikel lese, wo schrecklcihes berichtet wird, ich aber nciht emotionale mitfühle, weil ich außen stehe. Dabei kannst du das so richtig gut (wie im nächsten Abschnitt bewiesen!), deshalb finde ich das sehr sschade. Ich hätte lieber noch einen dicken Band mehr gehabt, um dann mehr zu Ellas Widerstand, der Kindereuthanbasie oder auch die Auswanderung nach China zu erfahren. Nimms mir also bitte niocht übel, wenn ich das hier so ehrlich schreibe, Melanie. :-(

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    7. Ich bin gerade rausgeflogen, weil ich aus Versehen auf Abmelden statt Veröffentlichen geklickt habe und mich nicht mehr anmelden konnte und nun ein neues Google-Profile mit meinen alten Daten aufgetaucht ist. Echt nervig ...

      Zur Euthanasie - in meinen Bücher "Im Lautlosen" und "Die Stimmlosen" ist der Widerstand in der Psychiatrie Thema. Hast du die gelesen? In den Bücher spielt auch Fritz Ellerweg mit, der hier als Gastarbeiter mitmachen darf. Und in Die Stimmlosen spielt Ellas Freundin Julia auch eine wichtige Rolle.

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    8. "Ich hätte lieber noch einen dicken Band mehr gehabt, um dann mehr zu Ellas Widerstand, der Kindereuthanbasie oder auch die Auswanderung nach China zu erfahren. Nimms mir also bitte niocht übel, wenn ich das hier so ehrlich schreibe, Melanie. :-( "

      Keine Sorge, das nehme ich dir natürlich nicht übel - im Gegenteil. Ich hätte da auch gern mehr geschrieben, aber wie gesagt, eigentlich wollte der Verlag eine Trilogie und der 3. Band sollte dann auch noch 500 Seiten haben. Dass es 704 werden konnten, war schon viel wert. Und ein bisschen was erfährt man ja auch vom Widerstand im UKE, wobei der letztlich auch gar nicht so spektakulär war. Die haben viel diskutiert und geredet, aber letztlich gar nicht viel aktiv gemacht. Vielleicht ist es also ganz gut, dass ich mich da kurz fassen musste.

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    9. Ich habe "Im Lautlosen" gelesen und erinnere mcih auch, dass es da um Euthanasie ging. Stimmt.

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    10. Auch wenn vielleicht nicht viel gehandelt wurde im UKE - irgendwie beruhigt es mcih doch, dass diskutiert wurde und eben nciht alle immer nur ja gesagt haben und Herrn Hitler glorifizeriten.

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    11. Ja, im UKE gab es einiges an Widerstand, dort ist auch ein Gebäude nach Friedrich Geussenhainer und Margarethe Rothe benannt. Geussenhainer lasse ich ja mal kurz von Ella erwähnen, der wurde wirklich mal ein paar Tage wegen "Tanzen nach Negermusik" verhaftet. Alles, was sich um Professor Degkwitz dreht, was ich beschreibe, ist historisch belegt (außer natürlich Ella und Harald, die fiktiv sind).

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  6. Antworten
    1. Ich bin noch nicht ganz durch, aber wie gemein - Fredi bekommt den Ehren-Suizid abngeboten und ich muss zur Arbeit. Aaaaaaaah!

      Dieser Abschnitt hat mir shr guit gefallen - was vor allem an der Atmosphäre lag, die Melanie heir einfangen konnte. Diese Szenen im Luftschutzkeller - schrecklcih und sehr authentisch; da habe ich mich mit im Keller sitzen gesehen. UNd wie schrecklich das Schcksal von Heinrich, seiner Frauen und all den Kindern. Hoffen wir, dass sie wirkclih im Schlaf ohnmöächtig geworden sind und nciht leiden mussten ...

      Auch Carlas Ende hat mich sehr berührt - auch sie war ein Mensch, der im Untergrund und nach seinem Vermögen gekämpft hat. Berührt hat mcih aber auch, dass damals schon palliativ gedacht wurde.

      Den Begriff Swing-Kids kannte ich noch gar nciht, aber interessant, da werde ich ncoh mal recherchieren.

      Und jetzt bin ich natürlich gespannt, wie es mit Fredi weitergeht. Ich habe ja befürchtet, dass er irgendwann mal auffliegt, ob er die Kurze noch kreigt, nachdem er selber so vielen Menschen geholfen hat. Ich hoffe sehr!

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    2. Ich habe gerade echt mit Google Probleme - ich hoffe, jetzt klappt es, erst wurde mein Kommentar zweimal abgelehnt, dann an der falschen Stelle gepostet, sodass ich ihn gelöscht habe. Jetzt aber noch mal:
      Zu Fredi - ja, er benutzt tatsächlich den dort üblichen Sprachduktus und passt sich an. Deshalb kann er so lange unerkannt agieren. Er greift ja auch zu harten Mitteln, z.B. wie er Siegmund Bromberg die Nase blutig schlägt, um ihn aus dem Polizeipräsidium herauszukriegen. Gerade dadurch, dass er nach außen hin den strammen Nazi spielt und scheinbar gut in das Bild passt - arische blonde Ehefrau, vier Kinder, strammer Parteigenosse, der gelernt hat, was er sagen muss, damit er seine Ziele durchsetzen kann, hat er sich lange tarnen können. Jetzt aber fällt ihm gerade alles auf die Füße.

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    3. "Auch Carlas Ende hat mich sehr berührt - auch sie war ein Mensch, der im Untergrund und nach seinem Vermögen gekämpft hat. Berührt hat mcih aber auch, dass damals schon palliativ gedacht wurde."

      Ja, dieser Palliativgedanke war damals sogar noch verbreiteter - im Zeitalter der Euthanasie eigentlich kein Wunder. Gerade deshalb fällt es Martha umso schwerer, sie muss unbewusst immer daran denken.

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    4. So, ich muss hier noch schnell meine Eindrücke schreiben, denn ich kann gerade jetzt nicht aufhören zu lesen und muss auch den letzten Abschnitt noch heute lesen.
      Puh, die Hamburger Bombardierung. Ich habe gleich daran gedacht, als du so eine "Einleitung" geschrieben hast betreffend der Aufteilung zum Übernachten und dann das Datum...da hatte ich schon das Gefühl, dass jetzt etwas Schlimmes passieren wird und dachte an diese schlimmen Bombenächte und dem Feuer (das genaue datum hatte ich nicht mehr im Kopf, aber das Jahr)

      Dass Heinrich und Li-Meng im Luftschutzkeller ersticken...puh! Furchtbar! Ich war beim Lesen wirklich live dabei..auch bei Ella und ihrem Mann und der Geburt....du hast das so großartig beschrieben, wobei großartig hier vielleicht nicht das richtige Wort ist. Aber du weiß0t was ich meine...;)
      Ich war vor ein paar Jahren bei uns in einer Ausstellung im Schloss Schallaburg, das nur 5 km entfernt ist. Dort gibt es jedes Jahr eine andere Ausstelung. Damals gab es im Keller einen nachgebildeten Luftschutzraum mit dazugehörigen Ton...d.h. man hörte die Flieger kommen und die Bomben fallen usw. Furchtbar! Es waren natürlich nur jüngere menschen drinnen bzw. bis zu meinem Alter....ältere, die sich noch teilweise daran erinnern können (als Kinder) natürlich nicht.

      Und der Tod von Carola. So viele Tote in einem Abschnitt....:( Aber es wäre unrealistisch, wenn du wägrend des krieges und der schlimmen Bombardierung in Hamburg alle hättest überleben lassen.

      Ich hatte übrigens auch Gänsehaut beim Lesen des Briefes von Arthur. Hast du persönlich solche TRäume oder Aussagen von anderen Menschen erlebt Melanie?

      Nun ist Fredi aufgeflogen. Das befürchtete ich ja schon seit minestens 400 Seiten....irgendwie möchte ich gar nicht weiterlesen...

      @Sabine: Du kennst den Begriff Swing Kids nicht??
      Dazu habe ich erst vor kurzem einen Krimi gelesen, der sich besonders mit dieser Zeit beschäftigt und das super beschreibt: "Letzter Tanz auf Sankt Pauli" von Claudius Grönert. Ich glaube auch "Stunden des Aufbruchs" von Nina Konstantin befasst sich damit...da shabe ich abe rnoch nicht gelesen.
      Und der Begriff "Negermusik" sagt dir auch nichts? ja, ich habe jetzt hier das schreckliche "N" Wort benutz, aber sonst kann ich es nicht erklären. Das Wort kenne ich seit meiner Kindheit.....:(

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    5. "Ich hatte übrigens auch Gänsehaut beim Lesen des Briefes von Arthur. Hast du persönlich solche TRäume oder Aussagen von anderen Menschen erlebt Melanie?"

      Als mein Vater im Hospiz im Sterben lag, aber ich nicht die Nacht dort bleiben konnte, weil ich mich zu Hause auch um meine kranke Mutter kümmern musste, die das dort nicht ausgehalten hätte, wachte ich um Mitternacht auf, weil mich jemand am Bauch kitzelte, obwohl da niemand war. Und ich hörte meinen Vater sagen: "Das ist so schön hier, wie ich es mir immer vorgestellt habe." Ich fand keine Ruhe mehr. Als ich am nächsten Morgen dann schon um 6 im Hospiz anrief, erfuhr ich, dass er tatsächlich zu der Zeit, als ich aufgewacht bin, gestorben ist.

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    6. Nee - Swingkids habe ich noch nie gehört, die Krimis schaue ich mir mal an, Danke! Aber N*musik kenne ich natürlich.

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    7. Das absurde Wort von der "Vernegerung des Deutschen Volkes" durch solche Musik, die man verhindern wollte, ist auch historisch belegt. Allein daran sieht man schon, wie beknackt die Nazis waren.

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  7. Antworten
    1. Huiuiui - ich hätte nciht gedacht, dass Fredi aus der Nummer noch rauskommt. UNd Lilli hat da einen Großteil zu beigetragen. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich die Zyankali Aktion gut fand, aber in diesen Zeiten hat ja keiner mit fairen Mitteln gespielt und mit reden ist man nciht wiet gekommen - von daher; es war der Sache dienlich.
      Zuerst dachte ich dann aber, dass er es nach der Kapitualtion als Nazi ja schwer haben wird, aber auch da hat er sich retten können. Das war sicher nicht slebstverständlich, denn bei der Entnazifizierung hat ja wahrscheinlich jeder versucht, seinen A... zu retten. Auch wenn er vorher überzeugter Nazi war. Aber für ihn freue ich mich wirkclih.

      Dass die Familie wieder zusammentrifft - auch sehr gelungen; wie realistisch es ist, solche weite Strecken zu überwinden, lasse ich mal dahingestellt, für Martha hat mich gefreut, dass sie ihren Rudi noch mal sieht.

      Gewnbdert hat mich, dass der Tod Hitlers so wenig Beachtung geschenkt wurde - es wurde ja quasi in einem Nebensatz abgetan. Da hätte ich wirkclih gedacht, dass mehr gefeiert oder einfach reagiert wird, wenn eine solch für die Bevölkerung schreckliche und qualvolle Periode endet - klar, der Wiederaufbau war dann auch nicht schön und sicher sehr anstrengend, aber wenn der Diktator fällt ...

      Jetzt ist die Reihe vorbei - und ich blebe dabei: der Verlag wäre besser beraten gewesen, wenn er nicht auf der Trilogie beharrt hätte. So viele Passagen zwischendurch, die zu kurz abgehandelt waren udn die es wert gewesen wären, ausführlich beschrieben zu werden ... (oh je - war das ein deutscher Satz?)
      ICh habe dieses Buch trotzdem sehr gerne gelesen und gerade die zweite Hälfte war dann auch richtig spannend (wenn auch sehr grausam)

      Danke, Melanie, dass du uns hier begleitet hast Und so viele tolle Zusatzinformationen geliefert hast, das war nciht nur interessant, sondern auch hilfreich! Danke dafür!

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    2. Der Tod von Hitler wurde von vielen sogar betrauert, die so indoktriniert waren, dass sie dachten, nun ist alles aus. Und die, die froh waren, hatten keinen Grund, etwas zu feiern. Die Nachkriegszeit war keine Befreiung für den normalen Deutschen, sondern eine Niederlage. Übergriffe und Überfälle, Hunger und Leid waren an der Tagesordnung. Die Vergewaltigungen in der Sowjetischen Besatzungszone sind bekannt, aber auch Amerikaner haben Massenvergewaltigungen begangen, allerdings nicht in dem Maß wie die Russen. Gerade in Orten, wo KZs befreit wurden, haben die dann z.T. sehr unter der deutschen Zivilbevölkerung gewütet. Wenn die Amerikaner Lebensmittel übrig hatten, mussten sie die wegwerfen, auch wenn neben ihnen ein Deutscher verhungerte. Mein Vater hat als Kind selbst noch in Bayern gesehen, wie die Amerikaner Sachen weggeworfen haben - die dort waren aber so, dass sie das so wegwarfen, dass man es noch aus dem Müll raussuchen konnte. Erst mit dem Erstarken des Kalten Krieges änderte sich das. Dann begann die Propaganda der Amerikaner und die Luftbrücke. In der britischen Beatzungszone ging es am geordnetsten zu, weil die Briten durch die Kolonien am meisten Erfahrungen mit so etwas hatten. Hier gab es auch die wenigsten Vergewaltigungen, so etwas wurde geahndet, wobei es aber meist eh nicht zur Anzeige kam. Die amerikanischen Soldaten waren sogar offiziell davor geschützt, für Kinder, die sie mit Einheimischen zeugten, zahlen zu müssen. Die Entnazifizierung begann nicht unmittelbar nach dem Krieg, sondern später - und damit machte man auch keinen zum Nicht-Nazi, sondern es waren Fragebögen, ob man in der Partei war und das hatte dann Folgen für die weitere Berufslaufbahn. Man entnazifizierte nicht den Menschen, sondern versuchte die Gesellschaft zu entnazifizieren. Das ging natürlich nicht. Die Briten entließen tatsächlich sofort alle, die in der NSDAP waren, aus dem Polizeidienst. Viele der Männer wurden aber ein paar Jahre später trotzdem wieder eingestellt, weil man zu wenig Leute hatte. Fredi hatte Glück, dass er sofort durch seinen Bruder rehabilitiert wurde. Das Überwinden der großen Strecken ist realistisch. Mein Vater ist selbst als 12-jähriger mit einem gleichaltrigen Freund in der Nachkriegszeit mit der Bahn von Bayern nach Hamburg gefahren. Das ging. Und für Jungs war das natürlich ungefährlicher als für Mädchen.

      Lilli hatte nur eine Chance, Fredi zu retten. Mit dieser Geschichte wollte ich auch deutlich machen, wozu man bereit sein musste, wenn man überleben wollte. Und Lilli ist die Tochter ihrer Eltern. Wir wissen ja aus den Vorgängerbänden, dass Heinrich und Li-Ming auch nie zu feige waren, zu unkonventionellen Mitteln zu greifen, wenn es notwendig war.

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    3. Ich habe auch schon vor 2 Tagen fertig gelesen, aber hatte leider keine Zeit zu kommentieren, da es diese Woche ziemlich heftig in der Arbeit war.

      Also mit Fredi habe ich ordentlich mitgezittert. Ich hätte nie gedacht, dass das noch gut ausgeht. Lilli hat das gut gemacht, auch wenn ich Mord nicht befürworte, aber so hat sie Fredi das Leben gerettet. Wow!
      Dass er dann vom Polizeidienst enthoben wird, als der Krieg zu Ende ist, war klar. Er scheint ja als NSDAP Anhänger auf.
      Wie schlecht es den Deutschen nach dem Krieg ging und dass z. Bsp. Paul nicht einmal Lebensmittelmarken bekommt ist richtig schlimm.

      Es ist ja bekannt, dass die Russen grausam gewütet haben, aber die Amis waren auch nicht ohne. Nicht unbedingt Frauen gegenüber, aber ich habe da einige Berichte von Zeitzeugen gelesen, die in Lager (noch nach dem Krieg) waren und wo sie schlimm behandelt wurden bzw. kaum etwas zu Essen bekommen haben. Viele sind dort noch verhungert.

      Rudi taucht auf und bekommt ordentlich eine drauf, als er tatsächlich annimmt Fredi wäre tatsächlich ein Parteifreund. Daraufhin kann er wenigstens einiges wieder gutmachen und Fredi wird rehabilitiert und wieder eingestellt.

      Milli und Martha können sich auch wieder in die Arme schließen und die kleine Margot lernt endlich auch mal etwas anderes kennen, als ihre hochnäsige Mutter ihr erlaubt.

      Ich muss Sabine recht geben, dass der Verlag falsch entschieden hat daraus eine Trilogie zu machen statt einen Vierteiler. Trotzdem hat mir der dritte Band sehr gut gefallen und sogar besser als der zweite Band. Ich habe die 704 Seiten wahnsinnig schnell inhaliert und ich mochte das Buch kaum aus den Händen legen.

      Ich sage auch nocmals DANKE, dass du uns zwei hier wieder begleitet hast! Vielen Dank!

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    4. Ich freue mich sehr, dass dir der 3. Band so gut gefallen hat. Ich mag den 3. Band auch von allen drei Bänden am liebsten. Und da Fredi mir so sehr ans Herz gewachsen ist, wird er noch mal als Hauptkommissar im 4. Band von Gut Mohlenberg im Jahr 1957 auftauchen. Wenn Fritz und Julia in anderen Reihen fremdgehen können, darf Fredi das auch. :-)

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  8. Hitler wird Reichskanzler und damit ändert sich noch mehr. Fredi packtiert mit Joseph Kellermann. Beide geben Informationen weiter. Ein kluger Schachzug!

    Rudi bekommt endlich seinen Platz als Anwalt und Ella bewirbt sich nochmals um ein Medzinstudium und wird abgelehnt! Ich fass es nicht! Rudi setzt sich diesmal für Ella ein und setzt ein Schreiben an die Universität auf, was gröberer Folgen hat! Er wird von der SA abgeholt, die Kanzlei und die Wohnung wird zertrümmert!
    Er wird tatsächlich direkt in ein Lager gebracht und schikaniert. Und wieder muss ein Familienmitglied eingreifen! Fredi riskiert sehr viel, als er auf Werners Erpressung eingeht und in die NSDAP eintritt. Doch er kann die Weichen für Rudi und Goldie stellen, ebenso Martha, die bei Milli wegen einer Unterstützung betreffend einer Ausreise anfragt.

    Henny hat auch durch die "Freundschaft" mit Werners Frau einen Weg eingeschlagen, der ihnen allen (momentan) hilft.

    Rudi entschuldigt sich bei Ella. Die Monate im KZ haben ihn geläutert. Rudi und Goldie gehen nach Amerika, Ella bekommt ihren Studienplatz. Und auch Arthur darf wieder auf einem deutschen Schiff fahren, auch wenn er im chinesischen Meer eingesetzt wird.

    Ella findet in Julia eine neue Freundin und wirft einen kritischen Blick auf ihre beziheung mit Philippe. Die beiden haben sich entfremdet und Philippe nimmt Ellas Angebot an, sich in Paris einen Job zu suchen, den er eigentlich schon vorgeschlagen bekommen hat.

    Werner Rohrbeck steigt weiter auf...von der SA zur SS. Rudi wird Vater. Die Rassengesetze werden eingeführt, aber die Steins sehen keine Gefahr...

    Puh, in diesem Abschnitt ist wieder sehr viel passiert und vieles hat sich geändert.

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  9. Fritz hast du ja schon im vorherigen Abschnitt entdeckt. Hier gibt es ein paar winzige Parallelen zu "Im Lautlosen" und "Die Stimmlosen", wo ich etwas eingebaut habe. Ellas Freundin Julia ist übrigens auch "Gastarbeiterin" aus "Die Stimmlosen", dem zweiten Band vom "Im Lautlosen" - da lernt man sie erst 1946 kennen - als sie schon sehr viel erlebt. Das hier ist ein Insider und ihre Vorgeschichte.

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  10. War das "freundschaftliche Auseinanderleben" von Philippe und Ella eigentlich nachvollziehbar? Es ist ja oft so, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt feststellt, dass es nicht mehr "passt" - Ella ist erwachsen geworden, aber Philippe hatte im Gegensatz zu ihr keine Veränderungsmotivation - also hat sie ihm diesen Stoß gegeben.

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  11. Ja, finde ich schon. Es wird ja erwähnt wie lange sie eigentlich shcon ein Paar waren...was ich zuerst nicht so ganz mitbekommen habe. Aber sie hat es mit Julia besprochen und dann ja auch mit ihrer Mutter...das war super erklärt.

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  12. So -. bin auch durch. Ja - es ist eine Menge passiert.
    ZU Philippe und Ella - irgendwie habe ich die beiden jetzt gar nciht als Paar gesehen, sondern eher wie eine "Liebschaft" (was für ein altmodisches Wort). Daher hat sich für mcih gar nicht die Frage des auseinanderlebens gestellt. Sie hatten ja irgendwie kein gemeinsames Leben. Ich mochte Philippe gerne, finde es schade, dass er so passiv ist und hätte mich gefreut, wenn der Weggang von ihm ausgegangen wäre. Aber sicher ist es so für alle am besten (Philippe hat sich ja auch schnell in Paris zurechtgefunden ...)
    Rudi und Fredi - Rudi kommt irgendwie immer mit einem blauen Auge davon und Fredi - ich finde seinen Preis sehr hoch. Aber ich habe gut reden - ich habe zu der Zeit nicht gelebt und irgendwie verstehe ich auch, dass man vieles macht, einfach um zu überleben. Auch in eine verhasste Partei einzutreten. Aber natürlich habe ich auch irgendwie den Oppositionsgedanken in mir - und wäre wohl gnadenlos untergegangen. MIt Idealismus ist man ja nciht weit gekommen - und es ist erstaunlcih, wie viele Menschen anderen doch geholfen haben, ohne entdeckt zu werden. Das Spiel, das Fredi spielt, war schon sehr echt - und auch das erschreckt mcih ein bisschen, dass er das mal eben so vorspielt.
    Henny - sie zeiht ihre Rolle auch konsequent druch, aber es ist schon krass, dass sie eine so falsche Gesinnung vorspielen - hoffentlich fliegt es nciht auf, denn dann ist es mit den beiden wohl vorbei.

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  13. Ich habe es auch zuerst als Liebschaft aufgefasst, aber dann ist irgendwo gestanden, dass sie shcon jahre zusammen sind....

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  14. Ja, das habe ich auch gelesen - auch verliebt oder gar lieben tun die beiden sich doch nciht...

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  15. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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