Elsas Glück - Beate Maly

     

    Die Bildrechte liegen beim Verlag
    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (21. Dezember 2020)
    • ISBN-10 : 373410923X
    • ISBN-13 : 978-3734109232
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe; ja - Band 2 um die Sonnsteins 

     


Blanvalet Kurzbeschreibung:

Wien, 1928: Elsa Sonnstein ist eine junge Frau, die am liebsten die ganze Welt verändern möchte. Sie studiert Psychologie und Pädagogik an der Universität und kann es gar nicht abwarten, das Erziehungswesen zu revolutionieren. Schon Elsas Mutter Lotte war eine starke Frau, die über zwanzig Jahre zuvor zusammen mit der berühmten Mizzi Kauba die erste Skimode für Frauen erfand. Aber auch Elsas Tatendrang kann nicht verhindern, dass sich so einige dunkle Wolken über der Familie Sonnstein zusammenbrauen. Und Elsa stößt auf ein Geheimnis, das sie mehr als erschüttert …

 Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im zweiten Band um die Familie Sonnstein begleiten wir Elsa, die Tochter von Lotte und Jakob. Sie ist in ganz anderen Verhältnissen als ihre Mutter aufgewachsen und studiert Psychologie und Pädagogik in Wien. 

Elsa ist, wie ihre Mutter, eine aufgeschlossene junge Frau. Bezüglich ihres Lehramts-Studiums ist sie sich aber noch unsicher. Elsa sieht sich nicht wirklich als Lehrerin, möchte aber benachteiligten Kindern helfen. Sie bewundert und vertritt die modernen Erziehungsmethoden von August Aichorn und Maria Montessori. Deswegen meldet sie sich zusätzlich zu einem Seminar an, bei dem es um praxisbezogene Beobachtung von Kindern geht. Die Studenten besuchen dabei städtische Kindergärten und Kinderheime, um Kinder aus dem Arbeitermilieu zu beobachten. Elsa erhofft sich dadurch das Verhalten auffälliger Schüler besser verstehen zu können. Dabei lernt sie ihren Mitstudenten Moritz Grün und den Reporter Otto besser kennen, der sich politisch sehr engagiert.

Letztes Jahr hat mich der erste Band "Lottes Träume" richtig begeistert, vorallem weil es viel um das Skifahren ging und auch meine Gegend erwähnt wurde, wo die Geburtsstätte des Skilaufs liegt. Bei "Elsas Glück" geht es zwar auch um den Wintersport, der auch 1928 noch Neuland für die meisten Menschen war, aber nur am Rande.
Im Mittelpunkt steht diesmal die Pädagogik und die Politik zu dieser Zeit. Die Sozialdemokraten regieren Wien und schaffen neue Wohnungen und Kinderheimstätten, wie die KÜST - eine Kinderübernahmestelle. Hier werden sozial schwache, vernachlässigte oder auffällige Kinder aufgenommen. Sie bleiben einige Wochen in dieser Übernahmestelle und werden danach den entsprechenden Einrichtungen zugewiesen. Auch Elsa und ihr Studienkollege Moritz besuchen die KÜST im Rahmen ihrer Ausbildung, doch Elsa ist nicht wirklich überzeugt von der Einrichtung. Bei ihrem Besuch lernt sie den kleinen Werner kennen, der unter der Trennung seiner Mutter leidet, die obdachlos geworden ist und nicht mehr für ihren Sohn sorgen kann. Elsa nimmt sich Werner an und erfährt dabei mehr über die sozialen Missstände...

Jakob leidet hingegen an seinen Kriegserfahrungen und Lotte an seiner Wesensveränderung. Vorallem aber bekommt Elsa's Bruder Conrad seine Launen zu spüren, der nicht in die Fußstapfen des Vaters treten möchte. Er beendet zwar sein Arztstudium, möchte danach aber seinen eigenen Berufswunsch nachgehen. Unter der strengen Herrschaft von Mathilde, die sich nach dem alten Kaiserreich sehnt und ihre Schwiegertochter Lotte bis heute nicht wirklich anerkannt hat, braut sich ein Sturm im Hause Sonnstein zusammen. Als dann auch noch Elsa Wien verlässt und zu ihrer Tante an den Attersee reist, droht die Familie zu zerbrechen....

Wir treffen im zweiten Band wieder auf altbekannte Figuren, wie die Familie Sonnstein oder Mizzi Langer-Kauba, lernen aber auch neue kennen, wie Otto, ein Journalist und überzeugter Sozialdemokrat oder Elsa's Mitkommilitone Moritz Grün. Durch Otto erfahren wir mehr über die Bewegung der Sozialdemokraten und seine Ambitionen. Elsa findet sowohl an Moritz, als auch an Otto gefallen, und ist hin- und hergerissen.
Die Charaktere sind wieder wunderbar lebendig. Ich hatte sie alle vor Augen und fieberte mit ihnen mit. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und lässt sich toll lesen.

Beate Maly hat die Zwischenkriegszeit in Wien wunderbar eingefangen. Die wirtschaftliche Not, das Ende der Kaiserzeit, die manche Adelige, wie Mathilde Sonnstein noch immer nicht akzeptieren können und die politischen Umwälzungen werden besonders thematisiert. Die Stadt Wien wird sehr bildhaft beschrieben, genauso wie die ländliche Idylle am Attersee, wo Elsas lesbische Tante mit ihrer Freundin lebt. Die Autorin nimmt sich auch dem Thema der Behinderung und den traumatisierten Kriegsheimkehrern an. Das klingt fast nach zu vielen Themen, die Maly in ihrem Roman aufgreifen will, jedoch hat sie diese so geschickt in die Geschichte miteingewoben, dass es perfekt zur Handlung passt. Trotzdem wäre ein bisschen weniger etwas mehr gewesen. Am Ende bleiben dann noch ein paar Fragen offen - nichts Gravierendes, aber so viel, dass man auf eine weitere Fortsetzung hoffen kann.

Fazit:
Mir hat der erste Band zwar etwas besser gefallen, aber auch "Elsas Glück" hat mich wieder wunderbar unterhalten und mir wunderschöne Lesestunden gebracht. Ich freue mich schon auf einen weiteren Band, den es hoffentlich geben wird.

Die Reihe rund um die Familie Sonnstein:

  1. Lottes Träume   *Rezi*
  2. Elsas Glück

4 Kommentare:

  1. Liebe Martina,

    den Roman hatte ich auch schon im Auge. Thematisch könnte das etwas für mich sein, aber da ich den ersten Band noch nicht gelesen habe, entschied ich mich dagegen. Überhaupt habe ich das Nachkriegsthema gerade erst mit Glückskinder gelesen. Jetzt tauche ich mal wieder in eine andere Thematik ein.

    lg Barbara

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    1. Liebe Barbara,
      es ist hier eher die Zwischenkriegszeit und das Thema ist nicht so wirklich dauer präsent. Es spielt vielmehr das rote Wien und die Pädagogik mehr im Vordergrund und auch noch der Wintersport, der im ersten Band den Großteil einnimmt und mich deshab sehr begeistert hat. Auch die Klassenunterschiede werden stark hervorgehoben. Fast ein bisschen zu viele Themen...das ist auch mein kleiner Kritikpunkt, auch wenn es passt.
      Liebe Grüße
      Martina

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  2. Hallo liebe Martina

    Du liest ja wirklich immer sehr viel in dem Genre, ist das nicht manchmal sehr belastend? Ich muss immer ein wenig in der richtigen Stimmung sein.

    Die Reihe merke ich mir aber auf jeden Fall einmal vor und werde dann natürlich mit dem ersten Band beginnen.

    Ganz liebe Grüsse
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      ich empfand das Buch überhaupt nicht belastend. Im ersten Band wird so viel über den Wintersport geschrieben und wie unvorstellbar es war, dass eine Frau ski fahren kann oder sich auch noch in Hosen kleidet =)
      Und Band 2 ist eben 20 jahre später und zeigt die Klassenunterschiede auf und den roten "Aufschwung" Wiens.
      Es sind beides eher leichtere Romane und mehr unterhaltend. Kommt das in meiner Rezension nur schwer zum Ausdruck???

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