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Taschenbuch: 560 Seiten
- Verlag: Lübbe; 2. Aufl. 2020 Edition (27. November 2020)
- ISBN-10 : 3404183134
- ISBN-13 : 978-3404183135
- Genre: Historischer Roman
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Lübbe Kurzbeschreibung:
Magdeburg, 1275: Eine festliche Prozession gerät zur Katastrophe. Viele Menschen sterben, beinahe auch die junge Jüdin Esther, doch der Knappe Wolfram rettet sie. Eine zarte Liebe entsteht, doch der Geldverleiher Amos will seine Tochter keinem Christen zur Frau geben. Wolfram verlässt die Stadt und wird zu einem berühmten Ritter im Dienste des Markgrafen von Brandenburg. Zwei Jahre später kreuzen sich die Wege der Jüdin und des Christen erneut. Nun ist es Esther, die Wolfram retten kann ...
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Mein erster historischer Roman von Ruben Laurin. Ich kenne den Autor jedoch unter anderem Namen, denn ich habe von ihm bereits einen historischen Krimi gelesen und werde demnächst Band zwei dieser Reihe lesen.
Mit der Jüdin aus Magdeburg habe ich mir anfangs etwas schwer getan. Ich kam längere Zeit nichr in die Geschichte, die sehr ausschweifend erzählt wird. Es gibt viele Figuren und auch einige Handlungsstränge. Normaler Weise habe ich damit kein Problem und das Personenverzeichnis zu Beginn war auch eine große Hilfe. Trotzdem hatte ich die ersten 150 Seiten kleinere Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden.
Der Klappentext erzählt meiner Meinung zuviel. Bis die Ereignisse, die in der Kurzbeschreibung erwähnt werden auch tatsächlich stattfinden, hat man bereits mehr als ein Drittel des Buches gelesen.
Ruben Laurin lässt die Ritterzeit wieder aufleben. Sein historischer Roman ist in zwei Teile geteilt. Buch Eins spielt im Sommer 1275 und wir lernen Esther aus dem Judendorf kennen. Ihr Vater Amos ist Geldeintreiber. Eine weitere wichtige Figur ist Wolfram von Hildesheim, Knappe von Ritter Adalbert von Stendal. Neben seiner Knappenausbildung dichtet er Verse und spielt auf der Laute. Dies nutzt sein Ritter Adalbert um der schönen Heilweg den Hof zu machen. Diese ist jedoch bereits dem Markgrafen, Otto IV von Brandenburg versprochen und Otto ist alles andere als ein Mann, der einem Kampf aus dem Weg geht.
Ein weiterer Handlungsstrang befasst sich mit der Begine Mechthild und ihrer Pflegetochter Genoveva, die von den Bewohnern Magdeburgs argwöhnisch beäugt und auch verspottet wird. Sie gilt als schwachsinnig, doch Genoveva hat das zweite Gesicht und sieht schreckliche Dinge für Magdeburgs Bewohner voraus. Dostl, der Sohn des Schmiedes, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und wird Wolframs bester Freund.
Natürlich gibt es auch die üblichen Bösewichter, die wir in Ritter Gero von Greifenstein und dem "Peitschenmönch" Gallus von Trier kennenlernen.
Die Figuren sind teils fiktiv und teils historisch belegt. Viele von ihnen entwickeln sich weiter. Obwohl es doch eine Vielzahl an Charakteren gibt, sind diese sehr lebendig beschrieben und bleiben gut im Gedächtnis haften.
Buch zwei beschäftigt sich mehr mit den Kämpfen und dem Streit um die Nachfolge von Erzbischof Konrad II. Otto möchte seinen Bruder Erich als neuen Erzbischof in Magdeburg sehen. Als dieser nicht zu Konrads Nachfolger gewählt wird, beschließt Otto mit seinem Heer in die Stadt einzufallen.
Zu den detailverliebten Inhalt kamen auch noch einige Wiederholungen dazu, die vorallem in der ersten Hälfte zu einigen Längen führte. Jedoch fand ich die bildhaften Beschreibungen der Orte und der Stadt Magdeburg äußerst gelungen. Man hatte zu jeder Zeit Bilder im Kopf. Eine Karte der Stadt Magdeburg am Beginn des Buches ist ebenfalls eine Hilfe. Die Sprache wurde vom Autor der Zeit angepasst.
Leider bin ich auch über einige Fehler gestolpert: Die besagten Frühkartoffel findet man im 13. Jahrhundert sicherlich noch nicht, denn diese kamen aus Amerika und das war noch nicht entdeckt. Auch edle Spitze gab es zu dieser Zeit noch nicht. Hier hätte auch das Lektorrat nicht drüberstolpern dürfen!
Fazit:
Leider kam ich nur etwas holprig in die Geschichte, die mich erst ab der zweiten Hälfte packen konnte. Zu viele Figuren und Handlungsstränge machten das Lesen zu Beginn etwas mühsam und einige Recherchefehler sind mir zusätzlich noch aufgefallen. Ruben Laurin kann es eindeutig besser. Ich bleibe wohl lieber bei seinen historischen Krimis.
















Liebe Martina,
AntwortenLöschenbisher habe ich von Ruben Laurin auch noch nichts gelesen, habe aber "Das weiße Gold der Hanse" auf meinem SuB. Nun bin ich gespannt, ob der Roman mich mehr fesseln kann als dich "Die Jüdin von Magdeburg". Ich habe nun mal ein wenig gegoogelt, denn ich wusste nicht, dass der Autor auch historische Krimis schreibt, wobei ich mir diese, unabhängig davon, schon vorgemerkt habe, wie mir jetzt bewusst geworden ist.
Liebe Grüße
Susanne
Liebe Susanne,
Löschenich weiß nicht, ob ich im Moment Schwierigkeiten mit historischen Romane habe, denn die letzten 3-4 konnten mich alle nicht begeistern (die weiter zurückliegen). Oder es waren die falschen Bücher...aber Mac P.Lornes englischer Löwe hat mich auch nicht so richtig packen können. Trotzdem werde ich sene Robin Hood Reihe noch lesen.
Ja, Ruben Laurin ist ein Pseudonym für Thomas Ziebula. Sein "Roter Judas" hat von mir 5 Sterne bekommen und nun habe ich "Abels Auferstehung" auch shcon bereit zum Lesen. Das wird mich sicher mehr packen...
Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina
AntwortenLöschenWie schade, dass Recherchefehler auftauchen. Ich frage mich immer, wie so etwas passieren kann... Tippfehler gehen einem doch viel schneller durch die Lappen, als offensichtliche historische Ungenauigkeiten? Gerade bei historischen Romanen weiss man ja, dass Stolperfallen lauern und überprüft alles doppelt und dreifach. Oder sehe ich das falsch?
Ich werde mir mal die von dir im anderen Kommentar genannten Bücher näher ansehen, da scheinen einige vielversprechende Romane dabei zu sein.
Alles Liebe
Livia
Liebe Livia,
Löschenja das denke ich auch und vorallem sollte auch der Verlag und das Lektorat genau schauen! Stolperfallen gibt es natürlich bei Romane, die im Mittelalter spielen, viele...
Liebe Grüße
Martina
Hey Martina,
AntwortenLöschenSchade, dass das Buch einige Schwächen hatten. Ich bin ja derzeit froh, wenn überhaupt etwas mal nicht im 19. oder 20. Jahrhundert spielt. „Das weiße Gold der Hanse“ vom Autor hat mir gut gefallen, bei „Die Kathedrale des Lichts“ ging es mir ähnlich wie dir mit diesem Buch, daher werde ich zu diesem Roman des Autors wohl eher nicht greifen.
LG, Moni
Liebe Moni,
Löschenich werde wohl auch keine weiteren historischen Romane von ihm lesen, aber seine Krimis sind echt gut!! Ich lese gerade "Abels Auferstehung" und bin wieder begeistert! Da du aber nichts aus dieser Zeit mehr lesen möchteste ist es auch nichts für dich...schade!
Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina,
AntwortenLöschenich habe das Buch aus einer Buchverlosung gewonnen. Da mir bekannt war, dass es eine Leserunde gibt, schrieb ich dort was rein. Leider reagierte Rubin Laurin recht pikiert darauf. Ich las das Buch weil es in meiner Heimatstadt spielt und ich viel aus der Stadtgeschichte wusste. So auch von diesem Brückeneinsturz. Insgesam sind mir 4 Dinge aufgefallen, die Frühkartoffeln der Bäuerin, die Maisfladen, die mit Fisch belegt wurden. der Spitzenbesatz und zu guter Letzt, Elche. Ich war doch ziehmlich enttäuscht.
Liebe Grüße
Petra Herrmann
Liebe Petra,
Löschenich habe das Buch direkt vom Autor bekommen und auch deine Rezension gelesen ;) Ich habe den Autor in einer Mail auch auf den Spitzenbesatz aufmerksam gemacht ;)
Ich lese gerade seinen historischen Krimi (spielt in einer anderen Zeit) und der ist wieder soo gut! Ich bleibe also lieber bei seinen Krimis und lass die historischen Romane, die er unter Rubin Laurin schreibt lieber sein. (Sein rchtiger Name ist Thomas Ziebula)
Liebe Grüße
Martina