- Broschiert : 416 Seiten
- Verlag : LYX; 4. Aufl. 2019 Auflage (30. August 2019)
- Übersetzer: Inka Marter
- ISBN-10 : 3736310447
- ISBN-13 : 978-3736310445
- Originaltitel: Rush
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Genre: Liebesroman, New Adult
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Charlotte Conroy stand am Anfang einer großen Karriere als Geigerin, doch dann zerbrach ihr Leben und die Musik in ihr verstummte. Aus Geldnot nimmt sie den Job als Assistentin für einen jungen Mann an, der sein Augenlicht bei einem Unfall verloren hat. Noah Lake war Fotograf und Extremsportler, immer auf der Jagd nach dem nächsten Adrenalinrausch. Nun stößt er alle Menschen von sich, unfähig, sein Schicksal anzunehmen. Doch Charlotte ist entschlossen, ihm zu beweisen, dass das Leben noch so viel mehr zu bieten hat ...
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Sollte man nicht ab und zu über den Tellerrrand schauen? Das habe ich nach längerer Zeit wieder einmal gemacht und mich nochmals an einen New Adult Roman gewagt (Danke, Nicole! Sie hat sich das Buch gekauft, als wir gemeinsam im August (Bücher-)shoppen waren). Ich habe es kurze Zeit später in meiner Bücherei gefunden und "auf Probe" mitgenommen. Und ich muss sagen dieser Roman von Emma Scott hat mir wirklich gut gefallen. Er erinnerte mich allerdings ein bisschen an "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes...ein Buch, das ich geliebt habe.
Auch bei Emma Scott haben wir einen jungen Mann, Noah Lake, der als Extremsportler und Fotograf um die Welt gereist ist. Der tägliche Nervenkitzel war sein Leben und die Frauen lagen ihm zu Füßen. Die Glitzerwelt der Reichen und Schönen war sein Zuhause....bis er bei einem Sprung von einer der höchsten Klippen ins Meer verunglückte und monatelang ums Überleben gekämpft hat. Verloren hat er dabei sein Augenlicht und seinen Lebenswillen. Noah hasst sein momentanes Leben und lässt es auch allen Personen rund um ihn spüren. Er igelt sich im Stadthaus seiner Eltern ein und geht nicht mehr vor die Tür. Noah gibt sich keine Mühe und lässt seine Wut am Personal aus, die alle nach kurzer Zeit wieder kündigen. Er ist ein echtes Ekel und mein Mitleid war bald aufgebraucht. Zu diesem Zeitpunkt tritt Charlotte in sein Leben. Das Angebot, sich um Noah zu kümmern, kommt ihr gerade recht, denn ihren Job als Servierkraft möchte sie schon länger aufgeben. Zusätzlich nerven sie ihre Mitbewohner in der WG und bei Noah kann sie gratis wohnen. Doch auch bei Noah stößt sie schnell an ihre Grenzen. Erst als sie ihre Violine auspackt, taut der junge Mann ein bisschen auf...
Charlotte ist eine hochbegabte Violinistin und hat den Abschluss der berühmten Juillard, der bedeutensten Hochschule für Musik, Schauspiel und Tanz, in der Tasche. Die Welt steht ihr offen, doch ein schwerer Schicksalschlag lässt in ihr die Musik verstummen. Sie fühlt sich hilflos, denn sie kann die Musik nicht mehr fühlen. Charlotte hadert mit ihrem Schicksal, kann sich selbst aber nicht aus dem tiefen Loch ziehen, in das sie gefallen ist. Mit ihr konnte ich mich sehr gut identifizieren. Ich habe mit Charlotte mitgefühlt, gelacht und fast auch geweint....aber nur fast.
Die Liebesgeschichte fand ich zwar süß, aber sie kam mir nach langen Warten dann etwas zu plötzlich. Hier hätte ich mir ein wirkliches Adagio gewünscht, denn der schnelle Übergang ins Forte kam bei mir nicht richtig an. Zusätzlich waren manche Stellen etwas zu erotisch angehaucht.
Ziemlich klischeehaft fand ich die Party am Ende des Romans, die nichts auslässt, was man sich bei einer Geschichte wie dieser vorstellt. Das ist schade, denn das richtige Ende ist dann doch passend und hätte diesen Abschnitt nicht benötigt.
Die Liebe zur Musik bleibt im Roman allgegenwärtig und spielt in der ganzen Geschichte ein Rolle, was auch ein Grund für mich war zu diesem Buch zu greifen.
Die Charaktere sind authentisch und liebevol gezeichnet. Sie entwicklen sich beide weiter und beginnen wieder ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ein sehr positiver Effekt, den man nicht immer in diesem genre findet.
Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Darstellung der Äußerlichkeiten. Noah ist ein Modeltyp und mit vierundzwangig erfolgreich wie mancher alternder Millionär. Kann es nicht auch ein ganz normaler Typ sein?
Sonst muss ich aber gestehen, dass mich dieser New Adult Roman positiv überrascht hat. Es ist der erste, den ich wirklich mochte und der nicht nur vor lauter Klischees so strotze und wo sich nur alles um die Liebesgeschichte bzw. Sexszenen drehte. Der Leser wird mit Problemen und Themen, die das wirkliche Leben bereitet, konfrontiert. Ich mochte vorallem die erste Hälfte wirklich. In der zweiten rutschte die Autorin doch ein bisschen zu viel in das von mir eigentlich ungeliebte Genre ab....alles in allem aber ein Roman, der mich gut unterhalten hat und mir im Gedächtnis bleiben wird.
Schreibstil:
Emma Scott schreibt leicht, einfühlsam und mitreißend. Sie legt den Schwerpunkt auf die Emotionen und die Charakterentwicklung ihrer Figuren.
Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht von Charlotte, aber es gibt auch Passagen aus Noahs Sicht. Der Autorin sind Toleranz, Diversität und Offenheit wichtig. Sie geht sehr behutsam mit dem Thema der Blindheit um und hat viel Einfühlungsvermögen bewiesen, was mir gut gefallen hat.
Der Roman ist in drei Teile geteilt, die mit den Ünerschriften Adagio (langsam), Allegro (schneller) und Kadenz (Akkordfolge als Abschluss) bezeichnet sind.
Cover:
Ich muss zugeben, dass mir beide englischsparchige Cover nicht wirklich gefallen, aber sie sind typisch für das Genre. Hier ist eindeutig das deutsche Cover schöner.
Fazit:
Für mich eine positive Überraschung in diesem Genre, das ich sonst eher meide. Emma Scott schreibt gefühlvoll und mit einer Leichtigkeit, die ich sehr mochte. Das Thema Musik hat bei mir ebenfalls gepunktet. Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen - die zweite wurde mir dann doch an manchen Stellen etwas zu klischeehaft. Trotzdem habe ich Lust noch einen weiteren Roman der Autorin zu lesen, denn "The Light in Us" war für mich trotz kleiner Kritikpunkte lesenwert.

















Hallo Martina,
AntwortenLöschenes freut mich, dass du durch mich so eine positive Leseerfahrung hattest. Jetzt muss ich halt schmunzeln, weil das Buch seit unserem Bücher-Shopping bei mir am SuB schlummert und du hast es schon gelesen. :D Jedenfalls klingt deine Rezension vielversprechend - ich freue mich auf das Buch.
Liebe Grüße,
Nicole
Liebe Martina,
AntwortenLöschenja, über den eigenen Tellerrand zu schauen ist immer gut - selbst wenn das Buch kein 100%iger Treffer war, so hat es dich doch über weite Teile gut unterhalten. Ich glaube, ich hätte dieselben Kritikpunkte wie du, denn schon beim Durchlesen deiner Kurzbeschreibung dachte ich mir: Kann es nicht mal ein normaler Mann sein? Immer diese schönen jungen Millionäre, die irgendwie seelisch verkorkst sind, aber dann doch geangelt und gezähmt werden können, die gehen mir echt auf den Geist. (Wobei es bei "Ein ganzes halbes Jahr" ja nicht ganz so zahm ausgeht. Dieses Buch mochte ich auch gern, weil es natürlich auf mich wirkte und ein umstrittenes Thema interessant behandelt...)
Dank dir auch sehr für deinen Kommentar bei mir und das Attribut "coole Socke" ;-DDD Mit dem Heißluftballon möchte ich trotz Höhenangst auch mal fahren - mal sehen, ob und wann etwas daraus wird...
Liebste Wochenendgrüße
Traude
https://rostrose.blogspot.com/2020/09/summertime-2020-teil-3-juli.html