- Verlag: Aufbau Taschenbuch; 1. Auflage (18. August 2020)
- Taschenbuch: 576 Seiten
- ISBN-10: 3746636981
- ISBN-13: 978-3746636986
- Genre: Famliensaga, Historischer Roman
- Reihe: ja - Band 4
![]() |
| Die Bildrechte lieben beim Verlag |
Aufbau Kurzbeschreibung:
August, 1940. Amerika soll für Ruth Meyer und ihre Familie das Land der Freiheit werden. Endlich haben sie es geschafft, aus Europa zu fliehen. Doch wird man sie als deutsche Juden in der Fremde willkommen heißen? Die Zeichen stehen zunächst nicht zum Besten. Kaum am Hafen angekommen fällt Ruths Vater auf Betrüger herein. In Chicago, der vorerst letzten Station ihrer Odyssee, versucht Ruth sich einzurichten und Arbeit zu finden. Immer sind ihre Gedanken bei ihren Verwandten, die in Deutschland zurückbleiben mussten. Bald aber hat sie noch andere Sorgen. Ein junger Mann wirbt um sie – leider ist er Soldat und muss in die Hölle des Krieges, der sie gerade entkommen ist.
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Diese Famliensaga sollte ausschließlich der Reihe nach gelesen werden!
Meine Meinung:
Mit Band vier ist nun die Seidenstadt Reihe um die Familie Meyer abgeschlossen. Wehmütig habe ich nach den letzten Seiten das Buch zugeklappt. Ulrike Renk hat mit ihrer Tetralogie nach dem Tagebuch von Ruth Meyer eine wirklich wundervolle und sehr emotioanle Reihe geschrieben, die uns direkt in die schreckliche Zeit der Judenverfolgung zurückversetzt.
Hat mich der erste Band noch etwas zwiespältig zurückgelassen, wurde die Geschichte mit der Zeit und mit jedem Band interessanter, spannender und emotionaler. Das liegt daran, dass Ruth im ersten Band noch ein Kind ist und man sie noch durch das "normale" Leben begleitet. Erst mit dem Ende des ersten Bandes kommen die ersten Repressalien gegen die Juden und auch gegen die Meyers auf. Ulrike Renk hatte zuerst vor eine Trilogie zu schreiben, doch daraus wurde schlussendlich eine Tetralogie und das ist perfekt so!
Im letzten Band stehen die Meyers kurz vor der Ausreise in die Vereinigten Staaten. Noch nicht einmal in den USA angekommen, fällt Karl gleich zweimal auf einen Betrüger herein und verliert dadurch einiges von seinem gesparten Geld. Endlich in Chicago angekommen, bekommen sie Hilfe von befreundeten Familien, die Deutschland bereits vor Jahren verlassen haben. Totzdem ist es für die Meyers schwer sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Für die jungen Leute ist es einfacher sich an die neue Lebensart zu gewöhnen. Karl tut sich hingegen sehr schwer, vorallem bei der Arbeitssuche. Er kann kaum Englisch sprechen und sieht extrem schlecht. Karl leidet sehr darunter, dass er seiner Familie nicht mehr den gewohnten Standard bieten kann. Zusätzlich hält er verbissen an den strengen Regeln aus Deutschland fest. Ruth, obwohl fast volljährig, darf kaum aus dem Haus, sich nicht schminken, was für die amerikanischen Mädels Alltag ist und trotzdem ist sie es, die als Erste eine Stelle findet und die Lebenserhaltungskosten für die gesamte Familie einbringt. Wieder einmal muss sie zurückstecken und darf ihre Träume nicht leben. Was habe ich mit Ruth mitgelitten, besonders nach der Aufnahmeprüfung für das College....
Sehr interessant fand ich wieder die Erklärungen von Ruth an ihre amerikanischen Freundinnen was das Judentum angeht. Viele wissen nicht einmal was Juden sind und dass sie Opfer der deutschen Nazis sind. Als die USA ebenfalls in den Krieg eintritt, kann es schon mal dazu kommen, dass Ruth und ihre Familie als Feinde angesehen werden - wie sie es schon in England erlebt haben.
Für mich war das Wiedersehen mit Ruth und ihrer Familie wieder ein tolles Leseerlebnis. Ulrike Renk hat auch in diesem Band neben der Anpassung der Lebensumstände, auch einiges an historischen Begebenheiten miteingewoben. Der Angriff auf Pearl Habour, der Eintritt der USA in den Weltkrieg, aber auch Modeneuheiten, die überkitschte Weihnachtszeit in den Staaten oder die langsame Einbürgerung des Staubsaugers in die gehobenen Haushalte. Es gibt auch wieder einen Blick nach Deutschland zu Ruths Großeltern und zur Familie Aretz. So erfährt der Leser auch mehr über ihr Schicksal.
Am Ende gibt es einen Epilog aus dem Jahre 2019, bei dem die Nachfahren von Ruth und Ilse zu einer Geburtstagfeier zusammenkommen. Die Autorin gibt den Lesern noch einen kleinen Rückblick, was mit den Familienangehörigen passiert ist.
Im Nachwort erklärt Ulrike Renk was Tatsachen aus dem Leben der Familie Meyer sind und was Fiktion.
Fazit:
"Träume aus Samt" ist ein großartiger Abschluss dieser Reihe, die sich von Band zu Band gesteigert hat und bei mir einen würdigen Platz im Bücherregal bekommen wird. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie an Ulrike Renk für die wundervolle Begleitung.
Die Seidenstadtreihe:
















Das klingt wirklich nach einem tollen Buch. Vielleicht werde ich das auch mal lesen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Luisa von https://www.allaboutluisa.com/
Luisa,
Löschenaber der Reihe nach von Band 1 beginnend!! Sonst macht es keinen Sinn!
LG Martina