- Taschenbuch: 448 Seiten
- Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (16. Dezember 2019)
- Übersetzer: Leena Flegler
- ISBN-10: 3734107741
- ISBN-13: 978-3734107740
- Originaltitel: The Key
- Genre: Historischer Roman, zwei Zeitebenen
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Blanvalet Kurzbeschreibung:
1956: Es ist Ellen Crosbys erster Tag als Krankenschwester in Ambergate, einem Sanatorium in Manchester. Dort trifft sie auf eine geheimnisvolle junge Frau, die gerade von ihrem Vater eingewiesen wird, obwohl sie allem Anschein nach kerngesund ist. Noch weiß Ellen nicht, dass sie bald eine Entscheidung treffen wird, die ihrer beider Leben für immer verändert … 2006: Ambergate, mittlerweile nur noch ein altes, verfallenes Gebäude, zieht die Mittdreißigerin Sarah magisch an. Ihr Vater, ein in die Jahre gekommener Arzt, hat dort einst viel Lebenszeit verbracht. Auf dem Dachboden findet sie einen alten Koffer mit einer rätselhaften Botschaft darin. Sarahs Nachforschungen enthüllen eine Geschichte voller Leidenschaft und ungesühntem Unrecht ...
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Dieser Roman von Kathryn Hughes hat mich mehr als positiv überrascht. Cover und Titel vermitteln eine ganz andere Story, als ich sie lesen durfte.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, einmal im Jahr 1959 und im Jahr 2006. Der Schauplatz ist das Sanatorium in Ambergate nahe Manchester in Großbritannien.
2006 ist das Sanatorium nur mehr eine Ruine. Sarah Charlton interessierte sich schon immer sehr für die Geschichte um Ambergate. Ihr Vater war vor Jahrzehnten dort als Arzt tätig, schweigt aber beharrlich über diese Zeit. Das erweckt Sarahs Neugier nur noch mehr. Sie verschafft sich regelmäßig Zugang zum Lost Place, der bald abgerissen werden soll. Eines Tages entdeckt sie tatsächlich auf einen der Dachböden mehrere Koffer. Einer davon erweckt ganz besonders ihr Interesse. Und so versucht Sarah mehr über die Person, der der Koffer gehörte, zu erfahren...
Der Vergangenheitsstrang nimmt einen Großteil des Romans ein. Zu dieser Zeit beginnt die junge und engagierte Ellen Crosby ihre Ausbildung als Krankenschwester in Ambergate. Sie ist entsetzt über die oft mittelalterlich anmutenden Behandlungsgmethoden an vielen Langzeitpatienen.
Am selben Tag, als sie ihre Arbeit beginnt, wird ein junges Mädchen, Amy Sullivan, von ihrem Vater im Santoriumn untergebracht, die völlig gesund erscheint. Sie leidet unter dem Tod der Mutter und ihr Vater weiß sich nicht anders zu helfen, als sie ins Sanatorium zu stecken. Viele der Insassinnen wurden, wie diese junge Frau, von ihrer Familie nach einem tragischen Vorfall einfach "abgeladen" und/oder für verrückt erklärt. Frauen, die als Hysterikerinnen oder wegen eines Fehltrittes in der Familie zu dieser Zeit als unzumutbar abgeschoben wurden - und das vor gerade mal sechzig Jahren!!
Mit Ellen verbringen wir den Klinikalltag und erfahren so mehr über die Insassen und ihre Schicksale. Als sich Ellen mit Dougie anfreundet, der als Pfleger in der Männerabteilung arbeitet, erhalten wir auch einen kleinen Einblick in die Schicksale der männlichen Insassen, die vorallem aus Kriegstraumatiserenden besteht.
Das schwere Los mancher Frauen ging mir sehr zu Herzen. Die oftmals fragwürdigen Heilungsmethoden und die rigorose Art der Pflegerinnen und Ärzte nimmt einem beim Lesen oft die Luft zum Atmen.
Als sich die Ereignisse im letzten Viertel immer mehr zuspitzen, wechselt die Autorin öfters die Zeiten, was die Spannung erhöht.
Charaktere:
Die Charaktere sind vielfältig und facettenreich dargestellt. Vorallem Amy bleibt undurchschaubar. Der Autorin gelingt es mit überraschenden Wendungen vorzüglich Amy einmal als Opfer und dann wieder als Täterin darzustellen. Als Leser rätselt man bis zum Schluss, ob die junge Frau gesund oder psychisch krank ist.
Ellen hat das Herz auf den rechten Fleck und hinterfragt die Methoden, die in Ambergate Gang und Gäbe sind. Sie sieht in den Patienten noch Menschen mit schweren Schicksalen und versucht ihnen zu helfen, während die langjährigen Pflegerinnen oftmals völlig abgestumpft sind.
Einzig Sarah blieb mir etwas zu blass, aber ihr Part ist auch wesentlich reduzierter im Vergleich zu Ellens. Ich konnte mich zwar gut in ihre Figur hineinversetzen, aber ich fand nicht wirklich eine Bindung zu ihr.
Cover:
von links nach rechts:
Die englischsprachige Ausgabe, die Cover aus Lithauen, Italien, Frankreich und aus dem Niederlanden
Fazit:
Ein bewegender und erschütternder Roman, der mich positiv überraschte. Ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen und empfehle die Geschichte gerne weiter.
Für Leser, die auch diese Romane mochten:



















Liebe Martina
AntwortenLöschenIch hätte hinter dem Cover auch ganz eine andere Geschichte erwartet und kann mir gut vorstellen, dass sowohl der Titel als auch das Cover der Originalausgabe (und eigentlich auch der anderen von dir gezeigten Ausgaben) irgendwie besser zum Inhalt passen, obwohl ich das Buch nicht gelesen habe...
Da fragt man sich doch manchmal, wie solche Entscheide gefällt werden.
Aber danke auf jeden Fall für den Buchtipp, ich merke mir das Buch und vor allem auch die Autorin einmal vor.
Alles Liebe
Livia