Melange ohne - Ursula Heinrich

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 278 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2018 (8. August 2018)
    • ISBN-10: 9783839223208
    • ISBN-13: 978-3839223208
    • Genre: Historischer Krimi, historischer Roman



Gmeiner Kurzbeschreibung:
Der große Krieg geht zu Ende, jedoch nicht früh genug für Max, der von der Front zurückkehrt. Aber nicht nur die Donaumonarchie bröckelt, auch Max‘ Welt gerät aus den Fugen. Dr. Stefan von Brühl, ein Freund der Familie, steht plötzlich unter Mordverdacht. Das droht auch Max zum Verhängnis zu werden, hat er diesem doch durch einen leichtsinnigen Gefallen ein Alibi verschafft. Um Stefans und auch die eigene Haut zu retten, wird der Gymnasiast zum Detektiv. Doch ist Stefan tatsächlich unschuldig?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge:

Meine Meinung:
Ein historischer Roman mit Krimielementen,  der am Ende des großen Krieges und in Wien spielt. Einfach perfekt, denn ich liebe die Reihe um August Emmerich von Alex Beer, die zur selben Zeit und am selben Ort spielen.
Ursula Heinrich ist hingegen eine neue Autorin für mich und ich war sehr gespannt auf diese Geschichte.

Max Freiherr von Riedenfels befindet sich nach einer Schussverletzung im Militärspital Bozen. Das Ende der Großmacht Österreich-Ungarn ist nicht mehr abzuwenden und eigentlich warten alle nur mehr darauf, dass sie endlich nach Hause dürfen und der Krieg endet. Max und sein Freund, der Miliärarzt Stefan von Brühl, sollen beide in den kommenden Tagen Urlaub bekommen. Doch Stefan möchte ein paar Tage früher nach Hause, denn seine Schwester feiert demnächst Hochzeit. Er überredet Max die Urlaubsscheine zu tauschen. Ein sehr riskantes Unternehmen! Doch Max stimmt zu und es gelingt auch beiden Männern mit den getauschten Urlaubsscheinen Max möchte Stefan im Urlaubsdomizil der von Brühls im niederösterreichischen Eichgraben besuchen, doch bei seiner Ankunft wartet auf ihm eine Schreckensmeldung. Stefan wurde wegen Mordes am Bräutigam seiner Schwester festgenommen. Das macht den Tausch des Urlaubsscheines zu einem großen Problem, denn damit hat er seinen Freund ein Alibi verschafft und gerät selbst in Verdacht. Die Polizei schie0t sich richtiggehend auf Stefan von Brühl ein. Max versucht während seines Genesungsurlaubes zuhause in Wien selbst Nachforschungen anzustellen, denn er ist von Stefans Unschuld überzeugt.
Zusätzlich soll er noch in Wien der Verlobten von Militärarzt Dr. Wegscheid einen Brief überbringen, der sozialistisches Gedankengut beinhaltet. Bei der Übergabe verliebt er sich Hals über Kopf in die Empfängerin, Eveline Kratky, Medizinstudentin und engagierte Sozialistin.
Gemeinsam mit seinem Freund  Emil versucht er mehr über Edgar Maienbach, den toten Fast-Schwager von Stefan, herauszufinden. Der reiche Fabrikantensohn war kein unbeschriebenes Blatt. Er konnte die Finger nicht von den Fabriksarbeiterinnen und Haushaltshilfen lassen. Max findet heraus, dass eine dieser jungen Frauen durch einer Abtreibung gestorben ist. Steckt möglicher Weise hier der Grund des Mordes dahinter? Wer zieht Vorteile aus dem Tod des Fabrikssohnes? Max hat 14 Tage Zeit seinem Freund zu helfen, bevor er wieder zurück an die Front muss....

Max ist außerhalb seiner Kriegserlebnisse ein junger und noch unbedarfter Mann, der Krimis liebt und sich mit Feuereifer in die Nachforschungen stürzt. Er will die Unschuld seines Freundes Stefan bezeugen können und den wahren Täter überführen. Freundschaft und Loyalität wird in diesem Roman großgeschrieben.

"Melange ohne" ist jedoch kein wirklicher Krimi, sondern ein historischer Roman mit politischen Hintergrund zum Ende der Monarchie und Krimielementen. Zusätzlich zum Zeitgeist, dem Ende der Kaiserzeit und dem spürbaren Umschwang lebt der Roman vom Wiener Lokalkolorit. Eveline öffnet Max die Augen und zeigt ihm die Armenviertel von Wien. Kriegswitwen, Kriegszitterer und Waisen prägen das Straßenbild. Max und Eveline sind mitten drinnen, als die neue Republik ausgerufen wird. Die Mischung macht diesen Roman von Ursula Heinrich zu einem tollen Zeitzeugnis, den sie mit dem Kriminalfall, den Max zu lösen versucht, verbindet.

Der Schreibstil ist angenehm und liest sich sehr gut. Das eingefärbte Wienerische zu dieser Zeit bringt viel Lokalkolorit mit sich, ist aber nicht beherrschend. Die Charaktere sind bis hin zu den Nebenfiguren facettenreich und authentisch.

Mich hat die erste Hälfte der Geschichte richtiggehend an die Seiten gefesselt. Danach hatte ich einen kleinen Hänger und fand erst am Ende wieder so richtig ins Buch. Ich vergebe sehr gerne gute vier Sterne für diesen historischen Roman mit Krimitouch.

Fazit:
Ursula Heinrich erzählt mit "Melange ohne" eine faszinierende Zeitgeschichte, die den spürbaren Zerfall der Monarchie auferstehen lässt. Verwoben mit einer Kriminalgeschichte bekommt der Leser wunderbare Unterhaltung mit Lokalkolorit.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos