[LESERUNDE] The Mercy Seat - Elizabeth H. Winthorp



LESERUNDE
zu
"The Mercy Seat"
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KLAPPENTEXT
 Louisiana, die 1940er-Jahre, ein elektrischer Stuhl wird in die kleine Stadt St. Martinsville gebracht für die geplante Hinrichtung eines jungen Schwarzen namens Will, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. In Wirklichkeit ist sie seine Geliebte gewesen, die sich aus Verzweiflung umgebracht hat und ihm nun nicht mehr helfen kann. Alle wissen, dass das Todesurteil ein Skandal ist, aber sogar Will selbst hat aus Trauer und Schuldgefühlen innerlich eingewilligt, und weiße Wutbürger drohen dem zweifelnden Staatsanwalt mit der Entführung seines Sohnes. 
Nach einer wahren Begebenheit, psychologisch fein und in einer an William Faulkner erinnernden multiperspektivischen Intensität erzählt Elizabeth Winthrop die tragischen Ereignisse bis zum überraschenden Ende. 
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LESEABSCHNITTE:

Abschnitt 1 (Teil 1, Seite 7-101)
Abschnitt 2 (Teil 2, Seite 102-185)
Abschnitt 3 (Teil 3, Seite 186-251)
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Teilnehmer: 
und 
ich 
Am 15. April geht es los! Weitere Mitleser sind herzlich willkommen! 


22 Kommentare:

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    1. Guten Morgen, Martina!

      Ich freue mich, und werde spätestens heute Abend mit dem Buch anfangen.

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    2. Ich auch. Ich möchte zuerst meinen anderen Roman fertig lesen und danach widme ich mich ganz "Mercy Seat".

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  2. Antworten
    1. Guten Morgen,
      ich habe ja diese Woche frei, bevor ich kommende Woche wieder um die 50 Stunden arbeiten darf. Deswegen versuche ich diese Woche so viel wie möglich vorzuarbeiten.
      Gestern am Abend habe ich die ersten 100 Seiten gelesen. Ich muss zugeben, dass ich mir die "Aufteilung" der Geschichte anders erwartet habe. Mit der Zeit haben mich die vielen Namen total verwirrt, aber dann konnte ich doch (fast) alle zuordnen und wusste wen wir nun begleiten.

      Zum Hintergrund betreffend Wills Anklage wissen wir noch nicht viel. Er hat allerdings sein Schicksal angenommen und scheint Grace geliebt zu haben. Warum sie sich erschossen hat, weiß ich noch nicht. Und ob es wirklich sie selbst war?
      Wills Eltern tun mir leid. Sein Vater Frank müht sich mit dem Maultier und dem Grabstein...furchtbar!
      Lane und Nell transportieren den elektrischen Stuhl. Kann man sich auch überhaupt nicht vorstellen...
      Welche Rolle spielen Dale und Ora, das Tankstellenpaar?
      Dale ist auf jeden Fall kein Freund der Schwarzen.
      Wer ist Polly? Ich verbinde den Namen immer mit einer Frau, aber hier ist es ein Mann.
      Hannigan, der priester, weiß, dass Will unschuldig zu Tode verurteilt wird...wie auch so manch anderer.
      Der Klu-Klux-Clan wurde auch erwähnt....ich weiß aber nicht mehr von wem.

      Die Beschreibungen sind sehr detailliert. Der Schreibstil gefällt mir gut. Nun warte ich mal deine ersten Eindrücke ab...

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    2. Puh, harter Stoff. Die vielen Figuren bringe ich etwas durcheinander, aber mir gefällt, wie dadurch das Geschehen aus diversen Blickwinkel beleuchtet wird.

      Hannigan und Will haben sich bei mir natürlich eingeprägt. Will wartet auf die Hinrichtung, das muss ein schreckliches Gefühl sein.

      Dann hat sich auch Ora bei mir eingeprägt. Sie weiß noch nicht, dass ihr Sohn im Krieg gefallen ist, und freundet sich mit den schwarzen Kindern an. Sie schenkt ihnen Süßigkeiten ( = Freude).

      Bei Wills Vater kann ich verstehen, dass er sich mit dem Grabstein so lange Zeit gelassen hat. Einen Grabstein für einen Lebenden zu kaufen, das hat eine schreckliche Note.

      Und der Freigänger Lane, der mit seinem saufenden Wächter den Stuhl transportiert - der hat sich auch eingeprägt.

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    3. Martina, ja, diese Verwirrung, die ist bei mir auch angekommen. Es sind schon recht viele Perspektiven, die die Autorin auf so engen Raum aufarbeitet. Dennoch sind die Figuren tiefgreifend erarbeitet. Sobald ein Abschnitt mit einer anderen Figur beginnt, weiß man eigentlich gleich, wen man begleitet.

      Ich glaube, Grace hat sich erschossen, weil sie mit einem Schwarzen zusammen war. Sie hat wahrscheinlich für diese Liebe keine Zukunft gesehen. Das war wohl ihr einziger Ausweg.

      Und ja, das mit Polly habe ich auch noch nicht begriffen. Für mich ist Polly ebenfalls ein Mädchenname.

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    5. Hannigan und Will waren auch bei mir die ersten, die ich sofort abgespeichert hatte. Will ist klar, aber ich finde es interessant, dass wir beide Hannigan sofort zuordnen und speichern konnten.
      Ora, die den Jungs Süßigkeiten gibt, bleibt natürlich auch im Gedächtnis haften. Ich denke sie wird noch Schwierigkeiten mit ihrem Mann bekommen, der keine Schwarzen mag.
      Warum Gabe eine eigene Figur ist, war mir zuerst nicht klar, aber ich habe dann doch den Klappentext gelesen (das vermeide ich ja in letzter Zeit)und weiß nun, dass er wohl noch eine Rolle spielen wird. Sein Vater hat ja das urteil über Will gefällt und mir scheint, er fühlt sich auch nicht ganz wohl dabei.

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    6. Ich habe gestern dann noch einen andren Roman begonnen und wollte mich ablenken, dabei ist das genauso ein harter Stoff...puh! Psychische Kindesmisshandlung usw. Das war mir dann gestern genug und ich bin auf einen lockeren Roman augewichen....aber heute geht es mit Mercy Seat weiter.

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    7. Vielleicht weil Hannigan ein Priester ist?

      Bei Gabe hatte ich bisher den (noch) kindlichen Blick auf die Ereignisse vermutet. Dann bin ich mal gespannt, welche Rolle er noch einnimmt.

      Ich werde auch heute am Nachmittag weiterlese. Vielleicht kriege ich am Balkon ein bisschen Sonne.

      Au weh, nein, zwei so harte Bücher würde ich jetzt nicht verkraften. Ich habe dann noch einen jugendlichen Liebesroman - der ist bisher ganz nett. :) Ach ja, und Effi Briest auf den Ohren (momentan ist die Story zum Einschlafen XD)

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  3. Jetzt wissen wir, wie Ora und Dale ins Bild passen. Sie helfen Frank, den Grabstein zu transportieren.

    Die Hintergründe um das Todesurteil stellen einem die Gänsehaut auf. Diese vermaledeiten Rednecks haben Gabe - den Jungen - bedroht.

    Interessant ist, dass das Ehepaar Ora und Dale Ähnlichkeiten mit dem Ehepaar Polly und Nell aufweist. Beide Paare sind sich irgendwie nicht ganz grün.

    Lane ist nun eher im Hintergrund, Will ebenso.

    Und Hannigan hat eine ordentliche Last zu tragen.

    Die Stimmung ist sehr schwermütig, kaum zu ertragen, genau wie ein richtig schwüler Sommertag.

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  4. So, nachdem ich gestern erst ganz spät am Abend überhaupt zum Lesen gekommen bin, habe ich den zweiten Teil beendet.
    Nun weiß ich, dass Nell nicht Wills Mutter ist (dachte, weil sie ihm sein Lieblingsessen gemacht hat) und die Frau von Polly, der das Urteil gesprochen hat. Und wir wissen nun auch, dass ihm gedroht wurde, Gabe zu entführen, falls er nicht auf schuldig plädiert.

    Mir wurde ganz anders, als diese fiesen Typen dann auch noch Frank bedroht haben. Gut, dass Gabe eingeschritten ist und danach Ora und Nale gehalten haben.

    Nell kommt aus nicht aus dem Süden und versteht somit auch den Hass auf die Schwarzen nicht. Generell sind hier eher die Männer die Rassisten.

    Ja, die Stimmung ist schwermütig....ich werde dann huete noch zu Ende lesen, Ich seh du bist schon durch.

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  5. Ich habe es gestern noch beendet, ich konnte gar nicht anders als es zu Ende lesen. Die Stimmung ist gigantisch. Sie drückt einen beim Lesen richtig nieder und man fleht fast nach Wills Tod, damit das Gefühl ein Ende hat.

    Hättest du gedacht, dass die Hinrichtung nicht klappt? Der Whiskey-Säufer hat es verkackt. Und ich weiß wirklich nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll.

    Meinst du, haben die Gabe umgebracht? Denn wenn dem so ist, gibt es für Polly keinen Grund mehr, sich zurückzuhalten. Er kann wegen der doppelten Bestrafung vor Gericht ziehen und Will vor der 'zweiten' Todesstrafe retten.

    Jedenfalls habe ich ein bisschen recherchiert und 1946 hat Willie Francis die 'Grausame Gertie' wegen eines betrunkenen Mitarbeiters überlebt. Er wurde ein Jahr später hingerichtet. Aber Willie Francis hat seinen Arbeitgeber umgebracht, daher dürfte die Geschichten von diesem Will daran angelehnt sein.

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    1. So, ich habe es eben beendet. Es braucht wohl noch etwas bis es gänzlich sackt. Wie du sagst ist die Stimmung einfach großartig eingefangen und sehr beklemmend.

      Wegen Gabe habe ich mich auch gefragt und dachte vielleicht hast du es besser verstanden. Ich mag es ja weniger, wenn etwas offen bleibt...etwas was ich hier wichtig finde für den weiteren Verlauf meiner Gedanken. Wie du sagst...wenn er getötet wurde, dann hat Polly keinen Grund mehr sich zurückzuhalten. Andererseits hat auch Nell wenig Grund im Süden zu bleiben....
      Und was passiert mit den Rednecks? Wenn sie einen weißen Jungen töten, noch dazu den Sohn eines Strafrichters, können sie einfach nicht so davonkommen...

      Was mich gewundert hat war, dass Nell nicht bemerkt hat, dass Gabe nicht im Bett ist. In diesem Alter schaut man doch öfters nochmals nach seinem Kind, vorallen wenn er vorher unbedingt mitfahren wollte und es ihm sein Vater verboten hat.

      Nein, ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Hinrichtung nicht klappt. Überrascht war ich auch davon, dass die Autorin es beschreibt, wie die Stromstöße in Wills Körper dringen bzw. wie er es erlebt.

      Interessant, dass es 1946 so einen Fall gab...ich denke, dass wird für die Autorin der Ausgangspunkt für diese Geschichte gewesen sein.

      Auch Ora hat schlussendlich erfahren, dass ihr Sohn im Krieg geblieben ist. Das Thema Kindestod wird hier also öfters aufgegriffen.

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    2. Ich mag das offene Ende hier auch. Und eigentlich habe ich mit offenen Enden an sich kein Problem. Ich mag es, wenn ich mir meine eigenen Gedanken spinnen kann.

      Hm, tja, ich glaube, dass es die Rednecks nicht so schwer haben, damit durchzukommen. Es sind die 40er-Jahre in den Südstaaten. Es wird keine Zeugen für den Vorfall geben.

      Wollte Gabe wirklich mit? Ich glaube, das hat er ja nur zu seinem Vater gesagt. Nell wusste nichts davon. Und ich denke, sie war an dem Abend so mit ihren Gedanken beschäftigt, dass sie vielleicht daran nicht gedacht hat. Aber nein, du hast schon recht. Das ist doch etwas merkwürdig - immerhin hat Gabe auch einen Großteil ihrer Gedanken ausgemacht.

      Stimmt, der Kindstot in mehreren Varianten ist ganz zentral.

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    3. Ich habe mit den anderen Strängen keine Schwierigkeiten, wenn nicht alles gesagt ist. Nur bei Gabe hätte ich schon gerne gewusst. ob er überlebt hat.

      Ja, das denke ich auch...falls sie ihn getötet haben, wären sie trotz der Ermordung des Sohnes eines Anwalts davongekommen. Du sprichst es an...es gab keine Zeugen!
      (auch wenn es Zeugen gibt, dass er hingefahren ist und anwesend war...aber danach...)

      Ich empfand es so, dass gabe neugierig war und mit wollte. Vorallem, als sein Klassenkamerad sagte, dass er hinfahren würde. Er hatte zwar ein mulmiges Gefühl, aber trotzdem...er war einfach neugierig.

      Generell versteht es wohl kein Euopäer wie man Kinder zu solchen "Events" mitnehmen kann, auch wenn es im MIttelalter bei uns auch so war...aber eben im Mittelalter.....

      Du startest ja schon mit der nächsten Leserunde...ein stressiger April! =)

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    4. Naja, es waren auch Rednecks, die die Kinder mitgenommen haben. Von daher - es handelt sich ohnehin um White Trash und ich glaube, dass es in Europa auch vorkommen würde, gäbe es die Todesstrafe. Also, dass asoziale Menschen auf so etwas stehen und dazu ihre Kinder mitnehmen, den Gedanken würde ich beim zweiten Denken nicht verwerfen.

      Und man darf nicht vergessen - wir sind in den 1940er-Jahren. Damals wurden auch in Europa die Menschen noch gehängt. Man denke an die ganzen Kriegsverbrecher:
      https://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/nuernberger-prozesse-der-tod-durch-den-strick-dauerte-15-minuten-a-459977.html

      Richtig schlimm ist, dass die Todesstrafe in den USA nach wie vor praktiziert wird. Allein, weil ich finde, dass man von den Verurteilten auch lernen kann. Ich denke, wäre Ted Bundy nicht hingerichtet worden, hätten viele Psychologen mehr Erkenntnisse aus seinen Verbrechen ziehen können, und dann wäre vielleicht anderes verhindert worden.

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    5. Wahrscheinlich sind die menschen einfach so...man denke auch an Unfälle, wo Menschen die Rettung und Feuerwehr blockieren, weil sie sehnsationslüstern sind.

      Dass es in den USA noch immer die Todesstrafe gibt, finde ich schon immer furchtbar!

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    6. Martina, wie hat dir das Buch denn insgesamt gefallen? Mochtest du es? Oder war es dir zu hart, schwermütig, ..?

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    7. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zu hart war es mir nicht...da waren die ersten Kapitel aus dem anderen Buch schlimmer ;)....war wirklich gut und ich bin froh, dass ich es endlich gelesen habe. Dabei ist es ja auch gar nicht dick =)

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