- Taschenbuch: 224 Seiten
- Verlag: Independently published (22. Februar 2020)
- ISBN-10: 1676301046
- ISBN-13: 978-1676301042
- Genre: Schucksalsroman, Drama
Amazon Kurzbeschreibung:
Das Leben meint es wahrlich nicht gerade gut mit Ruby. Ihre Kindheit im Cornwall der Fünfziger- und Sechzigerjahre ist geprägt von der Strenge ihres Vaters und der emotionalen Überforderung ihrer Mutter. Die vermeintlich dörfliche Idylle, in der sie aufwächst, entpuppt sich als eine scheinheilige Welt voller Doppelmoral, Neid und Missgunst. Als böse Erlebnisse ihre Kindheit jäh beenden, droht sie daran zu zerbrechen. Kann es für sie noch einen Weg in ein glückliches und erfülltes Leben geben?Der Familienroman um Ruby, inspiriert von wahren Begebenheiten, ist von einer beklemmenden Aktualität und Authentizität. Wie viele Rubys gibt es in unserer eigenen Umgebung?
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
"Sprachlos in Cornwall" erzählt die Lebensgeschichte von Ruby, die als Findelkind von Clark und Lucille adoptiert wird. Das in einer Scheune zurückgelassene Baby erfährt jedoch bei ihren Adoptiveltern keine Liebe, Geborgenheit und Zuneigung.
Doch bevor wir Ruby besser kennenlernen, erfahren wir im Prolog mehr über Clark und Lucille. Dass Liebespaar kennt sich noch nicht lange, als sie sich entscheiden zu heiraten und Lucille in Clarks Heimat, einem kleinen Küstendorf in Cornwall, zieht. Clark ist, wie so viele im Ort, Fischer und träumt von einem eigenen Boot, während Lucille erst langsam dämmert, dass sie auch in der Ehe nicht die gewünschte Freiheit findet, die sie sich erträumt hat. Eigentlich möchte sie ihr Leben leben, doch Clark möchte Kinder. Als es nicht klappt, wird er immer unzulänglicher. Um den Frieden in der Ehe zu bewahren, stimmt Lucille der Adoption zu.
Danach lesen wir aus der Ich-Perspektive von Ruby. Wir erkennen schnell, dass Lucille keinerlei Gefühle für Ruby aufbringen kann. Clark kontrolliert seine Frau und das Kind und schottet sie von den anderen Dorfbewohnern ab. Kontakt zu anderen Frauen oder Freundschaften sind nicht erwünscht. Beide werden zu Außenseitern. Ruby wird in der Schule gemobbt. Dann wird Lucille plötzlich unerwartet schwanger und Rubys Leidensweg noch um einiges schlimmer. Sie wird in den Ferien abgeschoben und kommt zu Ava and Henk, beides schwere Alkoholiker. Henk hat allerdings auch noch andere Interessen. Für Ruby wird die Ferienzeit zum Alptraum und zieht sich immer mehr in sich selbst zurück.
Bis hierhin musste ich meine Lektüre ab und zu unterbrechen, vorallem weil ich parallel einen ebenso belastenden Roman über einen zum Tode verurteilten Schwarzen las (Mercy Seat). Im Doppelpack und mit der momentanen Corona-Krise war mir das einfach zu viel.
Rubys Kindheit ist einfach nur schockiernd und machte mich sprachlos. Man denkt, es kann nicht mehr schlimmer werden - doch weit gefehlt! Was kann einem kleinen Mädchen noch alles angetan werden?
Ruby erfährt in ihren ersten sechzehn Lebensjahren nur Ablehnung, wird missbraucht, sowohl seelisch, als auch körperlich. Der Roman, der in den 1960iger und 70iger Jahre spielt, ist harter Tobak und hat mich oftmals fassunglos zurückgelassen.
Schonungslos erzählt Loreen Harper, das Pseudonym für die österreichische Autorin Renate Londer, über Rubys Schicksal und ihrem Psychotrauma, das sie bis ins späte Erwachsenenleben verfolgt. Die Vergangenheit lässt sich nicht verdrängen. Die Stimmung ist beklemmend und düster, wird zum Ende hin aber etwas leichter und heller.
Im Epilog erinnert die Autorin daran, dass es viel zu viele "Rubys" auf dieser Welt gibt und appeliert an diese Frauen sich therapeutischer Hilfe nicht zu verwehren.
Schreibstil und Charaktere:
Obwohl es mich zu Beginn etwas irritiert hat, dass die Erzählweise für Ruby, die anfangs als Kind zu uns spricht, nicht angepasst wurde, fand ich die Wahl mit den zunehmenden Seiten genau richtig gewählt.
Der ausgereifte und lebendige Schreibstil hat mich begeistert. Trotz der düsteren Atmosphäre kann man schwer aufhören zu lesen und legt das Buch nur zur Seite, wenn es einem vom Thema her zu viel wird.
Die Charakterstudie ist der Autorin absolut gelungen. Die Figuren wirken authentisch, selbst in ihrer Kälte und Agressivität. Ruby ist eine Mädchen, das trotzallem immmer wieder an das Gute glaubt und nie die Hoffnung verliert, sich aber am Ende ihren Ängsten stellen muss um zu leben.
Nach einer wahren Achterbahn der Gefühle gibt der letzte Abschnitt Hoffnung. Das Ende fand ich aber nach dieser erschütternden Erzählung fast ein bisschen zu glatt.
Fazit:
Ein erschütternder und berührender Schicksalsroman, der gegen Ende Hoffnung verspricht und den Leser mit einem guten Gefühl die letzte Seite zuklappen lässt. Trotzdem kein Buch für schwache Nerven, aber eines das berührt und sehr lange in Erinnerung bleibt.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!
















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