Die Sonnenschwester - Lucinda Riley

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 832 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (25. November 2019)
    • Übersetzer: Sonja Hauser, SibylleSchmidt, Ursula Wulfekamp
    • ISBN-10: 344231447X
    • ISBN-13: 978-3442314478
    • Originaltitel: The Sun Sister
    • Genre: Gegenwartsliteratur
    • Reihe: ja - Band 6 der Sieben Schwestern Reihe



Goldmann Kurzbeschreibung:
Reich, berühmt und bildschön: das ist Elektra d’Aplièse, die als Model ein glamouröses Leben in New York führt. Doch der Schein trügt – in Wahrheit ist sie eine verzweifelte junge Frau, die im Begriff ist, ihr Leben zu ruinieren. Da taucht eines Tages ihre Großmutter Stella auf, von deren Existenz Elektra nichts wusste. Sie ist ein Adoptivkind und kennt ihre Wurzeln nicht. Als Stella ihr die berührende Lebensgeschichte der jungen Amerikanerin Cecily Huntley-Morgan erzählt, öffnet sich für Elektra die Tür zu einer neuen Welt. Denn Cecily lebte in den 1940er Jahren auf einer Farm in Afrika – wo einst Elektras Schicksal seinen Anfang nahm …

Meine Bewertung: * * * *
 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man kann diesen sechsten Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgänger lesen, jedoch ist die Reihe aufeinander aufgebaut. Deswegen empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
Mit dem sechsten Band "Die Sonnenschwester" nähern wir uns bereits dem Ende rund um die "Sieben Schwestern Reihe" von Lucinda Riley. Diesmal begeben wir uns mit Elektra, der jüngsten Adoptivtochter von Pa Salt, auf Reisen.

Gemeinsam mit meinen lieben Bloggerkolleginnen Andrea vom Leseblick, wo die Leserunde auch zum sechsten Band stattfand, der lieben Nicole von Zeit für neue Genres und der lieben Livia von Samtpfoten mit Krallen haben wir uns gemeinsam nach Kenia aufgemacht.

Doch bevor wir uns ins tiefste Afrika begeben, hat Lucinda Riley diesmal einen eher langen Gegenwartsstrang rund um Elektra geschrieben, die als Ich-Erzählerin agiert. Die jüngste und für mich, neben CeCe, auch unsympathischste der d’Aplièse Schwestern ist ein berühmtes Model. Sie ist der umschwärmte Star der High Society in New York. Doch diese Glamourwelt hat auch ihre Schattenseiten: Drogen, Alkohol und wechselnde Männerbekanntschaften sind Elektras täglich Brot. Zu keiner ihrer Adoptivschwestern hat sie eine wirklich familiäre Bindung. Einzig mit Maja (aus Band 1) hat sie ab und zu Kontakt. Um sich herum hat sie eine Mauer aufgebaut, die keiner durchdringen soll. Beruflich ist Elektra ein Stern am Modehimmel, doch menschlich ist sie ein Wrack.
Eines Tages kontaktiert sie ihre leibliche Großmutter Stella Jackson, die ihr mehr über ihre Wurzeln erzählen möchte. Hier hat Riley erstmals eine andere Art gewählt, um mit ihrem Vergangenheitsstrang zu beginnen, denn erstmalig kontaktiert die Großmutter die Enkelin und nicht umgekehrt.
Auch die folgenden Kapitel ließen mich anfangs etwas überrascht zurück. Wir bleiben vorerst noch in Manhatten des Jahres 1939 und lernen Cecily Huntley-Morgan kennen, eine junge Frau der Upper Class. Sie hat gerade eine aufgelöste Verlobung hinter sich hat - mehr oder weniger ein Skandal in ihren Kreisen und der damaligen Zeit. Da kommt die Einladung ihrer Patentante Kiki, die aus Kenia angereist ist, gerade recht und Cecily begleitet sie nach Afrika in ihr Haus am Naivasha See....

Deutlich besser hat mir wieder der Strang in der Vergangenheit gefallen, wobei wir alle lange gerätselt haben, wie die weiße Cecily Huntley-Morgan und die dunkelhäutige Elektra genetische Gemeinsamkeiten haben könnten....
Toll fand ich die Beschreibungen vom damaligen Leben in Kenia in den 1930iger Jahren. Vieles erinnerte mich an den Roman "Lady Africa", den ich 2015 gelesen habe, aber auch an den Filmklassiker "Jenseits von Afrika" mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus-Maria Brandauer.
Die dekadente britische Oberschicht, die sich in Kenia benehmen, als würde es kein Morgen geben, stieß mir ziemlich auf. Drogen, Swingerparties und die herablassende Behandlung gegenüber der schwarzen Bevölkerung, sowie die Großwildjagden, machten die Amerikaner und Briten nicht wirklich sympathisch. Aúch Patentante Kiki lebt dieses "glamuröse" Leben im berüchtigten "Happy Valley", dem sich Cecily entzieht. Nur am Rande wird der Zweite Weltkrieg erwähnt, der zuerst in Europa wütet und danach den Rest der Welt einnimmt. Und dieser ist auch der Grund, dass Cecily vorerst in Kenia bleiben muss...

Die wundervolle und bildhafte Beschreibung der atemberaubenden Tierwelt und der Schönheit des Landes, sowie der Stammeskultur gelingt Riley wieder perfekt.
Ihre Charaktere sind ebenfalls vielschichtig, wenn auch manchmal etwas stereotyp. Cecily ist eine liebenswerte junge Frau, die sich vielen Schwierigkeiten stellen muss. Trotzdem konnte ich viele ihrer Entscheidungen persönlich nicht nachvollziehen.

Elektra ist ein schwieriger und anstrengender Charakter. Man wird nicht richtig mit ihr warm, aber ich habe ihren inneren Konflikt mehr oder weniger verstanden. Bis zum Ende des Romans wandelt sie sich sehr - fast zu sehr. Mir war diese 180° Wandlung vom herrischen ichbezogenen Star zum Gutmenschen etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Riley hat sich wieder einigen Themen angenommen: Rassentrennung und -diskriminierung, Religion und die Bürgerrechtsbewegung in den USA...manches erschien mir etwas zu klischeehaft.
Erwähnen muss ich auch die etwas wundersame Aufteilung der Geschichte. Während die ersten zwei Drittel sehr detailliert sind, bekommt das letzte Drittel viel zu wenig Platz, wo es doch um die Vergangenheit von Stella geht und somit der Bezug zu Elektra hergestellt wird. Das Ende war mir dann auch etwas zu konstruiert.

Bei den etwas mehr als 800 Seiten kommt es ab und zu zu einigen Längen. Trotzdem hat mir dieser Band weitaus besser als die letzten beiden Bücher der Reihe gefallen und ich bin gespannt, wie Riley das Rätsel um die ominöse siebente Schwester auflösen wird.

Cover:

links und rechts außen seht ihr die englischsprachigen Cover, danach folgt von links das ungarische, das niederländische und das dänische Cover

Fällt euch eigentlich auf, dass bis auf das erste Cover alle abgebildeten Frauen weiß sind? Dabei ist Elektra dunkelhäutig und stammt aus Kenia

Fazit:
Ein sehr komplexer Roman aus der Sieben Schwestern Reihe, der mir wie üblich im Vergangenheitsstrang besser gefallen hat. Manche Charaktere sind etwas schwierig, aber Riley erzählt wie gewohnt bildhaft und spannend. Trotz der kleinen Kritikpunkte hat mir dieser Band wieder besser als die beiden Vorgängerbände gefallen.
 

Weitere Rezensionen meiner Mitleser:

Die Sieben Schwestern Reihe: 
  1. Die sieben Schwestern *Rezi*
  2. Die Sturmschwester *Rezi*
  3. Die Schattenschwester*Rezi*
  4. Die Perlenschwester *Rezi*
  5. Die Mondschwester *Rezi*

9 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    da hast du unser Leseerlebnis schön in Worte gefasst! Bzgl. der Cover, die könnten auch Cecily zeigen, oder? Und gar nicht auf Elektra bezogen sein. Daher finde ich sie jetzt im Nachhinein schon wieder passend.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ah ja...daran habe ich gar nicht gedacht...ist eigentlich logischer, denn sie ist ja in Kenia! Dumm von mir!
      LG Martina

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    2. Ähm, nein, dumm ist da gar nichts von dir. Wir hatten uns sogar alle in der Leserunde darüber unterhalten, dass auf den Cover nur weiße Frauen zu finden sind. Als ich gestern in Ruhe die Cover bewundert habe, kam dieser Geistesblitz (wegen der Kleidung).

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    3. Ah, Nicole

      So toll, ich habe mir die Cover auch gleich noch einmal im Detail angeschaut, eben genau wegen der Diskussion in der Leserunde. Aber klar, du hast natürlich vollkommen recht, das passt viel besser.

      Ganz liebe Grüsse
      Livia

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    4. Ist mir auch erst mit Abstand zur Geschichte aufgefallen. Wahrscheinlich waren wir damals alle zu nah an der Handlung dran.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hey Martina

    Wie schön, dass du in deiner Rezension wieder so detailliert auf die einzelnen Punkte eingegangen bist, das passt total gut mit meiner Rezension zusammen. Nur hat mir Elektra insgesamt - vor allem am Anfang - besser gefallen, als dir, weil sie und ihr innerer Konflikt, ihre Zerrissenheit und ihre Scham meiner Meinung nach wirklich sehr feinfühlig dargestellt waren. Auch haben mir der Vergangenheits- und der Gegenwartsstrang sehr gut gefallen, da gab es für mich keine so grosse Unterschiede.

    Bei der Aufteilung sind wir uns auch einig, beim Schluss auch und irgendwie frage ich mich, ob irgendwann noch einmal ein Band kommt, der mich genau so für sich einnimmt, wie der erste Band der Reihe. Weil, wenn ich ehrlich bin, kam irgendwie keiner der Folgebände an den ersten Band heran. Was denkst du?

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      man hat ja schon in der gemeinsamem LR bemerkt, dass du am besten mit Elektra zurechtkommst ;)

      Mir hat ehrlich gesagt Band 2 sehr gut gefallen, der aber vielen nicht gut angekommen ist. Ich mag ja Norwegen und Musik und deswegen hatte er schon mal zwei Pluspunkte, aber sonst war wirklich Band 1 am besten...auch wenn ich ihn damals gerade noch 4 Sterne gegeben habe. Zu dieser Zeit hat er mich nicht so ganz gefesselt, obwohl die Geschichte um die Jesusstatue toll war. Im Nachinein sehe ich das jetzt etwas differenzierter und mag Band 1 lieber =)

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    2. Liebe Martina

      Nun ja, der zweite Band....der hat mir eigentlich auch sehr, sehr, sehr gut gefallen, die Figuren waren toll, die Landschaft wirklich wundervoll beschrieben und insgesamt war der Plott meiner Meinung nach (neben dem der Schattenschwester) am spannendsten, weil die ganzen Zusammenhänge erst spät klarer wurden und vieles offen gelassen wurde, was mir persönlich immer sehr gut gefällt. Bei diesem Buch habe ich aber einfach so viel Kritik anbringen müssen, weil das ganze Musikerleben so schlecht recherchiert war (was mich vor allem deshalb enttäuscht hat, weil die anderen Fachbereiche und der ganze historische Hintergrund sonst wirklich immer grandios recherchiert und aufbearbeitet sind), dass ich diesen zweiten Band nicht objektiv bewerten kann.

      Ganz liebe Grüsse an dich und ganz ein schönes Wochenende
      Livia

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    3. Liebe Livia,
      da habe ich tatsächlich ein Auge zugedrückt betreffend Musikerleben ;) Tu ich ja selten, aber hier war mir alles andere drumherum eigentlich wichtiger und die Musik war Beilage ;)

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