- Taschenbuch: 500 Seiten
- Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (19. November 2018)
- ISBN-10: 3748112440
- ISBN-13: 978-3748112440
- Genre: Historischer Roman, Familiensaga
- Reihe: ja - Band 1 der Morgan Saga
Amazon Kurzbeschreibung:
1938: Die Amerikaner John und Dickie treffen in Wien auf die Halbjüdin Isabelle. Beide verlieben sich in die unbekannte Schönheit. Nachdem Hitler Österreich über Nacht besetzt, schwebt Isabelle in höchster Gefahr, doch die Männer verhelfen ihr zur Flucht. Fortan lebt Isabelle auf Johns Landgut "Morgan`s Hall". Irgendwo im Nirgendwo der amerikanischen Einöde. Isabelle hasst diesen geheimnisvollen Ort. Ebenso John, der sie wie sein Eigentum an sich kettet und auf ihre Liebe hofft. Dabei gehört ihr Herz nur Dickie, der Isabelle versprochen hatte, sie aus Johns Fängen zu befreien. Aber Dickie lässt auf sich warten. Jahrelang. Für die unglückliche Isabelle ist diese Geschichte der Beginn einer Odyssee der Einsamkeit und Depression. Gefangen auf "Morgan`s Hall" und von Heimweh geplagt, fürchtet sie, wahnsinnig zu werden. Was ist das für ein furchtbares Flüstern, das aus den nahen Wäldern zu ihr raunt? Und was hat es mit dem seltsamen Indianer Phil auf sich?
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Dieser erste Band einer neuen Reihe, von der mir noch unbekannte Autorin Emilia Flynn, hat mich irgendwie zwiegespalten zurückgelassen, obwohl er mich wirklich fesseln konnte. Ein Roman, der mit kaum sympathischen Protagonisten und einer manchmal eher klischeehaften Handlung, bei der die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund stehen.
John Morgan ist der Erbe einer großen Apfelplantage und Kelterei im Dorf Woodhall im Staat Washington. Die Morgans sind einer der größten Arbeitgeber der Gegend. Das kürzlich verstorbene Oberhaupt der Familie, Charles Morgan, seine Frau Josephine, sowie John und Violet, leben abgeschieden und sehr traditionell. Als Geschenk zum erfolgreichen Studienabschluss und vor der Übernahme des Familienbetriebes planen John und sein bester Freund Dickie eine kleine Europareise. Ihr letztes Ziel ist Wien. Es ist 1938 und als sie in der österreichischen Hauptstadt ankommen, marschiert gerade Hitler in die Alpenrepublik ein. Die beiden jungen Männer sind sich der gegenwärtigen Gefahr nicht wirklich bewusst. Ein Besuch in einer Bar verändert ihr beider Leben dennoch. Dort verdreht ihnen die Halbjüdin Isabelle den Kopf. Für den attraktiven Dickie ist sie nur eine seiner vielen Affären, doch John verliebt sich Hals über Kopf in die hübsche junge Frau. Die beiden Männer verhelfen Isabelle zur Flucht vor den Nazis, jedoch nimmt John Isabelle gegen ihren Willen auf Morgan Hall mit. Zuhause stellt er sie als seine Verlobte vor, doch ihr Herz schlägt für Johns Freund Dickie. Während Isabelle wartet, dass er sie abholt, wird die Hochzeit von John und ihr vorbereitet. Das Schicksal nimmt seinen Lauf....
Knapp zwanzig Jahre verfolgen wir das Leben auf Morgans Hall und ihren Familienmitgliedern. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven hat die Autorin einen perfekten Einblick in die Gefühlswelt der Figuren geschaffen. Diese bleiben ab der Ankunft auf Morgan Hall sehr übersichtlich. Die vorallem düstere Stimmung und die komplexen Charaktere, die fast alle unsympathisch und undurchschaubar sind, wecken viele verschiedene Gefühle....sie polarisieren sehr.
Isabelle ist eine schwierige Person, die boshaft und hinterhältig agiert. Sie fühlt sich als Gefangene und ist unzufrieden und depressiv. John verwechselt hingegen Liebe mit Besitzanspruch und glaubt Isabelles Liebe kaufen zu können. Beide waren mir nicht sympathisch und noch weniger konnte ich ihre Handlungen verstehen. Dickie ist anfangs seine Karriere wichtiger, als seine Freundschaft zu John oder auch Isabelle, die auf ihn wartet. Alle drei Charaktere werden im Laufe der zwanzig Jahre von Schicksalschlägen heimgesucht.
Die Emotionen, die beim Lesen des Romans aufkommen, sind stark und auch von der Autorin so gewollt. Man durchlebt wirklich sehr viele verschiedenen Gefühlszustände in diesem ersten Band der Familiensaga. Oftmals war mir die Handlung zu viel an Drama.
Gefehlt hat mir die Darstellung des Alltages auf dem Landgut. Johns Wirken im Famlienbetrieb bleibt vollkommen nebensächlich. Ebenso hätte ich mir mehr historisches Ambiente gewünscht, welches nur am Beginn durch den Einmarsch Hitlers in Österreich und dem Umschwung in Europa, aufkam. Danach wurde nicht einnmal der Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg erwähnt.
Wien wird von der Autorin gut beschrieben, jedoch passt die Sprache, die Emilia Flynn für mehr Lokalkolorit verwendet hat, nicht immer. Der Wiener Dialekt wird nicht hundertprozentig getroffen - fällt aber nur uns Ostösterreicher auf. Was mich aber gestört hat war, dass eine alte Frau, die in den 1950igern lebt, ein hypermoderner Jugendausdruck in den Mund gelegt wurde. Das passt so überhaupt nicht! Hier hat sich die Autorin wohl den falschen "Übersetzer" zu Hilfe geholt.
Die im Klappentext angesprochene Mystik, durch die flüsternden Stimmen, kommt erst ganz zum Schluss auf. Durch Indianer Phil und dem mysteriösen Grundstück unweit von Morgans Hall wird die düstere Atmosphäre noch verstärkt.
Ganz am Ende gibt es einen wirklich fiesen Cliffhanger, der einem die Wartezeit auf den zweiten Band viel zu lange erscheinen lässt...
Schreibstil:
Emilia Flynn hat es mit ihrer Familiensaga geschafft, dass man bei dieser Geschichte keinesfalls emotionslos bleiben kann. Der Erzählstil ist angenehm und lässt einem an der Geschichte kleben, obwohl man fast alle Charaktere am liebsten in den Wind schießen würde. Trotzdem kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Jedes Kapitel hat eine Überschrift, sowie Orts- und Datumsangabe.
Fazit:
Einerseits fesselnd und dramatisch, auf der anderen Seite haben mich die allesamt unsymapthischen Charaktere an den Rand der Verzweiflung gebracht. Es stehen eindeutig die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund, wobei mir der historische Teil zu wenig war. Trotzdem möchte ich gerne weiterlesen und erfahren, wie es auf Morgans Hall weiter geht.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und für die nette Begleitung bei der Leserunde
















Hallo liebe Martina
AntwortenLöschenUnsympathische Figuren finde ich immer sehr schwierig und wenn dann alle nicht wirklich brauchbar sind, dann nützen die beste Handlung und die schönste Sprache nichts...
Ganz liebe Grüsse
Livia
Liebe Livia,
Löschenunsymapthische Protagonisten können ein Buch ganz schön vermiesen. Ich wollte abe rnicht deswegen den Roman schlecht bewerten, denn das wäre unfair. Viel mehr gestört haben mich die Oberflächlichkeiten rund um die Figuren, die fehlenden historischen Hintergründe während der Zeit in Amerika und eben die Sprache, die nicht der Zeit angepasst war.
Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina,
AntwortenLöschenBei mir ist das Buch leider viel schlechter weggekommen. Zum Großteil lag es an den unsympathischen Figuren, allen voran die unerträgliche Isabelle.
Der Alltag der Apfelplantage fehlte mir auch, das habe ich auch bemängelt. Von der Mystik hatte ich mir auch mehr versprochen.
Welchen Jugendausdruck meintest du? Das ist mir nicht aufgefallen - aber ich habe später auch viel nur überflogen.
Alles in allem habe mich hier nur durchgequält und nur 2 Sterne vergeben.
Meine Lust auf die Fortsetzung hält sich in Grenzen.
Liebe Grüße von Conny und dir noch eine nette restliche Lesewoche
Liebe Conny,
Löschenich habe deine Rezi gelesen =) Bei mir hat es nicht so schlecht abgeschnitten, weil die Figuren doch viele Reaktionen in der LR hervorgerufen haben (das muss man auch mal können ;)....und es nicht so schlecht zu lesen war. Aber einiges war doch unstimmig.
Der Ausdruck, den die alte Dame verwendet hat war: "Oida, des pock i ned". Sowas sagt kein alter Mensch...oft nicht mal jemand in meinem Alter! Außerdem ist der Ausdruck "Oida" der Jugendausdruck 2018 geworden. In meiner Generation war die Bedeutung ganz was anderes und in der Generation, wo ich noch nicht mal geboren war, gab es den Ausdruck gar nicht! (also 1950, wo dieser Ausdruck dann im Buch vorkommt)
Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina,
Löschendanke für die Aufklärung - das mit Oida ist mir so als Deutsche nicht aufgefallen und wusste ich auch noch nicht ;)
Liebe Grüße von Conny