Die Endlichkeit des Augenblicks - Jessica Koch



    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (18. August 2017)
    • ISBN-10: 349927423X
    • ISBN-13: 978-3499274237
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Drama


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Wenn du zwei Menschen zur gleichen Zeit liebst, dann entscheide dich immer für den zweiten, denn er hätte niemals dein Herz erobert, wenn der erste der Richtige gewesen wäre.» (Johnny Depp) Was aber, wenn du beide zur gleichen Zeit kennenlernst? Was, wenn es zwei Menschen sind, die eine große Last mit sich tragen? Eine Last, die sie wie ein unsichtbares Band miteinander verbindet? Wenn dein Herz dich zu beiden zieht, wen würdest du wählen? Denjenigen mit den körperlichen oder denjenigen mit den seelischen Wunden? Würdest du dich überhaupt entscheiden, wenn du wüsstest, welche endgültigen Konsequenzen deine Wahl mit sich bringt?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

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Meine Meinung:
Viele von euch haben die Danny-Trilogie der Autorin oder so wie ich zumindest den ersten Band der Reihe "Dem Horizont so nah" gelesen. Dieser hat mich ja wirklich begeistert und sehr berührt. Deswegen war ich schon sehr auf Jessica Kochs neuen Roman gespannt, der heute, am 18. August 2017 bei Rowohlt erscheinen wird (Coverabbildung)
Ich habe über LB ein eBook gewonnen, obwohl ich mich für das Taschenbuch beworben hatte und welches ich ohne Reader natürlich nicht lesen konnte. So habe ich mir das Buch gekauft, welches kurze Zeit auf Amazon direkt von der Autorin als selfpublishing erhältlich war.

Auch der neue Roman von Jessica Koch ist wieder sehr bewegend. Durch den Tod meiner Mutter musste ich das Buch allerdings einige Zeit zur Seite legen und unterbrechen, denn ich brauchte zu dieser Zeit eher leichtere und humorvolle Kost oder etwas Spannendes, aber kein Buch, das sehr emotional, problembeladen und eher bedrückend ist. Und das war "Die Endlichkeit des Augenblicks" letztendlich....

Es gibt einige Passagen, die mich an "Dem Horizont so nah" erinnerten. Die sehr bedrückende Stimmung findet man ebenfalls in beiden Romanen vor. Hier geht es jedoch um zwei Jungen, Basti und Josh, beste Freunde seit Kindestagen, deren Leben seit einer Mutprobe mit tragischen Ausgang nicht mehr daselbe ist. Basti sitzt seitdem im Rollstuhl und Joshua gibt sich die Schuld daran. Er leidet ebenfalls unter dem Tod seiner Mutter und an schweren Depressionen, außerdem hat er bereits einige Selbstmordversuche hinter sich. Josh hat außer Basti keine Freunde und als Samantha in ihr beider Leben tritt, ist er zwar von ihr fasziniert, aber gleichzeitig fürchtet er um die Freundschaft mit Basti.

Sebastian hat sich mit seinem Leben im Rollstuhl abgefunden, obwohl er zuvor ein richtiger Draufgängertyp und Mädchenschwarm war. Er hat auch die finanzielle Unterstützung seiner Familie und seine Wohnung ist nicht nur behindertengerecht ausgebaut, sondern besitzt so einige technische Spielereien, die ihm sein Leben erleichtern sollen. Beide Jungs fühlen sich für den Anderen verantwortlich. Seit seinem Unfall hatte Basti auch keine Beziehung mehr, bis die beiden Samantha kennenlernen, die keine Hemmungen gegenüber "Behinderten" zeigt, denn ihre kleine Schwester Melanie ist Autistin. Während Basti anfangs voller Lebensfreude ist, ist Josh total negativ und depressiv und trotzdem verliebt sich Samantha in beide Jungs.

Mit Joshua wurde ich lange Zeit nicht wirklich warm und ich konnte auch seine Handlungen (besonders eine) kaum nachvollziehen und akzeptieren. Er stalkt Sam zu Beginn regelrecht und obwohl Basti sich für ihn verantwortlich fühlt, möchte Josh, dass die Beziehung der Beiden zerbricht. Die beiden Jungen sind auf eine bestimmte Art voneinander abhängig, die der Freundschaft letztendlich nicht wirklich gut tut.
Auch Sams Handlungen konnte ich teilweise nicht verstehen. Ihre überzogene Reaktion, als Basti im Urlaub ist und sich nicht jeden Tag bei ihr meldet, war mir zu kindisch. Als ein Unglück geschieht wird ihr die Wahl zwischen den beiden Männern abgenommen....

Vieles fand ich zu melodramatisch und kaum ist eine herzzerreißende Situation beendet, stolpert man schon in die Nächste. Manche Handlungen waren für mich schwer nachvollziehbar. Mit Samantha hatte ich ein paar Schwierigkeiten. Sie ist zwar ein liebenswertes Mädchen, aber manche Handlungen konnte ich nicht verstehen. Mit Josh wurde ich nicht wirklich warm, nur Basti war mir wirklich sympathisch.
Vielleicht hatte ich einfach zu große Erwartungen nachdem ich von "Dem Horizont so nah" so begeistert war oder es war der falsche Zeitpunkt für mich, obwohl ich mir extra etwas Zeit damit gelassen habe.

Schreibstil:
Jessica Koch kann definitiv schreiben und auch ihre Leser mitreißen. Der Roman ist eine emotionale Achterbahnfahrt, wie wir es schon von der Autorin gewohnt sind. Man versinkt in ihren Romanen und leidet mit den Protagonisten mit. Wunderschön fand ich einzelne Gedichte und Gedanken, die Josh's Mutter in ihrem Tagebuch festggehalten hat. Ich habe mir unzählige Aussprüche notiert.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Sam (aus der Ich-Perspektive), Basti und Josh geschildert. Über jedem Kapitel steht jeweils der Name der erzählenden Person.

Fazit:
Ein weiterer sehr emotionaler und bewegender Roman der Autorin, den man vielleicht nur lesen sollte, wenn es einem selbst gut geht. Mir war einiges zu melodramatisch und ich wurde nicht mit allen Charakteren wirklich warm. Trotzdem hat Jesica Koch wieder eine berührende Geschichte geschrieben, die sicherlich in Erinnerung bleiben wird. An "Dem Horizont so nah" kommt aber "Die Endlichkeit des Augenblicks" meiner Meinung nach nicht heran. 



3 Kommentare:

  1. Hallo Martina,
    ich stimme dir zu: Dieses Buch war auch für mich keine leichte Kost. Nach dem Lesen brauchte ich regelrecht jemanden, mit dem ich mich darüber austauschen konnte. Mir ist auch aufgefallen, dass man in dieser Geschichte einige Parallelen zu der Danny-Reihe findet. So fand ich, dass die Protagonistin von ihrer Art Jessica ähnlich war. Auch in der Danny Reihe gab es eine sehr enge Freundschaft (Danny und Christina), bei der der andere bereit war alles für den anderen zutun, egal, welche Opfer es kostet. Aber auch der düstere und nicht verschönernde Schreibstil, sowie die Botschaft ist ähnlich.

    Was Josh und Sam angeht, haben wir glaube ich ähnlich, wenn nicht sogar gleich empfunden. Was Sam angeht, so fand ich die von dir genannte Reaktion nicht unbedingt so schlimm. Vielmehr störte mich, dass sie sich später gegen Basti stellt, obwohl sie doch oft weiß, dass er eigentlich die Wahrheit spricht. Ich möchte nicht spoilern, daher halte ich mich hier etwas vage. Weißt du, was ich meine?

    Basti hingegen habe ich so ins Herz geschlossen und so sehr bewundert für seine Reaktionen für seine Liebe und für seine Lebensfreude.

    Eine sehr gute und sehr aussagekräftige Rezension von dir.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Liebe Tanja,
      auch ich fand es besonders schlimm, wie Sam sich gegen Basti gestellt hatte. Das ist wohl zu wenig in meiner Rezi rausgekommen.
      Liebe Grüße
      Martina

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  2. Eine tolle Rezi, liebe Martina :) Ich kann mir gut vorstellen, dass einen das Buch in einer belastenden Situation eher runterziehen kann, weil es schon heftige Kost ist, wie die Geschichte von Danny auch (habe nur Teil 1 gelesen). Auch wenn ein paar Parallelen zu Dannys Geschichte bestehen, hat mir aber auch dieses sehr gut gefallen - aber danach brauchte ich was Leichteres ;-)

    Und ich stimme deiner Einschätzung zu, dass Jessica Koch gut schreiben kann - sie versteht es definitiv, ihre Charaktere dem Leser sehr nahe zu bringen.

    Liebe Grüße
    Sabine

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