Die Nächte, die Tage und das ganze Leben - Barbara Leciejewski




    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: Montlake Romance (14. Februar 2017)
    • ISBN-10: 147782281X
    • ISBN-13: 978-1477822814
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur



Amazon Kurzbeschreibung:
Hellseherei? Kompletter Unsinn! Das zumindest glaubt Fanni und beschließt mitten auf dem Münchner Winter-Tollwood, dafür den Beweis anzutreten. Impulsiv, wie sie ist, leiht sie sich kurzerhand den nächstbesten ihr völlig unbekannten jungen Mann bei seiner Freundin aus. Als angebliches Paar wollen sie die ortsansässige Hellseherin als Schwindlerin demaskieren. Keine Stunde später steht das Leben der beiden auf dem Kopf.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von der Autorin Barbara Leciejewski habe ich letztes Jahr "In all den Jahren" gelesen - ein Buch, das den ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥ von mir erhalten hat und eines meiner Jahres-Highlights war.
Deswegen war ich umso gespannter auf das neue Buch der Autorin, welches sie mir diesmal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank!

Wie schon in Barbara Leciejewski's letzten Roman, ist man von den ersten Seiten an mitten im Geschehen! Fanni, unsere Hauptprotagonistin, ist mit ihren besten Freundinnen Lore und Emma auf dem Münchner Winter-Tollwood unterwegs. Als Österreicherin musste ich das gleich mal googeln und fand heraus, dass es sich um eine Art "Markt der Ideen" handelt, sprich ein Kultur- und Umweltfestival. Und hier kommt es zwischen Lore und Fanni zu einer kleinen Debatte, in der es um Hellseherei geht. Während Lore fest an das Schicksal, Auren und gutes Karma glaubt, hält Fanni dies alles für Mumpitz. Kurz entschlossen will sie Lore davon überzeugen, schnappt sich den nächsten Typen und wandert mit ihm "als Pärchen" ins Hellseherzelt. Doch danach steht für Fanni und Horst, kurz genannt Nat, die Welt auf dem Kopf! Sie sollen sogenannte "Schicksalszwillinge" sein und dieses Glück seinen Gegenpart zu finden sei sehr selten, meint die Hellseherin. Ob das Horst's Freundin Antonia auch so sieht?

Was habe ich anfangs gelacht, als ich die ersten Seiten las, in denen Fanni sich den lieben Horst schnappt und sie gemeinsam ins Zelt der Wahrsagerin "Tanna Divina" stolpern. Fanni ist eine sehr impulsive und temperamentvolle Protagonistin, die meistens handelt bevor sie nachdenkt und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass sie öfters ins Fettnäpfchen tritt und einige skurille Situationen auslöst. Mit dem Hinweis der Wahrsagerin füreinander bestimmt zu sein, kommen Fanni und Nat nicht wirklich klar. Missverständnisse und Zweifel treiben die Beiden so schnell auseinander, wie sie sich gefunden haben. Wie die Beiden ihren weiteren, streckenweise sehr holprigen Weg beschreiten, liest sich amüsant, aber auch stellenweise mit einer kleinen Träne im Auge...oder mit unglaublichen und hilflosen Kopfschütteln!

Ich stehe nicht wirklich auf kitschige Liebesromane mit schwülstigen Texten, sondern brauche eine Geschichte rundherum, die mich entweder begeistern, wirklich mitnehmen oder amüsieren kann. Einige Turbulenzen, Hochs und Tiefs....wenn es sein muss auch traurige und schlechte Enden!.....das sollte ein Liebesroman beinhalten, der mich fesselt und berührt. Meistens liebe ich sogar diese Romane mit keinem Happy End mehr, als andere.....aber nicht immer! 

Dass es diesmal keine 5 Sterne wurden liegt daran, dass ich einige Begebenheiten in diesem Roman - vorallem im Vergleich zu "In all den Jahren" doch teilweise unglaubwürdig bzw. überzogen fand. Vorallem die vielen Talente Fannis konnten mich nicht überzeugen. Soeben mal einen Bestseller schreiben (obwohl ich die Idee der Nackenbeißer echt grandios fand!), eine Radiosendung von heute auf morgen erfolgreich moderieren und und und ....das war mir doch ein bisschen too much.
Auch konnte ich nicht glauben, dass ihre besten Freundinnen wochenlang nicht bemerkten, wie schlecht es Fanni geht.
Die "Hilfe" hingegen, die sie Nat angedeihen lässt, konnte ich mir sehr bildhaft vorstellen ;)

Charaktere:
Die einzelnen Charaktere sind großartig beschrieben und ich hatte sowohl Emma, Lore und Fanni bildlich vor Augen, ebenso wie Nat, Antonia, Nils oder Kring. Von den Hauptcharakteren bis hin zum kleinsten Nebencharakter sind alle einfach lebendig, haben ihre Macken und sind einfach Menschen wie du und ich. Wie auch in "In all den Jahren" spielt jede Figur eine wichtige Rolle und trotzdem bleiben Fanni und Nat immer der Mittelpunkt. Fanni ist zwar sehr chaotisch, aber da ich selbst in Künstlerkreisen (Musiker) arbeite, kenne ich viele Menschen wie diese. Deswegen habe ich mir auch eine Stelle im Buch markiert, die ich einfach zu hundert Prozent unterschreiben kann:

"Künstler" knurrte Florian. "Genial auf der Bühne, unzuverlässig und anstrengend im Leben"   -  Seite 201  

Schreibstil:
Die Autorin schreibt einfach wunderbar gefühlvoll, amüsant und kurzweilig. Die Figuren leben und sind mitten aus dem Leben gegriffen. Mit viel Feingefühl erzählt Barbara Leciejewski eine berührende Geschichte voller Missverständnisse und Zweifel.
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der Hauptprotagonistin erzählt und lässt den Leser somit noch besser in ihre Gefühlswelt abtauchen.

Fazit:
Wieder ein absolut gelungener Roman der Autorin, der vorallem durch den berührenden Schreibstil und die authentischen Charaktere überzeugt. Wegen kleiner, für mich unglaubwürdigen Szenen, gibt es diesmal keine 5 Sterne...aber eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an Barbara Leciejewski für das Rezensionsexemplar!

2 Kommentare:

  1. Ging mir genauso. Vor allem diese "große Liebe", die so plötzlich da ist und für die man alles stehen und liegen lässt, hat mich nicht wirklich überzeugt.

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  2. Schönes Cover, aber der Klappentext würde mich nicht rumkriegen. :)

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