Irgendwo für immer - Sarah Jio



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: Diana Verlag (11. März 2013)
    • ISBN-10: 3453356551
    • ISBN-13: 978-3453356559
    • Originaltitel: The Violets of March 
    • Genre: Roman



Diana Verlag Kurzbeschreibung: 
Emily Wilsons perfektes Leben zerbricht, als ihr Mann Joel sie nach sechs Jahren für eine andere Frau verlässt. In der Hoffnung, dass das Meer ihren Schmerz fortspülen wird, reist sie zu ihrer Großtante Bee nach Bainbridge Island, um dort auf der malerischen Insel vor Seattle einen Neuanfang zu wagen. Als sie in der Strandvilla ein altes Tagebuch aus dem Jahr 1943 findet, ahnt sie noch nicht, dass dieser Fund ihr Leben von Grund auf verändern soll...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Romane mit kleinen Geheimnissen, die unsere Hauptprotagonisten enträtseln müssen, gibt es mittlerweile viele und mir kommt es manchmal so vor, wie wenn es immer mehr werden würden.....
Einige davon sind wirklich sehr gut, doch oft liest man von Ereignissen, wo man sich denkt diese schon einmal irgendwo anders gelesen zu haben. Oder man erahnt schon zu Beginn, wie die Geschichte enden wird.
Dieser Roman von Sarah Jio - mein erstes Buch der Autorin - ist gefüllt mit vielen Geheimnissen und rätselhaften Anspielungen. Dieser Roman hebt sich durch den sehr flüssigen und einfühlsamen Schreibstil und vorallem durch die tollen Landschaftsbeschreibungen von vielen Geschichten dieser Art ab.

Die Schriftstellerin Emily steht vor den Scherben ihrer Ehe. Nach sechs Jahren lässt sich ihr Ehemann Joel wegen einer anderen Frau von ihr scheiden. Um sich abzulenken bricht Emily zu einer Reise in ihre Kindheit auf - dorthin wo sie immer ihre Ferien verbracht hat: Bei Großtante Bee auf der Insel Bainbridge, die der Großstadt Seattle vorgelagert ist.
Kaum befindet sie sich wieder auf dem kleinen Eiland, ist sie wieder verzaubert von der Schönheit der Landschaft, den eigenen Geruch und den Menschen, die dort leben. Sie hofft endlich ihrer Schreibblockade zu entrinnen, denn  nach dem großen Erfolg ihres ersten Romanes, hat sie keine Geschichte mehr zu Papier gebracht.
Großtante Bee, eine eher unkonventionelle alte Dame, die am Strand in einer alten und sehr großen Villa lebt, empfängt ihre Großnichte herzlich. Bald schon lenken Strandspaziergänge und Ausflüge mit Bee Emily von ihren Problemen ab. Eines Abends findet sie in ihrem Zimmer in der Nachttischschublade ein altes Tagebuch aus dem Jahre 1943. Fasziniert beginnt sie zu lesen und stellt sich die Frage, ob diese junge Frau, namens Esther, hier einmal gelebt hat. Ihre Geschichte zieht sie immer mehr in den Bann und bald hat Emily auch schon eine Idee für ein neues Buch. Doch vorher muss sie unbedingt die Hintergründe der rätselhaften Vergangenheit von Esther auf den Grund gehen, denn diese war in der Vergangenheit plötzlich von einen Tag auf den anderen spurlos verschwunden. Aber nicht nur dieses rätselhafte Tagebuch verwirrt sie und bringt sie auf andere Gedanken, sondern auch zwei grundverschiedene Männer: Greg, ihre einstige Jugendliebe und Jack, ein Maler aus der Nachbarschaft.

Die Tagebucheinträge von Esther fand ich sehr interessant und spannend. Mir gefiel die Geschichte in der Vergangenheit fast besser, als die in der Gegenwart und doch hängen beide zusammen, auch wenn Emily das anfangs noch nicht ahnt. Einige Klischees werden hier zwar auch bedient, aber das Rätsel in der Vergangenheit und die atmosphärischen Schauplätze konnten dies wieder etwas gutmachen.

Schreibstil:
Der einfühlsame und flüssige Schreibstil der Autorin ist hier ein großer Pluspunkt! Auch die sehr bildhafte Beschreibung der Schauplätze, die ich am liebsten auf der Stelle hätte besuchen wollen. Der leicht angehauchte esoterische Touch betreffend den Hornveilen, die für Heilung und Hoffnung stehen, und an bestimmten Plätzen wachsen sollen, sowie das plötzliche Auftauchen des Tagebuches, haben der Geschichte einen leichten mystischen Charme verliehe.

Cover:


Ich habe zuhause eine Weltbildausgabe mit dem ganz linken Cover, das mich an einen Lucinda Riley Roman erinnert ;)
Die englischen Cover nehmen Bezug zu den Hornveilchen, die im Buch immer wieder angesprochen werden und gefallen mir besser....besonders das Cover in der Mitte.

Fazit:
Eine nette, leichte und romantische Geschichte rund um ein Familiengeheimnis, welche vorallem durch die flüssige Schreibweise der Autorin und durch die atmosphärische Beschreibung der Insellandschaft punkten kann. Die Erzählung in der Vergangenheit hat mich mehr fasziniert, als die in der Gegenwart.


Steirerland - Claudia Rossbacher


    • Broschiert: 276 Seiten
    • Verlag: Gmeiner, A; Auflage: 1 (4. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3839216834
    • ISBN-13: 978-3839216835
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Sandra Mohrs fünfter Fall



Gmeiner Kurzbeschreibung:
Sandra Mohrs Auszeit neigt sich dem Ende zu, als sie der Ruf des Chefinspektors Sascha Bergmann zu einem Leichenfund ereilt. Diensteifrig folgt die LKA-Ermittlerin diesem in ein Waldstück nahe Straden, um dort den verstümmelten Toten zu begutachten, dem beide Hände fehlen. Wenig später erfährt sie, dass es vor Kurzem einen ähnlichen Mord in der Nähe gab – der Leiche waren die Beine abgetrennt worden. Sandra befürchtet, dass der Täter bereits ein weiteres Opfer im Visier hat. Und sie soll recht behalten …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Claudia Rossbachers fünfter Fall um Sandra Mohr und Sascha Bergmann führt uns wieder in die schöne Steiermark. Diesmal gehts ins sogenannte Vulkanland im Süden des Bundeslandes. Bei Lovelybooks hatte ich wieder Glück...meine Glücksfee ist mir im Moment wirklich sehr freundlich gesinnt!....und ich habe den ersehnten fünften Band der Reihe für eine Leserunde gewonnen. Ich liebe die beiden Ermittler und ihr Geplänkel ganz einfach!

Sandras Auszeit nach ihrem Burnout ist schneller vorbei, als sie dachte. Sie ist gerade beim Ausschecken im Kurhotel, als sie der Anruf ihres Chefinspektors zurück in die Welt des Verbrechens führt. Eine Leiche, nicht allzu weit von ihren Aufenthaltsort entfernt, wurde gefunden. Kurzerhand beordert Sascha die LKA-Ermittlerin zum vermeintlichen Tatort. In einem Waldstück wurde die verstümmelte Leiche eines jungen Mannes entdeckt - beide Hände fehlen. Kurz darauf erfährt Sandra von einem  ähnlichen Mord, der erst vor Kurzem passiert ist. Bei dieser Leiche fehlten die Beine und auch hier handelte es sich um einen jungen Mann. Einer Musiker, der andere Fußballspieler und Jungwinzer. Wer trachtet jungen Männern nach dem Leben bzw. ihren Körperteilen? Und handelt es sich womöglich um einen Serientäter?

Der Krimi beginnt sehr spannend. Man steigt sofort in die Geschichte ein und stellt sich wohl ähnliche Fragen wie die Ermittler: Warum fehlen dem jungen Mann die Hände? Was ist das Motiv? Während Sascha und Sandra nach Personen suchen, die beide Männer kannten, läuft ihnen die Zeit davon. Die meisten Einheimischen kennen sich untereinander und so ist es natürlich nicht immer einfach an die Menschen heranzukommen. Die Ermittlungsarbeit verläuft mehr und mehr im Sande und bringt keine Neuigkeiten. Doch dann gibt es einen weiteren Toten....

Leider fand ich die Ermittlungen diesmal etwas einseitig. Ich hatte sehr schnell einen Verdacht, der sich zum Schluss auch noch bestätigte. Das nahm leider etwas den Lesegenuss. Ebenso fehlte es mir im Mittelteil an Spannung. Die kleinen Kabbeleien zwischen Sandra und Sascha genoss ich dafür umso mehr. Meiner Meinung nach machen diese Geplänkel den Reiz dieser Reihe aus. Das Ende konnte mich diesmal leider auch nicht wirklich überzeugen. Obwohl noch genau erläutert wird wie es zum Mordmotiv kam, war es mir etwas zu weit hergeholt.

Hervorheben möchte ich noch die tollen und bildhaften Beschreibungen der Gegend und den heimischen Spezialitäten. Hier lief einem oft das Wasser im Munde zusammen, denn das Vulkanland ist bekannt für Wein, Schokolade, Schinken, Kernöl usw. 

Schreibstil:
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm zu lesen. Es gab wieder jede Menge österreichische und steirische Dialektwörter, die am Buchende in einem Glossar erklärt und zusammengefasst sind. Die Beschreibungen der Gegend sind wieder hervorragend gelungen und eine tolle Werbung für diese Region.

Cover:
Wie schon die Vorgängerbände bleibt der Gmeiner Verlag dem Herz in der Mitte treu. Die Handlung spielt im Herbst und so passt das Laub herum um das "Erkennungslogo" dieser Reihe hervorragend.

Fazit:
Für mich leider der schwächste Krimi der Reihe. Die Spannung im Mittelteil fehlte mir, mein baldiger Verdacht bestätigte sich und das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen. Trotzdem gefiel mir der Lokalkolorit des Krimis und die bereits liebgewonnen und wunderbar dargestellten Ermittler und ihr Geplänkel. Ich hoffe auf Band 6 und wieder mehr Spannung!



Vielen Dank an Lovelybooks, den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar und Claudia Rossbacher für die tolle Begleitung in der Leserunde! Es hat wriklich Spaß gemacht!

Die Reihe um Sandra Mohr und Sascha Bergmann:
  1. Steirerblut    *Rezi*
  2. Steirerherz     *Rezi*
  3. Steirerkind    *Rezi*
  4. Steirerkreuz    *Rezi*
  5. Steirerland

Neuheiten im April

 Hallo liebe Bücherwürmer!


 Nur noch wenige Tage und der März geht schon wieder dem Ende zu...Wahnsinn! Freut ihr euch schon auf die Neuerscheinungen im April? Was steht bei euch auf der Wunschliste? Oder welches Buch hat eure Neugier geweckt?

Hier sind die Bücher, die mir ins Auge gefallen sind:




Es sind diesmal nicht soo viele wie im März! Gott sei Dank! Mein SuB wird es mir danken! Und es gibt nur zwei MUST HAVES



Von Claire Winter habe ich bereits "Die Schwestern von Sherwood" gelesen und war damals begeistert! Ein wunderbarer Roman und eines meiner Buch Highlights überhaupt!

Und als Tess Gerritsen Fan MUSS ich natürlich auch ihren neuersten Thriller lesen! Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Was steht bei euch so auf der Liste der MUST-HAVES für den April?? Könnt ihr mir noch Bücher empfehlen?

Der Zug der Waisen - Christina Baker Kline


    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (10. November 2014)
    • ISBN-10: 344231383X
    • ISBN-13: 978-3442313839
    • Originaltitel: Orphan Train
    • Genre:  Roman


Goldmann Kurzbeschreibung: 
New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor ... Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Dies ist ein fiktiver Roman, der jedoch einen wahren Kern hat: Mehr als Hunderttausend Kinder wurden in sogenannten Waisenzügen (Orphan Trains) vom Osten der USA in den Mittleren Westen gebracht, wo sie, wie einst Sklaven vorgeführt wurden, und zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. Was als "Familiensuche" für Waisen dargestellt wurde, war meistens nur der Deckmantel für billige Arbeitskräfte und Grausamkeit gegenüber Kindern.

In diesem Roman erfahren wir die Geschichte von Niamh (ausgesprochen Neev), einem irischen Mädchen, das erst vor kurzem mit ihren Eltern in New York angekommen ist. Aus ärmlichen Verhältnissen und voller Hoffnung sind sie in Amerika gelandet, um bald darauf bei einem Wohnungsbrand ums Leben zu kommen. Nur die  neunjährige Niamh überlebt und wird von der Childrens Aid Society in einen der Waisenzüge gesteckt, die regelmäßig elternlose Kinder aus den Großstädten aufs Land bringt, wo sie an Famlien weitervermittelt werden. Während die ganz Kleinen und die großen starken Jungs schnell Familien finden, die sie aufnehmen oder als billige Arbeitskräfte ausnutzen, ist die Neunjährige und noch dazu rothaarige Niamh, entweder zu alt oder noch zu jung und zu schwach. Doch auch für Niamh, aus der "Dorothy" und später "Vivian" wird, gibt es einen Platz....

Im zweiten Handlungsstrang lernen wir die 17-jährige Molly kennen. Es ist das Jahr 2011 und Molly lebt in einer Pflegefamilie. Als sie beim Diebstahl eines Buches in der Bibliothek erwischt wird, wird sie vor die Wahl gestellt: Gefängnis und somit eine Vorstrafe oder Sozialarbeit. Ihr Freund verschafft ihr einen Job bei der 91jährigen Vivian, die alleine in einem großen Haus wohnt und Hilfe beim Entrümpeln ihres Dachbodens braucht. Molly und Vivian mögen sich auf Anhieb und die Siebzehnjährige fühlt sich in der Villa wohl. Doch bald wird ihr klar, dass Vivian gar nicht wirklich den Dachboden entrümpeln, sondern in Erinnungen schwelgen und vergangene Zeiten nochmals Revue passieren lassen will. Dabei erzählt Vivian Molly die Geschichte der kleinen Niamh und schon bald entsteht ein Vertrauensverhältnis zwischen den Beiden, das der Beginn einer wundervollen Freundschaft wird.....

Beide Handlungsstränge werde abwechselnd erzählt, wobei der Teil aus der Vergangenheit in der Ich-Form und der in der Gegenwart in der dritten Person erzählt wird. Die Autorin verknüpft geschickt Historie mit der Gegenwart und ermöglicht ein Teilhaben am Schicksal der beiden Protagonistinnen.
Molly ist ein wirklich nettes Mädchen, dessen Vater nie in Erscheimung getreten ist, während die Mutter als Drogenabhängige zwischen Entzugsklinik und Gefängnis pendelt. So hatte Molly nie wirklich eine richtige Familie, außer diverse Pflegefamilien, die sie immer relativ rasch wieder verlassen musste. Bei Vivian fühlt sie sich das erste Mal so akzeptiert, wie sie ist und kommt auch endlich etwas aus sich heraus.

Vivian hingegen durchlebt nochmal ihre Vergangenheit. Eine Zeit, die für das damalige kleine Mädchen alles andere als einfach war. Zuerst das fremde Land, danach der Verlust der Eltern und Geschwister und als "Höhepunkt" der Weg ins vollkommen Ungewisse.... Trotzdem ist dieser Roman in keiner Weise negativ, sondern es gibt auch humorvolle Passagen. Auch wird das Thema Freundschaft immer wieder angesprochen.

Mich hat die Geschichte von Niamh sehr berührt. Das kleine Mädchen verliert alles und wird grausam behandelt bis sie endlich Menschen findet, die sich ihrer wirklich annehmen und sie fördern und lieben. Doch auch danach hat Niamh/Dorothy/Vivian ein schweres Leben. Entsetzt war ich auch von Gleichgültigkeit ihres Namens gegenüber. Einfach dem Kind einen neuen Namen zu verpassen aus allen möglichen Gründen, wo es doch schon alles verloren hat, finde ich unmenschlich.

Es gibt deshalb keine 5 Sterne, da mir der Schluss dann doch zu viel "heile Welt" war.....irgendwie typisch amerikanisch. Das passt irgendwie nicht zur Geschichte. Hätte die Autorin die letzten Seiten nicht mehr geschrieben, wäre das Buch einfach perfekt gewesen.....aber das ist auch Ansichtssache!

Schreibstil:
Christina Baker Kline hat sehr einfühlsam und präzise eine Geschichte stellvertretend für viele Kinder aus dieser Zeit geschrieben. Es wurde sehr gut recherchiert und die Autorin hat sich mit vielen Zeitzeugen unterhalten. Aus diesem ernsten Thema entstand keinesfalls eine langweilige Lektüre, sondern eine berührende Geschichte über ein sehr ereignisreiches Leben. Auch der Aspekt der Freundschaft zwischen der inzwischen 91-jährigen Vivian und der 17-jährigen Molly wird sehr gefühlvoll dargestellt. Es gibt auch einige sehr humorvolle Passagen.
Im Anhang an die Geschichte gibt es noch einen kleinen bebilderten Teil...eine kurze Geschichte zu den Orphan Trains.

Cover:

Das Originalcover gefällt mir sehr gut, da es sehr gut zum Roman passt. Ich finde auch das deutsche Cover schön, aber meiner Meinung nach könnten diese Kinder ebenso aus einer späteren Zeit stammen (Kleidung) und es spiegelt mehr eine "heile Welt" dar. Am Originalciover sieht man die Traurigkeit und die Sehnsucht in den Augen des Mädchen und auch ihre Verlorenheit.....was perfekt zur Geschichte passt!



Fazit:
Eine sehr berührender Roman, der uns über ein dunkles und uns noch unbekanntes Stück amerikanischer Geschichte erzählt: Die Waisenzüge. Eine Geschichthe, die noch lange nachhallt und nachdenklich macht. Ein Roman über das Schicksal, Freundschaft und über Verlust. Absolut lesenswert!


Ich habe mich noch etwas mit der Geschichte um diese Waisenzüge auseinandergesetzt, denn eigentlich hatte ich vorher noch nie etwas über dieses Stück amerikanische Geschichte gehört.
Hier ein kleines Video zum Buch:



Todesurteil - Andreas Gruber


    • Taschenbuch: 576 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3442480256
    • ISBN-13: 978-3442480258
    • Genre: Thriller 
    • Reihe: ja - 2. Teil um Profiler Maarten S. Sneijder


Goldmann Kurzbeschreibung: 
 In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Seit "Rachesommer" bin ich ein Fan des österreichischen Autors Andreas Gruber...dann kam "Todesfrist" und ich dachte mir keiner seiner Thriller könnte dieses Buch noch toppen! Doch nun habe ich "Todesurteil gelesen und bin ebenso begeistert! "Todesurteil" steht "Todesfrist" in keiner Weise nach - im Gegenteil! Und es gibt ein Wiederlesen mit Maarten S. Sneijder, denn dies ist Band 2 um den eigenwilligen und charismatischen Fallanalytiker. Ich würde empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen, aber man kann auch dieses Buch alleine lesen.

Dieser spannende Thriller von Andreas Gruber spielt zeitgleich an zwei verschiedenen Plätzen: Wien und Umgebung (Neusiedlersee) und Wiesbaden. Kapitelweise wird zwischen den beiden unterschiedlichen Handlungssträngen hin- und hergesprungen, wobei die Spannung trotzdem nie zu kurz kommt.

In der Nähe von Wien wird ein verstörtes und misshandeltes Mädchen gefunden. Es ist Clara, die 11-jährige Tochter von Staatsanwältin Melanie Dietz ehemaliger Freundin Ingrid. Ihr Rücken ist bis auf ein kleines Fleckchen mit Motiven aus Dantes Inferno tätowiert worden. Kurz darauf wird eine Kinderleiche im Wienerwald gefunden, deren Haut am Rücken fehlt. Melanie übernimmt den Fall gemeinsam mit ihrer Therapiehündin Sheila.

Im zweiten Handlungsstrang begegnen wir wieder Sabine Nemez, die nach einigen Absagen endlich die Möglichkeit bekommt an der Akademie des BKA in Wiesbaden zu studieren. Dies gibt auch ein Wiedersehen mit Maarten S. Sneijder, dem niederländischen Fallanalytiker, der dort unterrichtet und Sabine in seinen Kurse nimmt. Gemeinsam haben sie vor einem Jahr ("Todesfrist") einen Fall gelöst. Doch Sabine hat keinen sehr guten Anfang in Wiesbaden. Drei ihrer Mitstudenten neiden ihr den Platz, den sie ohne Aufnahmeprüfung bekommen hat. Nur die toughe Tina zeigt sich ihr gegenüber freundlich. Außerdem erfährt sie, dass auf ihren Exfreund Erik, der ebenfalls beim BKA arbeitet, ein Anschlag verübt wurde. Dieser liegt schwer verletzt auf der Intensivstation. Anscheinend hat er an einem Fall gearbeitet, den sie bei Sneijder im Kurs durchnehmen.....ein Gemetzel an einer Familie in Berlin. Sabine entdeckt Gemeinsamkeiten der alten Fälle, die sie durchnehmen und den Vorfällen in Österreich. Doch sie ist die Einzige, die so denkt...

Dieser Thriller von Andreas Gruber ist sehr temporeich und nichts für schwache Nerven. Beide Handlungsstränge sind rasant und es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Der Spannungsbogen ist durchgehend konstant bzw. wächst sogar noch...was man sich gar nicht mehr vorstellen kann! Man kommt kaum zum "durchschnaufen" und rätselt permanent, wie denn diese Fälle alle zusammenhängen sollen? Immer wieder gibt es neue Ansatzpunkte und verblüffende Wendungen, die mir mehr und mehr Fragezeichen in meine Augen zauberten.

Die Charaktere sind alles andere als einseitig und haben alle ihre Ecken und Kanten. Besonders Sneijder ist der "Ungustl" schlechthin, den wir ja schon aus "Todesfrist" kennen. Auch in diesem Band braucht er weiterhin seine Dosis Marihuana, um sich in die Gedankenwelt der Täter versetzen zu können und vorallem, um gegen seine nagenden Kopfschmerzen anzukämpfen. Ich habe bis jetzt keinen Ermittler kennengelernt, der Maarten S. Sneijder ähnelt. Er ist absolut unsympathisch und gleichzeitig wieder das Gegenteil. Sabine ist eine toughe junge Frau, die vor nichts zurückschreckt und ihren Weg geht. Das Zusammenspiel der Beiden ist absolut gelungen und bringt etwas Humor in die manchmal doch sehr grausamen Morde. Auch die übrigen Charaktere sind sehr gut dargestellt. Besonders gefallen haben mir Tina, Sabines Studienkollegin und Staatsanwäting Melanie Dietz.

Schreibstil:
Der Erzählstil ist packend, flüssig und sehr temproreich. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und nicht einseitig. Verblüffende Wendungen bringen immer wieder neue Ansätze und Ideen.

Cover:
Der hellblauen Hintergrund gefällt mir sehr! Die abgebildete Tatwaffe ist in 3-D und fährt man mit der Hand drüber, spürt man rauhe Erhebungen - genial! Auch passt das Titelbild zu Reihe um "Todesfrist".

Fazit: 
Ein MUSS für alle Thrillerfans! Absolut genial konstruiert und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Mein bisheriges Highlight des Jahres!


Die Reihe um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder:
  1. Todesfrist
  2. Todesurteil

Das Liebesleben der Suppenschildkröte - Theresia Graw


    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. Februar 2014)
    • ISBN-10: 3442382017
    • ISBN-13: 978-3442382019
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur


 

Blanvalet Kurzbeschreibung:
 Single-Frau Anfang 40 mit zwei kleinen Kindern sucht Mann – zieht man damit seinen Traumprinzen an Land? Eher nicht. Zu dem Schluss kommt zumindest Sophie, nachdem der jüngste potenzielle Liebhaber vor ihrem Nachwuchs Reißaus genommen hat. Als die Münchner Lokalreporterin bei einem Auffahrunfall den schicken Anwalt Roland kennenlernt, verschweigt sie die lieben Kleinen daher kurzerhand – ganz à la Suppenschildkröte, die ihre Brut allein am Strand zurücklässt. Sobald Roland sich in sie verliebt hat, wird Sophie ihm reinen Wein einschenken. Eine winzige Schwindelei, die spektakulär nach hinten losgeht …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Blanvalet Challenge

Meine Meinung:
Nach dem ernsten, poetischen und nicht so leicht zu lesenden Roman "Still - Chronik eines Mörders" brauchte ich eine leichte und lustige Lektüre und griff zu "Das Liebesleben der Suppenschildkröre" von Theresia Graw. Und dieser Griff war Goldes wert, denn dieser Roman enthielt alles, was ich mir so vorgestellt und gewünschte hatte: eine herzliche und sympathische Protagonistin und viel, sehr viel Humor.

Sophie ist Anfang 40, Mutter von zwei Kindern und geschieden. Ihr Ex-Mann Stefan hat sich eine jüngere Ausgabe namens Kim zugelegt und genießt nun sein kinderloses Leben in Nobelrestaurants und im Golfclub. Sophie hingegen kämpft jeden Tag als Teilzeit-Lokalreporterin mit dem Haushalt, den Kindern und ihren Job. Regelmäßig kommt sie zu spät ins Büro, nachmittags ebenso in den Kindergarten, wo ihr Sohn Timo und ihre Tochter Lina meistens als Einzige auf der Wartebank sitzen. Für ein neues Liebesleben bleibt keine Minute übrig. Und doch sehnt sich Sophie nach einer starken Schulter und einem neuen Mann in ihrem Leben. Nach einigen Reinfällen, die vorallem durch ihre beiden Kinder passieren, die im unpassendsten Moment die Zweisamkeit stören, ist Sophie verzweifelt. Doch da tritt völlig unerwartet DER Traummann in Sophies Leben.
Bei einem Auffahrunfall lernt sie den attraktiven und charmanten Rechtsanwalt Roland kennen. Sie ist beeindruckt von diesem Mann, der anscheinend auch Gefallen an ihr findet. Jedoch scheinen ihm eher Karrierefrauen zu imponieren und so verschweigt Sophie ihm anfangs ihre beiden Kleinen. Leider versäumt sie bei weiteren Treffen immer wieder "den richtigen Moment", um ihm von ihrem "kleinen" Geheimnis zu erzählen und verstrickt sich immer mehr in ihr eigenes Lügengebäude. Ist sie deshalb wie eine Suppenschildkröte, die ihre Eier in den Sand legt, um kurz darauf zu verschwinden und ihre Kinder im Stich lässt?
Als sie im Job dann auch noch die Kolumne "Kathis Kosmos" ihrer Kollegin übernehmen soll, die Probleme in ihrer Schwangerschaft hat, scheint es in ihrem Leben wieder aufwärts zu gehen. Doch wie soll sie als geschiedene Frau und Single von den Höhepunkten des Familienlebens erzählen? Und dann erscheinen auch noch ihr Bruder Chris und sein Freund Björn auf der Bildfläche, die ein paar Tage bei Sophie übernachten wollen, bevor sie sich weiter auf die Reise nach Italien machen....

Der Einstieg in diesen sehr unterhaltsamen Roman ist wunderbar leicht. Das Thema ist jetzt nicht wirklich neu, doch die Autorin versteht es hervorragend mit ihrer leichten und flüssigen Erzählweise und den bildhaften Charakteren, den Leser zu verzaubern. Mit Sophie konnte ich mich sofort identifzieren. Sie ist eine Chaotin, die es trotzdem immer wieder schafft durchs Leben zu gehen. Ihre amüsanten Hoppalas könnten genausogut mir passieren. Und trotzdem oder gerade deshalb ist sie mir sofort ans Herz gewachsen, genauso wie Miriam, ihre beste Freundin.
Die Charaktere sind allesamt sehr bildhaft beschrieben und sind aus dem täglichen Leben gegriffen. Die Geschichte ist an keiner Stelle unrealistisch, sondern man lacht herzhaft über all die köstlichen Situationen mit den Kindern. Jede Frau, die selbst versucht Job und Kinder unter einem Hut zu bringen, kennt nur allzu viele Situationen, die die Autorin hier beschreibt. Gerade deswegen fühlt man sich in dieser Geschichte als Mutter und Erwerbstätige so wohl. Man kennt das alles selbst und kann zur Abwechslung mal über Andere lachen....nicht vor Schadenfreude, sondern einfach mit ihnen und denkt sich dabei: "Ja, so etwas ähnliches ist mir auch schon mal passiert" oder "Gott sei Dank ist mir das noch nie passiert!"

Schreibstil:
Wie schon oben erwähnt ist der Schreibstil der Autorin wunderbar leicht, humorvoll und liest sich flüssig. Man lacht über all die chaotischen Ereignisse, die Verstrickungen und hofft auf ein Happy End....das wohl kommt, aber anders als erwartet. Die Charaktere sind fantastisch beschrieben und durch den amüsanten Handlungsverlauf fühlt man sich hier einfach wohl.

Cover:
Das Cover finde ich richtig toll! Es ist einmal etwas ganz anderes und es passt hervorragend zum Titel. Wenn man mit der Hand über das Cover streicht, merkt man, dass die Schildkröte und die Schrift in 3-D hervorgehoben sind. Obwohl mir rot und lila zusammen normaler Weise nicht so gut gefällt, finde ich die Farbgebung mit dem beigen Hintergrund absolut harmonisch.

Fazit:
Dieser lockere und amüsante Roman unterhält, lässt die Seele baumeln und man kann wunderbar vom Alltag abzuschalten. Dabei wirkt er aber an keiner Stelle unrealistisch, ist spritzig und hat sympathische Charaktere.
Ich habe mich dabei wunderbar unterhalten!



Vielen Dank an denVerlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!


Neuzugänge März - Teil 2

Hallo meine Bücherwürmer!

Zeit für Teil 2 der Neuzugänge im März (bevor das Monat zu Ende geht!).
Jede Menge Bücher für die Blanvalet Challenge und außerdem habe ich das neue Bloggerportal ausprobiert und bin begeistert! Und ein Leserundenbuch ist auch eingetroffen.
Hier ein kleiner Überblick:


Meine Blanvalet Bücher:


"Das Liebesleben der Suppenschildkröte" von Theresia Graw stand schon lange auf meiner Wunschliste und ich habe es bereits gelesen. Rezi folgt demnächst. Eines vorweg: Ich habe mich köstlich unterhalten!

Von Sandra Brown lese ich eigentlich alle Thriller. "Nachtglut" ist mir irgendwie durch die Lappen gegangen.

Und ganz besonders freue ich mich über "Über uns der Himmel" von Kristin Harmel.

 

Beim Bloggerportal bewarb ich mich für den neuen Thriller von Wibke Lorenz "Bald ruhest auch du", nachdem mich "Alles muss versteckt sein" damals total aus den Socken gehauen hat.

Und bei Lovelybooks darf ich bei der Leserunde zu Claudia Rossbachers neuersten Steirerkrimi "Steirerland" mitlesen. Ich freue mich schon auf einen neuen Fall von Sandra Mohr.

Das sind meine Neuzugänge....sehr krimilastig diesmal.



Still - Thomas Raab



    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: Droemer HC (14. Januar 2015)
    • ISBN-10: 3426199564
    • ISBN-13: 978-3426199565
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Krimi




Droemer Knaur Kurzbeschreibung: 
Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Still - Chronik eines Mörders" ist ein Roman, der sich äußert schwer in ein Genre einordnen lässt. Ich finde der Untertitel passt relativ gut, denn das Wort Chronik bedeutet laut Wikipädia "....eine geschichtliche Prosadarstellung, die die Ereignisse in zeitlicher Reihenfolge geordnet darstellt"
Diese Erklärung passt für diese Geschichte hervorragend, denn sie beginnt mit der Geburt von Karl Heidemann und endet bei seinem Tode. (Das ist jetzt nicht gespoilert, denn bereits auf der ersten Seite wird das Ende seines Lebens angesprochen)

Aber nicht nur mit der Einordnung in ein Genre tut man sich schwer. Ebenso ergeht es mir mit einer Rezension zu diesem Buch. Wer gestern meine Blogpost zur Lesung von Thomas Raab gelesen hat, wird sich wohl schon denken können, dass mir dieses außergewöhnliche Buch gefallen hat. Kein Buch (außer vielleicht Shades of Grey) hat die Leser in zwei so unterschiedliche Lager gespalten und ich gebe zu, es ist schwer zu lesen. Man muss sich Zeit nehmen....Zeit für diesen poetischen Stil, der außergewöhnlich ist oder wie manche auch sagen "altmodisch"....und für die Geschichte selbst.
Da ich dem Autor bereits bei einer früheren Lesung begegnet bin, kannte ich seinen Schreibstil und seine Sprache bereits. Viele lieben diesen Stil in seinen Metzger-Krimis. Ich muss sagen, dass ich bei einem eher amüsanten Krimi diese Prosa und die langen Sätze nicht wirklich brauche. Deshalb werde ich auch seine bereits berühmten Metzger-Krimis nicht lesen! Doch für "Still" passen diese Worte voller Poesie perfekt.

6. Dezember 1982, Jettenbrunn, ein kleines Dorf in Österreich.
Als Karl zur Welt kommt, wird er von seinen Eltern, Charlotte und Johann Heidemann, sehnlichst erwartet. Doch ihr Kind ist nicht wie die Anderen, denn es hat einen übersensiblen Gehörsinn. Kaum ist er auf dieser grellen und lauten Welt, beginnt er zu schreien. All diese Geräusche, die ihm im Kopf dröhnen bereiten Karl Kopfschmerzen....das Singen und Summen seiner Mutter, Schritte, Fahrzeuge, sogar der Regen, der auf das Fenster klopft...einfach alles. Seine Mutter ist verzweifelt und nach Tagen und Nächten mit Geplärre verliert sie kurz die Nerven...und Karl entdeckt eine Stille, die ihn überrascht und gut tut. Nachdem die Eltern bemerken, was mit Karl los ist und wie beide Teile miteinander leben können, dauert es einige Zeit. Doch dann baut ihm der Vater einen isolierten Raum im Keller und Karl ist glücklich. Dort unten in der Isolation lernt der Junge sehr schnell, denn er ist extrem intelligent. Und eines Tages sieht er die Erlösung durch den Tod, die ihm ein einzigartiges Gefühl bereitet: Glück.

Mehr möchte ich jetzt nicht mehr zum Inhalt sagen, denn dieses Buch muss man einfach selbst lesen, um zu verstehen. Wie oben in der Kurzbeschreibung angedeutet, ist dies jedoch kein Thriller und nicht wirklich ein Krimi. Karl mordet, aber für ihn kommt der Tod als Erlöser. Er lebt nach seinen eigenen Regeln, die er sich durch seine eigene Weltanschauung zurechtgelegt hat. Karl mordet nicht, wie Jean-Baptiste Grenouille in "Das Parfum", weil er aus dem Geruch vieler Mädchen einen einzigartigen kreieren möchte, sondern Karl will helfen. Man versteht diesen außergewöhnlichen Jungen manchmal richtig (ist das nicht erschreckend?) und man hofft mit ihm, dass er endlich findet, was er sucht: die Liebe.

Eine Stelle hat mich besonders beeindruckt und sehr nachdenklich zurückgelassen. Es geht um das Leben und Sterben von Menschen und Tieren. Raab spricht hier die Erlösung des Tieres durch die Spritze beim Tierarzt an.In der Geschichte ist Karl verwirrt, denn er begnet immer wieder Menschen, die qualvoll sterben müssen und die keine Erlösung finden. Nun wurde er aber Zeuge, wie vor seinen Augen ein Tier erlöst wird, den Menschen durfte er allerdings nicht helfen. Seine Gedanken dazu: " Dem Getier ein gnadenloses Leben, dafür den gnadenlosen Tod? Dem Menschen ein gnadenvolles Leben, dafür den gnadenlosen Tod? "

Der Roman ist in drei Teile geteilt: Glaube, Liebe und Hoffnung. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten.
Den Sprachstil habe ich oben schon angesprochen: poetisch, sprachgewaltig mit langen Sätzen.
Einige Ähnlichkeiten zu "Das Parfum" lassen sich nicht abstreiten. Diese beziehen sich aber eher auf den Erzählstil, die poetische Sprache und einen Hauptprotagonisten, der ein Außenseiter ist und eine Besonderheit hat. Besonders zu Beginn hat man dieses Gefühl, doch nach dem ersten Drittel schlägt die Geschichte eine ganz andere Richtung ein.
Nicht ganz 5 Sterne, weil mich das letzte Viertel des Buches nicht mehr ganz so beeindruckt hat, wie der Rest.

Cover:
Wasser spielt in dieser Geschichte eine große Rolle und deswegen finde ich das Cover sehr gut gewählt. Es hat eine beruhigende Ausstrahlung und drückt auch irgendwie die Stille aus, die auch im Buch vorhanden ist. Nicht umsonst nimmt man auch ähnliche Bilder für Meditationen oder zum Abschalten.

Fazit:
Eine etwas andere Geschichte. Ein Roman, der sich nicht einordnen lässt, der berührt und nachdenklich macht. Ein Buch, das noch lange nachwirkt. Einfach selbst lesen!


Lesung - Thomas Raab liest aus "Still"

Hallo meine Bücherwürmer!

Letzte Woche war ich ziemlich spontan bei einer Lesung. Diese findet man ja hier in Österreich am Land nicht allzu oft und als ich las, dass Thomas Raab in St.Pölten im Cinema Paradiso aus seinem neuersten Buch "Still" liest, habe ich mir sofort zwei Karten reservieren lassen.

Meine Tochter hat mich begleitet, obwohl es eigentlich nicht ganz ihr Genre ist, das sie liest.

Plätze konnte man leider nicht mit früheren Erscheinen sichern, denn wir wurden erst nach einem Interview für den ORF alle gemeinsam in den Saal gelassen. Trotzdem hatte ich gute Sicht auf den Autor.


 Ich hatte Thomas Raab schon bei einer Sommerlesung vor 2 1/2 Jahren erlebt und wusste, dass er als ehemaliger Lehrer (allerdings für Mathematik, Sport und Musik) super vortragen kann und jede Menge Charme versprüht.
 

So war es auch diesmal. Er begann mit den ersten Seiten seines neues Romans "Still", der sich schwer in ein Genre einordnen lässt und der die Leser in zwei Lager teilt: diejenigen, die begeistert sind und diejenigen, die das Buch einfach nur schlecht finden.
Was ich dazu zu sagen habe, wird in meiner Rezi stehen, die in den nächten Tagen auf meinen Blog zu lesen sein wird.
Außerdem erzählte er uns, wie er bereits vor Jahren auf die Idee zu dieser Geschichte kam, diese ihn seither nicht mehr losließ, bis er sie auf Papier brachte.


Thomas Raab startete direkt mit der ersten Seite. Dies war für alle Besucher, die das Buch noch nicht gelesen haben (hatten) wichtig, damit sie wissen, worum es hier eigentlich geht. Und natürlich konnte man auch gleich seinen unverwechselbaren Schreibstil genießen...oder auch nicht. Danach ging es im vorderen Drittel weiter...bis kurz vor die Stelle bei der ich gerade in meinem Buch war ;) 

Danach erzählte uns Thomas Raab mit viel Humor vom Beginn seiner Karriere als Autor, was er von der Verfilmung seiner Metzger-Krimis hält und über die Vergleiche seines neuen Buches zu Patrick Süßkinds "Das Parfüm" oder auch zu Robert Schneiders "Schlafes Bruder".


Nach der Lesung signierte er brav die mitgebrachten oder vor Ort gekauften Bücher

Auch für mich gab es ein signiertes Exemplar. 


Es war ein rundherum toller Abend und wir haben ihn sehr genossen.


Die Frauen der Rosenvilla - Teresa Simon


    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (9. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3453471318
    • ISBN-13: 978-3453471313
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman



Heyne Kurzbeschreibung: 
Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Neustadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stößt sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stößt sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis ...

Meine Bewertung: tolle * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nach all den positiven Bewertungen habe ich mich sehr gefreut, als es zu diesem Roman eine Leserunde bei Lovelybooks gab. Natürlich habe ich mich gleich beworben und hatte tatsächlich auch noch Glück.

Diese wunderbare Geschichte entführt uns nach Dresden. Das alleine fand ich schon toll, da ich letztes Jahr das erste Mal diese schöne Stadt besucht habe und mich an viele Plätze erinnerte. Und sie erzählt die Geschichte der Frauen der Rosenvilla, wie uns der Titel des Romans schon sagt. Über drei Generationen erlebt der Leser die Schicksale unser Protagionisten.
Ich würde zu Beginn empfehlen eine Liste mit den Namen und einen Stammbaum anzufertigen!  Die vielen Namen und die vielen Zeitsprünge verwirren anfangs sehr. Neben der Geschichte um die Frauen der Rosenvilla geht es auch um Schokolade und hier kommt meine nächste Empfehlung: legt euch etwas Schoki zurecht!!! Ihr werdet ihn brauchen ;) Denn schon VOR dem Prolog gibt es dieses Zitat:

"Schokolade ist der Stoff, aus dem die Träume sind.
Üppige, dunkle, samtweiche Träume,
die die Sinne umhüllen und Leidenschaft wecken.
Schokolade ist Wahnsinn, Schokolade ist Entzücken."
JUDITH OLNEY (amerikanische Autorin

Der Prolog des Romans beginnt im Jahre 1913 und ist ein Brief einer verzweifelten Frau, die Schuld auf sich geladen hat. Hundert Jahre später: Anna, unsere Hauptprotagonistin, eröffnet soeben ihre zweite Chocolateria "Schokolust" in der Dresdner Neustadt. Ihre große Leidenschaft sind ihre Schokoladekreationen. Außerdem ist sie gerade in die neu renovierte Rosenvilla gezogen, die sie von ihrem Großvater geerbt hat. Nun fehlt nur noch die Wiederherstellung des wunderschönen Rosengartens, der wieder so aussehen soll, wie vor dem Krieg. Dabei stößt sie auf eine vergrabene Schatulle mit alten Tagebucheinträgen, Schmuckstücken und Krimskrams. Gemeinsam mit ihrer Freundin Hanka, die einen Buchladen führt, versuchen sie die Einträge zu sortieren. Dabei entdecken sie, dass es sich um unterschiedliche Schriftarten handelt. Es sind dies Fragmente aus drei Tagebüchern aus der Zeit von 1892 bis 1940 und erzählen die Geschichte von Helene, Emma und Charlotte. Nach und nach kommen sie der Vergangenheit näher und Anna erlebt nicht nur freudige Überraschungen....

Wie schon oben erwähnt sollte man sich Notizen zu den Frauen und ihrer Familie machen, denn die Geschichten werden nicht chronologisch erzählt, sondern „häppchenweise“. Die einzelnen Schicksale der Protagonistinnen werden lebhaft und emotional geschildert. Es baut sich eine ungeheure Spannung auf und man rätselt, was damals wirklich passiert ist. Die Autorin hat hier ganze Arbeit geleistet und all die Geheimnisse und Schicksalschläge wunderbar verwoben und ein tolles Ganzes daraus gemacht. Der rote Faden der Geschichte aber ist und bleibt die Schokolade und die Rosenvilla. Neben all den Beschreibungen zu den einzigartigen Kreationen von Schokopralinen, gesellen sich die Schilderungen des wunderschönen Gartens mit den vielen alten Rosen und dem Pavillon. Ebenso bildhaft wird die Stadt Dresden beschrieben. Ich konnte mich an einigen Plätzen und Straßen wiederfinden, die ich letztes Jahr besucht habe. Auch einige interessante Informationen betreffend der Vergangenheit Dresdens hatte die Autorin für uns Leser auf Lager. Zum Beispiel, dass Dresden vor dem ersten Weltkrieg die Stadt für Luxuswaren im Deutschen Reich war. Teresa Simon: "Schokolade, Zigarren/Zigaretten, feine Schnäpse, ... das alles war im damaligen Dresden zu Hause."

Am Ende des Buches gibt es ein zusätzliches Highlight: Die extra für die Geschichte kreierten Pralinenrezepte und ein Eierlikörrezept.

Warum keine 5 Sterne fragt ihr euch nun?
Zum einen finde ich die Vielzahl der auftauchenden Personen ein kleines Problem. Ohne sich beim Lesen Notizen zu machen, verliert man leider schnell den Überblick. In historischen Romanen gibt es des öfteren ein Stammbaumverzeichnis oder eine Aufzählung der handelnden Personen. Das wäre auch hier wünschenswert gewesen.
Kritikpunkt Nummer zwei war für mich eine Szene aus dem Buch, die mir sehr unrealistisch vorkam. Allerdings erzählte mir die Autorin nach meinem "Vorwurf", dass genau diese Stelle nach einer wahre Begebenheit niedergeschrieben wurde und ihr vor Jahren selbst passiert sei! 
Ihr seht, das ist nun Genörgel auf hohem Niveau.....denn es ist ein rundherum tolles und wunderbares Buch!

Cover:
Wunderschön und absolut passend. Eine Frau steht auf der Terasse der Rosenvilla, man sieht den Pavillon und die Rosensträucher.

Schreibstil:
Gleich zu Beginn des Romans verzauberte mich der wunderbare Schreibstil. Er lässt sich sehr flüssig lesen und fesselt. Die bildhaften Beschreibungen und der toll aufgebaute Spannungsbogen, den ich sonst eher aus Thrillern und Krimis kenne, war einfach großartig. Man ahnt zwar ab der Hälfte, was das große Geheimnis sein könnte, aber ich war mir bis zum Schluss nicht sicher. Die Charaktere sind hervorragend gezeichent. Es sind Menschen aus dem realen Leben - keine schwarz/weiß Malerei, kein nur Gut oder Böse, sondern Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, Geheimnissen und Problemen.

Fazit:
Eine fesselnde Familiensaga, die außer mit einem hervorragenden Schreibstil, auch mit viel Schokolade punkten kann ;) Eine Geschichte über bemerkenswerte Frauen und wohlgehütete Geheimnisse. Meine Leseempfehlung!


Vielen Dank an den Heyne Verlag, an die Autorin Teresa Simon, die uns diese Leserunde wirklich versüßte und an Lovelybooks.

Mörderkind - Inge Löhnig


    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: List Taschenbuch (5. Dezember 2014)
    • ISBN-10: 3548612261
    • ISBN-13: 978-3548612263
    • Genre: Krimi

List Kurzbeschreibung: 
Ihr Leben lang war sie für alle nur das Mörderkind. Fionas Kindheit war ein Alptraum. Und nun ist ihr Vater tot. Seine letzten Worte galten ihr: »Ich bin kein Mörder.« Widerstrebend macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Beginnt nachzuforschen, befragt ihre Familie. Und stößt auf ungeheuerliche Geheimnisse und eine Intrige, deren tödliches Gift bis heute wirkt …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei der SuBThrill Kill Leserunde mit Steffi von Steffis Bücherbloggeria und Juliane von Books Experiences haben wir gemeinsam "Mörderkind" von Inge Löhnig gelesen.

Obwohl ich schon einige Bücher der Autorin, die alle zur Kommissar Dühnfort Reihe gehören, im Regal stehen habe, ist dies mein erstes gelesenes Buch von Inge Löhnig.
Die 25-jähige Fiona ist unsere Hauptprotagonistin. Bis zu ihrem 8. Lebensjahr war sie ein glückliches Mädchen...bis ihr Vater eines Tages von der Polizei abgeholt und verhaftet wird. Er soll seine Geliebte ermordet haben und wird zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ab diesen Tag ist sie "das Mörderkind" und wird nicht nur in der Schule gemobbt, sondern verliert auch noch ihre Mutter durch einen Unfall und muss vortan bei ihrem Onkel und ihrer Tante leben. Ihr Großvater ist ein reicher Brauereibesitzer und hat weder Fionas Mutter, eine Künstlerin, noch seine Enkelin je akzeptiert. Auch bei Onkel und Tante erfährt sie keine Liebe und Zuwendung und rebelliert gegen die Familie ihres Vaters. Auch Ben, ihren Vater, verbannt sie aus ihrem Gedächtnis und lehnt auch nach seiner Entlassung jeglichen Kontakt zu ihm ab. Als sie von seinem Tod erfährt, berührt sie dies vorerst gar nicht. Bis ihr Matthias, ein Rettungssanitäter, die letzten Worte von Ben überbringt, der unbedingt wollte, dass Fiona erfährt, dass er kein Mörder war. Fiona ist zornig und glaubt ihm kein Wort. Doch immer wieder schleichen sich Zweifel in ihren Kopf. Außerdem gefällt ihr der junge Sanitäter, den sie wegen seines guten Aussehens einfach "Mr.Darcy" nennt, ausnehmend gut. War ihr Vater doch kein Mörder? Aber alle Indizien sprachen doch für sich....Fiona beginnt in der Vergangenheit zu graben und entdeckt bald, dass es einige Ungereimtheiten gibt. Als sie auch noch bedroht wird, ahnt sie, dass sie auf der richtigen Fährte ist....

Wer Kommissare in einem Kriminalroman braucht, ist hier falsch, denn hier "ermittelt" das Mörderkind selbst ;) Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und war für mich mehr Familientragödie, in der es um Rache geht, als ein Kriminalroman, auch wenn er teilweise sehr spannend ist.
In der Gegenwart erleben wir Fiona, wie sie nach dem wahren Mörder sucht. In Rückblenden wird parallel dazu die Geschichte ihres Vaters erzählt, wobei das Geheimnis langsam gelüftet wird. Der Teil in der Vergangenheit hat mir sehr gut gefallen und machte mich auch nachdenklich....

Was mir gut gefallen hat, waren die Zeilen aus Songtexten aus den 80-iger Jahren und noch früher. Ich liebe Musik aus den 80-igern =) Leider erkannte ich nicht alle Lieder, aber zwei davon "enträtselte" ich sofort! Für Leser, die mit Musik nicht so viel anfangen können, könnten diese Passagen allerdings auch etwas irritieren.

Fiona war mir anfangs nicht wirklich sympathisch. Sie rebelliert auch noch mit Mitte Zwanzig und lebt von Kurzzeitjobs. Sie hat tiefen Kummer, den sie mit Wut kompensiert und ein Problem mit Nähe. Sie versucht ihre Schwierigkeiten mit Extremsport, One-Night-Stands und Abstand zu anderen Leuten zu kontrollieren. Manchmal kam sie mir auch noch etwas naiv und sprunghaft vor. Genauso fand ich ihr Interesse an der Wahrheit oder daran, was mit ihrem Vater passiert ist, doch etwas plötzlich und unglaubwürdig.  

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich anfangs manchmal etwas derb. Besonders wenn es um Sex ging, erinnerte es mich eher an die Schreibwiese von männlichen Autoren ;)
Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Besonders die Charakterwandlung von Fiona hat mir sehr gut gefallen. War sie mir anfangs noch eher unsympathisch, änderte sich das von Seite zu Seite - genauso wie die Spannung, die anfangs zunahm, in der Mitte etwas dahin plätscherte, um am Ende wieder „an Fahrt“ aufzunehmen.

Fazit:
Ein solider Krimi um Familiengeheimnisse mit einer rebellischen Hauptprotagonistin. Anfangs spannend, der Mittelteil plätschert etwas dahin bis zum packenden Finale. Der Part aus der Vergangenheit gefiel mir um einiges besser als die Geschichte aus der Gegenwart.


Büchereizuwachs in KW 10

Hallo meine Bücherwürmer!

Auch in dieser Woche gibt es neu eingezogene Bücher bei mir. Diese sind allerdings nur kurzfristig hier, denn sie sind wieder aus der Bücherei geliehen.
Diesmal ist die Auswahl sehr thrillerlastig, muss ich sagen. Irgendwie sind alle meine vorbestellten Thriller auf einmal zurückgekommen bzw. neu gekauft worden. Denn auf ein Buch wartete ich z. Bsp. schon seit November oder Dezember letzten Jahres!!!! Und nun lag es für mich bereit. Aber der Reihe nach....

Beginnen möchte ich mit einem Buch eines österreichischen Autors, bei dem sich die Meinungen sehr scheiden

Thomas Raab
Still
Krimi

Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. 

Bei Lovelybooks hatte ich leider  kein Glück bei diesem ganz besonderen Roman über amerikanische Waisenkinder, die als billige Arbeitskräfte missbraucht wurden....

Christina Baker Kline
Der Zug der Waisen
Roman

New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor ... Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.

Der Thriller, auf den ich schon seit Ende 2014 warte, ist der vierte Band um Frieda Klein

Nicci French
Dunkler Donnerstag
Thriller - 4. Band der Reihe

Als Frieda Klein unerwarteten Besuch von einer alten Schulfreundin erhält, die sie um psychotherapeutische Hilfe für ihre Tochter bittet, ahnt sie nicht, worauf sie sich da einlässt ... Die Fünfzehnjährige ist verstockt und magersüchtig. Und bald stößt Frieda auf den Grund: Becky wurde eines Nachts in ihrem Zimmer von einem Unbekannten vergewaltigt. In Frieda reißt die Geschichte alte Wunden auf. Sie beschließt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen … Ein packender Thriller, bei dem man Frieda durch London begleitet und auf falschen Spuren in ihre Heimatstadt Braxton, wo alle ihr bald mit wachsendem Misstrauen begegnen ...

Und auch hier endlich der letzte Band

Teri Terry
Vernichtet
bzw. Bezwungen
Dystopie - 3. Band

Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Denkt sie. Kylas Leben ist einmal mehr in größter Gefahr, als Nico einen hinterhältigen Anschlag auf sie ausübt. Auf der Flucht vor dem skrupellosen Anführer von Free UK sucht sie Unterschlupf bei ihren Freunden von MIA. Dort kann sie mit neuer Identität untertauchen und aus dem Blickfeld der Lorder und der Terroristen verschwinden. Sich in Sicherheit wähnend, kreisen Kylas Gedanken wieder mehr um ihre Kindheit, und Stück für Stück kommen Erinnerungsfetzen an Lucy und ihre Eltern zurück. Als Kyla endlich ihre Mutter kennenlernt, erfährt sie, wer sie als Kind wirklich war. Doch wieso hat ihr Vater sie damals freiwillig den Terroristen übergeben? Und welch dunkles Geheimnis verbirgt sich hinter ihrer Familiengeschichte?

Und zum Abschluss wieder ein Krimi/Thriller

Petra Hammesfahr
An einem Tag im November
Krimi

An einem Nachmittag im November verschwindet die fünfjährige Emilie Brenner. Spurlos, denn obwohl die Nachbarn sie noch mit ihrem neuen Fahrrad sahen, scheint sie wenig später wie vom Erdboden verschluckt. Ein Albtraum für die Eltern, die eine Vermisstenanzeige allerdings viel zu spät aufgeben, und auch für Kommissar Klinkhammer, der aus bitterer Erfahrung weiß, dass bei verschwundenen Kindern jede Minute zählt. Noch ahnt er nicht, dass seit Monaten in der Nachbarschaft Dinge geschehen, die an jenem Tag im November unweigerlich zur Katastrophe führen.

Das wird ein spannungsgeladener März sag ich euch!!! Wie findet ihr meine Büchereibücher?
(ich hoffe es sind hier nicht alle auf der Leipziger Buchmesse!!)



 

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