- Gebundene Ausgabe: 736 Seiten
- Verlag: Piper (13. August 2013)
- ISBN-10: 3492056008
- ISBN-13: 978-3492056007
- Originaltitel: La Vérité sur l'Affaire Harry Quebert
- Genre: Roman, Gegenwartsliteratur, Krimi
Piper Verlag Kurzbeschreibung:
Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wurde eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor 33 Jahren verschollenen Nola handelt und Quebert auch noch zugibt, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors - und auf der Suche nach einer Inspiration für seinen nächsten Roman - fährt Goldman nach Aurora und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln ...
Meine Bewertung: * * * *
Buch zur ABC Challenge
Buch zur Einmal um die Welt Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Um das Buch von Joel Dicker schlich ich schon eine ganze Weile herum. Eigentlich wollte ich es noch in meiner letzten Urlaubswoche Ende August lesen, aber das ging sich dann doch nicht mehr aus. Denn warum es etwas gedauert hat bis ich mir diesen Schmöker aus der Bücherei geholt habe, wisst ihr sicher: 736 Seiten!
Gut, ich habe schon einige Bücher mit dieser Seitenanzahl und darüber gelesen...trotzdem. Und nachdem ich die Geschichte nun gelesen habe, kann ich vorweg sagen....eingie Seiten weniger hätten es auch getan.
Die Idee zu diesen Buch-im-Buch-Roman ist richtig toll! Wir Büchersüchtigen greifen doch immer wieder gerne zu Bücher, in deren Handlung es wieder um Bücher geht. Auch wenn die Geschichte hier nicht von einem Buchladen ;) erzählt oder es nicht um Protagonisten geht, die plötzlich lebendig werden oder um Leser, die in Bücher verschwinden...es ist einfach ein Buch, zu dem man irgendwann greifen "muss".
Marc Goldmann's erster Roman wurde ein Bestseller und er zum neuen Star am Literaturhimmel. Doch mit der Zeit will sowohl der Verlag, als auch seine Leser etwas Neues von ihm lesen. Der junge Autor sitzt hingegen schon seit einigen Monaten verzweifelt an seinem zweiten Roman, der nicht und nicht entstehen will. In seiner Not wendet er sich an seinen Freund und Mentor Harry Quebert, der ihn einstmals das richtige Schreiben beibrachte. Doch kaum im kleinen Städtchen Aurora angekommen, werden auf Harry's Anwesen die sterblichen Überreste eines 15-jährigen Mädchen gefunden, das vor 33 Jahren spurlos verschwand. Neben der Leiche liegt das Manuskript jenes Romanes, der damals Harry's Durchbruch war und zu seinem Lebenswerk wurde. Nola Kellergan, die Tote, war ein bildhübsches Mädchen und die Tochter des ansäßigen Pastors. Harry wird als Tatverdächtiger verhaftet. Als er auch noch zugibt eine Affäre mit dem blutjungen Teenager gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt und ihm droht die Todesstrafe. Marcus ist entsetzt und kann nicht glauben, dass sein Freund ein Mörder sein soll. Er bleibt in Aurora und macht sich auf die Spurensuche, um Harry zu helfen und ihn zu entlasten. Gleichzeitig bietet sich ihm eine tolle Gelegenheit Stoff für seinen zweiten Roman zu finden.
Die Einwohner des kleinen amerikanische Städtchen haben das Verschwinden von Nola bis heute nicht vergessen und jeder erinnert sich noch an die Zeit vor 33 Jahren. Der Leser erhält hier ein typisches Zeit- und Sittengemälde amerikanischer Kleinstädte, in denen jeder jeden kennt. Seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis in die heutige Gegenwart hat sich dort oft nicht viel verändert. Harry wurde damals zum Star, mit dem sich die Einwohner brüsteten, doch nun nach der Mordanklage, wollen sie von seinem Ruhm nichts mehr wissen....
Bei seinen Nachforschungen stößt Marcus auf einige Ungereimheiten. Außerdem erhält er Drohungen in Form von anonymen Briefen. Seine einzige Hilfe ist Sergeant Gahalowood. Jedes Mal, wenn man glaubt zu wissen, wie sich die Geschichte um den Mordfall vor 30 Jahren zugetragen hat, nimmt der Roman eine neue Wendung. Zwischenzeitlich wurde mir am Anfang des letzten Drittels die Geschichte zu langatmig. Einige Dinge wurden wieder und wieder "durchgekaut". Manche Gespräche sind einfach zu ausführlich und nichtssagend. Man denkt, man ist schon am Ende, doch die unerwarteten Wendungen reißen nochmals alles herum und die Spannung kommt wieder und "zwingt" einem dazu möglichst schnell zu Ende lesen, um zu wissen, wie das Buch ausgeht.
Cover:
Das französiche Original ist dem deutschen Cover sehr ähnlich, wobei ich das Guckloch auf Letzteren eigentlich sehr gut finde. Außerdem sagt es jede Menge aus - finde ich. Das italienische Cover ist etwas nichtssagend und die englischsprachigen gefallen mir so überhaupt nicht.
Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Allerdings fand ich etwas komisch, dass Nola Harry siezt, obwohl die Beiden eine Affäre hatten. 1975 war dies sicher nicht der mehr Fall, sondern eher Anfang des 20. Jahrhundert. Auch fand ich diese Liebesgeschichte etwas platt und nicht nachvollziehbar.....mal ausgenommen, dass Harry eigentlich ein Pädophiler ist, wenn er als über 30-jähriger eine 15-jährige begehrt.
Die restlichen Figuren konnten mich größetnteils überzeugen. Ich fand die Vielseitigkeit der Charaktere nicht nur interessant, sondern auch stellenweise inspirierend. Die Darstellung der beiden berühmten Autoren, deren Leben allerdings am Rande ihrer Schriftstellertätigkeit sehr hohl und einsam ist, wurde sehr gut rübergebracht. Auch die Verzweiflung der Schreibblockade...das dürfte der Autor kennen ;)
Fazit:
Für mich ein spannender Roman mit Krimitouch und feiner Gesellschaftskritik, der jedoch gut 200 Seiten weniger hätte vertragen können. Die immer wieder unerwartetetn Wendungen bringen Spannung in die Geschichte. Wegen der Längen und Wiederholungen im Mittelteil gibt es vier Sterne von mir.
















Ich war von diesem Buch fasziniert. Bin fast einer Meinung mit dir. Mir war es nicht zu lang. Im Gegenteil! Hätte noch ein paar Seiten mehr haben dürfen. Gute Rezi :-)
AntwortenLöschenLG, Gisela
Hoi Martina
AntwortenLöschenOh, dieses Buch habe ich meinem Bruder geschenkt. Ich sollte ihn unbedingt mal fragen, ob er es schon gelesen und wie es ihm gefallen hat :-)
Mich selber schreckt die Seitenzahl ja etwas ab und wenn ich dann bei dir lese, dass es 200 Seiten weniger auch getan hätten .... dann verzichte ich wohl lieber ;-)
lg Favola
Schöne Rezension, ich kann deine Kritikpunkte nachvollziehen. Aber bei so vielen Seiten sind ein paar Längen vorprogrammiert, obwohl ich nicht sagen würde, dass man gleich 200 Seiten einsparen kann (höchstens 100;-)).
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Sabine
Hallo Martina,
AntwortenLöschenum das Buch schleiche ich auch schon lange herum. Meistens wird so richtig davon geschwärmt.
Ich weiß noch nicht so recht.
Liebe Grüße,
Nicole
That was quite an addictive read, eh? :)
AntwortenLöschenHuhu,
AntwortenLöschenschöne Rezi. Bei mir liegt das Buch jetzt schon ein knappes Jahr auf dem SUB. Wollte es damals unbedingt haben, weil es so interessant klingt, aber die Seitenzahl hat mich immer etwas davon abgehalten es zur Hand zu nehmen und wenn ich hier lese, dass es auch gut 200 Seiten weniger getan hätten, sehe ich meine Angst bestätigt. Aber ich werde es trotzdem bald mal lesen. Habe es mir noch fest für dieses Jahr vorgenommen.
Liebe Grüße, Julia
Habe diesen Wälzer auf Englisch hier liegen... er wurde mir irrtümlich anstatt eines englischen Kinderbuches geschickt :-).
AntwortenLöschenOha...aber als Englischlehrerin dürfte er dir kein Problem bereiten =)
LöschenLiebe Grüße
Martina