Die Tochter eines Arztes - Martina Frey



    • Broschiert: 399 Seiten
    • Verlag: Dryas; Auflage: 1 (September 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3940855421
    • ISBN-13: 978-3940855428
    • Genre: Historischer Roman

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 Amazon Kurzbeschreibung:
Man schreibt das Jahr der badischen Revolution, 1848, als sich die wohlbehütete Arzttochter Eugenia in den Bauernsohn Matthias verliebt. Doch die gesellschaftlichen Unterschiede lassen ihre Liebe unmöglich erscheinen. Matthias' verzweifelter Versuch, seine Familie durch Wilderei vor dem Verhungern zu bewahren, führt zur Katastrophe. Schließlich erscheint es in den Revolutionswirren unmöglich für Eugenia, ihr Glück doch noch zu finden.

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013


Meine Meinung:
Bei Blogg dein Buch habe ich mich für diesen historischen Liebesroman beworben, nachdem ich in der Septemberausgabe des Loveletter's einen Artikel über diesen Roman von Martina Frey gelesen habe.
Ich fand die Idee sehr interessant und obwohl ich doch einige historische Romane lese, spielen die wenigsten davon in der Biedermeiderzeit.
Der Leser begiebt sich nach Wiesbanden, das im Laufe des 19. Jahrhunderts eine aufblühende Kurstadt ist. Eugenia, die 17-jährige Tochter des Arztes Anton Hentschel, lebt hier inmitten der feinen Gesellschaft und dessen Vergnügungen wie Teekränzchen und Bälle. Doch im Prolog lässt uns schon ein Gespräch zwischen Eugenias Vater und seinem langjährigen Freund Sebastian Kreutzer erahnen, dass hinter der feinen Fassade oftmals auch viel Vertuschung, Missgunst und Neid steckt. Anton Hentschel fühlt sich nämlich schuldig am Tod einer seiner Patienten und während anfangs Sebastian sein Geheimis bei sich hält, versucht er seinen Freund nach einem Streit und dem Rausschmiss aus der gemeinsamen Praxis zu erpressen.
Da Sebastian ein Auge auf Eugenia geworfen hat, bringt Anton Hentschel seine gesamte Familie nach Holzhausen aufs Land, wo er in Ruhe weiter praktizieren, seine gesundheitlich angeschlagene Frau sich erholen und Eugenia aus Sebastians Blickwinkel verschwinden kann. Anfangs ist die verwöhnte Tochter alles andere als glücklich darüber, doch schon bald fängt sie das Landleben und ihre daraus gewonnen Freiheiten zu lieben an. Hier kann sie ihren Träumen selbst mal Medizin studieren zu wollen nachgehen, lernt das harte und entbehrungsreiche Leben der Dorfbewohner kennen und findet Freunde aus allen Schichten. Besonders Matthias,  ein Bauernsohn, der bei ihrem Vater im Stall arbeitet, findet sie nach anfänglicher Abneigung immer interessanter. Sie trifft sich heimlich mit ihm und lehrt ihm besser lesen. Doch die Beiden bleiben nicht unbeobachtet und werden verraten. Eugenia ist somit eine gefallene Tochter und nicht mehr als Ehefrau "vermittelbar".
Der Umgang mit dem niedrigen Volk ist damals unmöglich. Ein ehrwürdiges Fräulein bleibt in ihrer Gesellschaftsschicht. Das Spiel am Pianoforte, sticken und ein gutes Benehmen sind die wichtigsten Dinge im Leben eines Mädchen im heiratsfähigen Alter und später der Haushalt und die Kinder. Außer Haus begibt sich nur der Mann. Strenge Regeln und Traditionen und die äußere Fassade aufrecht erhalten, das sind die Eckpfeiler des Biedermeiers. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts kommt es zu den ersten Aufständen nach Vorbild der Franzosen, eine Demokratie und die Republik einzuführen. Nach einer Missernte und einem strengen Winter sind die Bauern am verzweifeln, während der Adel und das Bürgertum nichts von der schwierigen Lage ahnt. Das Volk wird immer aufgebrachter. Auch Moritz, Eugenias Bruder, der in die Fußstapfen seines Vater treten soll, jedoch nicht Arzt werden will, schließt sich den Aufständischen unter der Führung von Georg Böhning an.
Die Autorin hat sich sehr gut über die Badische Revolution informiert und am Ende des Buches eine Liste über erfundene und historisch belegte Personen angeführt, was ich sehr interessant finde. Moritz und Eugenia spiegeln die junge Generation sehr gut wider, die sich im Zwiespalt zwischen Aufstand und Freiheit auf der einen Seite, sowie Gehorsam und Pflichtgefühl auf der anderen Seite, fühlt.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut und spricht auch die Zielgruppe an. Ich kann mir zwar Eugenia nicht als diese Frau am Titelbild vorstellen, doch es ist passend.

Schreibstil:
Einfacher und flüssiger Schreibstil und kurze Kapitel lassen den Roman gut lesen, auch wenn er in der Mitte etwas zäh wird.
Die Charaktere sind alle sehr gut beschrieben. Besonders gefallen hat mir August, der Junge vom Land, der sich für Maschinen interessiert und der am Ende des Buches als Nicolas August Otto, der Erfinder des Otto-Motores aufgelistet wird.

Fazit:
Ein interessanter historischer Roman über den Umbruch der Gesellschaft in der Biedermeierzeit. Sehr gut recherchiert. In der Mitte leider etwas zu verhalten, ist das Ende fast zu plötzlich und zu rasant und lässt einem kaum Luft holen. Vom medizinischen Punkt her leider etwas schwammig.


Für die Bereitstellung des Rezensionsexamplares möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei:


http://www.bloggdeinbuch.de/
http://www.dryas.de/
 und den Verlag

2 Kommentare:

  1. Da haben wir ja fast zeitgleich gelesen und rezensiert, liebe Martina ;-) ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich man manche Szenen sieht und wie gleich oder ähnlich man wieder andere einschätzt.
    LG
    Susanne

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  2. Beautiful your blog ... I have an award for you to know because you have a nice blog and do some good work ...
    I hope you will please come to my blog to pick it up
    Hugs

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