Die Hebamme von Wien - Beate Maly


    • Taschenbuch: 496 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch (4. Dezember 2008)
    • ISBN-10: 3548280048
    • ISBN-13: 978-3548280042
    • Genre: Historischer Roman

Amazon Kurzbeschreibung: 
Wien 1683. Die junge Hebamme Anna und ihre Tante Theresa helfen den Frauen der Stadt bei schwierigen Geburten. Dem Prediger Abraham a Santa Clara ist ihre Arbeit verdächtig: Kann es mit rechten Dingen zugehen, dass sie so oft Mutter und Kind retten können? Ist da Hexenwerk im Spiel? Doch ehe er die Hebammen auf den Scheiterhaufen bringen kann, überfallen die Türken die Stadt. Und es gibt einen Mann, der Anna liebt und die beiden Frauen unbedingt retten will.


Meine Bewertung: * * * *  undeinhalb

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Meine Meinung:
Auf diesen historischen Roman wurde ich durch Maxibines Bücherregal aufmerksam. Erstens spielt er in Österreich ;) und zweitens sah ich das Buch in der Bücherei. So ging es beim letzten Büchereibesuch gleich mit.
Beate Maly hat hier einen sehr authentischen Roman in der Zeit der zweiten Türkenbelagerung um Wien geschrieben. Die beiden Hebammen Theresa und ihre Nichte Anna kämpfen im 17. Jahrhundert gegen den Aberglauben und eine relativ "schmerzfreie" Geburt. Deshalb setzen sie auch lindernde Kräuter und die Geburtszange ein, deren Benutzung Theresa von ihrer Lehrherrin Brunhilde erlernt hat. Doch den damaligen Kirchenmännern, darunter dem Prediger Abraham a Santa Clara, ist dies ein Dorn im Auge. Seit Jahren hat er das Ziel Theresa als Hexe anzuklagen, genauso wie damals Brunhilde, die durch ihn am Scheiterhaufen den Tod fand. Doch die Türkenbelagerung kommt ihm in die Quere und die beiden Hebammen sind so gefordert wie noch nie.  Die Spitäler und Klöster sind überfüllt mit Verletzten und es mangelt an Medikamenten, sauberes Wasser und Verbandsmaterial.

Im zweiten Erzählstrang erfährt der Leser die Geschichte des aus der Toskana stammenden Juristen Lorenzo Martecelli, der im Dienste Graf Starhembergs steht. Der junge Mann flüchtete aus der Toskana vor einer arrangierten Verehelichung und dem schlechten Verhältnis zu seinem Vater, der ihn zur Ausbildung als Juristen zwang. Dabei schlägt Lorenzo's Herz für das Weingut und der Kelterei, welches sich sein Vater in der Toskana aufgebaut hat. Dieser lebte als Karl Kaltenberg in Wien und nun landet ausgerechnet Lorenzo in dieser Stadt, wo sich die Wege von Anna und Lorenzo kreuzen.

Die Autorin bringt uns auch die Feinde, mit einem Blick außerhalb der Stadtmauern, durch die junge Türkin Basma, näher. Durch einen geheimen Tunnel unter der Stadtmauer, den Anna und Lorenzo mit Hannes und der taubstummen Salma benutzen, erzählt Beate Maly uns auch von Kara Mustafas großen und überwältigenden Zeltlager.
Besonders gefallen hat mir auch die Erwähnung und den Siegeszug der Kahvebohne, die so nach Österreich gelangt ist oder von der Legende, dass ein Bäcker nach der erfolgreichen Verteidigung gegen die Türken das Wiener Nusskipferl, welches die Form eines Halbmondes hat, erfunden hat. Wikipädia widerspricht dem jedoch, als Österreicherin habe ich allerdings auch davon gehört.....wie es eben so mit Legenden ist ;)
Sicher der Wahrheit entspricht jedoch die Entstehung der großen Glocke des Stephansdoms in Wien. Sie war die Vorgängerin der heutigen Pummerin und wurde aus den zurückgelassenen Kanonen und Kugeln, die in der Zeit der Türkenbelagerung im Dom einschlugen, gegossen und im Südturm aufgehängt. Die große Glocke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ihre Reste wurden jedoch für die heutige Pummerin, die im Nordturm hängt, verwendet.

Den halben Stern Abzug gebe ich für die Verwendung eines Feuerzeuges im Tunnel im 17. Jahrhundert (dass das keinem Lektor aufgefallen ist!) und einigen für mich eher unglaubwürdigen "Aktionen" im Feindeslager.

Schreibstil:
Von Beginn an ein fesselnder und erzählhafter Schreibstil. Die Autorin hat sehr gut recheriert und verwebt die geschichtlichen Komponenten erfolgreich mit ihrer eigenen Handlung. Der Spannungsbogen bleibt immer erhalten.

Cover:
Typisch für einen historischen Roman: Wien und die Donau im Hintergrund und einem historischen Frauenbildnis im Blickfeld.

Fazit:
Wer historische Romane liebt, sollte an diesem Buch nicht vorbeigehen! Sehr einfühlsam und atmosphärisch geschriebene Geschichte rund um die Zweite Türkenbelagerung in Wien. Absolute Leseempfehlung!


2 Kommentare:

  1. Das Buch habe ich schon länger dick auf meiner Merkliste. Von Beate Maly habe ich bisher zwei Romane gelesen: 1. "Die Zeichenkünstlerin von Wien", hat mir sehr gut gefallen. 2. "Das Sündenbuch", konnte mich nicht so recht überzeugen.
    Sicher werde ich der Hebamme irgendwann eine Chance geben, denn der Beschreibung nach fällt das Buch genau in mein Beuteschema.
    Liebe Grüße
    Susanne

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  2. Hallo Martina!
    Von diesem Roman hörte ich schon, dieses Buch werde ich demnächst aus der Bücherei holen.
    Lieben Gruß
    Lemmie

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