Sommertöchter - Lisa-Marie Seydlitz



    • Broschiert: 208 Seiten
    • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 2 (11. März 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3832162208
    • ISBN-13: 978-3832162207
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur

Amazon Kurzbeschreibung: 
Durch einen anonymen Brief erfährt Juno von ihrem Erbe: ein Fischerhaus in der Bretagne. Aber wider Erwarten ist sie nicht die Einzige, die sich für das Haus interessiert. Die französische Kellnerin Julie hat sich dort eingenistet, und auch Jan, ein Architekt aus Deutschland, ist oft zu Besuch. Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters eröffnet sich für Juno ein neuer Blick in die Vergangenheit. Die Reise in die Bretagne wird für sie zu einer Reise in ihre Familiengeschichte. In eine Kindheit, in der sie glücklich war und mit ihren Eltern ein scheinbar idyllisches Vorstadtleben geführt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem alles anders wurde. Sommertöchter ist ein Roman gegen das Alleinsein. Lisa-Maria Seydlitz nimmt ihre Leser mit in einen Sommer, in dem man traurig sein darf und Trost erhält. Sie erzählt davon, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren und ein neues Leben zu gewinnen.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Sommerchallenge

Buch zur deutschsprachigen Autorenchallenge 2013

Meine Meinung:
Dieses Buch erhielt ich als Rezensionsexamplar vom Dumont Verlag. Wer meine letzten Posts gelesen hat weiß, dass das Buch ewig nicht angekommen ist und wir dachten, es wäre schon auf dem Postweg verloren gegangen. Der Verlag war so nett und schickte es nochmals weg und ein paar Tage später hatte ich mein Exemplar...allerdings das Erste! Somit hatte ich später zwei hier liegen. So war es nun auch an der Zeit die Geschichte endlich zu lesen.

Dieses Buch hatte ich mir vom Verlagsprogramm ausgesucht, weil ich die Beschreibung interessant fand und ich gerne  Familiengeschichten lese, in denen es um Geheimnisse geht und die in einem anderen Land spielen.
Leider hat der Roman für mich nicht das gehalten, was die Inhaltsangabe versprach oder was ich erwartet hatte.
Der Verlauf der Geschichte wurde in keine Kapitel, sondern nur durch einige größere Abstände der Absätze unterteilt. Die Autorin wechselte sehr oft von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück, oft zusammenhanglos und für mich sehr verwirrend. Des Öfteren musste ich die letzten Absätze nochmals lesen, um zu verstehen in welcher Zeit sich die Protagonisten gerade befand. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit kam ich ja noch gut zurecht, doch wurde die Geschichte in der Vergangenheit oft ebenfalls zeitversetzt erzählt.
Beispielsweise kam der Vater aus der Klinik zurück und Juno und ihre Mutter warteten sehnsüchtig auf die Rückkehr, wenige Seiten später wurden Episoden vor seiner Zeit im Krankenhaus erzählt; einmal waren Mutter und Tochter aus dem Haus ausgezogen, kurze Zeit später wurde wieder der Kirschenbaum im Garten des Hauses und die vielen Blumen beschrieben.


Die Autorin erzählt in relativ kurzen und stakkatoähnlichen Sätzen Momentaufnahmen. Ich kann leider die Erzählweise der Autorin nicht wie viele Rezensenten auf Amazon als poetisch bezeichnen. Ich fand sie im Gegenteil kalt und unpersönlich.

Die Geschichte in der Gegenwart ähnelt anfangs einen Roadtrip. Juno macht sich nach dem Erhalt eines dubiosen Briefes mit einem Foto eines Häuschens am Meer auf den Weg in die Bretagne, wo sie angeblich genau dieses geerbt hat. Sie kann sich nicht erinnern jemals in Frankreich gewesen zu sein, noch Verwandtschaft dort zu haben. Mit diesem Teil hatte ich die wenigsten Probleme. Die Reise und Ankunft im kleinen Ort Coulard sind nett und der Leser will wissen, was es mit dieser Erbschaft auf sich hat. In einem kleinen Café lernt sie Julie kennen, die aus dem Süden Frankreichs kommt. Nachdem sie das Haus auf dem Foto gefunden hat, stellt sie fest, dass es genau von dieser Julie bewohnt wird. Gegenüber wohnt der geheimnisvolle Jan, der nur während des Sommers anwesend ist und ein Architekt sein soll. So rästelhaft wie er beschrieben wird, bleibt er auch, denn es wird nie aufgeklärt, wer er wirklich ist, was er macht und woher er kommt.

In der Vergangenheit erleben wir eine vorgespielte heile Welt, eine Familienidylle, die nur in Junos Kopf besteht. Ihr Vater ist nur sehr selten zuhause und oft kommt er gerade aus der Klinik, denn er ist krank. Was er genau hat weiß Juno nicht so genau, doch ihre Mutter scheint es zu ahnen.

Mir fehlten in diesem Roman die Emotionen der Hauptprotagonistin. Ich wurde ganz einfach nicht mit Juno warm und konnte mich zu keinem Zeitpunkt in sie heineinversetzen.
Die Geschichte besteht nahezu ausschließlich aus Beobachtungen von Menschen und Juno selbst gibt keine Gefühle preis. Nicht einmal als sie mit Jan ein Verhältnis anfängt und bemerkt, dass er auch mit Julie ins Bett geht. Auch die Distanz zwischen Mutter und Tochter macht die Geschichte nicht gerade einfühlsamer.

Für mich war das Buch leider nicht wirklich gelungen und ich fand einfach nicht richtig in die Geschichte. Aber z.Bsp. Anja von  Druckbuchstaben fand es sehr gut und auch auf Amazon gibt es großteils sehr gute Bewertungen dazu.

Positiv finde ich das Cover. Es ist gelungen und passt hervorragend zum Titel.

Fazit: Ich konnte leider mit diesem Buch - entgegen der sehr guten Kritiken bei Amazon - nicht viel anfangen. Die Gefühlswelt der Hauptprotagonisten blieb mir völlig fremd und der Schreibstil der Autorin entsprach nicht meinen Geschmack - schade!



 
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Dumont Verlag
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares

2 Kommentare:

  1. Schade! Das Buch klang doch so gut. Und auch das Cover find ich total schön.
    lg Sandra

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  2. Hallo Martina =)

    Obwohl ich deine Kritikpunkte nachvollziehen kann, finde ich es schade, dass dir das Buch so gar nicht gefallen hat. Ich konnte dem Buch viel Gutes abgewinnen, obwohl die Athmosphäre durch die gesamte Geschichte sehr bedrückend ist. Der Schreibstil der Autorin hat mir wirklich gefallen, hier zum Beispiel eine meiner Lieblingsstellen:

    „Ich frage mich, ob ich den Erinnerungen trauen kann, die plötzlich da sind, oder ob die Erinnerungen mit Träumen verschmelzen, mit Wünschen verschmelzen, mit der Gegenwart verschmelzen und zu einem werden, wie bemalte Folien, die man übereinander legt und die sich so zu einem neuen Bild fügen“ (S. 38/39).

    Geschmäcker sind und bleiben halt einfach verschieden =)

    LG
    Anja

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